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Sonnabend, den 22. Mai 1926.
Es ist gewiß nicht nötig, die Notwendigkeit und Be⸗ deutung einer evangelischen Zeitung, woran in Deutsch⸗ land gewiß kein Ueberfluß herrscht, ausführlich dar⸗ zulegen in einer Zeit, in der im Lande Luthers die evangelischen Belange offenkundig mit Füßen getreten werden, in der Zeit der Vorherrschaft Roms, in einer
Zeit gewaltiger Geisteskämpfe. Wir sind fest überzeugt,
daß das Erscheinen unserer Zeitung aufs freudigste be⸗
grüßt wird. Wir rechnen bestimmt auch auf tatkräftige
Unterstützung unseres Unternehmens und richten darum
an dich, lieber evangelischer Glaubensgenosse, die fol⸗
genden ebenso herzlichen wie dringenden Bitten:
1. In den Familien, in Freundes⸗ und Bekannten⸗ kreisen, in den christlichen Vereinen für die Zeitung eifrigst zu werben.
2. Vor allem dafür besorgt zu sein, daß die neue Zei⸗ tung von allen Gasthöfen des Ortes bezogen wird.
3. In Zukunft bei allen Anzeigen unsere Zeitung zu derücksichtigen, auch Freunde und bekannte um Be⸗ rücksichtigung bei Aufgabe von Anzeigen(Stellen⸗ gesuche usw.) zu bitten.
Die Bezugsgebühren der„Evangelischen Warte“ betragen monatlich nur 50 Pfennige durch die Post frei ins Haus. Probenummern in größerer Zahl können von dem Verlag in Gießen, Südanlage 21, be⸗ zogen werden.
Und nun noch eins: Die Evangelische Volksgemein⸗ schaft wird und darf sich nicht dem Gott Mammon ver⸗ kaufen. Wir müssen allein aus eigener Kraft unsere Bewegung halten, um völlig unabhängig und ehrlich allen schaffenden Ständen des deutschen Volkes dienen zu können. Wenn wir das nicht fertig bringen, dann können wir alle Hoffnung fahren lassen, daß jemals in den heutigen Zuständen eine Aenderung eintritt.
Evangelische Volksgenossen, wir vertrauen auf Euren evangelischen Opfersinn. Die Hoffnung derer, die da glauben, der Evangelischen Volksgemeinschaft bald ledig zu sein, weil sie sich nicht aus eigener Kraft halten könne, muß zu Schanden gemacht werden.
Es muß folgendes geschehen:
Der Mitgliedsbeitrag von mindestens 3,00 Mark muß umgehend bezahlt werden.
Die„Evangelische Warte“, die nur für rein evan⸗ gelische Interessen eintritt, muß in jedem evangelischen Haus gelesen und unterstützt werden.
Auch in unseren Reihen gibt es eine große Anzahl von Mitgliedern, die neben dem ordentlichen Beitrag von Zeit zu Zeit noch ein größeres Opfer bringen kön⸗ nen. Diese rufen wir hiermit noch einmal besonders zur tatkräftigen Anterstützung der Evangelischen Volks⸗ gemeinschaft auf.
Alle Beiträge bitten wir einzusenden auf das Konto der Evangelischen Volksgemeinschaft Nr. 593 bei der Bezirkssparkasse in Nidda(Postscheckkonto Frankfurt/ M. 8907). Beitrittserklärungen erbitten wir an die Reichs⸗ Geschäftsstelle in Oberlais(Oberhessen).
Die Gründung der Evangelischen Volksgemeinschaft
wird eine evangelische Tat, wenn jeder evangelische
Ehrist der neuen Bewegung beitritt, für sie wirbt, sie
eifrigst fördert. Tua res agitur— um Deine Sache
handelt es sich ja, lieber evangelischer Glaubensgenosse.
Darum auf zur Tat!
Tretet der Evangelischen Volksgemeinschaft bei!
e 11 8 für die Evangelische Volksgemein⸗
aft! 0 Lest und fördert die„Evangelische Warte“. Mit evangelischem Gruß!
