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stern, in Nonnenweier 56 Schwestern, im Diakonie— verein 36 Schwestern.
5 Außer diesen großen Organisationen arbeitet stark in Hessen das Dossenheimer Kinderschulschwesternhaus; mit einzelnen Schwestern das Marburger Gemein— schaftsschwesternhaus, das Karlsruher Diakonissenhaus „Bethlehem! und der Preußische Diakonieverein. Außerdem sind eine nicht geringe Zahl freier Schwe— stern, die im Dienste von bürgerlichen und kirchlichen Gemeinden stehen, vorhanden. 5
Aus unserer Bewegung.
Bischofsheim b. Mainz. Am Sonntag, den 7. No⸗ vember, fand hier im Gasthof„Zur Krone“ eine von der Evangelischen Volksgemeinschaft einberufene, unter der Leitung des Studienrats Proescher stehende Ver— sammlung statt. Trotz des ungünstigen Wetters— es regnete in Strömen— war nicht nur Bischofsheim selbst vertreten, sondern auch Teilnehmer aus Gustavsburg und Kostheim erschienen, um den durchdringenden Wor⸗ ten des Herrn Pfarrer Weidner mit Spannung zu lauschen. Der Vortrag:„Brauchen wir in Hessen eine evangelische Partei?“ war so überzeugend, daß Herr Philipp Schneider, Stellwerksmeister i. R., gern das Amt eines Vertrauensmannes für Bischofsheim übernahm. Wenn man bedenkt, daß sich die Einwohner Bischofsheims in der Hauptsache aus Landwirten, Ar⸗ beitern und Eisenbahnern zusammensetzen, also aus Leu— ten, die durch Landbund und Sozialdemokratie wohl abgehalten werden, eine von uns angesagte Versamm⸗ lung zu besuchen(zumal unsere Evangelische Volksge— meinschaft jetzt nicht mehr unbekannt ist und man mit ihr rechnet), so will es doch schon viel heißen, daß wir auch dort festen Fuß gefaßt haben. Unsere Sache mar⸗ schiert und läßt sich nicht mehr aufhalten. Gott sei Dank hierfür! Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein?
Groß⸗Gerau. Am Montag, den 8. November, fand in Groß⸗Gerau eine Versammlung statt, die durch Leh⸗ rer Greb⸗Weisenau eröffnet wurde. Herr Reichs⸗ geschäftsführer Pfarrer Weidner sprach über das gleiche Thema wie am Vortage in Bischofsheim. Seine
Ausführungen konnten die Anwesenden voll und ganz überzeugen, so daß die Evangelische Volksgemeinschaft auch hier mehrere Vertrauensleute hat, welche die Bil— dung einer Ortsgruppe in die Wege leiten werden. Auf zu weiteren Erfolgen!
Weisenau und Laubenheim. Der Mitgliederstand in Weisenau ist in der Zwischenzeit auf 108 Mitglieder gestiegen. Laubenheim zählt 29 Mitglieder.
Auf der Warte.
