Sonnabend, den 13. November 1926.
„Evangelische Warte“
Nr. 46.
Albeiler, Wirljchaft und Sozialismus.
Von einem Arbeiter.
Es dürfte für den Teil der Arbeiterschaft, oer dem gegenwärtigen Gang des Wirtschaftslebens nicht vödig interesselos gegenübersteht, lohnend sein, sich Gedanken darüber zu machen, was das Ende der gegenwärtigen schweren Wirtschaftsnotzeit sein könnte. Zu solchem Nachdenken sollte uns die Tatsache umso mehr anreizen, daß diese große, ja einzig dastehende Krise mit ihren schrecklichen Auswirkungen besonders auf den Arbeiter, scheinbar so ruhig und ohne ernstliche Störungen ihren Verlauf nimmt. Wenn man in Betracht zieht, wie leicht erregbar sich das Gemüt des Arbeiters in früheren Kri⸗ sen, die aber weitaus nicht den Grad der heutigen er⸗ reichten, sich zeigte, so müßte man eigentlich die Ergeben⸗ heit des Arbeiters in sein Schicksal bewundern. Ist es denn tatsächlich so weit gekommen, daß das Gros der Ar⸗ beiterschaft alle die Not willig zu ertragen gelernt hat nur mit der Hoffnung, daß es bald wieder besser werde, ja viel besser, als es unmittelbar vor dieser Krise war? Oder aber ist es bewußte Absicht seiner Führer, allen Zorn und Grimm über diese Notzeit, bei der es doch nur eine leidtragende Klasse gibt, zu sammeln und aufzu⸗ speichern bis zu jenem Augenblick, wo er mit sicherer Aussicht auf Erfolg zur Explosion gebracht werden kann? Wenn auch ein kleiner Teil der Arbeiterschaft zu jenen zählt, deren Gleichgültigkeit bewundernswert, aber im Grunde genommen genau so verhängnisvoll sich auswirken kann, so ist doch allen Ernstes dem ande⸗ ren Teil ganz besondere Beachtung zu schenken, der ganz und gar durchdrungen ist von dem Gedanken: die gegen— wärtige Wirtschaftskrise ist die letzte Phase in der ge— schichtlichen Entwicklung zum Kommunismus. Und das Erkennen dieser Tatsache gibt uns die Erklärung für die oben gestellten Fragen; es zeigt uns aber auch mit aller Deutlichkeit, daß der Arbeiter kaum noch daran denkt, am Gesundungsprozeß der Wirtschaft seinen Teil bei⸗ zutragen. Er will ja die Vernichtung dieses Systems und ist überzeugt, daß durch seine Passivität(wie wir sie also heute sehen) mehr erreicht wird, als wenn er in irgend welcher Weise tätig in diese Entwicklung ein— greifen würde. Gewiß gilt dieser Bewußtseins-Besitz nicht von allen jenen, es genügt aber auch völlig, wenn die vielen führenden Persönlichkeiten für Verwirklich⸗ ung dieses Planes Sorge tragen. Die politischen und gewerkschaftlichen Organisationen, samt den vielen an⸗ deren proletarischen Verbänden bilden für diese Arbeit ein günstiges Feld. Während also in der Wirtschaft auf der einen Seite ein erbitterter Kampf um die Macht und um die Erhaltung des bestehenden Systems sich abspielt, legt die Gegenseite, die, um es gleich zu sagen, die heilige Pflicht hätte, mit allen Kräften mitzuwirken an der Gesundung der schwer darniederliegenden Wirt— schaft, gelassen und mit verhaltener Freude über den immer mehr sich zeigenden Niedergang die Hände in den Schoß, wartend des Augenblicks, der kampfunfähigen Wirtschaft den Todesstoß geben zu können. So schreck⸗ lich dieses Ende auch ist, so nahe liegt es auch. Der Kommunismus ist, das muß mit aller Deutlichkeit ge⸗ sagt werden, nicht im Absterben, sondern im Zustand höchster Entwicklung. Es ist sein großer Nutzen, wenn diese Tatsache so wenig wie 1 erkannt und wahr⸗ genommen wird. Und wenn die Wirtschaft den Willen und die Kraft nicht mehr aufbringt, andere Wege in Bezug auf die Arbeiterschaft zu gehen, wenn sie ihre starren Formen weiterhin beibehalten will, wenn sie von ihrer Eigengesetzlichkeit dem göttlichen Willen gar nichts opfern will, dann ist es endgültig um sie geschehen. Dann wird sie von einer Form beherrscht werden, deren Schöpfer bisher nur Ketten kannten und die deshalb die Mängel der alten Ordnung nicht aufzuheben, son⸗ dern nur zu verpflanzen und weiter zu ziehen und zu vermehren imstande sind.