Der engere Vorstand der Evangel. Volksgemeinschaft. Professor Niemann⸗ Gelsenkirchen, 1. Vorsitzender. Bürgermeister Völker⸗Lich, 2. Vorsitzender.
Pfarrer Weidner⸗Oberlais, Geschäftsführer.
Eine römische Falle!
Por einiger Zeit brachten verschiedene Zeitungen — auch die„Evangelische Warte“— einen Artikel, in dem die Rede war von den Plänen des Papstes für die „Zusammenfassung“ sämtlicher christlicher Kirchen der
Wer mich bokennel.
Von Erwin Gros. 9. Fortfetzung.
Hans Heeger aber schlug den Weg zum Obertor ein:„Was hatte das alles zu bedeuten?:— Er war samt seinem Meister und dessen Mutter bei Peter Kitz zum Mittagessen eingeladen. Dieser wollte dadurch seine Dankbarkeit bezeugen. Der Tisch war schon gedeckt, man hatte offenbar auf Hans schon gewartet.
„Nun,“ fragte Peter Kitz,„hat's wiederum Zank und Stank in der Kirche gegeben?“ Ehe aber Hans Heeger antworten konnte, sagte Frau Kitz? an der alles so behäbig rundlich war wie an ihrem Manne hager und eckig:„Alleweil wird von der Sache nichts geschwätzt. Meint ihr, ich hätte den ganzen Mor⸗ gen am Herd gestanden und gesotten und gebraten, damit ihr jetzt mir und euch das Essen verderbt? Wenn ihr nachher rund— herum satt seid, dann seid ihr gemütlicher; hungrige Leute ärgern sich zu sehr.“
Peter Michel brummte etwas in seinen Bart.
Die alte Mutter Vogelsberger aber sagte:„Deine Frau hat recht. Wenn du nicht so gallig wärst, wärst du auch nicht so dürr.“
„Siehst du, Peter,“ lachte Hans Vogelsberger,„die Weibs⸗ leute halten immer zusammen. Es ist gut, daß wir heute drei Mannskerle gegen die zwei Weibspersonen sind. Sonst wären wir ganz und gar verloren und müßten abscheulich kleine Bröt⸗ chen backen.
In fröhlicher Stimmung verlief das Mahl. Sorgsam schnitt Mutter Vogelsberger ihrem Sohne, der nur die linke Hand ge⸗ brauchen konnte, das Fleisch vor, und der Rotbart sagte lachend:
„Evangelische Warte“
Erde zu einer einheitlichen Weltkirche, oder offen gesagt: von den Plänen des Papstes für die bedingungslose Rückkehr der nichtkatholischen christlichen Kirchen, also auch der deutschen evangelischen Kirchen, in die Römisch⸗ Katholische. Etwas anderes kann ich mir wenigstens unter dieser„Zusammenfassung“ nicht vorstellen, denn eine Einigung, etwa auf einer mittleren Linie, ist ja doch im Hinblick auf die allgemein bekannte Unduldsam⸗ keit der alleinseligmachenden Kirche vollständig aus⸗ geschlossen. Wie auch in der s. Zt. im„Höchster Kreis⸗ blatt“ erschienenen Antwort auf diesen Artikel ganz richtig bemerkt wurde, genügt ja schon der Hinweis auf die Stockholmer Konferenz, an der teilzunehmen sich der Papst weigerte, trotzdem diese Konferenz noch nicht ein⸗ mal dogmatische Fragen berührte, um die Unmöglich⸗ keit einer solchen Einigung zu erkennen. Nun könnte man diesem Artikel, der geeignet ist, die öffentliche Meinung irrezuführen, stillschweigend„zu den Akten“ legen, wenn er nicht auch die Mitteilung enthielte, ein englischer protestantischer Bischof sei nach Rom gekom⸗ men, um diesem vom Papst geplanten Zusammenschluß der Kirchen die Wege zu ebnen, gewissermaßen im stillen Einvernehmen mit den in Frage kommenden Kirchen. Zunächst soll erreicht werden, daß auch die Protestanten das vom Papst neu eingeführte und auf den——— letzten Sonntag im Oktober eines jeden Jahres festge⸗ setzte Fest Christo Re als Kirchenfest anerkennen und mit⸗ feiern.„Wenn die protestantischen Kirchen sich tatsäch⸗ lich an der Feier des neuen Festes beteiligen sollten, so würde das einen großen Fortschritt(2) bedeuten und den Zusammenschluß der christlichen Kirchen näher⸗ rücken“, so heißt es wörtlich in dem Artikel.
