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Sonnabend, den 23. Januar 1926.
„Evangelische Warte“
dringend ersucht, mit möglichster Beschleunigung wieder zu einer Feststellung der tatsächlich entrichteten und ab⸗ geführten Lohnabzüge zu schreiten. Der genannte Reichs⸗ minister ist darauf hingewiesen worden, daß das nun⸗ mehr mehrere Jahre geltende System der Pauschbeträge im Laufe der Jahre unerträglich geworden sei. Die Kirchen könnten angesichts ihrer überaus bedenklichen wirtschaftlichen Lage weder den Minderertrag der Kir⸗ chensteuereingänge länger hinnehmen, den die Pausch⸗ beträge als ein fiktive Reichseinkommensteuer mit sich bringen, noch lasse sich das Kirchenvolk die in jeder Pauschalierung liegende Willkür länger gefallen, es überflute vielmehr die Steuerbehörden mit Einsprüchen gegen die unsozial, ungerecht und verbitternd wirkenden Pauschbeträge. Durch die neuen Durchführungsbestim⸗ mungen über den Lohnabzug vom Arbeitslohn sei bei den Landeskirchen die bestimmte Hoffnung erweckt wor⸗ den, daß die Reichsfinanzbehörden nach Befestigung der Währung sich nunmehr ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Feststellung der Lohnabzüge nicht mehr entziehen würden. Es gehe nicht an, daß die kirchlichen Interessen, die in diesem Falle nicht unterschätzt werden dürften, auch fernerhin hinter die wirtschaftlichen Wünsche zu⸗ rückgestellt würden. Der Reichsfinanzminister ist um eine baldige Mitteilung seines Standpunktes gebeten worden.
Das goldene Tor zum Sonntag.
Die Westfälische Provinzialsynode hat ein förm⸗ liches Kirchengesetz erlassen, das erste auf Grund der neuen Kirchenverfassung, durch das ganz allgemein die Vornahme von Trauungen am Sonnabend oder am Vorabend von Festtagen verboten wird. Dadurch soll dem Uebelstand abgeholfen werden, daß Hochzeits⸗ feiern bis in die Morgenstunden des Sonntags ausge⸗ dehnt werden.
Die Brandenburgische Synode hat an die staatlichen Instanzen das Ersuchen gerichtet, im Einklang mit Art. 139 R.⸗V.
1. den Polizeiorganen die strengste Durchfüh⸗ rung der schon vorhandenen behördlichen Bestim⸗ mungen über Sonntagsheiligung zur Pflicht zu machen,
2. den öffentlichen Umzug von Vereinen oder Gesellschaften sowie jede Art von Musik oder Lärm auf den Straßen während der gottesdienstlichen Zei⸗ ten durch energische polizeiliche Maßnahmen unmög⸗ lich zu machen,
3. die Polizeistunde für die Sonnabend⸗Abende je nach der Lage der Verhältnisse, aber spätestens auf 12 Uhr festzusetzen und unbedingt durchführen zu lassen.
Sie hat ferner den Kreisen der Wirtschaft nahe⸗ gelegt, alles zu tun, daß die werktätige christliche Be⸗ völkerung des Segens der Sonntagsruhe teilhaftig werde.
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Konkordats vorbereitungen in Preußen. Universitätsprofessor Dr. Friedrich Heyer ist von der juri⸗ stischen Fakultät der Universität Breslau vom Minister für das Wintersemester 1925/26 beurlaubt und beauftragt worden, an den Verhandlungen im Ministerium zur Vorbereitung des preu⸗ ßischen Konkordats mitzuarbeiten.
Was jeder Evangelijche wiisen muß.
Jetzt werden die evangelischen Volksschullehrer angebettelt.
