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Sonnabend, den 24. April 1926.
merkenswert ist das Vorhandensein eines Ausgleichs- stockes, der im Laufe des Rechnungsjahres 1924 auf 283 896,90 Mark erhöht wurde und der teilweise zwecks Vermeidung einer Steuererhöhung zur Ausgleichung des Voranschlags für 1926 Verwendung findet. Mit dem Verwaltungsbericht verbunden sind Berichte über die Tätigkeit des chemischen Untersuchungsamtes der Provinz Oberhessen, über die Kreis⸗Straßen⸗Verwal⸗ tung, über die Provinzialpflegeanstalt Oberhessen (Siechenhaus) und das ihr angegliederte Kinderheim, ferner über die Tätigkeit des Provinzialausschusses im Kalenderjahr 1925.
In dem Voranschlag für 1926 sind die wichtigsten Ausgabeposten 1007 500 Mark für Straßenbau und 253 882 Mark für soziale Fürsorge. An Provinzial⸗ umlagen gelangen 395 000 Mark zur Erhebung. Die Ausschlagssätze sind dieselben wie in 1925. Für Gebäude und Bauplätze wird eine Umlage von 1,5 Pfg. auf 100 Mark Vermögenssteuerwert erhoben, für land⸗ und forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke 2,5 Pfg. auf 100 Mark Vermögenssteuerwert. In selbständigen Gemar⸗ kungen(Gutsbezirken) sind die Steuersätze— da in die⸗ sen Gemarkungen keine Gemeindesteuern erhoben wer⸗ den— höher.
Sehr günstig steht der Voranschlag des Provinzial⸗ Wasserwerks Inheiden, der in Einnahme und Ausgabe mit 809 500 Mark abschließt, und dabei Rücklagen in Höhe von insgesamt 447 700 Mark ermöglicht.
Ebenfalls günstig, wenn auch nicht in gleichem Maße, steht der Voranschlag des Ueberlandwerkes Oberhessen da. Hier werden 2925 000 Mark umgesetzt; die Einnahme aus dem Stromverkauf beträgt rund 2% Millionen Mark, die Rücklagen und Abschreibungen sollen 1086 500 Mark betragen.
Man wird unserem Vertreter nicht Anrecht geben können: Hier kann etwas geschehen, man kann die Strompreise senken und hat dann immer noch Mittel genug, auch ein gut Teil zur Belebung der Wirtschaft durch Gewährung von Baukrediten beizutragen. Den Schwachen zu schützen und den Notleidenden zu helfen, das wird, wie hier im Provinzialtag, überall das Be⸗ streben der Vertreter der Evangelischen Volksgemein—
schaft sein. Wothenschau.
In Rom wurde auf Mussolini von der Engländerin Violet Albina Gibson ein Revolverattentat verübt. Mus⸗ solini wurde nur wenig im Gesicht verletzt. Die Ge⸗ legenheit wurde zu großen nationalen Kundgebungen von dem Volke benutzt. Dabei wurde die Privatwoh⸗ nung der römischen Korrespondentin des„Vorwärts“, einer Jüdin, demoliert. Trotz des Attentats trat Mus⸗ solini auf dem Panzerschiff„Cavour“ eine Reise nach Tripolis an. Dort angekommen, hielt er eine Rede, in der er u. a. ausführte:„Dieser erste Tag erfüllt mich mit Begeisterung, denn ich finde die Italiener würdig des Italiens, das der Faschismus schon in den Schützen⸗ gräben und bei dem Marsch auf Rom, der eine neue Ge⸗ schichtsperiode eröffnen sollte, gewollt hat. Es ist nicht ohne tiefere Bedeutung, daß ich dies an den Afern de⸗ Meeres sage, das Roms Meer war und wieder Roms Meer wird. Ich fühle vor allem um mich herum das italienische Volk in seiner Gesamtheit, ein geschlossenes Volk von Soldaten, Kolonisten und Pionieren. Kame⸗ raden, richten wir unsere Gedanken auf dieses auf⸗ steigende Italien, auf dieses starke Italien, das unter der Last seiner glorreichen Vergangenheit sich von die— ser Vergangenheit nicht hemmen, sondern anspornen
Wier mich bekennel.
