Sonnabend, den 22. Mai 1926.
„Evangelische Warte“
F
f
Nr. 2
Sonntagsgeoͤanken.
Sonntagsmorgen im Maien.
Im Feierklange schallen die Glocken über Täler und Berge, über Dorf und Stadt. Auch sie haben ihren eigenen Ton zur Maienzeit. Sie läuten den Segen über die blühende Gotteswelt.
dert. 25 da J 5. Die christlichen Gewerkschaften sind eine welt⸗ en Aus Politik und Parlament. anschaulich und organisatorisch geschlossene Gemeinschaft. dun Die Amerikaner über Hindenburgs Präsidentschaft. Nur in dieser Geschlossenheit können sie ihre standes⸗ 5 15 5 Das Newyorter Blatt„World“ vergleicht in einem und volkspolitischen Ziele erreichen. Alle Bestrebungen wih leitartitel mit der Ueborschrift Ein Jahr Hindenburg von außen, die diese Geschlossenheit gefährden und die ga. die Ergebnisse seit der Wahl Hindenburgs mit den vor- darauf hinausgehen, sich der organisatorischen Macht der christlich⸗nationalen Arbeiterschaft zu parteipoliti⸗
dels ährigen düsteren Prophezeihungen der Alliierten. Die von seutige Stabilität Deutschlands sei dem deutschen Volke, ber Staatsform und dem Charakter Hindenburgs zu⸗ uschreiben, dem warme Anerkennung gebühre für seine byale Pflichterfüllung. Das deutsche Voll besitze gleich⸗ alls praktischen Sinn was für seine politische Zukunft sielversprechend sei. Die Hauptlehre des ersten Jahres Hindenburg sei jedoch, daß der deutsche Liberalismus ind Pazifismus durch die vernünftigere Haltung der llliierten gestärkt worden sei. Zwar fühle Deutschland geschwerden wegen der Kriegsschuldfrage, wegen seiner stellung zwischen den gerüsteten Völkern, wegen seiger unge Ostgrenze und wegen des Kolonialproblems bei gerech⸗ gen er Behandlung jedoch und wenn ihm sein Platz in der bölkerfamilie eingeräumt sei, brauche man keine Furcht
11 ir den deutschen Republikanismus zu hegen.
**
al Die Stellung der christlichen Gewerkschaftsbewegung
ndely, Die 5 zum Staat. lux Auf dem Dortmunder Kongreß wurde folgende
t aß, Entschließung einstimmig angenommen
1. Die christlichen Gewerkschaften stehen positiv zu — illem, was das deutsche Volk und damit die deutsche
Arbeiterschaft im christlichen und nationalen Sinne boe⸗ I wärts und auswärts führt. Daraus ergibt sich die be⸗ d? ahende Stellung der christlichen Gewerkschaften zum
Staat und zu seinen christlich⸗nationalen Grundlagen. s den betreu ihren Grundsätzen lehnen die christlichen Ge⸗ von verkschaften nach wie vor alle Bestrebungen ab, die auf 10% legalem Wege eine Aenderung der Staatsform herbei⸗ tal führen wollen. Höher als die Staatsform steht der Jahres 13 selbst in seiner Aufgabe für das Volk. ler. Staatsbewußtsein und Verantwortung des Volkes ig due in allen Schichten gegenüber dem Staat sind die besten linz Foraussetzungen ersprießlichen, staatlichen Lebens. Diese lig f Poraussetzungen sind nur zu gewinnen, wenn alle Volks⸗ suiten, schichten Einblick in die Staatsaufgaben und die Staats⸗ logic jührung sowie Einfluß auf den Staat haben. Die lüsbi. ghristlichen Gewerkschaften bekennen sich aus diesen Er⸗ ehne, bägungen zum im christlichen Geiste wirkenden natio⸗ igen falen Volksstaat. L üben 2. Jeder bestimmende oder mitbestimmende Einfluß Diön des Volkes auf den Staat hat politische Parteien zur enbum Folge. Auf Parteien lastet im parlamentarisch regier⸗ nei en Staat letzten Endes die politische Verantwortung. le üben Das gegenwärtige deutsche parlamentarische Re⸗ erhol, gierungssystem kann als vollkommen nicht angesehen selels werden. Verfassungsänderungen und Gesetze allein In teichen aber nicht aus, einen besseren Zustand zu be⸗ itt gründen. Wesentlich ist hierzu eine geistige und po⸗ diese sitische Umstellung des einzelnen Deutschen und des e kath' ganzen Volkes. Beweis 3. Sinn des parlamentarischen Regierungssystems en Kle. daß die Parteien oder Parteigruppierungen, die die d du Bezel darstellen, mit der Staatsführung betraut