Hochwürden Pater Remigius Schulte O. F. M. beabsichtigt, zu Kelkheim im Taunus ein Exer⸗ zitienhaus zu bauen. Zu diesem Zweck hält er es für geschmackvoll, sich auch an evangelische Volksschul⸗ lehrer zu wenden. Er stellt sich mittels gedruckten Briefes dem„sehr geehrten Herrn Lehrer, lieben Kol— legen und Freunde“ als„Kollege“ vor, den die Tätig leit als Lehrer„sehr befriedigt“ habe usw. Zahlkarte, Briefumschlag, Werbeheft und Mitgliedskarte der Baugemeinschaft für besagtes Exerzitienhaus liegt dem
Briefe bei, der unter anderem bittet, dem Pater wenigstens einige gute Adressen aufzuschreiben.„Ihr
der deutschen Erdbeschreibung und wird es immer bleiben, so— lange die Schriftsprache in der Erteilung dieser Benennung von dem unrichtigen Gesichtspunkt ausgeht, daß er aus Wettergau entstanden sei. Auch Wenck hat diesen Irrtum aufs neue mit seinem Ansehen bestätigt. Den Beweis, daß es ein Irrtum sei, kann ich hier nicht vorlegen, ohne mich künftig auf eine unange— nehme Art wiederholen zu müssen; und die Grenzbestimmung der eigentlichen und einzigen Wetterau fordert eine ganz eigene geographische Abhandlung. Um einem, dem Leser gleich mir un— angehmen Mißverständnis vorzubeugen, sehe ich mich aber ge— nötigt, wenn auch nur ganz kurz, anzugeben, welches die Be— sitzungen des Landgrafen von Hessen in der Wetterau sind. Sie zerfallen in die älteren und in die durch die neuliche Entschädi— gung erworbenen Landesteile.
A. Aeltere:
1. Das ganze Amt Binge nheim. Auf einem Flächen- inhalt von nicht vollen fünf Viertel Zuadratmeilen zählt es 4430 Einwohner, wovon dem einzigen Dorf Echzel 1213 ange— hören. Vergleicht man diese Angaben des Flächeninhalts und der Seelenzahl, setzt man hinzu, daß von hier der Getreidebe— darf für zwei Drittel soviel Menschen ausgeführt wird, als deren hier wohnen, und daß man dem ungeachtet noch immer die ge— rechteste Ursache habe, über die den Bebauern eines solchen Bo— dens fehlende Industrie zu klagen, so erhielt nicht nur, daß es das furchtbarste Amt des ganzen Landes, sondern überhaupt eines der furchtbarsten Fleckchen von ganz Deutschland sein müsse. Am einträglichsten ist die Kultur in den Dörfern Get— tenau und Leidhecken, am schlechtesten ist sie in Berstadt.
Name wird selbstverständlich nicht genannt.“ Eine Empfehlung des Bischofs von Limburg, Dr. Augusti⸗ nus, ist beigedruckt. Der katholische Charakter der Unternehmung ist diesmal— das muß heutzutage hervorgehoben werden— nicht verschwiegen.
2.
Die evangelische Kirche in Bayern.
In der„Fränkischen Wacht“ heißt es:„In der letz⸗ ten Zeit mehren sich die Fälle, daß bei der Erledigung kleinerer evangelischer Landpfarreien die bayerische Staatsregierung einen starken Druck auf den Landeskirchenrat ausübt, und ihn zu zwingen sucht, solche Pfarrstellen nicht mehr zu besetzen. Der baye—⸗ rische Staat hätte dabei einen doppelten Vorteil: erstens fiele der Staatszuschuß, den er an die Pfarrer der aufzuhebenden Pfarreien zu leisten hatte, weg; zweitens würde das Einkommen der erledigten Pfründe dem Pfarrer der neuzubildenden Doppelpfarxei zufal⸗ len und der Staat könnte ihm um eben diese Summe weniger Staatszuschuß geben. Diese Versuche der Staatsregierung, die evangelische Kirche in Bayern zwangsweise abzubauen, verdienen die schärfste Auf⸗ merksamkeit des ganzen Protestantismus. Es handelt sich vorzugsweise um Pfarreien im Fränkischen und Schwäbischen, die dem Abbau verfallen sollen, d. h. um Pfarreien in den alten Markgrafschaften Ansbach⸗ Bayreuth, im Oettingischen, im Gebiet einiger Reichs— städte u. dgl.“
