Einzelbild herunterladen

1

0

e witd

Jun eint

be und al oder

Werks

den Liebe zur Arbeiter

fordert wurde.

Sonnabend, den 20. Februar 1926.

vorangebracht hat. Die Jahreswende brachte mit dem; neuen Jahre auch der Bewegung ein Neues: Das Ge⸗ getalsekretariat. Geboren aus der brennen⸗

schaft, fußend auf dem starke!

S

lauben, kam dieses Sekretariat zustande. 2 9 Das Generalsekretariat sollte und wollte nicht zentralistisch herrschen und regieren, sondern überall da

dienen, wo der Dienst notwendig erwartet oder ge Eine Reihe von Gebieten konnte in der Werbearbeit in Angriff genommen werden, so die Grenzmark, Mecklenburg, Schleswig⸗Holstein-Hamburg⸗ Kiel, Thüringen, Minden⸗Ravensberg, Kurhessen, die Pfalz. leer zu festerem Zusammenschluß, bezw. erneutem Aufleben eines Verbandes. In anderen Gebieten konn⸗ ten hoffnungsvolle Ansätze gebildet und weiter gepflegt werden. Wer den zum Teil gänzlichen Zusammenbruch in manchen Teilen unseres Vaterlandes kennt, kann sich nur dankbar freuen, ob solchen Anfanges. Mit der üddeutschen Bewegung(dem Württembergischen und Bayerischen Verbande) konnte seit langen Jahren erst⸗ malig wieder lose Verbindung aufgenommen werden. Hier heißt es einstweilen: Getrennt marschieren ver schlagen!

Den Höhepunkt unserer Arbeit im vergangenen

Jahre bildete zweifellos der Gesamtvertretertag in der Zeit vom 27. bis 29. Juni. Er dürfte den Teilnehmern

ersha stoch lange in Erinnerung bleiben, gewann er doch da⸗ t en. durch besondere Bedeutung, daß gleichzeitig das 35jäh⸗ ler du rige Bestehen des Gesamtverbandes gefeiert werden

merad⸗ schafte

dee daz den sic Führe en der Fan der Werts

te kaun bberschie t zurüt ß ihne ei dieseß lebeiten kenntniz n Unbe Schade

ie Folg ergehen 4 nühn chaft i enfindes ismus

beschäftt r deulst

Verhandlungen zwecks Neubelebung des

tat

het lande

flosses em Ei sestigu es O

0

Stil

seine dling abt et wie fi n machen

m. daß l sal. Da griff er zu einem energischen Mittel. Er schlich sich

konnte.

Das Verhältnis zur Leitung unserer evangelischen Kirche wurde ein immer festeres und innigeres. Das kam sowohl auf dem Verbandstag in Halle wie auch in ständigem persönlichen Verkehr zum Ausdruck. Dabei soll mit Dank der Tatsache gedacht werden, daß die Kirche gerade im rechten Augenblick ihre Unterstützung bot, nämlich, als es galt, das Generalsekretariat zu er⸗ richten. Das Bild erhält allerdings insofern eine kleine Trübung, als es nicht gelang, in die Preußische General⸗ synode einen besonderen Fachvertreter für die E. A. V. hinein zu bekommen. Eine Gesamtvertretung der sozia⸗ sen Arbeit wurde dort durch die Berufung des Abg. D. Mumm eingerichtet. Sie lag durchaus. in guten Händen, aber es entspricht nicht ganz der Bedeutung der Bewegung, daß sie dort eventuell nur als Stell⸗ vertreter figuriert. Hier gilt es, in der Zukunft noch zielbewußte Arbeit von unten auf zu treiben.

Gemäß der Stellungnahme des Hallenser Ver⸗ tretertages beteiligte sich der Gesamtverband an den Deutschen Ar⸗ beiterkongresses. Einstweilen kam es nur zu Führer⸗ besprechungen und Teilnahme an der großen Herbst⸗ lagung des D. G. B. in Saarbrücken.

Das ab 1. Januar 1925 erscheinende Führer⸗ blatt, E. A. V.⸗Führer, konnte nach anfänglich viel⸗ seitigem Inhalt sehr bald achtseitig herausgehen. Es erfreut sich steigender Beliebtheit. Für die Zukunft gilt die Bitte, durch Anregungen, Mitarbeit oder auch sachliche Kritik am weiteren Ausbau mitzuhelfen.

Eine Reihe von Kursen und Freizeiten wurde durch die einzelnen Verbände, z. T. in Verbin⸗ dung mit dem Gesamtverbande, veranstaltet. In ganz besonderer Weise ist in dieser Beziehung in Schlesien gearbeitet worden; ferner in Ostpreußen, Provinz Sachsen, Hannover, Pommern; ganz gewiß auch noch anderswo, nur blühen diese Blümlein im Verborgenen, anstatt die Erfahrungen der Gesamtheit zugutekommen zu lassen. Es ist wohl zu sagen, daß von diesen Kursen und been viel Anregungen zu weiterer E. A. V. Arbeit, wie auch persönlicher Segen mitgenommen wurde.