Wir als Christen sind uns wohl alle klar darüber, daß die Lösung der sozialen Frage, die, wie auch wir wissen, aufs engste mit dem Problem der Wirtschaft ver⸗ bunden ist, nicht durch den Kommunismus erfolgen kann. Diese Erkenntnis muß uns aber zu derselben Aktivi⸗ tät führen wie sie auf der andern Seite zu finden ist. Wir müssen uns sammeln zu einer großen mächtigen Einheitsfront überzeugt evangelischer Arbeiter. Keine Klassenfront wollen wir bilden zur Erkämpfung egoistischer Ziele. Unsere Einheitsfront will einzig und allein den göttlichen Willen hineintragen in das Getriebe der Wirtschaft. Die Autorität Gottes soll wie— der gelten. Der Weinberg des Herrn ist für uns unsere Arbeitsstätte, unser Berufsplatz; dort wollen wir in seinem Namen und für ihn wirken. Unsere Front soll von unserem Meister befehligt werden. Unser Kampf ist die Erfüllung seiner Gebote. Sein Wille geschehe im Himmel und auf Erden.
Was haben wir hier zu tun? Vor allem eines: Gehen wir mit allem Ernst an unsere Aufgaben heran und machen wir unsere Bestrebungen nicht zu einer Spielerei und Tändelei durch Vermengung mit Gesel— ligkeitsformen und Konzessionsbedürfnissen. Selbstver⸗ ständlich wollen auch wir nicht der Welt entfliehen, im Gegenteil, wir wollen gerade hinein, aber nur mit der Absicht, dem Willen Gottes zum Sieg zu verhelfen. Auch wollen wir uns freuen mit den Fröhlichen und weinen mit den Weinenden, das soll ja mit unsere Aufgabe sein, aber wir wollen unser Programm doch freihalten von jenem ausschließlichen Geselligkeitsbedürfnis, das bis⸗ her in mancher Hinsicht bereits schon Hauptzweck in christlichen Vereinigungen geworden ist. Mit einem
Wort, wir wollen unser ganzes Arbeitsfeld nur in einem reinen und lauteren Gottesdienst sehen.
Unsere soziale Aufgabe kann nur auf dem Boden der Buße und Gnade aufgebaut werden.
Wir müssen
offen bekennen, daß die verhängnisvollen Fehler im
gegenseitigen Zusammenarbeiten der einzelnen Wirt⸗ schaftsglieder und der jetzt leider Gottes einander so feindlich gegenüberstehenden Klassen und Volksgruppen gemeinsam gemacht wurden. Der Arbeiter hat gefehlt und geirrt, genau wie der Unternehmer; er ist mit ihm in das Meer der Schuld geraten und hat deshalb in gleicher Weise Anteil an dem Fluch, der über allen liegt. Wir sind gleicherweise mitschuldig an dem Ver⸗ sagen der Gerechtigkeit, die ein Volk erhöhet, wie an dem Verderben, das durch die Sünde der Leute ent⸗ standen ist. Das soll unser offenes Bekenntnis werden. Dann erst finden wir auch die Gnade, ohne die wir nichts vermögen, auch nicht die Mitwirkung am Bau des Gottesreiches. Und was wir von andern fordern, sol⸗ len wir zuerst an uns selber erfüllen lernen. Jeder muß sch selbst zuerst verpflichten, ehe er andere ver⸗ pflichtet. Das ist der Grundsatz, die„Goldene Regel“, die also heißt: Alles, was euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch. Wer an sich selbst Forderungen über Forderungen gestellt hat, der lernt auch fordern von andern und für andere. Und hier auf diesen Fun⸗ dament unterscheiden wir uns schon ganz gewaltig von dem Sozialismus der Masse. Hier finden wir so recht den Gegensatz zwischen dem Herzenssozialismus Jesu und dem Sozialismus der Welt. Wenn wir die ethi⸗ schen, politischen und moralischen Forderungen alter Sozialpolitiker auf diesen Grund stellen, dann sind sie auch nach dem Evangelium voll berechtigt. Wir können sie also zu den unseren machen und haben ihnen damit den religiösen Halt gegeben. Sie sind evangelisch-soziale Forderungen geworden.
