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2. Jahrgang.
erklären brauchen. Früher hatte jeder es in der Früher hörte jeder es von der Kanzel herab. dem Kinde vom Vater genau gesagt, was hat man sich noch geschämt, wenn man eit Sünde nachgewiesen werden konnte. D 1 durften die Prediger auf der Kanzel nicht mehr von. Sünde
Erscheint zunächst wöchentl. Bezugspreis: 50 Pfg. monatlich frei ins Haus. Für Rücksendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert. Schriftleitung: Edwin Hamburger in Staden(Oberh.)
Die evangell
In einem hessischen Landstädtchen hielt vor weni⸗ gen Jahren ein bekannter Führer der Dorfkirchen freunde einen Vortrag über die Bedeutung der Dorf kirche für den inneren Neubau des deutschen Volkes. Der Vortragende führte u. a. folgendes aus:„Nach— dem unser Volk infolge des Krieges auch innerlich zu— sammengebrochen ist, muß ihm zunächst innerlich wieder geholfen werden. Diese Hilfe muß die Kirche leisten. Die Kirche, die Religion muß die seelischen Kräfte zum inneren Wiederaufbau des deutschen Volkes schaffen. Auf dem Land zeigt sich der Niederschlag der Religion in der Sitte. Die Sitte hat eine große Macht über die Menschen. Da bekanntermaßen die Sitte nirgends ausgeprägter ist als auf dem Land, dem Dorf, bei dem Bauerntum, kann nur von hier aus eine Auferstehung unseres Volkes erfolgen, muß der Weg zur Gesundung über das Dorf, das Bauerntum gehen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, daß die Religion, die Wurzel aller echten Sitte, hier wieder zu Ehren kommt.“— Aus diesen letzten Bemerkungen klang eine nicht mißzuver⸗ stehende Anklage gegen das Bauerntum der Nachkriegs— zeit durch. War diese Anklage berechtigt? Hatte die früher viel gepriesene bäuerliche Frömmigkeit wirklich notgelitten? Wenn wir ehrlich sein wollen, müsson wir diese Frage bejahen. Wir sahen einen materiali— stischen Sinn im Bauerntum, religiöse und sittliche Ver— hältnisse, die uns mit banger Sorge erfüllten, umso mehr als wir— auch die Kirche solchen betrübenden Erscheinungen gegenüber fast machtlos waren. Wie konnte das alles kommen? Man kann ruhig behaupten, daß die politischen Führer des Bauernstandes— rich— tiger gesagt des Reichslandbundes, das deutsche Bauern tum hatte bisher nur wenige Führer— schuld sind an dem materialistischen Sinn des deutschen Bauern. Mit allen möglichen Mitteln suchten diese Führer die Geld und Gewinnsucht der kleinen und mittleren Bauern in großen Bauernversammlungen zu wecken. Ihr Kampf gegen die Kirchensteuern war nicht minder heftig wie der Kampf gegen andere Steuern. Ein landbündleri⸗ scher Reichstagsabgeordneter brachte es sogar fertig, am hessischen Buß- und Bettag(Palmsonntag) eine öffent⸗ liche Wahlversammlung in einem größeren Landort zu halten. Da wundert man sich auch nicht mehr, wenn man hört, daß der Landbund am Totensonntag Ver- en einberufen hat. Die Landbundorgani— sation erzeugt einen Gruppenegoismus, der für das Volksganze schädlich werden mußte wie der durch die Gewerkschaften erzeugte Gruppenegoismus.
Beginnt der deutsche Bauer dem ihm durch seine „Führer“ eingeimpften Materialismus den Rücken zu kehren? Wir dürfen, wir müssen diese Frage bejahen aus den Erfahrungen heraus, die wir seit Bestehen der —.———⁰»ãůmgmm ear
Selbstbewußtiein.
