„
B — ——
Sonnabend, den 23. Oktober 1926.
lischen Gustav Adolfverein. Tatsächlich ist der Bonifatiusverein aber ein Propagandaverein, ein Verein, zur Katholisierung Andersgläubiger, der nicht nur wie der Gustav Adolfverein be— drängte Glaubensbrüder in der Zerstreuung unterstützt, sondern auch Eroberungen im protestantischen Gebiete machen soll. Dieser Propaganda- und Angriffscharakter des Bonifatiusvereins wird immer abgestritten. Er kam aber sehr deutlich zur Darstellung auf dem diesjährigen Katholikentage in Breslau, wo der Erz— priester Lichtenberg aus Charlottenburg über den Bonifatius— verein eine Festrede hielt. Ausgehend von„der Sehnsucht, die in vielen frommen Andersgläubigen nach der lieben Mutter Gottes und dem heiligen Altarsakrament lebe“, führte er nach der „Germania“ vom 23. August 1926 aus:„Aufgabe des Bonifatius⸗ vereins ist es, so lange dieses Sehnsuchtsgefühl nicht durch die Wiedervereinigung der Getrennten in Erfüllung gegangen ist, in alle Großstädte neben die herrlichen Gotteshäuser mindestens kleine katholische Kirchen zu setzen, mit dem kostbarsten Kleinod, dem heiligsten Altarsakrament. Der Bonifatiusverein hat nicht nur Pflichten gegen abseits wohnende Katholiken, obwohl es seine erste Aufgabe ist, den Diasporakatholiken zu helfen, sondern auch Pflichten gegenüber jeder Menschenseele, die sich nach dem katholischen Heimatgefühl sehnt. Hier zu helfen, ist nicht nur Aufgabe des Winfriedvereins. Beide Vereine, der Bonifatius⸗ verein und der Winfriedverein, sind beinahe so eng miteinander verbunden, wie die Namen, denn Winfried und Bonifatius sind ja derselbe. Beide Vereine wollen verlorenes Gebiet wieder gewinnen, für unseren König Christus. Der Bonifatiusverein soll zunächst wirken in der Diaspora, zu der natürlich auch die größte„katholische Stadt“ Berlin gehört. Denn gerade hier ist die Not noch überaus groß. Gibt es doch, z. B. hier noch einen Stadtteil, in dem 8000 Katholiken nur den Sonntagsgottes— dienst in einer Schulaula haben. Bischof Korum von Trier hatte durchaus recht, als er sagte: ich wünschte ihnen 100 Priester für Berlin geben zu können, denn Berlin ist ein Heidenland, das missioniert werden muß wie wirkliches Heidenland.“— Das ist deutlich. Der Winfriedbund ist ein ausgesprochener Propaganda⸗ verein, ist also der Bonifatiusverein mit ihm so eng verbunden und verwandt, so ist auch er ein Propagandaverein, was sich aus den ausgesprochenen„Eroberungsabsichten“ ohnehin ergibt. * Die Parität im paritätischen Preußen.
Im Frühjahr wurde im Reiche eine großzügige Reklame für die Instandsetzung der Marienkirche in Hannover, die Wind— horst seiner Zeit gebaut hat und wo er auch begraben liegt, be— trieben. Wie üblich fehlte in der Reklame jeder Hinweis da— rauf, daß es sich um eine rein katholische Sache handele. Auf eine Anfrage, ob nicht für die Veranstaltung derartiger rein kon— fessioneller Lotterien bestimmte Weisungen für den Vertrieb und die Reklame bestünden, antwortete das Ministerium für Volks⸗ wohlfahrt, bei der Ausspielung dieser Wertlotterie handele es sich nicht um eine konfessionelle Angelegenheit, sondern um die Erhaltung eines Baudenkmals. Die Vorbedingungen für den Erlaß besonderer Weisungen seien also nicht gegeben.
Die Gemeinde Werdohl erbat darauf für ihre evangelische Kirche, erbaut 1866-68,— also älter als die Windhorstkirche—, ein Meisterwerk der Gotik und eine der schönsten im Sauerlande, zwecks Umbaus des Turmes eine staatliche Beihilfe. Vom Lan⸗ deshauptmann in Münster wurde sie abgewiesen mit dem Be— merken, daß nur Kirchen mit Altertumswert berücksichtigt werden.
* Das„katholische“ Düsseldorf.
