Einzelbild herunterladen

Sonnabend, den 20. März 1926.

sätzlich geeinigt, und zwar werden folgende Punkte ge nannt:

Auch dabei würde es nicht bleiben. Anderes Privat eigentum würde folgen.

Zusammensetzung des Sondergerichts, rückwirkende Kraft des Gesetzes und einzelne Fragen betreffend die Teilungsmasse.

In der neulich von mir gemeldeten Klage der Ge⸗ werkschaften gegen die Reichsbahn fand am 5. März vor der 8. Zivilkammer des Landgerichts 1 in Berlin die Verhandlung statt. Die Gewerkschaften waren vertreten durch Rechtsanwalt Roth, die Deutsche Reichsbahn-Ge⸗ sellschaft durch Rechtsanwalt Bathmann. Nach längerer Verhandlung wurde das Arteil gefällt, das die Klage der Gewerkschaften kostenfällig abweist. Die Begrün⸗ dung des Urteils steht noch aus.

Daß unser deutsches Wirtschaftsleben sich immer noch nicht gebessert hat, ist eine traurige Erkenntnis. Da gibt es zunächst zwei wichtige Wege, welche etwas Hilfe bringen können. Sparen ist der eine, und bei deutschen Firmen Aufträge erteilen ist der andere Weg. An Sparen scheinen aber nicht alle Volksvertreter im Reichstag zu denken.

Um die vom Reichskanzler gewünschte engere Füh lung zwischen Reichsregierung und Regierungsparteien aufrechtzuerhalten, soll wieder ein interfraktioneller Ausschuß gebildet werden. Die demokratischen Partei führer Koch und Erkelenz aber haben jenen Wunsch des Kanzlers als eine günstige Gelegenheit zur Schaffung eines neuen Reichsministerpöstchens betrachtet. Nach ihrer Ansicht würde nämlich, so berichtet dieVoss. Ztg., jener Wunsch des Kanzlersam besten dadurch erreicht werden, wenn ein Minister ohne Portefeuille ernannt würde, der unausgesetzt mit dem Reichstag Fühlung nehmen, den Aeltestenrat besuchen und sich über alle ein schlägigen Dinge mit den Regierungsparteien in Ver bindung setzen würde.

Bei einer Ausgabe von jährlich 529 Millionen Mark für Reichsbeamte und bei einer jährlichen Pen⸗ sionslast von 1,5 Milliarden Mark liegt sicherlich kein Gedanke näher, als der echt demokratische, ein neues Pöstchen in Gestalt eines Ministers ohne Portefeuille zu schaffen.

Hier baut man ab, dort baut man gut bezahlte Pöstchen für Parteigenossen an.

Den zweiten Weg hat die Reichsbahngesellschaft versäumt. Darüber liest man in einer Berliner Korre⸗ spondenz u. a.:

Wie bereits gemeldet, hat die Reichsbahn dem Ausland erhebliche Aufträge gegeben, hauptsächlich in Eisenbahnschwellen aus Hartholz. Die deutsche Holz industrie, die bisher in der Lage war, der Reichsbahn jährlich den weitaus größten Teil ihres Bedarfes liefern zu können, ist durch diese Einkaufspolitik in eine äußerst schwierige Lage geraten.

Das Eisenbahnzentralamt hat sämtlichen deutschen Firmen die bestellten Schwellenlieferungen stark gekürzt, da aus Ersparnisgründen der Einkauf eingeschränkt werden müsse. Für das laufende Jahr hat die Reichs⸗ bahn einen Bedarf von rund 1700 000 Schwellen, und davon hat die deutsche Industrie 1 200 000 Stück zur Lieferung erhalten. 15 so überraschender ist die Tat⸗ sache, daß die Reichsbahn jetzt rund 500 000 Schwellen im Ausland bestellt hat, davon 400 000 Stück in der Tschechoslowakei. Die restlichen 100 000 verteilen sich auf andere Länder, darunter Albanien usw. Der Wert dieser Auslandsaufträge beläuft sich auf rund 3 Mill. Mark. Die Holzindustrie hat sich nunmehr an den zu ständigen Ausschuß des Reichstages gewandt. Eine kleine Anfrage ist bereits nach dieser Richtung gestellt.