In Italien nahm die Kammer ein Gesetz an, durch welches bei Anschlägen auf hohe Staatsbeamte die Tä⸗ ter die Todesstrafe zu erwarten haben. Die Kammer- abstimmung darüber ergab eine begeisterte Huldigung für Mussolini. Man darf sich aber darüber nicht wun⸗ dern, da bei den derzeitigen Verhältnissen nur die An⸗ hänger Mussolinis bei den Abstimmungen anwesend sein dürfen, während die Opposition aus der Kammer ver⸗ bannt ist. Wo man sozialdemokratische Führer be— kommt, werden sie verprügelt, selbst Kammerabgeord— nete. Die Macht des Ministerpräsidenten knebelt das ganze Volk. Ueberschwengliche Reden werden von ihm gehalten: Diese Gewaltpolitik muß nach den allgemein gültigen Regeln der Geschichte einmal ein jähes Ende nehmen. Dabei benimmt sich der ungekrönte König bei jeder Gelegenheit sehr anmaßend gegen das Ausland. Die Spannung zwischen Italien und Frankreich, auf die wir in der letzten Nummer hingewiesen, hat noch weiter zugenommen. Das französische Volk, ebenso leicht er⸗ regbar, wie das italienische, läßt sich die Angriffe ita⸗ lienischer Schwarzhemden auf seine Staatsangehörige nicht gefallen, und die Regierung leitete diplomatische Schritte ein.— Im besetzten Gebiete fanden allenthal⸗ ben in den von den Franzosen besetzten Städten und Städtchen Waffenstillstandsfeiern der Besatzung statt. Die Kasernen wurden festlich geschmückt und abends illuminiert. Man mußte wieder einmal die Bewoh— ner des besetzten Gebietes demütigen. Ist das nun nach den Locarno-Verhandlungen noch nötig? Muß das deutsche Volk für diese Sachen auch noch weiterhin sein gutes Geld auf Reparationen zahlen?— Das Deutsche Reich erlebte in seinem Reichstag wieder einmal die
schönsten Bilder. Die Deutschnationalen verbündeten sich mit den Kommunisten usw., um„Obstruktion“ zu treiben. Sie stimmten für Sachen, die sie selbst in ihrem Lager bekämpfen, einzig zu dem Zwecke, um ihre Macht der Regierung gegenüber fühlen zu lassen. Die Regierung fand einen Ausweg und hat mit den Sozial⸗ demokraten eine Arbeitsgemeinschaft von Fall zu Fall gebildet, die in Zukunft ähnliche parlamentarische Ge— walt⸗Mätzchen unterbinden soll.— Wie die„Augs⸗ burger Postzeitung“ zu melden weiß, erklärt die Baye⸗ rische Volkspartei, die katholische Reichspartei Bayerns, daß„zwischen ihr und dem Zentrum namhafte Anter⸗ schiede beständen, die eine Vereinigung unmöglich mach⸗ ten. Die Bayrische Volkspartei sei eine Weltanschau⸗ unspartei, die Monarchisten und Republikaner in sich vereinige, während das Zentrum überall seine rein republikanische Gesinnung in den Vordergrund schöbe.“ Dies darf uns nicht darüber wegtäuschen, daß trotzdem bei der Erreichung katholischer Vorteile beide fest Hand in Hand arbeiten. Es ist dies aber auch ein Zeichen, wie die Bayrischen Parteien sich ihre Selbständigkeit wahren wollen.— Hat doch gerade jetzt erst der bay⸗ rische Ministerpräsident in harter Rede den größten Wert auf eine möglichst große Selbständigkeit seines Landes gelegt. Das katholische Bayern möchte in der Republik zu gern das Erbe Preußens antreten und selbst über Deutschland regieren.— Ganz im Gegensatz hierzu stehen die Absichten in Hessen, wo die Verhältnisse all⸗ mählich zum Einheitsstaat, zum deutschen Einheitsstaat, hindrängen. Für den Fall einer kommenden Landtags⸗ auflösung haben die Parteien des Wirtschafts- und Ordnungsblockes beschlossen, bei der Neuwahl gemein⸗ same Listen aufzustellen.— In einer großen Stadt in Hessen hat am 11. 11. die erste karnevalistische Sitzung stattgefunden, zu der Tausende erschienen waren. Man muß sich dann fragen, wo kommt das Geld her, wenn sonst doch überall geklagt wird? Die Finanzminister der Länder wissen sich nicht aus ihren Nöten heraus— zuhelfen! Wo bleiben hier bei diesen Veranstaltungen, die, je schlimmer es hergeht, desto besser besucht werden, hohe und höchste Steuern? Es ist dies umso mehr zu bedauern, da auf der anderen Seite die Theater sehr schlecht besucht werden und die stärksten Zuschüsse nötig haben. Bitte, Herr Finanzminister von Hessen!
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Im Familienkreis
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Besinnliches und Besthauliches.
Und dann?