Neben diesen in viele Einzelheiten sich verlierende Punkte tritt ein Hauptfaktor zu einer gesunden Auf— wärtsentwicklung des Ganzen in den Vordergrund. Die Entwicklung hat es mit sich gebracht, daß das ehe⸗ mals gute Einvernehmen zwischen Arbeiter und Arbeit⸗ geber im Klassenkampf und Klassenhaß mehr und mehr vernichtet wurde. Ohne eine Wiederherstellung dieses Urzustandes, zugleich aber verbunden mit einer den tat⸗ sächlichen Bedürfnissen entsprechenden Umgestaltung des⸗ selben, ist aber eine Gesundung nie möglich. Der Ar⸗ beiter muß zur Verantwortung mit voller Gleichberech⸗ tigung herangezogen werden. Die einzelnen Wirt⸗ schaftszellen sind heute mehr denn je aneinander ge⸗ bunden, sie sind also gegenüber ihrer früheren Selb⸗ ständigkeit heute vom ganzen Wirtschaftsorganismus abhängig. Diese neue Form des Wirtschaftslebens nimmt seinen Trägern nun aber auch manche Eigen- schaft und versagt ihnen gebieterisch ihre Berechtigung. Wir müssen deren Beseitigung auf sachliche Art an⸗ streben. An Stelle von Brutalität, Rücksichtslosigkeit und Gewissenlosigkeit soll gegenseitiges Verstehen, Opferwilligkeit, Nächstenliebe und Verantwortungsge⸗ fühl gegenüber Gott treten. Hader und Streit soll durch Frieden und Gemeinschaftssinn ersetzt werden. Der „Herr im Hause Standpunkt,“ so verständlich er sein mag, hat heute seine Berechtigung ziemlich ganz ver⸗ loren. Eine der wichtigsten Aufgaben ist noch die! Gebt dem Arbeiter, was des Arbeiters ist! Man wende jetzt nicht ein, woher man die Mittel nehmen solle. Die Basts, auf der eine dauernde ee mög⸗ lich ist, gründet sich nicht in erster Linie auf die Lösung von Lohn- und Gehaltsfragen. Nein, sie besteht auf dem Grundsatz des gleichen Rechts. Arbeiter und Unter⸗ nehmer sollen sich gleicher Rechte, aber auch gleicher Pflichten bewußt sein. Klassen- und Standesgegensätze müssen zunächst im Berufs- und Arbeitsleban verschwin⸗ den. Dann, wenn diese Grundbedingungen erfüllt sind, wenn auch gesellschaftliche Vorurteile guf beiden Seiten als beseitigt gelten können, dann sollen Arbeiter und Unternehmer daran gehen, gemeinsam zu prüfen, welche Produktionslasten die Mirtschaft zu ertragen vermag und wie diese umzulegen sind. Was also bisher unter Voranstellung des Gewinnstandpunktes vom Unter⸗ nehmer allein zum Fluch der ganzen Wirtschaft ge⸗ macht wurde, soll hinfort durch gemeinsame Arbeit zum Wohl und Segen aller Teile vollbracht werden. Maß⸗ stab für dieses Handeln muß das göttliche Wort werden: Einer trage des andern Last. Dann steht uns aber noch eine besondere Aufgabe zu: Menschen zu erziehen, die im Dienst dieser Arbeit Gottesdienst sehen. Und allein auf diesem Wege können wir eine göttliche Linie zur Lösung sozialer und Wirtschaftsfragen finden.
