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ion. Im Jahre 1923 gaben die amerikanischen Kirchen

Ereignis wie der Affenprozeß in

will, daß seine Kinder daran teilnehmen, muß sie in einen Moralunterricht schicken. Was den amerikanischen

das leidenschaftliche Bekenntnis zum Pazifismus. Seit⸗

ben hat, hat er das Vertrauen des amerikanischen Vol

jenen Satz:

richten muß, sondern auf Gemeinschaften, auf Betriebe,

Neues aus dem japanisthen Leben

aufhaltsamen Prozeß der Umgestaltung aller seiner Lebensver⸗

Wissenschaft.

zen nichtchristlichen Welt, auch die der alten Kulturvölker Ost⸗

4 nicht nur höheres Licht ein, sondern birgt auch tiefere Schatten

ien Tiefen erschütterndes und auch die guten Grundlagen des

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Sonnabend, den 20. März 1926.

Evangelische Warte

Nr. 12.

litischen Aufgabe kommt die außenpolitische der Mis⸗

allein 45 Millionen Dollar für Missionszwecke. Aber diese Aktivität verhindert nicht die Gefahr, die daraus entsteht, daß die Religion in Amerika hemmungslos wuchert und nicht wie bei uns eine geformte, erzogene Religion ist. Ein verhängnisvoller Bruch zwischen Kul⸗ zur und Religion bedroht Amerika. Nur so wird ein Dayton begreiflich. Neue Ansätze zu großen Reformen sind begonnen. Man ist schon in vielen Staaten so weit, einen öffentlichen, staatlichen Religionsunterricht einzuführen. Wer nicht

Kirchen heute noch ein besonderes Gepräge gibt, das ist dem Hindenburg den Vertrag von Locarno unterschrie⸗

les. Dieser Vertrag war in Newyork in 50 Prozent der Kirchen der Gegenstand der letzten Weihnachtspredigt.

D. Frick gab mit diesen Mitteilungen noch eine Fülle ebenso interessanter Details als geistvoller Be⸗ srachtungen. Im Anschluß an die Tatsache, daß in Amerika die Kirche jetzt auf dem Wege zu einer an⸗ erkannten staatsbürgerlichen Bedeutung ist, nannte er Religion ist Privatsache, eine oberfläch⸗ liche Phrase und bekannte, daß auch bei uns die Kirche nicht mehr in erster Linie ihre Arbeit auf den Einzelnen

Stadtverwaltungen, wirtschaftliche Verbände und Fa⸗ hriken. Das Problem sei nicht, Religion ist Staatssache oder Privatsache, sondern Religion ist ein Drittes, ist eine eminent öffentliche Angelegenheit, und die Kirche 17 90 eine kämpfende, öffentlich anerkannte Volkskirche werden.

Passionszeit.

Wenn es auf Ostern geht, sind besonders ernste Tage im Kirchenjahr. Es ist die Passionszeit. Was der Mann von Nazareth hat leiden müssen, das soll dem Christenvolke in diesen Tagen und Wochen besonders deutlich zum Bewußtsein kommen. Wie der große und selbstlose Helfer zum Dorngekrönten wurde, wie ihn Undank und Unverstand verfolgte, wie er dennoch uner⸗ müdlich seinen Heilandsweg gegangen ist und wie er auf Gol⸗ gatha als ein Sterbender doch der erhabene Sieger blieb, das hat auch heute noch für jeden ernsten Menschen etwas Ehr⸗ würdiges und Ergreifendes. Für die christliche Kirche aber be⸗ deutet es den unvergänglichen und heiligsten Mittelpunkt des Glaubens.Darum laßt uns versuchen, so heißt es in der tief⸗ ernsten Ansprache, die jüngst ein Landesbischof an alle Gemein⸗ den der Landeskirche ergehen ließ,die Menschen aus ihren Interessen und Fragen heraus zum Kreuz zu rufen und um das Kreuz zu sammeln. Das Kreuz ist neutestamentlich verstanden, die Stätte, da man zusammenkommt. Man wird ein solches Wort um so dankbarer begrüßen, als es in eine besonders schwere geit hineinleuchtet, eine Zeit, wo neben vielen äußeren Nöten auch eine große Weltanschauungsnot zu schaffen macht. Christ⸗ licher Passionsglaube will das Leid nicht einfach beiseite schieben, aber er nimmt ihm die schicksalhafte Trostlosigkeit, er stellt es vielmehr eben in das sieghafte Licht des Kreuzes, und so kann hier sogar von einem Leidsegen die Rede sein. Die Leidenszeit des deutschen Volkes und damit im Zusammenhange die vielen Plagen und Kümmernisse ungezählter Einzelner, alles ist dennoch nicht bloß zum Verzweifeln, wenn über allem Wirrsal klärend und erlösend jenes Golgatha⸗Kreuz sich erhebt, das dem innersten Menschen Halt und Frieden geben möchte.