werden. Beestand, Ziele und Aufgaben der christlichen Ge⸗ werkschaften können nicht abhängig sein von wechselnden
geil 10 barlamentarischen Koalitionen. Unter jeder Regierung,
ich wie immer sie sich auch zusammensetzt, haben die christ⸗ torische sichen Gewerkschaften die ihnen eigenen Aufgaben zu age, de erfüllen und den einmal als notwendig erkannten Zie⸗ ion ih len zuzustreben. Pflicht der aus der christlich⸗nationalen
ein ah Arbeiterbewegung hervorgegangenen Abgeordneten ist zarishe“ es, bei jedweder parlamentarischen Koalition die Rechte graph der Arbeiterschaft zu wahren und für die gleichberech⸗ Jahrg tigte Eingliederung der Arbeiterschaft in Staat, Gesell⸗ du scaft und Wirtschaft besorgt zu sein.
[u 4. Mit der Mitgliedschaft in einer christlichen Ge⸗ clic werkschaft ist die Teilnahme an Bestrebungen, die gegen zuwide“ die Grundsätze der christlichen Gewerkschaftsbewegung c an de. perstoßen, unvereinbar.
traft.——— — is der Wohnung vertrieben. Die große Stube auf dem Rat⸗ Cech baus wurde zum Kirchensaal hergerichtet, drin liest der Priester
ton Obererlenbach jetzt die Messe. Denn die Römischen neh⸗ nen von Jahr zu Jahr zu. Will ein Lutherischer ins Ort hinein,
schen Zwecken zu bedienen, werden abgelehnt.
Parlamentarische Reformen. Reichstagspräsident Loebe der dem Aeltestenrat des Reichstages in seiner letzten Sitzung eln Programm zur Reform der Parlamentsberatungen unterbreitet hat, erklärte, daß die Beratungsweise des Reichstags allmählich eine Form angenommen habe, die dem An⸗ sehen des Reichstages auf die Dauer abträglich werden müßte. Bereits jetzt sei eingeführt, daß die Plenar⸗ verhandlungen des Reichstags um 2 Uhr beginnen und um 6 Uhr enden, also nur 4 Stunden dauern. Um für diese beschränkte Zeit eine nahezu lückenlose Anwesen⸗ heit aller Abgeordneten zu erreichen, sollen in jeder Fraktion drei Einpeitscher bestimmt werden, die auf die Anwesenheit der Abgeordneten zu achten hätten. In der sozialdemokratischen Fraktion sei diese Einrichtung bereits getroffen. Das Verbot der Verlesung von Reden soll schärfer als bisher gehandhabt werden. Die Reihen⸗ folge der Redner soll nicht mehr wie bisher nach der Größe der Fraktion bestimmt werden, sondern es soll eine kontradiktatorische Art für die Debatte eingeführt werden, so daß immer ein Redner für und ein Redner gegen den zur Diskussion stehenden Punkt spreche. Die Redezeit bei minderwichtigen Themen soll noch weiter als bisher eingeschränkt werden. Die einstündige Rede⸗ zeit soll nur für die große außenpolitische Aussprache und für grundsätzliche Fragen bestehen bleiben. Auch sollen die größeren und kleinen Parteien nicht dieselben Redezeiten erhalten. Endlich soll die Frage geprüft werden, ob nicht wie im englischen und im französischen Parlament Zwischenbemerkungen und Fragen der Ab⸗ geordneten während der Rede eines anderen eingeführt werden können.„Die Vertreter aller Parteien“, schloß Loebe, haben meine Anregungen günstig aufgenommen und zugesagt, sich mit ihren Fraktionen darüber zu be⸗ sprechen.“ 1
Friedensbewegung. Eine Eingabe des Bundes religiöser Sozialisten gab dem Thüringer Landeskirchentag Anlaß zu folgender, einstimmig beschlossener Kundgebung:
Landeskirchentag weiß sich mit dem Bunde reli⸗ giöser Sozialisten einig in der Erkenntnis, daß er zu den selbstverständlichen Pflichten, die christliche Ge⸗ sinnung uns auferlegt, gehört, den Krieg überwinden, Frieden und Verstehen zwischen den Völkern begrün⸗ den zu helfen.