Wenn es nicht gelingt, einen Weg in diesem oder ihm verwandten Sinne zu finden, wenn im Gegenteil die Krise verschärft, die Klassen immer mehr einander befehden, wenn weiterhin das nur leider zu bekannte Wort„Proletariat“(die entrechtete oder besitzlose Klasse) Berechtigung hat, ja, daß sogar diese Bezeich⸗ nung, wie das heute schon ist, einem Ehrentitel im Kampf mit dem Feind gleichkommt, dann ist es ganz selbstverständlich, daß diese Klasse der Entrechteten end— lich ihr eigenes Recht findet oder sich selbst gibt. Dann aber wehe denen, die diese Entwicklung durch ihren oft grenzenlosen, keine menschlichen Rücksichten mehr ken— nenden Egoismus beschleunigten und förderten.
Wir haben jedenfalls auch hier wahres Tatchristen— tum leuchten zu lassen. Wir kennen den göttlichen Willen aus seinem Wort. Wenn wir ihm nicht hier Geltung und Wirkung verschaffen, so fallen auch wir unter sein heiliges Gericht. Darum auf zur Arbeit in seinem Weinberg! Laßt uns deshalb auch mit Freu— den im Dienst am Nächsten, am Volk und an der Mensch— heit leben, leiden und wenn es sein sollte, auch sterben. Dazu schenke uns Gott der Herr Kraft!
Heinr. Dolde, in den„Christl.⸗soz. Blättern“,
Vom Kampf um die Wellanschauung
Wie Rom seine Seelen gewinnt.
Zu St. Veit a. d. Glau lebt eine vierköpfige Fa⸗ milie, der Vater trinkt, allmählich gehts bergab. Der katholische Pfarrer kommt zur Frau: Alles Unglüc komme daher allein, daß sie seiner Zeit mit den Ihrigen evangelisch geworden sei. Das Wort trifft. Mit dem Herzen zwar ist die Frau ganz evangelisch— römische
Unduldsamkeit hat sie einst aus ihrer Kirche getrieben
— aber, vielleicht hat der römische Pfarrer doch recht,. Der läßt es an Eifer nicht fehlen. Für den Fall, daß sie wieder katholisch wird, wird Unterstützung verheißen, Wochenlang dauert das innere Ringen. Um der Zu⸗ kunft ihrer Kinder willen wird sie katholisch. Vier Seelen sind gewonnen. Im gleichen Tal wohnt eine evangelische Spenglers-Familie, keine Wohnung, kein Verdienst, es ist ein Elend. Treten Sie über, dann krie⸗ gen Sie beides, verheißen die Redemptoristen. Und sie tuns und hoffen auf eine gesicherte Zukunft. Wieder zwei Seelen.— Nicht weit davon liegt im Isolierspital ein Evangelischer, typhusverdächtig. Der katholische Pfarrer wird geholt. Nein, begehrt der Kranke auf, von Ihnen lasse ich mich nicht versehen, ich will meinen Pfarrer haben. Der kommt nach zwei Tagen. Im Ge⸗ birge sind die Wege weit. Wer sitzt wieder am Lager? Der römische Pfarrer. Er redet auf den Kranken ein, der hat sich von ihm zur Wand gekehrt, ein anderes Mittel hat er ja nicht, sich seinem Bedränger zu ent⸗ ziehen. Eine stille Abendmahlstunde wird gefeiert und nun tritt eine ganze Familie zur evangelischen Kirche über, weil sie es nicht vergessen kann, wie ein Eiferer einem Wehrlosen zugesetzt hat. *
Die Verklösterung Deutschlands.
In Nürnberg wird gegenwärtig das dritte Kloster gebaut. Seit langem schon befindet sich im Innern der Stadt eine Niederlassung katholichen Lehrschwestern. Vor einigen Jahren wurde im Süden ein Franziskaner⸗ kloster errichtet, nun wird im Norden der Stadt ein Klo⸗ ster für Niederbronner Schwestern mit katholischem Krankenhause erbaut.
