ligen und gangbaren Weg zeigt heute die Deutsche Evan⸗ gelische Heimstättengesellschaft. Sie geht aus vom Zentral⸗Ausschluß für Innere Mission der Deutschen bvangelischen Kirche, dem sich noch andere gleichgerich— tete Organisationen angeschlossen haben. Das wirt⸗ schaftliche Fundament dieser Heimstättengesellschaft ist aufs beste geprüft, eng angelehnt an die Hilfskasse ge— n meinnütziger Wohlfahrtseinrichtungen Deutschlands 6. m. b. H., welche eine bankmäßige sichere Anlage der eingezahlten Sparbeträge gewährleistet.
Also um Sparbeträge derer, die bauen wollen, handelt es sich. Zunächst ist festzustellen, daß im Zeichen der Zwangsmiete und der Wohnungsämter der Staat wesentlich an die Finanzierung der Neubautätigkeit be⸗ leiligt ist. So stehen dem Einzelnen staatliche Bau⸗ gelder(Hauszinssteuer-Hypotheken, Arbeitgeberzuschüsse, Wohnungsfürsorgeverbände usw. beim Bau eines Eigenheims zur Verfügung. Das, was fehlt, sind die sogenannten Restbaugelder, die flüssigen Mitteln für die Bauenden. Diese muß der Bauende selbst auf⸗ bringen, und damit er es kann, sparen; ein zweckmäßiges Sparen und möglichstes baldiges Bauenkönnen will die Bausparkasse der Deutschen Evangelischen Heimstätten—
gesellschaft vermitteln.
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10 Sie arbeitet mit geschlossener Gruppe. Die Sparer a, werden zu einzelnen Gruppen zusammengefaßt, welche 0 nicht erweitert werden können. Alle Gelder, die eine
Jom solche Gruppe aufbringt, kommen mit den entsprechen⸗ e den Zinsgewinnen nur dieser Gruppe zugut. Praktisch 1 besehen, ist der Weg folgender:
, Jeder, der zu einem Eigenheim kommen will, gen, schließt mit der Deutschen Evangelischen Heimstätten⸗ han gesellschaft einen Bausparvertrag in der von ihm ge⸗ a wünschten Höhe ab. Etwa 80 bis 100 Bausparer bilden
i eine Gruppe, die geschlossen in sich bleibt. Durch das Los le wird entschieden, wer zuerst bauen kann. Der einzelne lb, Bausparer zahlt nach Abschluß des Vertrages jährlich
Sin 5 Prozent in monatlichen, vierteljährlichen oder halb⸗ den jährlichen Raten ein. Für diese Einzahlung vergütet hie. die Gesellschaft nach dem 1. Jahre 3 Prozent Zinsen. m. Bekommt er sein Darlehen, was schon nach einem halben e Jahr möglich ist, so hat er dieses mit? Prozent jährlich Kit zu verzinsen, von denen 5 Prozent als Verzinsung der län, jeweiligen Schuld, der Rest als Tilgung gelten. Aus lit jeder Gruppe erhalten anfangs jährlich 6—8 Prozent, hole später 10—12 Prozent ihr Darlehen. Der letzte einer Se Gruppe erhält sein Darlehen nach 15½ Jahren, d. h. zu fü dem Zeitpunkt, wo durch seine eigene Spartätigkeit seine ein, Sparsumme erreicht ist. Wer früher sein Darlehen er⸗ Cu, hält, hat eine größere Schuld zu verzinsen und zu tilgen; für den, der später sein Darlehen erhält, erniedrigt sich inn diese Schuld. Es darf hier hervorgehoben werden, in wel⸗ M. cher Beziehung sich die Bausparkasse der Deutschen Evan⸗ n gelischen Heimstättengesellschaft von anderen ähnlichen cl. Unternehmungen unterscheidet.
uch. Sie arbeitet mit geschlossener Gruppe; das bedeutet
id sit Ausschaltung des Klante-Systems, genaue Aebersicht
raue“ über die Verpflichtungen und Versprechungen der Gesellschaft.