Das Presseamt der Stadt Düsseldorf hat eine Broschüre veröffentlicht mit dem Titel:„Düsseldorf und die Große Aus⸗ stellung 1926“. In 100 000 Exemplaren ist sie in Deutschland und im Ausland verbreitet. Durch den hinter der letzten Seite eingehefteten Plan„Düsseldorf Stadtmitte“ wird der Eindruck erweckt, als ob Düsseldorf eine römisch-katholische Stadt sei. Un⸗ ter den Abbildungen von Sehenswürdigkeiten bezw. Verkehrs⸗ Anhaltspunkten befinden sich nämlich drei katholische Kirchen, St. Rochus⸗, St. Lambertus- und Maxkirche mit der Mariensäule, während keine evangelische Kirche abgebildet oder auch nur ge— nannt ist. Dabei ist der geographische Mittelpunkt Düsseldorfs der Königsplatz mit der höchsten und größten Düsseldorfer Kirche, der evangelischen Johanneskirche, einem Bauwerk Kaiser Wilhelms J. Außerdem hätte der fragliche Plan einen Vermerk tragen müssen, der den Fremden auf die berühmte evangelische Friedenskirche mit den Wandgemälden Eduard von Gebhardts aufmerksam macht. Im Text der genannten Schrift wird die Friedenskirche nur in einem Nebensatz erwähnt. Die älteste evangelische Kirche Düsseldorfs, die Neanderkirche, welche nicht an der Straße liegen durfte und deshalb hinter den Häusern der
dere
Leser der Warte!
Verlangt die„Kvängenlsche Ware“
in den Gasthäusern insbeson- in der Sommerfrische.
Sorgt für Bestellung,
Wo sje nicht zu haben ist.
„Evangelische Warte“
rn——— 2
Bolkerstraße steht— ein Wahrzeichen der Gegenreformation— hätte ebensogut wie die in ihrer Nachbarschaft liegende katholische Andreaskirche genannt werden müssen.— Die Fehler wirken um so peinlicher, als die Schrift amtlichen Charakter trägt und 28 Prozent der Düsseldorfer Bevölkerung nur mit fünf ganzen Zei— len in einer Schrift von 68 Seiten plus Stadtplan abgetan wird.
Alls Hossen.
Zur 400⸗Jahrfeier der Einführung der Reformation in Hessen.
Am 31. Oktober ds. Is. wird in ganz Hessen die Vierhundert— jahrfeier der Einführung der Reformation begangen. Damit auch von seiten der Schulen auf diese Wohltat für Hessen ge— nügend hingewiesen werden kann, hat der Herr Staatspräsident Landesamt für das Bildungswesen, folgende Verfügung an die Kreis- und Stadtschulämter und die Direktionen der höheren Lehranstalten erlassen:
Auf Anregung des Landeskirchenamtes gestatte ich, daß am 30. Oktober ds. Is., dem Tag vor dem Reformationsfest, in allen Schulen für die evangelischen Schüler und Lehrer eine Schulfeier stattfindet, die der 400jährigen Wiederkehr des Jahres gewidmet ist, in dem in Hessen die Reformation einge— führt wurde. Nach der Schulfeier fällt für die evangelischen Schüler und Lehrer der Untericht aus.
Wie weit hiernach die Schulen an diesem Tag ganz zu schließen sind, bleibt Ihrer Anordnung nach den gegebenen Verhältnissen überlassen.
Allerlei.
Ein neuer Weltkirchenkongreß in Lausanne.
Auf Betreiben der amerikanischen Geistlichkeit soll im Som- mer 1927 in Lausanne eine christliche Weltkirchenkonferenz statt⸗ finden, an der sämtliche christliche Kirchen und Gemeinschaften vertreten sein werden, mit Ausnahme der katholischen.
*
„Auch Brüssel ist eine Messe wert“.
Der belgische Kronprinz Leopold hat sich soeben mit der schwedischen Prinzessin Astrid verlobt. Die Schwedin, die aus dem Hause Bernadotte stammt, der seinerzeit, als er König von Schweden wurde, zum Protestantismus übertrat, gedenkt nach berühmten Mustern die Anwartschaft auf die belgische Krone mit dem Uebertritt zum Katholizismus zu bezahlen. Die„Tägliche Rundschau“ Nr. 441 hat Recht, wenn sie die Konversion mit der Bemerkung begleitet:„So wechselt man in diesen Kreisen den Glauben, je nach den Erfordernissen der Politik. Eine Förderung der Glaubenstreue wird dadurch, daß man sie den Untertanen überläßt, jedenfalls nicht bewirkt.“ In Rom wird man über diesen neuen„Sieg“ voller Genugtuung sein, der Protestantismus beurteilt solche„Erfolge“ sehr anders.
* Evangelische Buchkritik.