Die gefährliche Reformationsdenkmünze wird auch weiter verteilt.
Die Verteilung einer Reformationsdenkmünze an den Berliner Schulen wurde in Erinnerung an die Ein⸗ führung der Reformation durch städtischen Gemeinde⸗ beschluß im Jahre 1841 eingeführt und von der Schul⸗ behörde 1842 bestätigt. Im letzten Sommer hat die rote Mehrheit des Berliner Stadtparlaments durch einen Beschluß den Berliner Magistrat ersucht, die Ver⸗ teilung der Reformationsdenkmünzen künftig zu unter⸗ lassen und zu verhindern. Der Berliner Magistrat aber hat auf das Ansinnen geantwortet:„Die zu jener Zeit im Amte stehenden Gemeindebehörden haben ihre Nach⸗
folger in feierlicher Form ersucht, die Verteilung bis
zum 2. November 1939 fortzusetzen; wir erachten es für angebracht, diesem Wunsche Rechnung zu tragen.“
Alls Hessen.
„Mainzer Volkszeitung“ und Evangelische Volksgemeinschaft.
Die„Mainzer Volkszeitung“, das Parteiorgan der Sozialdemokratie, schreibt in ihrer Nummer vom 9. No⸗ vember:
Eine neue Partei in Hessen!
Um einem tiefgefühlten Mangel abzuhelfen. Unter dem Namen„Evangelische Volksgemein⸗ schaft“ wirbt zur Zeit auf dem Lande eine neue politische Partei in Versammlungen um Mitglieder. Die Agita⸗ toren, meist evangelische Pfarrer, suchen vorzugsweise Gemeinden mit überwiegend bäuerlicher Bevölkerung auf und künden an, daß die neue Partei für die näch⸗ sten hessischen Landtagswahlen zum ersten Male eigene Kandidaten aufstellen werde. Zu den Versammlungen eingeladen werden:„Alle Evangelischen, die sich sehnen, aus dem unerquicklichen Parteigezänk heraus zu einer wahrhaft sozialen Volksgemeinschaft zu gelangen“.
Es freut uns sehr, daß die„Mainzer Volkszeitung“ ihre Leser mit uns bekannt gemacht hat. Doch scheint sie mit den Worten„Agitatoren“,„Pfarrer“ und „Bäuerliche Bevölkerung“ unsere Bewegung auf einen anderen Karren schieben zu wollen. Sie weiß schein⸗ bar noch nicht, daß wir auch reichen Zustrom aus Ar⸗ beiterkreisen, gerade in der Nähe von Mainz und in
Mainz haben, Wir sind eine evangelische Volksgemein⸗
schaft, die alle Berufe, alle Klassen und Stände um⸗ faßt. Uns einigt alle: Unser evangelischer Glaube!
*
Von der Diakonie.
Es mag unsern Lesern von Interesse sein, etwas über die Gesamtarbeit der Diakonie im Hessenlande, über ihre Verteilung auf die einzelnen Provinzen, über die Beteiligung der einzelnen Provinzen und Orte an der Diakonie zu hören. Solche Zahlen haben nicht nur ein statistisches Interesse; sie zeigen klar und deutlich, wie die Gesamtlage der Diakonie ist.
In Hessen arbeiteten am 1. Februar 1926 von grö⸗ ßeren Organisationen das Elisabethenstift mit zurzeit 344 Schwestern und der Diakonieverein mit 130 Schwe⸗ stern. Davon stehen in der Außenarbeit beim Elisa⸗ bethenstift 249 Schwestern, beim Diakonieverein, der seine großen Arbeitsgebiete außerhalb Hessens hat, 46 Schwestern in Hessen selbst. Stärker als der letztere ist an der hessischen Arbeit beteiligt das badische Non⸗ nenweirer Diakonissenhaus, das mit der großen Zahl von 124 Schwestern an der hessischen Arbeit beteiligt ist. Aus Hessen stammen im Elisabethenstift 250 Schwe⸗
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