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Alle Eingänge und Einnahmen kommen restlos nach
Maßgabe des Finanzierungsplanes der einzelnen
Gruppen den Bausparern zugute. Zur Deckung der
Verwaltungsunkosten der Gesellschaft wird ein ge⸗
ringerer Beitrag zugleich mit den Einzahlungen er⸗
hoben.
3. Die eingezahlten Gelder werden bankmäßig ver⸗ waltet.
4. Die Bausparer können jederzeit in ihre Gruppen⸗
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aufstellungen Einsicht nehmen und vierteljährlich den Bausparvertrag ohne Schaden kündigen.
5. Die Bausparkasse der Deutschen Evangelischen Heim—⸗ stättengesellschaft, Berlin N. 24, Oranienburgstraße 13/14, ist nicht von der Zahl der Mitglieder ab— hängig, oder von der Menge der jeweils neu hin— zutretenden Bausparer, wie das bei anderen Unter⸗ nehmungen der Fall ist. Hierdurch ist die absolute Gewähr dafür gegeben, daß die Gesellschaft imstande ist, ihre Versprechungen zu halten, ganz abgesehen davon, daß schon die Namen der Gesellschafter der Deutschen Evangelischen Heimstättengesellschaft für einen dementsprechenden inneren Aufbau des Unter— nehmens bürgen.
Die Geschäftsstelle des Hessischen Landesvereins für Innere Mission, Darmstadt, Bismarckstraße 58, hat eine Auskunftsstelle der Deutschen Evangelischen Heim⸗ stättengesellschaft errichtet und bittet alle interessierten Personen und Organisationen, sich hier mit Rat dienen zu lassen. N. V.
Aus Politik und Parlament.
Zur ultramontanen Zerbröckelung des Staatsgedankens.
Man schreibt uns aus einer kleinen Stadt in der Nähe von Halle:„Der hiesige katholische Kaplan X. hatte einen Polen kirchlich getraut, ohne daß zuvor die standesamtliche Eheschließung stattgefunden hatte. Der Pole verzog, wurde arbeitslos und verlangte nun die Arbeitslosenunterstützung für Verheiratete. Da er eine Heiratsurkunde nicht beibringen konnte, wurde nachgeforscht, und der oben geschilderte Tatbestand stellte
sich heraus. Der hiesige Bürgermeister als Polizeiver⸗ treter hat darauf den Kaplan vorgeladen und ihn da— rauf aufmerksam gemacht, daß er sich strafbar gemacht hätte. Der Kaplan erwiderte, das wüßte er, er würde alle Folgen tragen Für ihn wären aber nur die Gesetze seiner Kirche maßgebend, nicht die Staatsgesetze! So weit sind wir nun in Deutschland!“
Vom Kampf um die Wellanjthauung.
Römische Unduldsamkeit.
Ein typisches Beispiel römisch⸗katholischer Anduld⸗ samkeit bringt das„Evangelische Gemeindeblatt für die deutschen evangelischen Gemeinden in der Tschechoslowa⸗ kei“, Nr. 9. Darnach fand am 5. September in Böh⸗ misch⸗Leipa eine Tagung der Heimatsöhne statt, bei der am Festabend der dazu aufgeforderte evangelische Pfar⸗ rer Dr. Rieger-Haida die Festrede, die Ansprache am Kriegerdenkmal ein anderer Herr aus Teschen hielt. Darob erboste sich hinter den Kulissen das katholische Dekanalamt, wie es aus folgendem schönen Briefe her⸗ vorgeht:„Dem gefertigten Dekanalamte gelangte am gestrigen Tage(31. August) auf privatem Wege zur Kenntnis, daß der geehrte Ausschuß in Böhm. Leiva den Beschluß gefaßt habe, am Sonntag, dem 5. September, bei seiner Festfeier beim Kriegerdenkmale auf dem Platze vor der Kreuzkirche den Haidaer evangelischen Pfarrer Dr. Rieger die Fest⸗ und Gedenkrede des Tages halten zu lassen.— Von diesem Beschlusse aber ist das Dekanalamt vom geehrten Ausschusse in keiner Weise verständigt worden, obwohl dieses an der Sache äußerst interessiert ist. Das Dekanalamt ist bisher der Veranstaltung des obigen Tages in jeder Weise ent⸗ gegengekommen und hat wiederholt seinen Wunsch um Wohlgelingen der Feier geäußert. Ebenso war es be⸗ reit, an einem passenden Orte den Festgottesdienst hal⸗ ten zu lassen. Durch obigen Beschluß des Festausschusses ist aber die Abhaltung der heiligen Messe als Gedächt⸗ nisgottesdienst ganz verunmöglicht worden. Kein katho⸗ lischer Geistlicher wird sich herbeilassen, einen solchen zu halten, wenn ein nichtkothalischer Geistlicher auserkoren ist, im Anschlusse daran die Gedenkrede zu halten. Prin⸗
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Kolonialregierungen, Kolonialinstituten, Universitäten, Colleges usw. an den Verhandlungen teil, unter ihnen Gouverneure und Staatssekretäre, Mitglieder des Völkerbundes, Direktoren von Kolonial- und Forschungsinstituten und andere Sachverständige in afrikanischen Fragen.