Johannes 8,46.„Welcher unter einer Sünde zeihen?“
N Wenn wir in das Völkerleben mit all seinem Argwohn, seinem Neid, seiner Selbstsucht, seinen Intrigen, seinen Kriegen und Blutvergießen hineinschauen, dann erkennen wir bald die Quelle für alle diese Greuel. Es ist die Sünde! Was hat diese Sünde schon für ein Herzeleid auf die Erde gebracht. Wieviel Menschen sind früh einen grausamen Tod gestorbem wegen der Sünde. Die Sünde ist das Unheimliche, das keinen Staat im großen Rahmen der Weltpolitik kann ruhig leben lassen. Die Sünde ist das Unheil im Völkerleben. Die Sünde ist der Leute Verderben.
Wie es im Leben der Völker ist, so ist es aber auch im Leben
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euch kann mich
der einzelnen Menschen. Wir dürfen nur einmal den örtlichen
Teil einer Zeitung lesen. Tag für Tag melden die Spalten von Morden, Einbrüchen, Beraubungen, Betrügereien, Unter⸗ schlagungen, Vergewaltigungen, Vergehen gegen keimendes Le— ben. Es ist eine ganz furchtbare Folge von Sünde und Schande, die uns täglich geboten wird. Die Sünde ist auch das Unheil im Leben des einzelnen Menschen. Wie zerstört die Mißgunst und der Neid das friedliche Leben unter den Menschen. Was richtet die Lüge und die Verleumdung in Stadt und Dorf alles für Unheil an. Wie schön wäre es doch im Leben, wenn die Sünde nicht so verbreitet wäre!
Was ist denn Sünde? Früher hat man das
sprechen. Die Leute wollten etwas anderes hören. Das war!
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Evange gemeinschaft mit dem Bauernstand gemacht haben und immer wieder machen. Wir haben Gott sei Dank im Bauernstand viele wackere, recht denkende Männer, die es mit großer Freude begrüßen, daß die Evangelische Volksgemeinschaft gegründet wor⸗ den ist, um die der evangelischen Sache drohenden Ge⸗ fahren abzuwehren, um auch im politischen Leben christ⸗ lichen Geist voll zur Geltung zu bringen. Ja, die Zahl der Bauern wächst täglich, die einsehen, daß nur durch eine innere religiöse und sittliche Erneuerung unseres Volkes ein Wiederaufstieg Deutschlands zu Glück und Größe möglich ist, daß auch im Bauernstand der Kampf gegen Materialismus, Ultramontanismus und Mam⸗ monismus, der Kampf gegen den Geist krasser Selbst sucht und Geldsucht aufgenommen werden muß. Der bewußt evangelische Bauer will seinem bedrohten evan⸗ gelischen Glauben die Treue halten und mithelfen, daß die obersten Grundsätze des Christentunis, der Gerech⸗ tigkeit und der Liebe, im wirtschaftlichen Leben zur Geltung kommen. Darum dürfen wir zuversichtlich hoffen, daß schon aus den erwähnten Gründen aus dem Bauernstand die Reihen der Evangelischen Volksge— meinschaft nicht unbedeutend verstärkt werden.
Der deutsche evangelische Bauernstand wird aber auch aus wirtschaftlichen Gründen in Zukunft in der Ev. Volksgemeinschaft seine politische Vertretung sehen. Die Evang. Volksgemeinschaft ist die Partei des schaf zu dem schaffenden Volk der
weiß jeder, der das Landvolk kennt.„Im weiß deines Angesichts sollst du dein Brot essen“, das gilt wahrlich vom Bauernstand. Für die Evangelische Volksgemeinschaft ist es eine ganz selbstverständliche abe und Pflicht, dem gerade in der Gegenwart um sein Dasein schwerringenden Bauern⸗ stand ihre Fürsorge zuzuwenden, dem Stand, der bis⸗ lang in der Tat noch keine rechte Vertretung in den Parlamenten gehabt hat. Denn für den überlegenden Bauern ist der Reichslandbund, jene Organisation, in der die Führung in den Händen der deutschen Groß⸗ agrarier, vornehmlich der Rittergutsbesitzer liegt, nie⸗ mals die wirtschaftspolitische Vertretung des deutschen Bauernstandes gewesen. Welcher Gegensatz auch: Hier Besitzungen bis zu 180 000 Morgen in der Hand eines Besitzers, auf der anderen Seite bäuerlicher Besitz von 2040 Morgen. Da ist es schon begreiflich, wenn kürz⸗ lich einer unserer Freunde aus Schlesien schrieb:„Ich wünsche dringend, daß die Evangelische Volksgemein⸗ schaft auch bei uns Fuß faßt. Ich habe bisher„deutsch national“ gewählt, habe aber dabei meine große Be Wen sollen unsere Stellenbesitzer(Klein⸗ n) und kleinere Gutsbesitzer wählen? Sie stehen in solchem großen Gegensatz zu den Großgrundbe⸗ — it vor dem großen Kriege. Wer noch es wagte, Sünde nennen, dem ging man einfach nicht mehr in die Kirche.