Das oben genannte Blatt schreibt dazu weiter: „Wir sind ein volles Drittel der Bevölkerung Bayerns, und rund die Hälfte der Steuereinnahmen wird von uns aufgebracht. Kann der bayerische Staat es sich leisten, an die katholische Kirche solche Summen, wie sie im Konkordat vereinbart sind, zu zahlen, kann er ihren Bischöfen eine Realfundation in Aussicht stellen, die rund die Hälfte der bayerischen Staatswaldungen kosten würde, kann er an sieben katholischen Lyzeen für ganze 638 Studierende 85 Dozenten besolden, kann er an die bischöflichen Knabenseminare Zuschüsse leisten— während er sich noch immer weigert, den protestanti⸗ schen Alumnen in Ansbach und Regensburg ihren fundationsmäßigen Staatszuschuß von ganzen 9945 f. für Ansbach und 2060 f für Regensburg zu reichen,— dann kann er auch seinen Pflichten gegen die evange⸗
lische Kirche nachkommen.“ 4
Bezüglich der Kultur⸗ und Schulpolitik hat der sozialdemokratische Parteitag in Heidelberg (1925) folgendes Programm beschlossen:
„Die Sozialdemokratische Partei exstrebt die Auf— hebung des Bildungsprivileg für die Besitzenden.
Erziehung, Schulung und Forschung sind öffentliche Angelegenheiten; ihre Durchführung ist durch öffent— liche Mittel und Einrichtungen sicherzustellen. Anent⸗ geltlichkeit des Unterrichts, der Lehr⸗ und Lernmittel, wirtschaftliche Versorgung der Lernenden.
Die öffentlichen Einrichtungen für Erziehung, Schulung, Bildung und Forschung sind weltlich. Jede öffentlich-rechtliche Einflußnahme von Kirche, Reli⸗ gions⸗ und Weltanschauungsgemeinschaften auf diese Einrichtungen ist zu bekämpfen. Trennung von Staat und Kirche, Trennung von Schule und Kirche, weltliche Volls⸗ und Hochschulen. Keine Aufwendung aus öffentlichen Mitteln für kirchliche und religiöse Zwecke.
Einheitlicher Aufbau des Schulwesens, Herstellung engster Beziehungen zwischen Werkarbeit und geistiger Arbeit auf allen Stufen.
Gemeinsame Erziehung beider Geschlechter durch eide Geschlechter.
Einheitliche Lehrerbildung auf Hochschulen.“
„Die Schulfrage“.
Man setzte schon einmal Gott ab als Volksganzes. Es war dieses in der französischen Revolution, und man schaffte auch die von Gott eingesetzte Woche ab, und man mußte erkennen, ohne diese göttliche Ordnung geht es doch nicht. Die Freiheitsgöttin ist, wie die Geschichte berichtet, zugrunde gegangen, niemand hat mehr nach ihr gefragt, und auch die Franzosen haben wieder eine
2. Das Amt Oberrosbach. zählt, mit dem vorigen ver glichen, auf einem an sich kleineren Flächenraum 1284 Seelen. Der Boden ist hier zwar lange nicht so gut wie in dem Amt Bingenheim, aber man darf dennoch getrost sagen, er ist bei weitem besser als die, die ihn bauen. Betritt man ihn mit einigen landwirtschaftlichen Kenntnissen, fragt man sich dann, was dieses Amt ist, und was es sein könnte, so findet man sich von einem gewissen Unwillen ergriffen. Man kann es nicht ver⸗ schweigen, daß der bei weitem zu viel sagt, der dem Krieg allein eine Schuld beimessen will, die mehr als zur Hälfte auf Rech—⸗ nung der Einwohner und auf die einiger kürzlich Verstorbenen kommt. Möchten doch etliche reichen Leute die Gelegenheit nutzen, nach welcher sie jetzt daselbst den Morgen immer noch im Durchschnitt sehr guten Landes um 50 Gulden erkaufen und ihn also zur Hälfte geschenkt bekommen können. Möchten sie dann auswärtige Pächter hinsetzen und den dortigen Bauern, wenn auch auf ihre Unkosten, die Augen öffnen lassen. Neuere An⸗ stalten sollten doch den früher fast ganz gesunkenen Kredit dieses Amtes wieder einigermaßen zu heben beginnen.