Ist das nicht eine Dreistigkeit sondergleichen, eine Forderung, die mit aller Entschiedenheit zu⸗ rückgewiesen werden muß? Ausgerechnet den Ge⸗ burtstag der evangelischen Kirche, den Tag, an dem unser Dr. Martin Luther sein großes Lebenswerk be⸗ gann, hat man für das neue Fest, an welchem auch wir uns beteiligen sollen, ausgesucht? An diesem, für uns so bedeutungsvollen Tage soll der Anfang mit der Ver⸗ nichtung des Protestantismus gemacht werden? Das wagt uns eine Kirche zu bieten, die es im letzten Grunde dem großen Reformator zu verdanken hat, daß sie heute überhaupt noch religiöse Lebensmächte in sich trägt, eine Kirche, die ohne Luther in dumpfem Aberglauben, in heidnischer Welt⸗ und Sinnenfreudigkeit versunken und untergegangen wäre!
Offenbar hält man uns auf römischer Seite für so dumm, daß man uns eine derartige Falle stellen zu können glaubt oder man ist tatsächlich der Meinung, wir Evangelische des 20. Jahrhunderts wüßten den Wert der evangelischen Geistesfreiheit und des reinen Evan⸗ geliums nicht mehr zu schätzen. Mag die anglikanische Kirche, die schon seit langem mit Rom wieder lieb⸗ äugelt, in den Schoß der römischen Kirche zurückkehren, wenn sie Lust dazu hat und mögen auch gewisse prote⸗ stantische Kreise hier in Deutschland ebenfalls dazu be⸗ reit sein——— die überwiegende Mehrheit der deut⸗ schen Protestanten, davon bin ich überzeugt, wird unse⸗ rem Martin Luther, dem Begründer des deutschen Christentums, dem Apostel der Deutschen, die Treue halten. K. Holl.
Wothenjthau.
In Genf tagt zur Zeit der Prüfungsausschuß für die Jusammensetzung des Völkerbundrates. Während der Vertreter Frankreichs immer noch an die Vermeh⸗ rung der ständigen Ratssitze denkt, teilte der Vertreter Englands mit, daß er von seiner Regierung die strikte Weisung habe, gegen eine solche Vermehrung der Rats⸗ sitze mit Ausnahme der durch Deutschland zu stimmen.
In Paris ist das Luftabkommen zwischen Deutsch⸗ land und Frankreich zustande gekommen und befreit unsere Luftschiffahrt recht wesentlich von den ihr in Ver⸗ sailles geschmiedeten Fesseln.
In England hat der Generalrat des Gewerkschafts⸗ kongresses, um die Fortführung der Verhandlungen zwischen den Bergarbeitern und den Bergwerksbesitzern zu ermöglichen, den Generalausstand für den 12. Mai,
so rasch wie möglich zur Arbeit zurückzukehren. Der Ausstand der Bergarbeiter geht unvermindert weiter. Aus Berlin kam die wenig erfreuliche Meldung,
daß das Kabinett Luther gestürzt sei. Wegen der Flag⸗ el genverordnung der Regierung vom 5. Mai 1926, welche ie vorschreibt, daß die deutschen Gesandtschaften und Kon⸗ ii sulate neben der Regierungsflagge auch die Handels⸗ 1
flagge zu führen haben, wurde im Reichstag ein von den Demokraten gestellter Mißtrauensantrag mit 176 gegen 146 Stimmen bei 103 Enthaltungen angenom⸗
mitternacht abgesagt und die Arbeiter aufgefordert,
men. Der Fehler, daß man dem republikanischen Deutschland zwei Farben gegeben hat, rächt sich nun hart. Unser Volk war dadurch von vornherein in zwei Lager zersplittert. Es wird wohltuend sein, wenn wir wieder die auch von Reichspräsident von Hindenburg gewünschte„Einheitsflagge“ haben.