Von Erwin Gros. 5. Fortsetzung.
Hans Heeger zuckte mit den Schultern als wollte er sagen: „Das ist eure Sache“. Und er erhob sich vom Stuhl, um zu gehen.
„Ich habe meine Schuldigkeit getan.“
„Das ist aber ein Ueberschlauer; na warte, alleweil kriege ich dich doch,“ dachte der Schultheiß. Dann sagte er laut, und es war ein geheimer Spott in seiner Stimme:„Warum denn so eilig? Setzt euch da an den Tisch. Eure Nachricht hat ein ordentliches Botenbrot verdient; ich will meinen Weibsleuten sagen, daß sie euch einen Teller Dickmilch und ein Stück trocken Brot dazu geben.“
Er öffnete die Wohntür und ging,; fest war er überzeugt, daß Hans Heeger höchst erbost ihm folgen werde. Als dieser aber in der Stube blieb, regte sich in dem Schultheißen nahezu Be⸗ wunderung für diesen, wie er meinte,„siebenmal Gewitzten“. Der wollte natürlich den Weibsleuten mit seinen Schauer— märchen das Bad heizen, daß sie ihm nachher den Wanst und die Taschen füllten. Aber da sollte ein Riegel vorgeschoben werden. Er ging in die Küche und gab seiner Frau und Tochter scharfe Verhaltungsmaßregeln:„Du, Frau gehst sogleich hinein, daß er nichts maust, und du, Sybille, bringst ihm Brot und Dickmilch, aber sonst nichts, sonst nichts.“
Von Siegergefühl geschwellt, verließ der Schultheiß das Haus und begab sich zu seinen zwei Freunden in die„Krone“.
Hans Heeger aber stand in der Stube und wußte nicht, sollte er sich ärgern oder sollte er sich freuen. Er ärgerte sich über die Art des Schultheißen, die er aus dem Bewußtsein seiner Redlichkeit heraus für unverantwortliche Gleichgültigkeit hielt. Er freute sich aber bei dem Gedanken, mit der schönen Sybille noch eine Weile plaudern zu können.
Ein seltsames Lächeln umspielte seinen Mund:„Habe ich von der Mariuschka einen Becher Wein nicht verschmäht, so kann ich von der Sybille auch einen Teller Dickmilch annehmen.“
Er legte sein Felleisen ab und schaute erwartungsvoll nach der Türe. Statt der Tochter kam die Mutter herein; freundlich begrüßte sie den Gesellen und hieß ihn Platz nehmen.
Margarete Michel war eine kleine, verkrümmte Frau. Wenn
„Evangelische Warte“
läßt, um immer rascher dem unausbleiblichen Triumph von morgen entgegen zu marschieren.“
2 Alles muß in Italien faschistisch eingestellt sein. Freiheit gibt es nicht. Auch die Freiheit der Wissen⸗ schaft ist aufgehoben. Aus diesem Grunde wurde der Philosophenkongreß in Mailand, welchen zu besuchen die deutschen Philosophen sich geweigert haben, aufgelöst. Die italienischen Professoren, welche gegen diese Maß⸗ nahme Einspruch einlegten, sollen mit Dienstentlassung bestraft werden.
Zu dem deutsch⸗franzöfischen Zollabkommen ist ein Zusatzabkommen vereinbart worden. Im Laufe von drei Monaten ist Frankreich die nochmalige Einfuhr von 27 000 Doppelzentnern Gemüse nach Deutschland gestattet worden, während Deutschland für eine Anzahl wichtiger industrieller Ausfuhrerzeugnisse Zollzuge⸗ ständnisse gemacht worden sind.
In Paris tagte der Kongreß der russischen Emi⸗ granten, welche den Großfürsten Nitolei Nikolejewitsch zum nationalen Führer machten, unter welchem sie die Macht des Bolschewismus in Rußland brechen wollen.