Zu dem alten, frommen Bischof Philipp von Neri kam einst eilenden Schrittes ein munterer Jüngling und rief:„Freue dich mit mir, mein Vater! Endlich hat mein Oheim seine Einwilligung gegeben, ich darf nun auf die hohe Schule und ein Rechtsgelehrter werden. Nun ist mein Glück gemacht!“
„Gut, mein Sohn“, erwiderte der Alte,„nun wirst du also fleißig anfangen zu lernen, doch— was dann?“
„Nach drei Jahren werd' ich meine Prüfung bestehen und sicherlich mit Ehren gekrönt die Schule verlassen und meinen Beruf antreten!“
„And dann?“ wiederholte der Bischof.
„Dann werde ich es an Fleiß und Gewissenhaftigkeit nicht fehlen lassen, man wird von mir reden weit und breit, und alle Leute, vornehm und gering, werden mich aufsuchen und ihr Vertrauen mir schenken.“
„Und dann?“
„Dann werd' ich mir etwas ersparen und ein wohlhabender Mann werden, werd' ein rechtschaffenes Weib nehmen und mir einen eigenen Hausstand gründen!“
„Und dann?“
„Dann werd' ich meine Kinder heranziehen, daß aus ihnen auch etwas werden kann und sie werden wohl geraten und in ihres Vaters Fußtapfen treten.“
„And dann?“
„Dann werde ich mich zur Ruhe setzen, an meiner Kinder Glück mich freuen, ihre Liebe genießen und ein glückseliges Alter haben.“
„Und dann?“
„Dann— nun— immer kann man nicht auf dieser Erde bleiben, und wenn man's könnte, es wäre nicht einmal gut, dann freilich, dann muß ich sterben!“
„Und dann?“ rief der Alte wieder, faßte ihn an beiden Händen und sah ihm in die Augen;„mein Sohn! und dann!“
Da verfärbte sich der muntere Jüngling, er fing an zu zit⸗ tern und Tränen stürzten ihm aus den Augen.„Hab' Dank, mein Vater!“ sprach er endlich,„ich hatte die Hauptsache ver⸗ gessen, nämlich, daß dem Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, und dann— das Gericht. Aber von nun an soll's nicht mehr
geschehen!“
Für Väter und Mütter.
Von der mütterlichen Weisheit. Ich habe dir etwas zu sagen, liebe Maria, willst du mir
zuhören? Dein kleiner Peter war gestern ungehorsam, er stritt sich mit seinem Freunde und wollte nicht nachgeben. Du kamst dazu, und schnell warst du bereit, ihm auf seinen kleinen unge⸗ zogenen Mund einen Schlag zu geben. Das war der erste Feh⸗ ler, den du machtest. Weißt du auch warum? Weil wir alle dabei standen und das mit ansahen. Hast du nicht bemerkt, wie tief dein Kind errötete, wie beschämt es sich zurückzog und den ganzen Nachmittag uns Großen scheu aus dem Wege ging? Er schämte sich, daß wir gesehen hatten, wie er gestraft wor⸗ den war. Diese Scham ist etwas Wunderschönes, liebe Maria; sie ist ein Zeichen, daß seine kleine Seele hochgemut und emp⸗ findsam ist, diese Scham mußt du pflegen und großziehen, aber
nicht unterdrücken. Das aber tust du, wenn du dein Kind in Gegenwart anderer strasst. Hättest du ihn auf die Seite ge⸗ nommen und ihn in aller Stille gestraft, er hätte es dir sicher⸗ lich gedankt.