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Erst als der Krieg über Nacht als ein unfaßbarer Schrecken kam, da sagten in meinem Dorfe wenigstens die alten Leute: „Das ist eine Strafe für die Sünde!“ Damals kam auch Buß⸗ in unser Volk hinein. Aber es war ein Strohfeuer. Krieg zu lange dauerte, da sahen unsere Männer drau je unter denen, die ihnen Vorbilder sein sollten, schlechte Kerle waz en. Warum sollten sie, die Untergebenen, besser sein So mögen sich manche gefragt haben. Wir auch tüchtige Offiziere auch in den letzten Aber leider waren viele keine
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der
wie ihre Führer? wollen froh sein, d draußen standen
Jahren noch
guten Vorbilder. Da kamen sie dann nach Hause. Unsere Sol daten waren Räuberbanden zum Teile sehr ähnlich. Sie hatten in Gefühl mehr für mein und dein. Wo waren sie geblieben,
Soldaten? Sie hatten die Sünde zu
Heimgekehrten auf unser
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ee nur noch mit Schaudern zurück auf unser Voll in den erf hren nach dem Kriege. Wir fühlten deutlich, 1 if„Die Sünde ist der L en!“
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Anzeigenpreise: die 30mm breite Kleinzeile auswärts 24 Pfg., Ort 12 Pfg., die 90 mm breite Kleinzeile im Text 96 Pfg., ten ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Vergünstigung.
Nummer 12.
Auermstand.
sitzern, daß sie deren Partei nicht wählen mögen.“ Die breite Masse des Landvolks steht im Gegensatz zu den Großgrundbesitzern, das gilt nicht nur für Schlesien, das gilt für Deutschland überhaupt. In Vergangenheit und Gegenwart waren und sind schwere Steuerkämpfe innerhalb der Landwirtschaft an der Tagesordnung. Daß der Bauer, der heute wirklich um sein Dasein ringt, ungleich größere Steuerlasten tragen muß, als der Groß⸗ grundbesitzer, klingt unglaublich, ist aber wahr. Als Beweis sei folgendes angeführt:
Die Domäne Löhme, die vor den Toren Berlins liegt, zahlte für den ca. 3000 Morgen großen Besitz an Einkommensteuer für das Jahr 1924 genau 475 /, die Gemeinde Löhme mit 1700 Morgen Besitz zahlte im gleichen Jahre bei denselben Absatz- und Bodenverhält⸗ nissen 2400/ Einkommensteuer. Die Gemeinde See⸗ feld, die ebenfalls an die Domäne Löhme grenzt, zahlte für ihren ca. 3000 Morgen großen Besitz für das Jahr 1924 über 6000„ Einkommensteuer. In der Gemeinde Seefeld ist fast ausschließlich nur bäuerlicher, in der Hauptsache kleinbäuerlicher Besitz vorhanden, woraus zu ersehen ist, daß bereits 1924 eine weit stärkere Be⸗ lastung der bäuerlichen Landwirte in Bezug auf die Einkommensteuer zu verzeichnen war, wie das beim Großgrundbesitz der Fall war.