und der Japan⸗Mission.

Von Missionsdirektor D. Dr. Witte 2. Fortsetzung. 3. Die Umwandlung des japanischen Lebens. Seit dem Jahre 1868 ist das japanische Leben in einen un⸗

hältnisse hineingezogen worden. Alles, aber auch alles, wird völlig anders, als es vorher war. Zuerst wurden die äußeren Lebensgebiete davon betroffen. Es kamen Eisenbahnen, Dampf⸗ schiffe, Fabriten, elektrisches Licht. Dann kamen Schulen, Hoch⸗ schulen, ein Parlament, Zeitungen, Bücher, Theater, Kinos und brachten unsere Gedanken, Lebensanschauungen und unsere

Gewiß stellt die Zivilisation und Kultur der westlichen christlichen Völker eine höhere Lebensstufe dar als die der gan⸗

asiens. Aber einmal schließt unsere Zivilisation und Kultur

und bringt größere Schwierigkeiten und erbitterte Kämpfe aller Art mit sich. Und sodann kommt diese westliche Zivilisation und Kultur über die asiatischen Völker als etwas Fremdes, als etwas, was ganz anders ist, als ihre bisherige Lebensform. Nun gibt es dort ein tragisches, die Volksseele bis in die tief⸗

alten Wesens allmählich zerstörendes Ringen zwischen dem Al⸗ len und dem Neuen. Dieser ungeheure, sehr schwere Konflikt im Leben Japans wird bei uns längst nicht ernst genug er⸗ lannt und mitempfunden. Einige Beispiele mögen diese neue Not, die in das japanische innere Leben hineinkommt, verdeut⸗ lichen.

1. Der japanische Staat hat eine religiöse Grundlageg is ist der Glaube an das göttliche Wesen und die göttliche Ab⸗ tammung des japanischen Kaiserhauses, das sich in direkter Ab⸗ solge herleitet von der obersten Gottheit, der Sonnengöttin Umaterasu⸗o⸗mi⸗kami. Ein riesiger Tempel ist zur Anbetung bes im Jahre 1912 verstorbenen Kaisers Mutsuhito in Tokyo erbaut worden. Große Scharen von Menschen beten dort täg⸗ lich den göttlichen, nun verewigten Kaiser an. Jetzt aber kom⸗ men in diese Welt ganz unvermittelt die Gedanken der west⸗ lichen Demokratie, des Sozialismus und Bolschewismus hinein. Das ergibt schwere Kämpfe, zumal auch ganz neue Wirtschafts⸗

MWothensthau.

Der Tag in Genf hat begonnen. Man versucht, die

Entscheidung über die Ratssitze hinauszuziehen und

hofft, daß die Vertreter Deutschlands mit der Zeit nach⸗

geben, denn die Deutschen haben ja doch immer nachge geben. Allerdings hat die Intrige gegen Deutschland einen schweren Schlag erhalten durch den Sturz des

Kabinetts Briands. Briand weilte nur kurz in Genf

während der Eröffnung der Tagung. Dann reiste er

wieder nach Paris, wo er zur Zeit bemüht ist, ein neues

Kabinett zu bilden. Inzwischen hat der französische

Standpunkt in der Ratsfrage sehr gelitten. Aus Lon⸗

don wird sogar gemeldet, daß Sir Austen Chamberlain

seinen Standpunkt gewechselt habe und bemühe sich jetzt um den ausschließlichen Eintritt von Deutschland.