Dann machtest du später den zweiten, vielleicht noch größe⸗ ren Fehler. Als deine Freundin, Frau L. zum Kaffee kam, um sich an den frohen Gesichtern der Kinder zu erfreuen, da er⸗ zähltest du ihr, daß dein Peter ungezogen gewesen war, und zeterst die ganze Geschichte wieder ans Licht. Warum eigentlich, liebe Maria? Hatte er nicht bereut und hattest du nicht ver⸗ ziehen? Warum dann noch einmal wieder davon anfangen? Mir war es da, als müßte ich das Kind in meine Arme ziehen und es schützen vor all den mitleidslosen Blicken, die auf das⸗ selbe gerichtet waren, und sein kleines zitterndes Herz unter meiner warmen Hand zur Ruhe bringen. Sieh einmal, dein Kind hat ein kleines Ehrenschild, und was möchte es nicht lieber, als daß dieses Ehrenschild blank und glänzend vor den andern sich zeigte? Geht es dir nicht ebenso? Möchtest du nicht auch als ehrenwerter und geachteter Mensch vor Freunden und Be⸗ kannten erscheinen? Wäre es dir lieb, wenn deine geheimen Fehler und Schwächen ans Licht gezerrt würden, und ist nicht einer da, der auch mit dir immer wieder Geduld und Nachsicht üben muß, und der doch täglich wieder seine Sonne über dir scheinen läßt?
Darum, liebe Maria, habe Barmherzigkeit mit deinem Kinde und schone sein kleines, empfindsames Herz, strafe es nie in Gegenwart anderer, und laß bestrafte und gesühnte Tor⸗ heiten auch wirklich vergeben und vergessen sein. E. Weber.
Für Söhne und Söthter.
Jung gewohnt, alt getan.
Dies alte Sprichwort ist nur zu wahr. Was einem in der Jugend zur zweiten Natur wurde, davon pflegt man auch im Alter nicht zu lassen. Hast du dir schon einmal überlegt, wie ab⸗ hängig wir Menschen von unseren Gewohnheiten sind? Wie oft nehmen wir uns vor, dies und jenes an uns zu ändern— etwas besser zu machen— etwas anderes zu lassen— und doch kommt's nicht dazu. Warum? Weil wir uns gar zu sehr an die alte Art gewöhnt hatten. Wenn wir darauf achten, merken wir bald: die eingewurzelte Gewohnheit ist eine starke Fessel, viel stärker, als wir's bis jetzt ahnten, und so sind wir nicht frei, sondern gebunden. Viele Dinge, die wir tun, machen wir aus Gewohnheit auf eine bestimmte Weise. Darum ist's wich⸗ tig, zu prüfen, welche Gewohnheiten sich bei uns festsetzen dür⸗ jen. Niemand denke: ach, ich habe keine besonderen Gewohn— heiten— tatsächlich ist es so, daß, wenn wir nicht mit fed m Willen die guten pflegen, leicht schlechte aufwachsen, die schwer wieder auszurotten sind.
Hast du dich daran gewöhnt, früh und pünktlich auf die Minute aufzustehen? Die Langschläfer, die wohl wach werden, aber immer wieder auf die Uhr gucken, ohne sich zum Aufstehen entschließen zu können, haben unter ihrer schlechten Gewohn— heit zu leiden. Wie oft kommen sie zu spät und werden wegen Versäumnis getadelt, und selbst, wenn sie's noch schaffen mit dem Fertigwerden, sind sie doch stets in der Hetze und müssen oberflächlich erledigen, was gründlich hätte gemacht werden sol⸗ len. Das macht sie nervös und verstimmt, sich selbst und ande⸗ ren zum Aerger. Hast du dich daran gewöhnt, alles, was du
tust, ordentlich zu machen?„Das ist keine Gewohnheit, das ist