Trotz der schwierigen Geschäftslage überstürzen sich auch in diesem Herbst die Angebote buchhändlerischer Neuerscheinungen; der übermäßige Reklameaufwand und das Waschzettel-Unwesen erhöhen noch die Verwirrung und tragen dazu bei, die rechte Auswahl und Beurteilung zu erschweren. Das Bewußtsein von der Notwendigkeit eines von verlegerischen Rücksichten befreiten, das ganze Schrifttumsgebiet umfassenden evangelischen Buch- führers, hat die Evangelische Buchkammer bereits im letzten Jahr veranlaßt, dem katholischen, in 130 000 Exemplaren verbreiteten Borromäus-Ratgeber ein evangelisches Gegenstück im Eckart⸗Rat⸗ geber gegenüberzustellen. Der Erfolg, den dieses Unternehmen in allen literarisch interessierten evangelischen Kreisen gefunden hat, hat die Herausgeber bewogen, auch das Schrifttum dieses Jahres in einem neuen Band des Eckart-Ratgebers zu behan— deln. Ueber 700 Neuerscheinungen— von den theologischen Ge— bieten an bis hin zu Büchern der Körperpflege— werden von 32 Referenten in ebensoviel Abteilungen besprochen, und zwar nicht— wie etwa im katholischen oder dem Ratgeber des Dürer⸗ bundes— mit einem kurzen, stichwortartigen Urteil, sondern in gründlicher Auseinandersetzung und in grundsätzlichen, die Lage in den einzelnen Gebieten umreißenden Aufsätzen.
*
Tagung des Bibelkreises von Schülern. Breklum, 11. Oktober. In der vergangenen Woche beher—
bergten unser Missionshaus und Martineum rund 100 Schüler
Aagaaagaaagaganaagaagaagaadaanga audgadggaeegahelee Aachen gadagagadggnggagagggdaggndagacaggdggda g galggsnsdgsggdggga
Werbt für oͤie„Evangelische Warte“!
Aaneenenannnnnacnsegunaneagnneendtaagghgedlcddüen ta ehsagelcdaggnlddalthanedanghan Aachagagaggagdagggoggchgggsdaggalgggldgggsg daga acogaogadaagadaggsagdgg
Zur Hochzeit, allen Festen und Gelegenheiten fertigt Reden, Gedichte, Prologe, Tafellieder usw. schnellstens an
Heim⸗Verlag, Radolfzell a. Bodensee.
a Albin Klein, Gießen. FP
aus Schleswig⸗Holstein und Groß⸗Hamburg, die sämtlich dem so⸗ genannten B-K., d. h. dem Bibelkreise, angehören, welcher schon in den meistan höheren Schulen unsrer Provinz Fuß gefaßt hat, Etwa zehn Herren waren als Leiter mit erschienen, unter denen uns Pfarrer Dr. Kertz⸗Remscheid, Propst Langlo⸗Eckernförde, Studienrat JZacharige-Eckernförde und Sekretär Serchinger vom Christlichen Verein junger Männer, Hamburg, genannt wurden. Ueber den B.-K. ist kurz zu sagen, daß er vor vierzig Jahren von Elberfelder Gymnasiasten gegründet wurde und sich heute über ganz Deutschland verbreitet hat. So befinden sich in Groß-Ham⸗ burg allein zehn Abteilungen, während die Zahl der Gruppen im Nordmarkgau schon zwanzig beträgt. Die Mitglieder kommen regelmäßig zusammen, um in der Bibel als dem uns gegebenen Wort Gottes zu forschen; daneben treiben sie aber auch Spiel und Sport, um dadurch zu zeigen, daß man als„B.-K. ler“ ein frischer, fröhlicher deutscher Jüngling sein kann. Für die Brek⸗ lumer Tagung waren die nachstehenden Themen gestellt, welche in verschiedenen Räumen in Gestalt von Besprechungen behandelt wurden: 1.„B.⸗K. und Freundschaft.“ 2.„Können wir Aelteren mit Erfolg für den B-K werben?“ 3.„Die Primanerfrage im B.⸗K.“.— Es war jedem Mitglied freigestellt, sich das ihm am meistenzusagende Thema auszusuchen, doch wurde bei den ge⸗ meinsamen Zusammenkünften das Resultat der einzelnen Bespre⸗ chungen durch die Vertreter bekanntgegeben. Aus den sonstigen Darbietungen der Woche heben wir das Referat Missionsinspek⸗ tor Pastor Pohls über die Bedeutung der Heidenmission hervor, ferner noch Propst Langlos Vortrag über das Thema:„Du und deine Bibel“, sodann noch die Referate von Studienrat Zacharige über„Der höhere Schüler und die Mädchen“, von Sekretär Ser⸗ chinger:„Der B.-K.-ler und die nationale Frage“, und von Pfarrer Dr. Kertz über„Lebensstil im B.-K,, einschließlich Be— handlung der Alkohol- und Nikotinfrage“. An die Referate schloß sich stets eine frische, lebendige Aussprache. Wie uns gegenüber
Breklumer Tagung in hohem Maße befriedigt und erhoffen da⸗ raus eine schöne Frucht für den B.-K. der Nordmark. Zu er⸗ wähnen ist schließlich noch, daß die Teilnehmer am Donnerstag⸗ nachmittag einen Ausflug an die Nordsee unternahmen und bei dieser Gelegenheit auch einen Abstecher in das während der letz⸗ ten beiden Jahre dem Meere abgerungene Neuland, den„Sönke Nissen-Koog“, machten, dessen Werden und Wachsen sie auf der Wanderung mit nicht geringem Interesse verfolgten.