In Düsseldorf wurde am 8. Mai im Beisein des Reichskanzlers Dr. Luther die große Ausstellung für
Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen
eröffnet.
Eine ganze Reihe von Haussuchungen wurden von dem Berliner Polizeipräsidium am 11. Mai bei Füh⸗ rern rechtsgerichteter Verbände vorgenommen. Es soll sich dabei um die Aufdeckung einer Bewegung handeln, welche die Diktatur in Deutschland einführen will. Die „Tägliche Rundschau“ erinnert dabei an den Ku⸗Klux⸗ Klan und die Ritter vom feurigen Kreuz und nimmt an, daß es sich auch diesmal um eine Ente handelt.
Was jeder Evangelische wissen muß. Nun auch eine Jesuitenfakultät in Deutschland?
Sehr alarmierende Nachrichten kommen aus dem Westen. Nach dem„Wiesbadener Tageblatt“ vom 3. Mai und der„Frankfurter Zeitung“ vom 5. Mai 1926 löst der Jesuitenorden seine theologische Lehranstalt in
Valkenburg(Holland) am 1. Juni des Jahres*
auf und verlegt sie nach Frankfurt am Main. Hier hat der Orden bezw. der bischöfliche Stuhl in Limburg das
bekannte Anwesen des Bankiers von Grunelius 200
im Vorort Oberrad erworben, das gegenwärtig für die Zwecke des Ordens umgebaut wird. Der Jesuiten⸗ orden wird nicht nur seine Valkenburger theologische Hochschule hierher verlegen, sondern auch die Ausbil⸗ dung des Weltklerus der Diözese Limburg übernehmen, der bisher in Fulda ausgebildet wurde. Demgemäß haben die seither an das Fuldaer Priesterseminax über⸗ wiesenen Studierenden der Theologie aus der Diözese Limburg diesen Sommer ihr Studium in Valkenburg (Holland) bei den Jesuiten begonnen, um dann im Herbst an die neue Frankfurter Jesuiten-Hochschule über⸗ zusiedeln. Wie weiter zugegeben wird, sind Verhand⸗ lungen mit der preußischen Staatsregierung eingeleitet, um jenes Jesuitenkolleg nach dem Muster von Inns⸗ bruck als vollgültige katholisch-theologische Fakultät an die Frankfurter Universität anzugliedern. Unter diesen Umständen dürfte das bisher in Fulda bestehende katho⸗ lische Seminar wohl eingehen.— Ein neuer Beweis, welche Fortschritte die Jesuitisierung des deutschen Kle⸗ rus und die Gegenreformation in Deutschland durch zielbewußte Arbeit machen! *
Gefängnisstrafe für Religionsunterricht.
Die„Deutsche Zeitung“ vom 7. Mai 1926 berichtet über einen Gesetzentwurf der Gemeinschaft proletarischer Freidenker nach der„Sächsischen Arbeiterzeitung“, der der sozialistischen und kommunistischen Fraktion im sächsischen Landtage unterbreitet ist. Er wirft ein ab⸗ sonderliches Licht auf die Kulturhöhe der proletarischen Freidenker. In dem fünften von sechs Paragraphen dieses Entwurfes heißt es:„Personen unter 10 Jahren darf Religionsunterricht nicht erteilt werden.“ Auch
dürfen sie nicht vor der Zeit des Schulunterrichts(auch
nicht in den Freizeiten) zum Gottesdienst oder ähnlichen kirchlichen Uebungen herangezogen werden. Zuwider⸗ handlungen werden an den Veranstaltern oder an den Eltern mit Geld oder Einschließung(Haft) betraft..