Schweden will auf keinen Fall eine Vergrößerung des

Rates dulden. Auch Belgien ist gegen den Eintritt

Polens, Spaniens und Brasiliens. Dieses Ränkespiel

hin und her hat dem Völkerbund in Amerika noch keine

Achtung verschafft.

Die gesamte Newyorker Presse äußert sich über Genf

äußerst pessimistisch und stellt folgende zwei Gesichts⸗

punkte in den Vordergrund:

1. Man müsse Deutschlands Vorderungen verstehen, daß im Einklang mit den Locarnoverträgen mit, Deutschland zusammen keine andere Nation in den Völkerbundsrat aufgenommen werden dürfe;

2. Die Vorgänge in Genf bewiesen, daß der Völker⸗ bund zum Spielball nationaler Intrigen herabge⸗ würdigt werde.

Selbst ein Blatt wie derNewyork Herald erklärt, das Genfer Problem erscheine hoffnungslos. Der VPöl⸗ kerbund brauche anscheinend einen Diktator. Der Ver⸗ treter derNewyork Times schreibt, die ganzen Genfer Verhandlungen seien durch die Furcht der Völker vor⸗

Locarno zeitweise nicht mehr sichtbar sei. Die deutsche Haltung sei vom technischen und diplomatischen Stand⸗ punkt aus durchaus richtig. ö Bis jetzt sind unsere deutschen Abgesandten noch fest auf ihrem Standpunkt geblieben. Es wäre doch für uns trostlos, wenn unser Reichskanzler und der Reichs⸗ außenminister den schon bald gewohnten Umfall auch diesmal machen würden. Dann würden wir wohl aller Welt ein Gespött bleiben. Leider gibt es wirklich in Deutschland ein Blatt, das diesen Umfall wünscht. Wenn ich die Zeitung nenne, wird es jeder unserer Leser begreifen. Von derVossischen Zeitung ist vor einigen Tagen der Versuch gemacht worden, Deutschland ins Unrecht zu setzen, indem behauptet wurde, bei Frank⸗ reich und England habe schon längst den Plan einer Umformung des Völkerbundrates dem jetzt von ihnen beabsichtigten Sinne bestanden, davon seien wir seit langem unterrichtet gewesen, und unser Widerspruch gegen diesen Plan im gegenwärtigen Augenblick könne nur dazu dienen, uns erneut die Feindschaft England und Frankreichs zuzuziehen. In seiner Hamburger Rede hat der Kanzler Gelegenheit genommen, dieses Gerede, das von manchen Seiten nicht mit Unrecht als ein Dolch⸗ stoß bezeichnet worden ist, als jeder tatsächlichen Be⸗ gründung entbehrend zu kennzeichnen. Es ist jeden⸗ falls traurig, daß es in Deutschland immer welche geben muß, die sich sogarbürgerlich nennen und immer den deutschen Interessen in den Rücken fallen. Bei diesen gehen immer die Wünsche Frankreichs und Englands denen Deutschlands vor.

großes Proletariat entstanden ist, das der alten Volkszucht und Volkssitte stark entfremdet worden ist.

5 2. Der Glaube an die Gottheit der Sonne ist der Mittel- punkt der polytheistischen Volksreligion, des Schintoismus, die in der Natur das Wirkungsgebiet einer unzählbaren Götterschar sieht. Die Sonne, der Mond, die Berge, Quellen und Bäume, berühmte Menschen und Tiere, ja jede Menschenseele, alles sind kami, sind Götter. An bestimmten Tagen beten die Schmiede die Geister ihrer Hämmer an, die Fischer ihre Netze. Es gibt Sühnetempel für zerbrochenes Spielzeug. Die Mädchen werden angehalten, ihre zerbrochenen Nähnadeln um Entschuldigung zu bitten. Selbst den Seelen der auf Regierungsbefehl von Zeit zu Zeit vergifteten Ratten bringt man Opfer dar. Jetzt kommt unsere Philosophie und Naturwissenschaft. Jedes Kind in Ja⸗ pan lernt in den Staatsschulen die Natur verstehen als einen Organismus mechanischer, unbelebter Kräfte, die Sonne als eine tote, glühende Masse, die im Weltall kreist. Noch stehen diese beiden Anschauungsweisen im ganzen oft unmittelbar neben⸗ einander. Auf die Dauer aber gibt es da nur ein Entweder⸗ Oder.