In Polen fanden in mehreren Städten Unruhen der Arbeitslosen statt. In Warschau wurde von der Menge das Arbeitsministerium gestürmt und die Fen⸗ ster mit Steinen eingeworfen. Erst nach längerem Kampf gelang es der Polizei, die Ordnung wieder her—⸗ zustellen.
In Saloniti ist in der Nacht zum 9. April eine Truppenmeuterei ausgebrochen, welche durch den aus der Verbannung zurückgekehrten General Plastiras her⸗ vorgerufen sein soll. Nach einer Meldung der griechi⸗ schen Regierung sollen sich die Führer der Meuterei und 200 Soldaten, die sich ihnen angeschlossen hatten, be dingungslos ergeben haben.
In China ist Wu⸗Pei⸗Fu unmittelbar vor Peking angekommen. Seine Armee soll heute Peking besetzen und die Vereinigung mit der Nationalarmee vollziehen.
Eine mexikanische Studienkommission ist nach Deutschland gekommen und besucht mehrere Großstädte. Sie besteht aus 52 Teilnehmern, meist Kaufleute und Industrielle.
In Jena tagte der evangelische Reichselterntag. Dabei hielt Studienrat Heienbrok-Berlin einen Vor⸗ trag über„Die Beziehungen der Elternbewegung zu den politischen Gruppen, der Lehrerschaft zu den neuen Bestrebungen einer evangelischen Pädagogik“.
Der Redner sprach weiter über die Vorarbeiten zum Reichsschulgesetz. Mit ernster Sorge, so erklärte er, sehe der Reichselternbund infolge der dauernden Verschlep⸗ pung des Gesetzes den Kredit der Staatsschule auch in den Kreisen schwinden, denen die staatliche Schule früher eine Selbstverständlichkeit gewesen ist. Aber im Vorder⸗ grunde steht die Sorge um die Kinder. Die Zustände seien unhaltbar geworden. Der Redner berichtete in diesem Zusammenhang von einem Vorfall im Kreise Friedland(Ostpreußen), wo über die nur evangelischen Schulen des Reiches zuerst ein katholischer, dann ein aus der evangelischen Kirche ausgetretener dissidenti⸗ scher Schulrat gesetzt wurde, dem u. a. auch die staat⸗ liche 1 über den evangelischen Religionsunterricht zufiel.
Zu der Neuregelung der Lehrerbildung forderte die Delegiertenversammlung in einer Entschließung Ein⸗ richtungen, die eine gediegene Vorbildung der Lehrer⸗ schaft für den evangelischen Religionsunterricht gewähr⸗ leisten. Neben der wissenschaftlichen Einführung in den Religionslehrstoff der Volksschulen ist die evangelische Religionswissenschaft unter die Grundfächer der päda⸗ gogischen Bildung aufzunehmen.
In ernsten Beratungen beschäftigte sich die Ver⸗ sammlung mit den Fragen des Jugendschutzes.
In einer Erklärung wird dringend die baldige
Verabschiedung des Gesetzes zur Bewahrung der Jugend vor Schund und Schmutz, des Gesetzes zum Schutze der Ju⸗ gend bei Schaustellungen und der Novelle zum Licht⸗ spielgesetz gefordert mit Bestimmungen, die die bestehen⸗ den Mißstände wirksam eindämmen.
In Berlin feierte Reichspräsident Hindenburg sein
sechzigjähriges Militärjubiläum.
Was jeder Evangelische wijssen muß.
„Ein spanischer Jesuit iche fte. deutsche Rechtsanwalt⸗ aft“.