Jedoch der Ausgang der ersten Arbeiterbewegung entsprach nicht den Erwartungen. Der Fürst des Willens ließ die An⸗ stifter des Ausstandes ohne weiteres ins Gefängnis werfen, und damit brach der Widerstand der Arbeiter zusammen.

Nur mit knapper Not entging der Fremde seinem Schick⸗

de, das! in die Burg des Fürsten des Willens ein, und es gelang ihm,

Der Js

den völlig arglosen Fürsten durch einen vergifteten Becher

n golde Weins zu beseitigen. Da das angewandte Gift nur ihm bekannt

n Wänden war, und der Tod plötzlich erfolgte, ahnte niemand den Zu

0 gal 0 der Fele

sammenhang.

Der Tod des Kanzlers machte ein ungeheueres Aufsehen, ie Arbe Der Fremde versäumte nicht, überall herumziehend, von einem engelGottesurteil zu predigen, das den Fürsten getroffen, als 05 Strafe für seine Härte gegen die Arbeiter.

Die allgemeine Meinung schloß sich dem an, und der König Der König, in der Hoffnung, die Liebe seines Volkes zu gewinnen, gab nach, Im

wurde bestürmt, die Arbeiter freizugeben. Triumph kehrten die Arbeiterführer heim.

gier trieb ungefesselt in die Höhe. Ein allgemeiner Ausstand erzwang für die Arbeiter das Recht, den Fürsten des Willens selbst zu ernennen, und der Fremde zog in die Burg des Für sten ein.

Mit großem Geschick schmeichelte er sich beim Könige ein, ges sen Liebe zum Volk er dazu benutzte, um ihn zu veranlassen, auf ein Thronrecht nach dem anderen zu verzichten. Ein neues goldenes Zeitalter sollte heraufziehen, das Fürsten und Volk zu einer großen Liebesgemeinschaft vereinigte. Hinweg mit allen Vorrechten, die doch nur Schranken zwischen Herrscher und Volk bildeten.

Zugleich wiegelte er das Volk planmäßig auf und ver⸗ leitete es zu immer wahnsinnigeren Forderungen. Schließlich gelang es ihm, den König zur Anerkennung der Volkssouveräni tät zu bewegen. So ging die tatsächliche Herrschergewalt in die Hände des neuen Kanzlers über, dem das Volk blind ver⸗

schlesische Verband ein solches in

In der Grenzmark und in Kurhessen kam es

Befreit waren die Arbeiter von ihrer Furcht, und die Hab⸗

Evangelische Warte

Zur besseren Durchführung dieser Veranstaltungen und zur Erholung der Mitglieder errichteten bezw. kauf⸗ den einige Verbände schöne Heime. So erwarb der Steinseifers⸗ dorf im Eulengebirge, der Hannoversche ein Volks hochschulheim in Wolfshagen am Harz, und neuer⸗

dings erbaut der Rheinisch-Westfälische Verband ein

größeres Heim in Hilgenbach im herrlichen Sauer lande.

In mehreren Entschließungen nahm die Bewegung Stellung zu den großen Lebensfragen unseres Volkes. Wenn so die Arbeit im Jahre 1925 im wesentlichen ein erstes Ausstreuen, ein Vorarbeiten war, so gilt auch hier das, was zur Zeit in der hohen Politik von Lo⸗ carno gesagt wird: es ist ein Anfang. Leitstern der kommenden Arbeit soll deshalb sein: Dankbar rück⸗ wärts, mutig vorwärts, gläubig aufwärts!

Wothonsthau.

Gespannt war in vergangener Woche alle Auf⸗ merksamkeit auf die Außenpolitik gerichtet. Zwei sich scharf entgegengesetzte Vorgänge ereigneten sich. Von seiten des Auswärtigen Ausschusses wurde am 3. Fe⸗ bruar mit 18 gegen 8 Stimmen beschlossen, keine Be⸗ denken gegen den Eintritt Deutschlands in den Völker⸗ bund zu haben. Am 10. Februar wurde durch den deutschen Generalkonsul in Genf, Aschmann, dem Ge⸗ neralsekretär des Völkerbundes, Sir Evris Drummond, folgendes Aufnahmegesuch der deutschen Regierung aus gehändigt:

Herr Generalsekretär!

Unter Hinweis auf das deutsche Memorandum an die Regierungen der Ratsmächte vom Septem ber 1924, auf die Ihnen, Herr Generalsekretär, über sandte deutsche Note vom 12. Dezember 1924 und auf die Antwort des Völkerbundsrates darauf vom März 1925, sowie unter Bezugnahme auf die in Ab⸗ schrift hier beigefügte Note der übrigen an den Ver⸗ trägen von Locarno beteiligten Regierungen vom 1. Dezember 1925 beehre ich mich, gemäß Artikel 1 der Völkerbundssatzung namens der deutschen Re gierung hiermit die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund zu beantragen. Ich bitte Sie, diesen Antrag baldmöglichst auf die Tagesordnung der Bundesversammlung setzen zu wollen.