Alle waren sich einig darüber, daß der heutige Afrikaner von eeinem Rassen⸗ und Nationalgefühl beseelt sei, das seinesgleichen sucht. Wissensdrang und Bildungsstreben sind bei ihm in einem solchen Maße erwacht, daß er nicht schnell genug sich abendlän⸗ bisches Wissen aneignen kann. Und die ganzen Verhandlungen zeigten, daß den Teilnehmern völlig klar war, daß es heute gelte, dem Afrikaner auf dem Boden zu begegnen, auf dem er stehe, lebe und rede. Darum komme es auf eine genaue Kenntnis der Pfsychologie des Afrikaners an. Dieser wurzelt noch tief im Animismus, und er hört infolgedessen leicht auf die Kunde vom allmächtigen Gott“, ihm müsse aber der Gott der Liebe beson⸗ bers nahegebracht werden. Die afrikanische Frau werde durch Freundschafts⸗ und Liebesbeweise durch reines Familienleben durch gute Literatur, durch Erziehungsanstalten usw. vom Christent em angezogen— Eine große Schwierigkeit bedemet, wie auch don Einzeborenen-Lertretern betont wurde das Loben und Handeln des„christlichen“ Ausländers, wodurch der Afri⸗ a laner der Religion, die der Missionar bringt, skeptisch gegen⸗
überstehe.— Eine weitere Schwierigkeit ist, zu entscheiden, was nan als zu duldende Volksbräuche beibehalten dürfe. Nicht 1 nit Unrecht hat Simon erklärt, daß der Animismus den Islam
überwunden habe, diese Gefahr könne vermieden werden, wenn nan die christlichen eingeborenen Aeltesten entscheiden lasse, velche Bräuche heidnisch und welche volksmäßig seien.— In der Erziehung müssen die Missionen und die Regierungen Hand in Hand gehen, da eine der beiden allein diese Frage nicht lösen önne, doch sei vor allem nicht zu vergessen, daß der Afrikaner
sondern man müsse ihm das Recht lassen, seine eigenen Anlagen zu entwickeln.— Inbezug auf die Rassenfrage: Schwarz⸗Weiß, müsse es heißen: Bei aller Verschiedenheit Identität!
Die deutschen Vertreter auf der bedeutsamen Konferenz wa⸗ ren: Miss. Dir. D. Schlunk(Nordd. Miss. Ges. und Direktor des Deutsch. Evang. Missionsbundes), Bischof D. Hennig(Brüderge⸗ meinde), Miss. Dir. D. Knak und Miss. Superint. Medepohl (Berliner Mission), Missionar P Meisenholl und Missionar P. Weber(Rhein. Mission), Missionar D. Johannsen und Miss. Insp. Trittelvitz(Bethel Mission), Miss. P. Jehle(Basler Mission), Miss. J. Enderlin(Sudan⸗Pionier⸗Mission). Außer⸗ dem die Berliner Professoren D. Richter und Dr. Westermann, der neu gewählte Direktor des neu errichteten Internationalen Instituts für aseikanische Sprachen und Volkskunde.
Wie gewinnen wir mehr Schwestern für den Dienst der Barmherzigkeit?