Doch ist nicht zu verschweigen, daß geschlossene Friedensverträge und politische Friedensbestrebungen nicht immer Schritte auf dem Wege zu jenem Frieden der Wahrheit und Gerechtigkeit sind, nach dem heute die Sehnsucht weithin in der Welt aufsteigt und daß, solange auf Erden Kriege geführt werden, der Christ seinem Vaterland in der Not mit Gut und Blut bei⸗ zustehen hat.
Der Friede, den das Evangelium den Men⸗ schen verkündigt und darreicht, weist die Herzen und Gedanken über eine Welt voll Sünde und Gedanken hinauf zu dem höchsten Gut der Gottesgemeinschaft in Christus, und ist darum die stärkste Macht, die aus allen Völkern Menschen n und be⸗ wegen kann, mit Gebet, ort und Arbeit für einen rechten Frieden auch in den irdischen Beziehungen der Menschen und der Völker untereinander zu wirken, wie es auch auf der Weltkonferenz in Stockholm ver⸗ sucht wurde.
Dazu soll der christlichen Gemeinde jeder Sonntag einen immer neuen Antrieb geben, ohne daß es der Festsetzung eines besonderen Sonntags dafür zu be⸗ dürfen scheint.
Eine weckt die andere zum gemeinsamen Glockenchoral am Früh⸗ lingssonntag. Nicht hart und dumpf ist ihr Schall, weich und lockend und jubilierend. Die gleiche Glocke, die gestern noch hin⸗ ter einem Trauerzuge einem Menschen auf seinem letzten Wege läutete, dumpf und schwer, sie jubelt heute am Maiensonntag⸗ morgen und kündet der Welt das Gegenteil von gestern— das Leben.— Und golden steigt die Sonne empor, und es ist, als würde sie reiner und heller strahlen als sonst am Morgen des Alltags. Lerchen steigen jubilierend zum strahlenden Firmament, in den Gärten schmettert die Singdrossel ihr Liedchen vom Lenz und im Walde singt ein Massenchor. Das große Wunder ist geschehen. Die Welt steht wieder in L., und Wlüten. Niemand kann an diesem heiligen Werdegang vorübergehen, ohne ein tiefes Gefühl der Ergriffenheit vor diesem Schöpfer⸗ willen. Die Erde ist jetzt Braut und der blaue Himmel ihr Bräutigam. Wie mit den Augen der Liebe blickt er auf die ge⸗ schmückte Erdenbraut. Maiensonntag— Hochzeitstag der Erde. Nun sollst du wie⸗ der einmal glücklich sein, du wunderschöne Welt! Und alles wandert hinaus, nur Frau Sorge bleibt dahein in ihrer schwarzen Kammer. Sie traut sich nicht mit ihrem Gram und Jammer aus ihrer Hütte. Im hellen Sonnenschein würde sie erblinden, der Sang der Vögel würde sie taub machen. Frau Sorge, kannst ja ruhig sein, Die Zeit wird schon noch kommen, Da du dein Reich führst ganz allein, Es wird Dir nicht genommen! Nur jetzt zu dieser Frühlingszeit Voll Sonnenschein und Blüten, Voll Menschenglück und Seligkeit Dein Kämmerlein magst hüten!
Waldfried.
Allerlei.
Die neue Ausbildung der Volksschullehrer.