Das Eisenbahnzentralamt hat nun bei diesen Ge schäften keine sehr glückliche Hand bewiesen, denn die Verluste, die die Reichsbahn aus derartigen Bestel lungen zu tragen hat, erreichen fast die Höhe von 500 000 Mark. Man hatte u. a. auch in Albanien Eisenbahnschwellen in Auftrag gegeben und hatte dem Vertreter einer dort angeblich bestens bekannten Firma auf die Lieferung einen Vorschuß von 150 000 Mark ausgezahlt, leider mit dem Erfolg, daß die Holzschwellen nicht geliefert wurden. Die Reichsbahn kann nun auf dem Klagewege, unter Zuhilfenahme des Auswärtigen Amtes, versuchen, das verlorene Geld wiederzubekom men. Recht unglücklich war auch ein Vertragsabschluß mit einer Wiener Firma, der man einen Vorschuß von annähernd 200000 Mark auszahlte, ohne Sicherheiten für die Durchführung der Lieferung zu erhalten. Die Wiener Firma ging nämlich einige Wochen nach Emp fang dieses Betrages in Konkurs. Diese beiden Fälle stehen leider nicht vereinzelt da, so daß die Verluste etwa die oben angegebene Summe erreichen.

Wenn das Eisenbahnzentralamt bisher behauptete, daß die im Ausland gekauften Holzschwellen wesentlich preiswerter seien als inländische Ware, so kann man diesen Behauptungen nicht zustimmen. Die Reichsbahn kauft z. B. in der Tschechoslowakei Schwellen, die nach Ohlau in Schlesien geliefert wurden. Diese Schwellen

wurden für das Rheinland benötigt und von der Reichs

ellnässen.

Ich bin befreit

vom 1. Tage an, wo ich von lhrer Methode Ge brauch machte, bin ich das Uebel los. So schr. Landw. O Brambacser im Hof. Alt, u Geschl. angeb. Anck. kostenl.

Intl WInxler

Münoben M 256257 Nymphenburgerstr. 68

D

trockenem Wege, macht schöne Frisur, besond. geeignet für Bei Tanzu. Sport unentbehrlich. Zu haben in Dosen von M! an in Friseur- geschästen. Parfümerien, Drogerien u. Apo- theken. Nachahmung weise zurück!

Drucksachen pas Hin Klein

.....;!

pallabona- Puder

reinigt u. entfettet das Haar auf

Bubikopf

Evangelische Warte

bahn dorthin gebracht, wobei sich-der Transport jeder einzelnen Schwelle queur durch Deutschland hindurch auf 2,20 Mark pro Stück stellte. Dadurch sind tatsächlich die Eisenbahnschwellen erheblich teuer geworden, als wenn man sie im Inland selbst gekauft hätte.

Dazu gehört aber auch, daß Deutsche nur deutsche Erzeugnisse kaufen. Denn recht unerwünschte Ausländer machen sich in Deutschland breit. Ein Beispiel dafür sei folgendes:

Der Inhaber der bekannten Reifenfabrik Michelin u. Co. in Clermont⸗Ferrand, Herr Andre Michelin, hat in seiner Eigenschaft als Vizepräsident des französischen Komitees für Luftschiffahrt in der ZeitschriftChimie et Industrie Vol. 13, Nr. 2, 1925, einen stark ver⸗ hetzenden Artikel veröffentlicht, der die Vorbereitung von Repressalien gegenüber Deutschland propagiert. Sollte Deutschland einmal nicht mehr so wollen, wie Frankreich will, so schreibt dieser freundliche Herr,so müßten die alliierten Flugzeugverbände nach einheit lichem Plan und zur gleichen Zeit Köln, Essen, Ham⸗ burch, München und Berlin mit Bomben bewerfen. Die Alliierten müßten sich durch eine schriftliche Abmachung verpflichten, zu diesem(1) Zweck eine bestimmte Anzahl von Bombenflugzeugen jederzeit startbereit zu halten. Das Komitee wird mit allen Mitteln für den vorstehen den Plan werben und sich dafür einsetzen, daß er von den in Frage kommenden Staaten angenommen wird.

Hierzu bemerkt der Deutsche Automobil⸗Händler⸗ Verband ganz richtig: Herr Michelin bemüht sich zur Zeit sehr stark um den Absatz seiner Michelin-Automobil⸗ reifen in Deutschland. Sollte er glauben, daß er mit diesem Artikel den Boden dafür bestens vorbereitet hat?

Fast scheint es so. Denn Herr Michelin hat die Räume der Ludwig Ganz A.-G. in Mainz bezogen und wird von hier aus seine Gummireifen dem deutschen Michel verkaufen. Unsere eigene Industrie darf ja immer mehr verkümmern, unsere Arbeitslosen täglich mehr werden. Der Franzose macht das Geschäft mit deutschem Geld. So kalkuliert Herr Michelin, der Deutschenhetzer, darum hütet euch vor ihm!

Aus unjerer Bewegung.