Ueber dieses Thema sprach am 30. September in der Herbst⸗ versammlung des Landesverbandes evangelisch-kirchlicher Frauenvereine, der jetzt 160 Ortsvereine umfaßt, Schwester Karoline von den Bodelschwingschen Anstalten. Zuerst wurden die schädlichen Folgen des Schwesternmangels dargelegt; für die Schwestern selbst: Ueberbürdung und vorzeitige Verbrauchtheit; auch Schwestern brauchen Zeit zum Essen und zum Schlafen, be⸗ sonders nach einer Reihe von Nachtwachen; für das Mutterhaus: Aufgabe von wichtigen und liebgewordenen Stationen; für die Gemeinden: Unmöglichkeit, für notwendige Arbeit und für wich⸗ tige Posten Schwestern zu bekommen. DerüUrsachen des Schwe⸗ sternmangels sind viele. Namentlich die Mutterhausdiakonie leidet unter Abneigung und Vorurteilen. Ein Gelübde auf Le⸗ benszeit gibt es nicht, der Austritt steht jederzeit frei. Doch
ein„gemütvoller Mensch“ sei. Der Afrikaner dürfe nicht angli⸗ iert werden, betonte Macgregor von der Schottischen Freikirche,
kann man von einem Menschen, der diesen Beruf zu seinem
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zipielle Gründe lassen dieses nicht zu. Zudem muß der katholische Priester im gegebenen Falle Rücksicht nehmen auf die überwältigend große Zahl der katholischen Fest⸗ teilnehmer, denen man zumutet, vor einer katholischen Kirche einen evangelischen Pastor als Festredner an⸗ hören zu müssen. Ferner erlaubt sich das Dekanalamt auf folgenden Umstand aufmerksam zu machen, den der geehrte Ausschuß übersehen zu haben scheint. Die An⸗ lagen, woselbst das Kriegerdenkmal steht, sind gänzlich Eigentum der Kirche zum hl. Kreuz. Als seinerzeit das Komitee zur Errichtung des Kriegerdenkmales um Er⸗ laubnis zur Aufstellung desselben ansuchte, so hat die römisch⸗katholische Kirchenverwaltung in bereitwillig⸗ ster Weise jene zugestanden. Sie hat aber in keiner Weise die Erlaubnis gegeben, daß auf ihrem Grund und Boden bei einer eventuellen Gedenkfeier, welcher Art immer, von einem nichtkatholischen Geistlichen die Fesirede gehalten werden könne. Das Dekanalamt legt deshalb gegen die beabsichtigte Gedenkrede eines nicht⸗ katholischen Geistlichen an obiger Stelle seine Verwah⸗ rung ein. Gleichzeitig spricht es sein Bedauern über obigen Zwischenfall aus, lehnt aber jede Verantwor⸗ tung hierfür vollständig ab.“— Wie würde es den Evangelischen gehen, wenn solche katholische Engherzig⸗ keit alleinherrschend wäre?!
Bei den Seelenfängern in Thüringen.