Soeben wurde— am 1. Mai— im Beisein des preußischen Unterrichtsministers Dr. Becker in EL bing die erste evangelische pädagogische Akademie in Ostpreußen, die zugleich die erste in Preußen ist, eröffnet. Bekanntlich findet nach Auflösung der Lehrerseminare die Ausbildung der Volksschullehrer künftig auf solchen Akademien staktt. Man erwartet von ihnen die Ueber⸗ brückung der Kluft zwischen der höheren Schulbildung und der Volksschulbildung. Am 16. Mai wird eine zweite pädagogische Akademie als katholische in Bonn eingeweiht werden. 8
Die Rückkehr der Bibel nach Rußland.
Lange hat die Bibel im Rußland der Sowjets zu den verbotenen Büchern gehört, was bei der bekannten Einstellung der dortigen Machthaber ja kein Wunder ist. Freilich gab schon vor zwei Jahren der Volkskommissar für das Auswärtige, Tschitscherin, die Erlaubnis, Bibeln dürfen gegen Verzollung eingeführt werden. Infolge der bei der Verzollung gemachten Schwierig⸗ keiten war diese Einfuhr aber nicht der Rede wert. Jetzt hat man es erreicht, daß Bibeln in Rußland selbst ge⸗ druckt werden dürfen. Die Vorarbeiten für den Druck der neuen russischen Bibeln sind geleistet. Die russische Regierungsdruckerei„Komintern“ hat selbst die Her⸗ stellung der Stereotyp⸗Platten übernommen. Allen religiösen Organen, die Bibeln herzustellen wünschen, sollen die Platten zur Verfügung stehen. Die erste Druck⸗ erlaubnis ist dem„Bund evangelischer Christen“ be⸗ willigt worden. Für denselben werden 25 000 Stück hergestellt. Die Gemeinden der russisch⸗orthodoxen Kirche sollen ebenfalls Druckerlaubnis erhalten. Der Bibeltext ist der der Bibelausgabe von 1907, die der ehemalige„Heilige Synod“ anerkannte. Gedruckt wird
Kirche mit dem Seulberger Lehrer zu singen?— Zuerst wird der Lehrer von Seulberg nicht mehr in die Kirche gelassen, dann wird sich schon ein Vorwand finden, auch dem ehrwürdigen Herrn Heß, unserm lutherischen Prädikanten von Seulberg, das Gotteshaus zu verbieten. Und dann,— dann sind wir eine Herde ohne Hirten.“
„Mir tut nur unser lutherischer Schulmeister Ruppel leid. Hessen⸗Homburg bedroht ihn mit Strafen und der Ingelheim bedroht ihn mit Strafen; der eine verbietet, was der andere be⸗ fiehlt. Der arme Kerl fällt immer mehr vom Fleisch vor lauter Angst und Aufregung. Neulich hat er zu mir gesagt,„ach, lieber Meister Vogelsberger, wenn's doch nur keinen Sonntag mehr gäbe!“ Peter Kitz seufzte:„Darum hat das arme deutsche Volk dreißig Jahre lang geblutet und gelitten, daß Friede und Frei⸗ heit käme in Religionssachen. Merkt ihr in Holzhausen etwas davon? In vierzehn Tagen beehrt der Ingelheim wieder ein⸗ mal unser Oertchen mit seinem hohen Besuch, und wenn er, wie letztesmal, seine Jagdhunde mitbringt, dann muß die Gemeinde auch für die in den Säckel greifen und es noch für eine hohe Ehre taxieren. Bin doch sehr neugierig, was Holzhausen dann für Neuigkeiten erfährt. Es mag aber kommen, wie es will,— ich bleibe bei dem Evangelium und dem Augsburger Bekenntnis, und wenn es Haus und Hof kostet. Lieber arm mit dem Herrn Christus, als reich mit dem Herrn in Rom! Sollen wir uns durch die Leute in den welschen Dörfern drüben beschämen lassen? Da sei Gott vor!“
Eine steile Falte erschien zwischen den Augenbrauen des Sprechers; sein Gesicht war ein Spiegel seiner inneren Ent⸗
schlossenheit. (Fortsetzung folgt.) *
Die zugedeckte Stimme. Von Wilhelm Müller⸗Gordon.