**
Ausstellung von völkerkundlichen Gegenständen aus den Arbeitsgebieten der Baseler Mission. Vom 20. bis 27. Oktober findet in Gießen in den Räumen des früheren Hotel Großherzog(Ecke Westanlage⸗ Bahnhofstraße) eine Ausstellung statt, deren Bedeutung über das gewöhnliche Maß solcher Wanderausstellungen weit hinausgeht. Es werden Gegenstände aus den Kulturländern Asiens, China und Indien, z. B. die naturgetreue Nachbildung einer chinesischen Ahnenhalle und solche aus dem dunkelsten Afrika wie Henkermesser und-mütze, Sklavenfessel und-peitsche, sowie Schädel von der berüchtigten Schädelstätte in Asante und Mas⸗ ken von den unheimlichen Losangogeheimbünden aus unserem Kamerun vorgeführt werden. Dazu noch vieles andere, sodaß man einen rechten Einblick in die kultu⸗ rellen Verhältnisse jener Völker und Länder bekommt, die, auf welcher Stufe sie auch stehen mögen, für einen jeden, der Verständnis hat für das Werden und Wachsen der Kultur, von großem Interesse sind. Leider haben wir selber keine Kolonien mehr, was vom volkswirt⸗ schaftlichen Standpunkt aus sehr zu bedauern ist. Haben wir deshalb noch Recht und Pflicht mit jenen Völkern in Verbindung zu treten, ihnen unsere Kultur und Re⸗ ligion anzubieten?— Ja! Gerade das stürmische Ver⸗ langen der Eingeborenen nach der Rückkehr der deut⸗ schen Missionen zeigt das. Wir Deutschen haben ihnen etwas zu geben. Und wir können es gerade durch die Mission, die jetzt wieder auf alle ihre Arbeitsfelder zurückgerufen wird. Wir dürfen darin eine göttliche Fügung erblicken, daß uns Deutschen dadurch Gelegen— heit gegeben ist, der Welt zu zeigen, daß wir nicht ein Volk von lauter Hunnen und Barbaren sind, sondern hohe ideale Güter zu vermitteln haben. So kann ge⸗ rade durch die Mission unser Volk wieder zu Achtung und Ansehen gebracht werden in der Welt. Der Besuch jener Ausstellung, die uns auch mit der Art und Ar⸗ beitsweise der deutschen Mission vertraut macht, kann nur wärmstens empfohlen werden.
Blumenhaus Diet
Seltersweg 38 Gloßen Fernsprecher 13
Größtes Spezialgeschäft Oberhessens Se Vermittlung von Blumenspenden nach allen Orten Deutschlands. Prompte u. reelle Bedienung. 18 Jahre alt,
sucht Stellung.....
Zu erfre eee 7 2 2 935 Heusch 4 Bienen- Schleu- Evangelische
Nidda, Kirchstraße 4. olig der-, gart. rein, unterstützt uns evang.
: beste Qual., 10 Pfd.-J Buchhandlung durch
Anzeigen, bee 100 u ies u. Bestellung v Büchern
J 8 een! Liodenplüte 12 Mark, u. Zeitschriften. Jeste
in mein. Zeitschriften halbe 6 M. und 7 N.] Bestellungen von 2.—
veröffentlicht, werden tranko, Nachn. 50 Pig] Mk. an werden post⸗ in mehr als frei ausgeführt.
100 Orten eg aal Mariburgbuchholg.
Miete Rietberg 50, in Westf. Mainz, Emmeranstraße 9.
Alt. mäochen v. Lande sucht Stellung als
Abeinmädchen
in bürgerl. Haushalt. Offerten unter G. 1234 an die Exped. dies. Bl.
Ein junger
Keugeigergeselle
66 1
von der Leitung zum Ausdruck gebracht wurde, sind sie von der
t lb. lie
fac
i ie
fc
U A on a lle fra e Sal dem
nd