Unter dieser Ueberschrift bringen die„Literarischen Blätter der Kölner Volkszeitung“ Nr. 34 vom 25. März 1926 einen Aufsatz, der folgende beachtenswerte Sätze enthält:„Der Bremer Rechtsanwalt Dr. Richard Finger hat ein Buch geschrieben: Die Kunst des Rechtsanwalts(Berlin, Struppe und Winckler). Von diesem Buch ist unlängst die dritte Auflage erschienen. Diese neue Ausgabe bezeichnet Finger schon deshalb fast als eine Neuschöpfung, weil er sie auf ein völlig neues psychologisches Fundament stellen konnte. Es sind die Lehren des geistvollen Balthasar Gracian, die dem Verfasser von so bedeutendem Werte zu sein schie⸗ nen,„daß(so sagt er) ich sie geradezu als eine Grund⸗ lage der Psychologie des klugen Anwalts betrachte und hoffe, nicht zu viel Widerspruch zu finden, wenn ich Gra⸗
cian als Lehrer praktischer Weltkenntnis hierdurch in die deutsche Rechtswissenschaft einführe.“— Balthasar Gracian ist ein spanischer Jesuit aus der ersten Hälfte
des 17. Jahrhunderts, kein Kanoniker, sondern Pfycho⸗ loge, der mancherlei nützliche Regeln aufgestellt hat, so z. B. wie man„nie aus der Fassung geraten, vielmehr stets Geistesgegenwart und Haare auf den Zähnen haben“ kann, oder wie man„die Wahrheit zu hand⸗ haben verstehen“ lernt; er empfiehlt gar,„die Unglücks⸗ tage kennen“ zu lernen. Der Verfasser des genannten Aufsatzes, ein katholischer Rechtsanwalt aus Trier, hegt selbst eine leise Besorgnis. Er fragt:„Wird die deutsche Rechtswissenschaft, wenn sie solche Kompen⸗ dien(die des spanischen Jesuiten) benutzt, auf die Dauer dem Verdacht des Jesuitismus entgehen können?!“
Aus Polllit und Parlament.
Die stellenlosen Lehramtsbewerber.
Dem preußischen Landtage ist eine Uebersicht über die Zahl der stellenlosen Schulamtsbewerber und be⸗ werberinnen in Preußen nach dem Stande vom 15. Mai 1925 zugegangen. Danach gibt es in Preußen insgesamt 111807 Lehrer- und Lehrerinnenstellen. Die Zahl der Bewerber und Bewerberinnen beträgt 39 256, so daß auf 100 Stellen 35,1 Bewerber bezw. Bewerberinnen kommen. Mit Vertretung im Schuldienst beschäftigt sind 10 199 Bewerber, ohne Beschäftigung im Schul⸗ dienst 29 057.
Die Lehrerbildung in Baden.
Das mit einer Mehrheit von Zentrum und Sozial⸗ demokraten in zweiter Lesung angenommene Lehrerbil⸗ dungsgesetz, das konfessionelle Bildungsanstalten vor⸗ sieht(eine katholische Anstalt in Freiburg, eine evange⸗ lische in Heidelberg, eine simultane in Karlsruhe) be⸗ stimmt u. a.:
„1. Die Volksschullehrer(innen) erhalten ihre Ausbildung in einem zweijährigen erziehungswissen⸗
man sie neben Sybille sah, konnte man nicht begreifen, wie die stattliche Tochter von diesem schwächlichen Weiblein herkommen könne.— Die Geburt Sybillens aber hatte der Mutter fast das Leben gekostet, darnach waren ihr weitere Kinder versagt ge— blieben, auch war seitdem ihre Gesundheit schwankend. Sie aber trug ihr Kreuz als ein gottverordnetes. In der gebrechlichen Hülle war eine starke, unzerbrechliche Seele. Das sollte Hans Heeger hernachmals erfahren.
Jetzt kam Sybille herein und brachte einen Krug Dickmilch und einen Zinnteller, auf dem neben dem Löffel ein großes Stück Roggenbrot lag. Hans Heeger griff kräftig zu; jetzt merkte er erst, wie hungrig er war, er meinte bei sich, daß er lange nicht etwas so Köstliches gegessen habe.
Sybille ging unterdessen zwischen Stube und Küche hin und her; ihre Mutter aber hatte sich an das Spinnrad gesetzt und spann. Das war ihre eigentliche Beschäftigung.