3. Das Amt Butzbach und Philippseck wird zwar gemeinig⸗ lich zu der Wetterau gerechnet. Indessen muß ich es vermöge der Grundsätze, nach welchen ich die Grenzen derselben ziehe, von ihr ausschließen, selbst die dazugehörigen Dörfer Ostheim und Hochweisel nicht ausgenommen. Man findet hier keinen Wet⸗ terauer Boden und also auch keine eigentlichen Wetterauer Bauern mehr. Zwar liegt das Städtchen Butzbach selbst(Ein⸗ wohner: 2042) samt einem großen Teis seiner Gemarkung inner⸗ halb des mehrgedachten Distrikts. Indessen haben die starke
Passage, eine Folge des Zusammentreffens zweier Hauptstraßen
rikas ist ein —— 1
Nr. 4.
Woche von sieben Tagen: Es heißt Sprüche 14, 34:„Ge⸗
rechtigkeit erhöhet ein Volk; aber die Sünde(lauch die Nichtanerkennung Gottes und seiner eingesetzten An⸗ ordnungen) ist der Leute Verderben. M. K.
2—
Vorwärts heißt die Parole
Rüstig schreitet bereits das neue Jahr aus. Die Zeit, um rückwärts zu schauen, ist vorbei.„Vorwärts“ heißt die Parole. Die Zeit drängt und schiebt, ob du mitgehen willst oder nicht. Mag auch aller Anfang schwer sein und magst du auch zaubernd und zagend, überlegend und träumend dastehen, die Tage eilen dahin, sie warten auf niemanden. Die Zeit rast und jagt, wie unsere Erde um die Sonne jagt.
Wer unverzagt und unverdrossen sein Werk beginnt, der hat das erste Mittel zum Erfolg in der Hand. Andere fangen wohl auch frisch und mutig an, aber nach einiger Zeit schon bleiben sie in den Anfängen stecken, weil ihre Kraft erlahmt. Wer aber im Anfang seinen festen unbeugsamen Willen vor jede Tat setzt, diesen Willen täglich stärkt und an sein Werk glaubt, der hat das größte Arbeitsgeheimnis entdeckt. Im Anfang war nicht die Tat, sondern der Wille.—
So fangen auch wir an! Neues Jahr mit neuem Anfang, neuem Anfang, neues Jahr zu neuem Schaffen, neues Jahr und neue Arbeit und neues Glück.
Wie viel Schönes und Großes könnte auf dieser Welt noch geschaffen werden, wenn ein Wille dazu vorhanden wäre. Wie⸗ viel gesunde Kraft bleibt unverbraucht, weil der Wille zur Tat fehlt. Der Geist des Menschen hat längst das Ziel schon erreicht, wirft alle Hindernisse beiseite, klügelt vom Anfang bis zum Ende das Werk zum Erfolg durch, bis der Wille einzusetzen hat, um den Anfang zur Tat zu machen. Dann zaubert der Mensch, überlegt, wartet, läßt die Zeit jagen und das Werk bleibt unbe⸗ gonnen. Manch' schöner Plan am Morgen ist aufgegeben, ehe der Abend kommt.
Solche Menschen hadern dann mit Gott und der Welt und denken nicht daran, daß alle Schuld sie selber trifft, weil sie Schwächlinge sind, die stark wohl sind in ihren Träumen, aber schwach im Wollen.
So mache es dir zum Jahresanfang zum Grundsatz, alle Arbeit und jedes Werk ruhig und klar zu überlegen, stell' das Wollen an den Anfang zur Tat, stähle an jedem Morgen den Willen zur Tat, meistere die ersten Hindernisse, denke, daß ein großes Werk seines Schweißes wert ist, und dann wirst du zum Ziele kommen.
Aller Anfang ist schwer. halb gewonnen.
gNairche und Polillt in Amerika.