3. Noch fügt sich im großen das Volk der alten Familien⸗ ordnung, die z. B. bei der Eheschließung auf Anordnung der Alten die jungen Paare willenlos zueinander bringt, ohne daß sie sich vor dem Hochzeitstage gekannt, gesehen und gesprochen haben. Aber schon lehnen sich viele junge Männer und auch junge Mädchen dagegen auf und verlangen das Recht eigener Entschließung in allen wichtigen Fragen ihres Lebens. Auch sind die Frauen erwacht und fordern Achtung ihrer Freiheit, Gleichwertigkeit mit dem Mann und Rechtsschutz in der Ehe und im bürgerlichen Leben. Im Jahre 1917 gab es bereits 47 265 Lehrerinnen, 700 weibliche Aerzte und viele Tausende anderer, selbständig⸗berufstätiger Frauen, die sich nicht mehr hinein⸗ zwingen lassen in die Abgeschlossenheit der Häuser.

. Die westliche Bildung entwickelt das Lebensgefühl der Menschen jetzt genau so wie bei uns und verlegt den Schwer⸗ punkt von den Ordnungen in die einzelne Persönlichkeit. Das heutige Wirtschaftsleben reißt die alten Familienverbände aus⸗ einander, durch die ganz neuen Berufe, durch den modernen Ver⸗ kehr und durch die Entwicklung der Großstädte. So bleiben die jungen Paare nicht mehr wie früher im Hause der Eltern und Großeltern, ist die junge Frau nicht mehr Dienerin der Schwie⸗ germutter in deren Haushalt, sondern auch die Familie indi⸗ vidualisiert sich zu der engeren, kleineren Gemeinschaft der El⸗ tern mit ihren Kindern, die, herangewachsen, wieder eigene

einander derartig beeinträchtigt, daß die Sonne von

Wie man jedoch selbst in England denkt, verrät die englische Presse, welche nicht hinter Chamberlain steht, in dem sie die Ansicht vertritt, daß Deutschland nicht nachgeben könne und dürfe. Ein Umfallen der deutschen Vertreter in diesem Augenblick würde dem deutschen An⸗ sehen in der Welt unberechenbaren Schaden zufügen. Der Hauptleidtragende aber würde der Völkerbund selbst sein. Bleibe Deutschland fest, so könne ihm nie⸗ mand etwas anhaben. Zwar macht sich in der englischen Presse augenblicklich eine gewisse Unsicherheit bemerkbar, aber gute Beurteiler der Lage glauben, daß die englische Oeffentlichkeit sehr enttäuscht sein würde, wenn sie von Deutschland im Stich gelassen würde. Seit Wochen hat man hier den Standpunkt vertreten, daß Deutschland Gründe gegen eine Erweiterung des Völkerbundsrats unwiderleglich seien. Man würde es nicht verstehen, wenn die deutschen Vertreter durch politische Zugeständ⸗ nisse zum Nachgeben gebracht werden würden. Daß die Festigkeit auf eine schwere Probe gestellt wiro, fühlt man in London deutlich. Dr. Luther, Stresemann und mit ihnen der schwedische Außenminister Anden werden nach Londoner Auffassung unter schwersten politischen Druck gesetzt.

Hoffentlich halten sie diesem schwersten politischen Druck mit deutscher Standhaftigkeit aus.

Währenddessen ist es auch in Marokko wieder leben⸗ dig geworden. Die Rifkabylen haben wieder die von Spaniern besetzte Stadt Tetuan beschossen und dort empfindliche Verluste verursacht. Bei dem Versuch der Spanier, die Geschütze der Kabylen durch einen Angriff zu vertreiben, wurde die spanische Fremdenlegion unter schweren Verlusten zurückgeschlagen. Der Kommandant der Fremdenlegion ist seinen schweren Verwundungen erlegen.

In Syrien ist es zwischen den Franzosen und den Drusen nicht zum Frieden gekommen. Auch dort haben bereits neue Feindseligkeiten begonnen.

Nehmen wir noch den fortdauernden Bürgerkrieg in China dazu, so sieht es recht wenig friedlich in der Welt aus. Dort hat der christliche General Feng von der Regierung in Peking den Oberbefehl über alle gegen Wupeifu und Tschangtsolin kämpfenden Truppen er⸗ halten.