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Anlage,“ meinst du. Ja, teilweise, aber nicht einmal zum größ⸗ ten Teil. Die Gewohnheit spricht hier sehr mit; entweder man läßt halbgemachte, unordentliche Arbeit bei sich durchgehen oder — man bringt sich dazu, nicht aufzuhören, bis die Stube ganz ordentlich aussieht, auch in den Ecken, bis die Schubladen bis zum hintersten Winkel tadellos sind, bis die Arbeit bis aufs letzte sauber ausgeführt ist. Zwingt man sich mit Bewußtsein vierzehn Tage zur Ordnung, dann geht es immer leichter und schließlich ist's zur zweiten Natur geworden— man hat sich eben daran gewöhnt. Oder die Gewohnheit, es nett, gemütlich, freundlich um sich zu haben. Auch das ist etwas Anlage, Geschick, und dennoch wieder mehr Gewohnheit, als du glaubst.„Aber Kind, wie kannst du's in einem solchen Zimmer überhaupt aus⸗ halten!“ sagte meine Mutter einst, als sie in mein Stübchen kam, wo ich arbeitend saß. Sie sah auf den ersten Blick, daß der Fenstervorhang nur halb zurückgezogen war, daß die Tischdecke schief hing und die Blumen in den Vasen welk aussahen, daß auch Stuhl und Schreibtisch nicht am richtigen Platz standen. Mit etlichen Griffen war alles in Ordnung gebracht, noch einige Minuten und die Vasen strahlten im Glanze neuer Blumen, „Mit wenig Mühe und Ordnungssinn erreicht man viel“, sagte meine Mutter,„kann man ein ungemütlich aussehendes Stüb⸗ chen zu einer Stätte der Behaglichkeit umwandeln. Du mußt dich daran gewöhnen, auf strenge Ordnung zu halten.“ Auch eine Gewohnheit und wieviel könnte ich noch aufzählen! Du kannst dich daran gewöhnen, dich gerade und aufrecht zu halten, gute Manieren beim Essen zu haben, es kann dir zur Gewohn⸗ heit werden, auf tadellose Sauberkeit an deinem Körper, in deiner Kleidung, auf ordentlich und nett gemachte Haare zu achten. Das sind Aeußerlichkeiten, die man nicht gering achten soll— aber es gibt noch wichtigere Dinge. Ich denke an ein Mädchen, dem ich nachweisen konnte, daß sie eine Begebenheit, die sie mir mitteilte, außerordentlich ausgeschmückt, ja falsch dar⸗ gestellt hatte. Als ich sie darauf aufmerksam machte, entgegnete sie ruhig:„das habe ich mir so angewöhnt, da geht meine Phan⸗ tasie mit mir durch“ Fürwahr, eine traurige Entschuldigung, denn diese schlechte„Angewöhnung“ machte Minna nach und nach völlig unzuverlässig, um nicht zu sagen unwahrhaftig in ihren Mitteilungen und Aussagen. Auch die schlechte Gewohn⸗ heit ist eine Macht in unserem Leben.
Noch etwas möchte ich anführen, das häufig genug vor⸗ kommt und uns zeigen sollte, welch strenge Zucht wir an uns üben müssen, damit die gute Gewohnheit sich bei uns festsetze: untereinander stets höflich, freundlich, rücksichtsvoll zu sein. Das ist keine Gewohnheit, sagst du, das komme direkt aus dem Herzen? Glaube mir, es wiederholt sich oft, daß ein Mensch, der im Grunde seine Angehörigen herzlich lieb hat, für sie ar⸗ beitet und Opfer bringt, doch manchmal sich wenig liebevoll und freundlich ihnen gegenüber benimmt, sich gehen läßt in seinen Launen, denn„zu Hause braucht man sich nicht weiter zusammen zu nehmen.“ Er denkt sich nichts Schlimmesdabei, nur Höflichkeit, Rücksicht, das sich in Ehrerbietung— Zuvor⸗ kommen ist ihm nicht zur zweiten Natur geworden, und da die gute Gewohnheit nicht anerzogen, nicht gepflegt worden ist, nistet sich allmählich die schlechte ein. Seine Unfreundlichkeit war zunächst nur eine äußere, schlechte Gewohnheit, aber all⸗ mählich setzt sie sich fest und er kann nicht mehr anders sein. Es ist tatsächlich oft so: dein Mund spricht in der Aufregung häßliche, böse Worte, ohne daß du's schlimm meinst. Du lässest dich nur vom Augenblick fortreißen, beherrschest dich nicht und
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