Am 24. Oktober überreichte eine Abordnung des Federal Council dem amerikanischen Staatssekretär Kellogg eine offizielle Erklärung des amerikanischen Kirchenbundes über die Krise in China. Die Ereignisse in Schanghai haben die nationale Bewegung plötzlich zum Auflodern gebracht. Die Chinesen ver— langen, daß jene Verträge abgeschafft und dem Lande völlige Autonomie gewährt werde. Insbeson⸗ dere sollen die fremden Gerichtshöfe abgeschafft werden, die bisher zuständig sind für Rechtsfälle, in denen Fremde beteiligt sind. Chinesische Gerichte, zunächst mit Zuziehung fremder juristischer Sachverständiger, sollen fortan die Gerichtsbarkeit auch über die Fremden aus⸗ üben dürfen. Eine zweite Forderung geht auf Ab⸗ schaffung des Systems der Zollkontrolle durch die frem⸗ den Mächte. China verlangt, daß es selber die Zölle reguliere, aber ist gewillt, in der Uebergangsperiode fremde Sachverständige zu verwenden. Der amerika⸗ nische Kirchenbund als Vertreter des amerikanischen Gesamtprotestantismus fordert nun die Regierung nach⸗ drücklichst dazu auf, an dieser internationalen Konferenz darauf hinzuwirken, daß China in seine vollen natio⸗ nalen Rechte eingesetzt werde. Der Kirchenbund erwar⸗ tet von der Regierung, daß sie die Politik des Wohl⸗ wollens und der Gerechtigkeit auch gegenüber China in vollem Maße anwende und u. U. selbständig vorgehe, um den Chinesen ihr Recht werden zu lassen.
Eine zweite bedeutsame Kundgebung des amerika⸗ nischen Kirchenbundes an die sämtlichen Kirchen Ame⸗ Apell, den Präsidenten Coolidge in dem
Was aber frisch gewagt wird, ist
aus dem nördlichen Deutschland nach Frankfurt, sowie verschie— dene daselbst angelegte Fabriken städtische Industrie die Rückwirkung des Bodens notwendig sehr schwächt, dem dortigen Geiste schon eine ganz andere Richtung gegeben. Die Charakteristik des Butzbachers glaube ich kurz etwa auf folgende Art geben zu müssen: Er ist anhaltend und mit Emsigkeit tätig; überall, wo die Ehre keinen Aufwand for— dert, wie z. B. bei Kindbetten und Schöffenschmäusen, fast ängstlich sparsam. Da es ihm neben dieser Sparsamkeit nicht an Unternehmungsgeist fehlt, so hat er die zweifache Anlage, von welchen jene sicherer, diese schneller zum Wohlstand führt. Er ist redlich, solid, religiös, in welch letzterer Hinsicht er jedoch noch zu viel an dem toten Buchstaben klebt. Er und die Haus⸗ frau, welche hier meistens die Herrschaft und selten die Dis— kretion(S Bescheidenheit) hat, sie doch mehr im Stillen zu üben, sind sittsam und erziehen in dieser löblichen Eigenschaft ihre Töchter mit einer in unseren Zeiten seltenen Strenge. Hiernächst ist er gegen Auswärtige leicht mißtrauisch, überhaupt rachsüchtig, gehässig; mehr heimlich als durch Prahlerei sichtbar eingebildet auf seine Wohlhabenheit und daher voll kleinlicher Bedenklichkeiten bei allem, was ihm etwa den Verdacht zu⸗ ziehen könne, daß er etwas vielleicht gar aus Not tue. Außer im Zorn ist er zwar nicht gerade grob, aber doch auch, wo ihn
und der Umstand, daß die
sein Geschäft nicht anspornt viel zu bequem, um nicht manche
sonst gewöhnliche Höflichkeitsbezeugung leicht außer Augen zu setzen. Dem Fremden, der ihn nicht besonders interessiert, dreht er weit lieber den Rücken, als daß er sich in die Gefahr begeben sollte, vor ihm seine hellweise Mütze abziehen und beschmutzen zu müssen. Es däucht mir, der Butzbacher habe einige Aehnlich⸗
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