Bei der Innenpolitik spielt die Auseinandersetzung mit den nicht regierenden Fürstenhäusern immer noch die Hauptrolle. Der Wochenschauer hofft, daß niemand von den Lesern derEvangelischen Warte sich in die Listen zum kommunistischen Volksentscheid hat eintragen lassen. Denn die Fürstenberaubung kann kein Christ unterstützen. Gerade wir von der E. V. müssen fragen: Wer kommt nach den Fürsten dran? Die Antwort gibt uns dieRote Fahne.

Die Meldung über die Reichsgerichtsentscheidung zugunsten der sächsischen Landeskirche, wonach bekannt⸗ lich der sächsische Staat verpflichtet ist, Zuschüsse zur Be⸗ soldung der Geistlichen aushilfsweise und nur insoweit zu gewähren, als die Besoldung aus den Mitteln bezw. dem Steuerertrag innerhalb der einzelnen Kirchenge⸗ meinde nicht bestritten werden kann, gibt derRoten Fahne zu einem wüsten Geschimpfe über den organi⸗ siertenRaubzug der Pfaffen Anlaß. Das Blatt er⸗ klärt:Die neue Reichsgerichtsentscheidung zeigt, daß nach Zurückweisung des Fürstenraubes auch das Pfaffen⸗ gesindel in die Schranken gewiesen werden muß.

Inzwischen hat man sich im Reichstagsausschuß über eine Auseinandersetzung mit den Fürsten grund⸗

Auch wir klagen ja heute darüber, daß die freigewordenen Einzelnen ihre Freiheit oft in Zügellosigkeit mißbrauchen und die Pflicht nicht üben, sich als freie Persönlichkeiten freiwillig in die unerläßlichen Ordnungen in Familie, Gesellschaft und Staat einzufügen. Kein Wunder, daß in Japan die neue Frei⸗ heit nun oft in einen kraß egoistischen und uferlosen Indivi⸗ dualismus überschlägt. Jedes Jahr gibt es in Japan etwa 5000 Schülerstreiks. Heute wollen gar nicht mehr alle gern für den Kaiser sterben, sondern suchen sich oft der Dienstpflicht zu entziehen. Die Alten können sich nicht mehr mit 50 Jahren als Haustyrannen, als Inkyo, von der Arbeit zurückziehen, sondern müssen sich sehr quälen und sind jetzt oft ganz hilflos, da eine staatliche Sozialversorgung noch fehlt.(Fortsetzung folgt.)

Viroler Trutzlied. Sandwirt steh' auf, ruf' uns zu Hauf'! Retten das Land!! Austreib'n die Schand'!! Glocken tuet's schlag'n, Botschaft austrag'n; In d' Höh', in d' Weit'! Bald ist es Zeit! Weiber, nit schrei'n. Schaut, es mueß sein! 's Landl braucht Ruah.. Mannder, greift's zua! Maderl, falt d' Händ': um ein guets End' Schick nauf die Bitt'! Bub, du kummst mit! Herrgott da ob'n, dich woll'n wir lob'n, Herr, steh' uns bei, Herr, mach' uns frei!

Weisheit des blinden Knaben. Was immer mir das Schicksal noch beschert, Eh' sie mir einst mein Ruheplätzchen graben, Daß Grauen fürder nicht mein Herz verzehrt, Dank' ich dem Ausspruch eines blinden Knaben. Er schaut mich an mit seinem toten Blick Und ich sah heißes Lehen drin entbrennen, Da er mir kundtat seines Hoffens Glück: Ich werde sicher morgen sehen können! Er weiß ja nicht, was morgen ist, was heut', Ihm ist in Dunkel alle Zeit verborgen, So daß er sich sein ganzes Leben freut Auf ein von Sonnenglanz bestrahltes Morgen. Du blinder Knabe, oh, wie dank' ich dir! Es möge nichts die Zuversicht dir nehmen! Ich aber, ich, naht je Verzweiflung mir,

Distler.

ormen sich in der modernen Industrie gebildet haben und ein

Wege gehen.

Will mich als Echo deines Ausspruchs schämen. H. Salus.