In den letzten Wochen fanden in Oberhessen eine ganze Anzahl recht gut besuchter Versammlungen statt. Reichsgeschäftsführer Weidner sprach in Herchenhain, Wingershausen, Michelnau, Lich, Frischborn, Ilbes⸗ hausen und Gedern. An allen diesen Orten erklärten sich am Schluß der Versammlung unsere Vertrauens- leute und andere sogleich zur Gründung einer Orts gruppe bereit. In Gedern traten sofort über 20 Evan⸗ gelische aus allen Berufsständen der Ortsgruppe bei. Es ist kein Zweifel mehr: Unsere Bewegung marschiert! Das evangelische Volk will die Evangelische Volks⸗ gemeinschaft! Ueber die Versammlung in Frischborn berichtete derLauterbacher Anzeiger:

Frischborn, 4. März. Gestern abend 8 Uhr hatte die Evangelische Volksgemeinschaft zu einer Versamm⸗ lung in der Wirtschaft Himmler eingeladen. Eine große 7 0 evangelischer Einwohner leisteten der Einladung Folge und füllten das Lokal bis zum letzten Platz. Nach einleitenden Vorträgen des Kreisvorsitzenden der Evan⸗ Volksgemeinschaft, Lehrer Scharz, Rudlos, sowie des Kreistagsmitglied Stock von Blitzenrod, ergriff der Geschäftsführer der Deutsch-evangelischen Volksgemein schaft, Pfarrer Weidner, das Wort zu seinen Aus⸗ führungen überZweck und Ziele der Evangelischen Volksgemeinschaft. In sachlicher, klarer Weise legte er in seiner 2stündigen Rede die Gründe dar, die dazu führten, eine evangelische Volksgemeinschaft ins Leben zu rufen, die unter diesem oder ähnlich klingenden Na men in ganz Deutschland in stetem Wachsen begriffen ist. Lautlos- mit gespannter Aufmerksamkeit, lauschten alle Zuhörer den Ausführungen, die ihnen auch bisher unbekannte Vorgänge im parlamentarischen und wirt schaftlichen Leben unseres Volkes zur Kenntnis brach ten. Reicher Beifall lohnte den Redner am Schlusse seiner Ausführungen, die gegen 1 Uhr beendet wurden. Gar manche Frage des öffentlichen Lebens, die die Ge müter des Volkes zur Zeit bewegte, fand dann in leb hafter Aussprache im Sinne der Evangelischen Volks- gemeinschaft ihre Beantwortung. Als aber der Zeiger der Uhr über 2 gerückt war, hielt man es doch an der Zeit, für diesesmal Schluß zu machen, da jeder doch gern vor Beginn des neuen Tagewerkes einige Augen voll Schlaf nehmen wollte. Wie der Hauptredner des Abends sich hier eingeführt hat, kann man am besten daraus erkennen, daß beim Abschiednehmen aus der Versammlung heraus laut der Wunsch ertönte: Herr Pfarrer, kommen Sie doch recht bald einmal wieder zu uns.

Die Provinzialausschußwahl in Gießen.

Wie uns aus Rheinhessen mitgeteilt wird, herrscht dort eine irrtümliche Auffassung über die Art, in der der Abgeordnete der

V

imqqe NN. 6

DiE 5g Zi Err

AbtER- cOHPAGNIE A.. ORE SOF.

0

1

2

Evangelischen Volksgemeinschaft

16(Christ) mittl. Alters, verhelrat. N

J Nr. 12.

in den Provinzialausschuß gekommen sei. Es wird dor

gemeinschaft und den Demokraten gesprochen. Wir wi sen, wie wir uns vor einem Bündnis mit den Demo⸗ kraten zu hüten haben, zumal von links und rechts unserem Reichsgeschäftsführer Weidner seine frühere Zugehörigkeit zur demokratischen Partei vorgeworfen wird. Vielmehr war die Sache so, daß Herr Bürger⸗ meister Völker, welcher sowohl von der Deutschen Volks partei als auch von e f jedes Parteibündnis ablehnte. Die Demokraten woll⸗ ten ursprünglich mit den Sozialdemokraten zusammen⸗ gehen, die Deutsche Volkspartei ist mit dem Zentrum zusammengegangen. Leider mußte uns ein Bündnis unmöglich machen. f 0 drei 9 vergeblichen Verhandlungen eine rein persönliche Liste zwischen Herrn Langsdorf und Herrn Völker zustande, welche ausdrücklich frei von jeder Parteiabmachung war. Die gemeinsame Liste trug das Kennwort: Ar beitsgemeinschaft und hatte zwei Namen, den des Herrn Langsdorf und den des Herrn Völker. Es wurde fer⸗ ner zwischen beiden Herren das Abkommen getroffen, daß stets Herr Bürgermeister Völker den Sitzungen dez Provinzialausschusses an Stelle des Herrn Langsdorf beiwohnen wird, sobald Fragen verhandelt werden, welche als besondere Ziele unserer Evangelischen Volks, gemeinschaft zu gelten haben. Damit hat Herr Völkel es ermöglicht, daß unsere Bestrebungen eine Vertretung im Provinzialausschuß haben. Wir stellen demnach fest, daß es kein Bündnis zwischen der Evangelischen Volks gemeinschaft und den Demokraten gibt. Wer anders behauptet, verbreitet eine Lüge.