Als Hans fertig war, begann das Gespräch. Zuerst fragte die Frau den Burschen nach Vater und Mutter.„Die sind schon fünf Jahre tot. Als die Franzosen die Pocken in unser Dorf brachten, sind sie beide kurz hintereinander gestorben und auf einen Tag beerdigt worden. Nur meine Schwester und ich blieben ver⸗ schont.“
„So lebt eure Schwester noch in eurer Heimat, ist sie älter als ihr?“ fragte die Frau weiter.
Ein finsterer Zug kam in das Antlitz Hans Heegers; lange sprach er kein Wort. Die beiden Frauen schauten verwundert auf ihn, denn plötzlich preßte er die beiden Fäuste vor die Augen wie einer, der ein entsetzliches Bild nicht sehen will. Endlich schaute Hans Heeger auf und sagte mit dumpfer Stimme:„Mitt⸗ woch nach Ostern ist meine Schwester gestorben. Sie ist ins
Wasser gegangen, im Bliesbach habe ich sie gefunden. Die Schande hat sie in den Tod getrieben, die Schande! Auf Pal⸗
marum war eine Rotte Franzosen in unser Dorf gekommen. Einer, ein Sergeant, hat ihr Gewalt angetan, da hat sie nicht mehr leben können.“
Tieferschüttert schauten die beiden Frauen auf den jungen Mann, der mit gebeugtem Haupte da saß und auf den Boden starrte. Ueber die Wangen des Mädchens liefen Tränen.
Nach einer Weile fragte die Frau:„Warum seid ihr denn aus der Heimat fortgegangen?“
Da richtete sich Hans Heeger jählings auf, seine Augen blitzten:„Der Unmensch ist mir von da an aus dem Wege ge⸗ gangen, nie traf man ihn allein, immer hatte er etliche Soldaten zum Schutz bei sich. Nach acht Tagen aber habe ich ihn am frühen Morgen, wie er sich am Bach wusch, gestellt, und dann gings los zwischen uns beiden, jeder hatte nur seine Fäuste. Da habe ich ihn so lange unter das Wasser gehalten, bis es aus war.“
„Um Gottes Barmherzigkeit willen, das habt ihr getan?“ rief die Frau. Sybille aber wurde von noch tieferem Mitleid ergriffen für den, der so Furchtbares erlebt hatte..
„Da war natürlich meines Bleibens im Dorf nicht mehr, Noch in derselben Stunde habe ich das Felleisen, das schon ge⸗ packt war, auf den Buckel genommen und bin über die Sickinger Höhe in den großen Reichswald entwichen. Da hätten sie suchen können, wie sie wollen, gefunden hätte mich keiner. Denn alle Leute hassen die Franzosen und halfen mir, wo sie nur konnten, Vier Wochen bin ich nun schon unterwegs; wenn ich nur endlich Arbeit fände!“
„Wen habt ihr denn noch daheim zurückgelassen?“ Frau Margarete Michel.
„Mein Haus steht alleweil leer; ich habe dem Bruder meiner Mutter noch rasch den Auftrag gegeben, das Vieh zu verkaufen, die Aecker und Wiesen zu verpachten und das Haus zuzuschließen, bis es wieder Friede wird, und ich heimkommen kann.“
„Was habt ihr denn für ein Handwerk gelernt?“ Sybille.
„Ich bin von Profession Schuster.“
„Ei“, fiel da lebhaft Sybille ein, da könnte ich ja einmal bei meinem Paten Vogelsberger anfragen, vielleicht hat et Arbeit für euch. Für heute ist es doch zu spät, daß ihr nach Homburg kommt. Oder wollt ihr in der Dunkelheit in der fremden Stadt umherlaufen und zusehen, wo ihr ein Nachtlager bekommt. Mein Pate aber nimmt euch sicher gern auf, und et hat ja Platz genug, da er ein Junggeselle ist und mit seinet Mutter allein haust.“
„Sybille“, pflichtete die Mutter bei,„das hat die Gott ein⸗ gegeben. Am besten gehst du sogleich mit, draußen dämmert es schon, und zeigst dem Hans Heeger den Weg und sagst deinem Paten, ich ließe ihn bitten, zu helfen, soweit er nur helfen könne.“ Fortsetzung folgt.)
fragte
Also
——
ö