Ein Knabe las in einem Märchenbuche. Doch da es heute nicht mehr ausreichend nur eins zu tun, so hatte er sich außerdem einen Kopfhörer umgelegt und hörte Nadiomusik. Wovon er mehr genoß, ob Märchen oder Musik, wer will es sagen; doch plötzlich schien ihm etwas zu mißfallen. Im Ohr erklang es ihm: „Wir unterbrechen jetzt unser Konzert und übermitteln Ihnen einen kurzen Tendenzbericht der Berliner Vorbörse.“
Das interessierte den Knaben weniger als nicht, und er legte den Hörer hin.
In der Erwartung, daß das Konzert wieder bald aufgenom⸗ men werden würde, mochte er nicht erst ins Nebenzimmer gehen, um den Apparat abzustellen. Aber der Börsenbericht erklang so laut aus dem Hörer, daß es ihn arg störte. So ergriff er denn ein Kissen und deckte den Hörer zu. Die Stimme erstarb.—
Doch nein.— Gerade als er sie nicht mehr vernahm, kam dem Siebzehnjährigen der Gedanke: Ist diese Stimme jetzt nicht mehr, nur weil ich sie nicht höre?—
Nachdenklich fand ihn seine ins Zimmer tretende Mutter. Seine Hand hob das Kissen.„Sieh, Mutter,“ sagte er,„eine zu⸗ gedeckte Stimme“.
Die feine Frau wurde bleich; aus tiefen Augen blickte sie ihn an und sagte ernst:„Das Furchtbarste, was es gibt.“
„Ist es so, Mutter?“
„Alles Mißverstehen zwischen Menschen und Völkern kommt daher und alles Leid der eigenen, unbegriffenen Seele.“
Dann schwiegen beide, denn es bedurfte nicht vieler Worte zwischen ihnen.
Im Zimmer aber gewann Gestalt Monument: die zugedeckte Stimme.
und wuchs zu einem
jichte, ve 10 der muß ein barbarisches Einzugsgeld bezahlen, einem Römi⸗ den Ul schen aber wird es erlassen. Alle Mischehen müssen die Kinder let bn hutholisch werden lassen; ja sogar die armen Waisenkinder, i hot venn auch Vater und Mutter dem Evangelium zugetan waren, 1 alte nüssen in die katholische Schule gehen; denn die ist uns beschert 1 i md vorden, wenn's der Gemeinde auch das doppelte Geld kostet. 1% Fatürlich gab's dann auch Wetterfahnen, die sich nach dem Winde 10 a0 krehten. Ihr habt ja drei davon gesehen, Hans— den Peter 15 121 9 Michel, den Gerhard Feuerbach und den Hans Michel Kunz. 0 000 Dafür zum Lohn hat man den Peter Michel, obwohl er noch 119 0 licht recht trocken hinter den Ohren war, zum Schultheiß gemacht, . 115 10 ind die zwei anderen zu Gerichtsschöffen. Ich mußte über die 0 ee klinge springen, weil ich zu widerspenstig war. Und neuerding⸗ 1 üürfen Brautleute nicht mehr zum lutherischen Pfarrer Heß, und 7 ein, sie werden gezwungen, nach Obererlenbach zu gehen und 2 om römischen Priester sich kopulieren zu lassen.“ bol 1„Jawohl,“ fiel Meister Vogelsberger ein,„ich bin mal be⸗ 1g sierig, wie es dem Sohn des Kronwirts gehen wird. Das Hom⸗ nich% urger Konsistorium hat ihn mit hundert Reichstalern gebüßt; dhe b sie der Herr Stubenrauch bezahlt, der ihn doch kommandiert der e bat?“ Fal 15 Wie es gehen wird? Der Landgraf ist klein, der Kaiser b ann, i groß Der Kalser ist römisch und der Ingelheim ist römisch. laß 10 Dazu ist der Ingelheim Präsident vom Reichskammergericht in iel 1 Wetzlar, wie soll man da gegen die hohe Exzellenz Recht krie⸗ m 710 zen? Da verklagt man den Teufel beim Beelzebub. Wenn er 1 ich nicht so sicher fühlte, so würde er jetzt nicht unsern lutherischen
Sottesdienst antasten. Wer verbietet denn den Leuten, in der