„Ich meine gerade, ich wäre wieder ein kleiner Bub, und mein 0 Vater selig täte mich gleich am Ohrläppchen ziehen, weil ich auf das neue Tischtuch da einen Flecken gemacht habe. Nichts für ungut, Mutter Kitz, aber ich bin heute ein wenig sehr linkisch.“
Nach dem Essen steckte sich Hans Heeger ein Pfeischen an. Er hatte zum Glück noch einen Ersatz im Felleisen gehabt. Peter Kitz hielt gerade eine Prise Schnupftabak zwischen den Fingern und sah kopfschüttelnd dem Gekringel des Rauchers zu.
„Was habt ihr nur davon, Hans, wenn ihr einen Dampf macht, daß man meint, das Backhaus wird angeheizt!“
„Ei nun,“ erwiderte Hans lächelnd,„genau dasselbe was ihr davon habt, wenn ihr eure Nase mit dem schwarzen Ruß— zeug zum Schornstein macht.“
„Ach was,“ knurrte Peter Kitz,„das ist etwas ganz anders.
„Jawohl,“ lachte seine Frau,„bei euch Mannsleuten ist das etwas ganz anders; wenn wir Weiber aber einmal ins Wirts⸗ haus gingen und rauchten und schnupften, was tätet ihr dann sagen?“
„Ich täte gar nichts sagen,“ erwiderte Hans Vogelsberger. „Ich täte mein Testament machen, denn dann ginge die Welt hurtig unter.“
„Wenn die Welt untergeht, braucht man kein Testament mehr zu machen,“ brummte Peter Kitz. Die Frauen trugen nun den Tisch ab und verließen die Stube.
„Nun, Hans, ihr wart wohl nicht sonderlich erbaut von eurem Kirchenbesuch? Statt Gottesdienst Katzbalgerei, es ist eine Schande. So geht es nun Sonntag für Sonntag.“ Also Peter Kitz.
Hans Heeger erzählte nun kurz, was er am Vormittag er⸗
mann Stubenrauch residiert. Dann hat er den Lehrer Ruppel 0
lebt und schloß mit den Worten:„Was bedeutet die Geschichte, ich kann mir's ganz und gar nicht erklären.“
Darauf Peter Kitz:„Ja, das ist eine lange Geschichte, ver⸗ zwickt und verwickelt wie ein Rattenkönig. Holzhausen hat schon vor dem großen Krieg dem Hause Hessen gehört. In den Wir⸗ ren jener grausigen Zeit aber ist auf einmal der Kanzler von Kurmainz erschienen, Reygersberg hat er geheißen, und hat er⸗ klärt, er wäre mit einem Teil Holzhausens von Seiner kaiser⸗ lichen Majestät belehnt worden. Mein Großvater hat mir mal erzählt, dahinter hätte eine rechte Spitzbuberei gesteckt. Der Reygersberg habe von einem andern Herrn von Adel, der auf Holzhausen ein Recht zu haben glaubte, ein Himmelgeldspiel ge⸗ kriegt, damit er beim Kaiser dies Recht verfechte. Was abet tat der fürnehme Kanzler— das Geld steckte er ein und ließ sich selbst den Lehnsbrief ausstellen. Natürlich gab das nun ein Advokatengezerr; ich weiß nicht, wie oft mein Großvater deswegen nach Frankfurt befohlen worden ist! Na, und wenn mal die Rechtsverdreher dazwischen sind!— Mein Vater hat immer zu mir gesagt:„Vor Advokaten und Bäckerbrot behüt uns lieber Herre Gott!“ stens alles beim Alten gelassen und unsere Konfession nicht an⸗ 0 getastet. Er wird sich wohl in dem erschwindelten Lehen nicht so recht wohlgefühlt haben. Darum hat's sein Sohn, der Stadt- schultheiß von Aschaffenburg war, an den Freiherrn Franz Adolf Dietrich von Ingelheim verkauft.
mals in mein zweiundreißigstes Jahr. Was hat man seitdem
nicht alles erlebt! Zuerst hat der Freiherr ein Himmelspiel Land angekauft, damit er mal Boden unter die Füße bekam; nachher kam das große Haus am Untertor dazu, darin jetzt der Amt⸗
— Aber der Reygersberg hat wenig⸗
Das war 1687, ich ging da⸗
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