Zur Erläuterung sei noch erwähnt, daß in der Ge⸗ meinde Seefeld der größte Teil der Landwirte auf Pachtland angewiesen ist und daß der Domänenpächter der Domäne Löhme als Afterverpächter verhältnismäßig sehr hohe Pachtpreise für die einzelnen Grundstücke er⸗ hält. Das ist lein vereinzelter Fall. Ein führender Eroßgrundbesitzer selbst hat festgestellt, daß die Groß⸗ grundbesitzer überwiegend keine Einkommensteuer— und damit auch keine Kirchensteuer!— bezahlen. Für den Kreis Insterburg ist amtlich festgestellt worden, daß dort 60 Prozent der Großgrundbesitzer keine Einkom⸗ mensteuer zahlen, daß 20 Prozent zahlen, und bei 20 Prozent noch die Untersuchungen schweben. Eine Be⸗ sitzung von 5000 Morgen bester Lage und bester Boden⸗ qualität zahlte keine Einkommensteuer! Was beweisen diese Feststellungen? Sie beweisen offenkundig, daß Rittergutsbesitzer mit Besitzungen von riesiger Größe und ganz zweifelsohne einer Lebenshaltung von hohem Aufwand von Einkommensteuer befreit sind, während armselig und kläglich lebende Bauern in Süd⸗, Mittel⸗ und Westdeutschland, deren Besitz an Größe oft nur ein Hundertstel, ja nur ein Zweihundertstel, von dem man⸗ ches östlichen Großgrundbesitzers ausmacht, zu Steuern veranlagt werden. Es ist doch eine Ausnahme, wenn ein Bauer keine Einkommensteuer bezahlt. Dabei ist in der Regel das beste Land in der Hand der Großgrund⸗ besitzer!
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Gewiß ist es eine Wahrheit, wenn Paulus sagt:„Wir sind all⸗ zumal Sünder.“ Dabei dürfen wir jedoch nie unser von Gott ge⸗ sandtes Vorbild aus den Augen verlieren. Gott hat uns Jesus Christus gesandt als einen, der„versucht ist allenthalben gleich wie wir, doch ohne Sünde.“ Da haben wir den Menschen, der allein ohne Sünde war, der das große Selbstbewußtsein haben konnte:„Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen?“ Niemand war da, der Jesus eine Sünde nachweisen konnte. Sie hatten ihm manche Falle gestellt. Aber Jesus stand fest auf dem Worte Gottes. Schon am Anfang seiner Wirksamkeit hatte er eine dreifache Prüfung zu bestehen. Jesus hat sie bestanden. Mit dem Gottesworte gewappnet ist er jeder Versuchung be— gegnet. Ja, da steht Jesus hoch über uns allen.
Es ist fast nicht zu begreifen, daß dieser so hoch über uns Sünder stehende, uns seine Brüder nennnt. Was sind wir fündige Menschen gegenüber diesem Reinen? Für ihn war der Aille Gottes etwas selbstverständliches, uns hält es so schwer, sich in den Willen Gottes hineinzufinden! Zwar muß Jesus nach der Frömmigkeit der Pharisäer ein großer Sünder gewesen sein. Was diesen an lultischen Formen und Satzungen wichtig war, das galt bei ihm nichts. Er wußte, daß solche Formen und 0 gen nicht von Gott, sondern von Menschen gemacht wer⸗ den. o stand er also auch den Musterfrommen gegenüber allein auf dem Boden des reinen Gotteswillens.
Unserem zusammengebrochenen Volke fehlt jedes Selbst be⸗ Das Selbstbewußtsein. das Jesus hatte, das können wir ja nicht haben. Aber darin, was die treue Nachfolge Jesu anbetrifft, müßten wir mehr von uns sagen können. Wir
züssen wieder Jesus mehr als unser Vorbild nehmen.
das Große, das dieser Sündenreine für uns ind hat er getragen! Er, der Reine, der so gen durfte:„Welcher unter euch kann mich einer „der hat Sünde der Menschheit auf sich ge⸗ ist für die sündige Menschheit am Kreuze ge⸗ Amen. Hr.
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Sünde Ur Jesus war mehr wie wir!
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