Unter dieser Ueberschrift berichtet die D. E. K. aus Jhüringen folgendes Vorkommnis, das als ein Zeit⸗ und Kulturdokument recht bemerkenswert ist. Ort der Handlung: Eine größere Stadt Thüringens. Perso⸗ nen: Ein evangelisches Ehepaar in schwieriger Wirt⸗ schaftslage— die Frau aus bester Familie— mit zwei hochbegabten Knaben im Alter von 7 und 8 Jahren. Milieu: Neben der wirtschaftlichen Not sehr unerfreu⸗ liche Familienverhältnisse. Die Handlung: Von katho⸗ lischer Seite tritt man an die Frau heran und bearbei⸗ tet sie, ihre Kinder katholisch werden zu lassen und in eine katholische Erziehungsanstalt zu geben. Der Erfolg ist ein Brief an den Gatten:„Ich möchte dich doch bit⸗ ten, mir umgehend eine Bescheinigung zu schicken, daß du einverstanden bist, wenn unsere Kinder katholisch werden. Die Kinder haben dann alle Möglichkeiten für eine gute Unterkunft und da die katholische Kirche über glänzende Internate verfügt, stehen den Jungen alle Bildungswege, die wir beide ihnen nicht bieten können, frei. Ich habe mir diesen Schritt schwer über⸗ legt und denke, daß du deinen Kindern den Weg zum kommen nicht verweigern wirst. Auch bitte ich dich, so⸗ fort an das argentinische Konsulat zu schreiben. Die nehmen Leute und ganze Familien drüben an und das Konsulat schickt alle nötigen Formulare nur. Ich er⸗ warte deine Antwort für die Jungen als Geschenk zum 5. Sonntag.“
Der Vater lehnt das Ansinnen ab. Narauf wird er von römischer Seite— Konvertitin— bearbeitet, doch die Einwilligung zu geben, da seine Frau unter den momentanen Umständen Schwierigkeiten kaum machen werde. Zugleich wird eine Zusammenkunft vorge⸗ schlagen, wo man die väterliche Einwilligung gleich mit— nehmen könne. Die Zusammenkunft hat vor Zeugen stattgefunden. Die Verhandlungen aber haben sich— die katholische Mittelsperson hatte die nötigen Schrift⸗ stücke offenbar fertig in der Tasche— zerschlagen, die Kinder sind in einer evangelischen Erziehungsanstalt untergebracht worden. Das Ganze aber, und das ist der springende Punkt, ist heute im Herzen des evange⸗ lischen Deutschlands möglich, wo neben 1 400 000 Pro⸗ testanten nur 40 000 Katholiken gezählt werden.
Der Bonifatiusverein— ein Verein zur Katholisierung Andersgläubiger.
In evangelischen Kreisen besteht vielfach die falsche Ansicht,
der Bonifatiusverein sei ein katholisches Gegenstück zum evange⸗
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Lebensberuf gemacht hat, naturgemüß erwarten, daß er sich ihm auch auf die Dauer des Lebens widmet, abgesehen von triftigen Gründen zum Austritt. Für selbständige Naturen ist der Schwe⸗ sterndienst eine Erziehung zur Selbstüberwindung und Anter⸗ ordnung. Nur wer nicht dienen gelernt hat, kann dann auch recht herrschen. Für weiche Naturen ist der Schwesternberuf eine Erziehung zur selbständigen Persönlichkeit. Allzu Selbständige und allzu Unselbständige mögen sich fern halten. Daß hier soge⸗ nannte Gebildete mit solchen aus niederen Sichten zusammen⸗ leben und zusammenarbeiten, sollte man in unserem gespaltenen Tolk als eine soziale Tat ersten Ranges anerkennen und fördern. Daß die Bezahlung zu gering sei? Aber die Diakonisse arbeitet überhaupt nicht um Lohn. Ihr Lohn ist, daß sie darf. Und wie gut ist sie versorgt in Krankheit und im Alter. Der Hauptgrund des Schwesternmangels aber liegt im Zeitgeist, dem Dienst und Opfer fremd geworden ist, auch im Widerstand der Eltern, die das Streben der Tochter nicht verstehen. Denn in der neuesten Jugend regt sich wieder der Trieb zu Dienst und Opfer. Aber gerade in den Diakonissendienst mögen nur solche treten, die des göttlichen Rufs gewiß sind. In der Diskussion bezeichnete Pfr. Hickel den Stand der Diakonin als das Manometer für die Leistungsfähigkeit und Lebendigkeit der Kirche. Der Hauptgrund des Schwesternmangels sei die Abneigung gegen Diszilin und Zucht. Als freiere Form empfahl er die Einrichtung der„Luther⸗ Röschen“. In sechsmonatlichem Kursus erhalten junge Mädchen unentgeltlich im hiesigen Diakonissenhaus theoretische und prak⸗ tische Ausbildung zu ihrer eigenen weiteren freien Verfügung Sie helfen da vorübergehend in ihrer eigenen Familie, in der Gemeindepflege oder auf anderen Gebieten des Mutterhauses. Direktor Dreves von der Inneren Mission betonte, daß zuerst der Boden bereitet werden muß dadurch, daß der Geist des Dienens und Opferns in unsere Gemeinde hineingebracht wird, besonders auch durch die Frauenvereine. *
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