Aus Politik und Marlament.

Der neue Reichsschulgesetzentwurf.

Im Haushaltsausschuß des Reichstages kündigte der Reichsinnenminister Dr. Külz an, daß ein neuer Entwurf des Reichsschulgesetzes geplant ist. Der Mini⸗ ster wird die Vorbereitung der Vorlage ein nach dem Scheitern so vieler Entwürfe schwieriges Unter, fangen lt. Mitteilungen der Presse persönlich über nehmen.

*

Hoffnungsschimmer?

Als Wirkung der Regierungsaktion zurWieder ankurbelung der Wirtschaft(500-Millionen-Kredit) glaubt ein Berliner Blatt die Verminderung der Ar⸗ beitslosenziffern um 300400 000 Personen in Aussich stellen zu können. Einstweilen ist die Kurve der Ar beitslosigkeit noch immer im Steigen, wenn auch das Tempo in letzter Woche sich etwas verlangsamt hat.

*

Allerlei.

Das Evangelische Konsistorium der Mark Brandenburg gegen die römisch⸗katholische Bettelei.

In seinenAmtlichen Mitteilungen vom 16. Fe⸗ bruar 1926 erläßt das Evangelische Konsistorium der Mark Brandenburg folgende Bekanntmachung unter dem Titel:Katholische Sammeltätigkeit: Es ist ung bekannt geworden, daß das in dem ehemaligen Gasthof Zum Roland in Schöneiche bei Klein⸗Schönebes (Niederbarnim) unter dem Namen Johannes Hoferstift bestehende Pflege- und Erholungsheim für verwaiste Kinder Unterstützungsgesuche auch an evangelische Per sonen versendet. Wir machen darauf aufmerksam, daß das Haus von Franziskanern geleitet wird und katholi sches Waisenhaus ist gez. D. Haendler.

Es ist erfreulich, daß jetzt einmal eine hohe evan gelische Kirchenbehörde in Sachen des hemmungslos betriebenen römisch-katholischen Bettels bei Anders gläubigen das Wort ergriffen hat.

ä

Arbeitslosenhilfe der evangelischen Jugend.

Die Not der jugendlichen Arbeitslosen ist bekannt⸗ lich nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine seelisch-moralische. Der Reichsverband der evang. Jung männerbünde Deutschlands hat deshalb schon wiederholt besondere Führerkurse für arbeitslose junge Männer veranstaltet, die die Aufgabe haben, sie zur tätigen Mitarbeit innerhalb des evangelischen Jugendwerkes zu schulen und ihrer Charakterbildung und inneren Ver⸗ tiefung zu dienen. Ein neuer Lehrgang dieser Art ist soeben in dem Erholungsheim des Reichsverbandes in Dassel i. Solling unter außerordentlich starker Be teiligung eröffnet worden. Um die Schwierigkeiten zu beheben, die örtliche Verwaltungsstellen den jugend⸗ lichen Teilnehmern solcher Kurse zuweilen machen, hat der Reichsverband mit Unterstützung des Reichsaus⸗ schusses der Jugendverbände die in Frage kommenden Regierungsstellen um eine Verfügung gebeten, die jugendliche Arbeitslose während der Teilnahme an der⸗ artigen Lehrgängen von der Meldepflicht bei den Ar beitsnachweisen befreit, ohnen ihnen die Vorteile der Arbeitslosenunterstützung zu entziehen..

Belirks-Reisender

Luperle mil alda

billigst ALBIN KLEIN, Giessen

Id Elder lens

9 Pfund= Mark 6.

sof. v. führender Schuheremefabrik gegen Gehalt, Provision und feste Spesen gesucht. Es wollen sich nur Herren melden, die bei Kolonial⸗ waren-Händlern best. eingef. sind.

Eil⸗Offerten unter 6 1039 an die Expedition dieses Blattes erbeten.

Dampfkäsefabrlk, Rendsburg.

von einem Bündnis zwischen der Evangelischen Volls⸗

den Demokraten umworben wurde,

Schließlich kam nach onliche Air 1

ö 6

.

4

1

franko 4