Genehmigen Sie usw. gez. Streseman n.

Im März soll die Aufnahme Deutschlands erfol⸗ gen. Indessen geht es in Südtirol sehr wenig völker⸗ bundsmäßig zu. Es ist zu verstehen, wenn Minister⸗ präsident Held im Bayerischen Landtage Porte gegen die kuturelle Vergewaltigung der deutschen Stammes brüder fand. Am 6. Februar ließ dann Italiens despotischer Alleinherrscher Mussolini eine Revolver⸗ rede gegen Deutschland von Stapel, in der er Repressa⸗ lien in der dritten Potenz androhte und über die Süd tiroler Frage folgende Ausführungen machte:

Auf alle Fälle lege ich Wert darauf, zu er⸗ klären, daß die italienische Politik in der Südtiroler Frage nicht um eine Linie nachgeben wird.

Einen guten Eindruck scheint diese Revolverrede in keinem Volke gemacht zu haben. Sie stellt eine Schmähung und Bedrohung Deutschlands dar, das Säbelgerassel eines politischen Parvenu. Vor 1918 wäre auf eine solche Rede die Kriegserklärung selbst verständliche Folge gewesen. Heute hat niemand in der Welt uns mehr zu fürchten. So mußte der Außen⸗ minister Stresemann sich damit begnügen, am 9. Fe⸗ bruar im Reichstage eine sehr gemäßigte Antwort zu geben. Der Wochenschauer billigt nicht alle politischen Handlungen Stresemanns, aber diese vornehme Mäßi⸗

zu plündern. Mit diesen Mitteln erkaufte er sich eine eigene, geheime Leibwache.

Dann brachte er Verwirrung auch unter die Diener der anderen Fürsten, die ihren Botendienst nicht mehr geregelt ver sehen wollten, sondern nur nach Gutdünken ihre Meldungen überbrachten.

Noch aber lebte der König, dessen reine Seelengröße immer wieder zu den Herzen und Gewissen seiner Untertanen sprach. Er mußte beseitigt werden. Ein Volksgericht mit falschen Zeugen wurde eingesetzt. Der König benahm sich wahrhaft königlich. Sobald er merkte, daß seine Verurteilung im voraus beschlossen war, antwortete er auf die Beschuldigungen gar nicht. So wurde er als Feind des Volkes zum Tode verurteilt.

Vor seiner Hinrichtung sagte er dem Hohenpriester, der ihm den letzten Zuspruch erteilte:Ich habe das Volk mehr geliebt als meinen Gott dafür muß ich büßen. Der Fürst des Wil⸗ lens war frommer als ich. Denn Gott will, daß wir das Volk nicht mit unserem Herzen, sondern mit seinem Herzen lieben. Die Weisheit seines Herzens zu erkennen, soll der Anfang unserer Liebe sein.

Als der König gestorben war, gab es nicht mehr einen König, sondern tausend Könige, die sich gegenseitig bekriegten. Jeder Beruf kämpfte gegen den anderen. And in jedem Beruf bekämpften sich die Anführer. Das Ende war die allgemeine Auflösung mit Hungersnot und Bürgerkrieg, der zum Zusam menbruch des Staates und zum Tode des Volkes führte.

Nur einer hatte sich gerettet der Fremde, der wohl ge schützt durch seine Leibwache, reichbeladen mit Schätzen die Ruinen des einst so glücklichen und mächtigen Staates verließ.

Hier siehst du ihn schillernd wie eine goldene Schale, denn aller Reichtum des Landes folgt ihm nach.

And wie dieser unser Bruder werden wir alle handeln wo sich irgendwann ein Staat zeigt, der sich durch Fleiß und Zufriedenheit der Bürger sowie durch Pflichttreue und Tüchtig⸗ keit seiner Beamten der Vollkommenheit nähert da werden wir eingreifen, indem wir die Fürsten betören, sich ihrer furchtgebietenden Macht zu entäußern und indem wir die Hab⸗

traute. Dieser benutzte seine Macht, um alle Staatskassen

0

VVFFFFPFVFVVCCCCCCCCCCCCCCPPVVVTVTVTVTJTCTCTCTCTVTCVTTCVTCTVTTCVCTGCTVTVTTTTVTTXTXTTTTTj

gung muß er gegenüber den Ungezogenheiten Musso⸗ linis gut heißen. Der ganze Streit ist jedenfalls kein schöner Auftakt für den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund. Es wird wohl noch recht viele in Deutsch land geben, welche sich fragen:Haben wir da eine Klugheit oder eine Dummheit gemacht? Die nächsten Jahre werden es schon lehren.

Dem Mutterlanode wiedergegeben!

Schicksale weben und formen im blauen Grunde der Zeit die ewigen göttlichen Normen zu ewigem Glück oder Leid. Sie spinnen zwischen den Sternen die Zukunft der Urzeit ein und weben aus ewigen Fernen das Schicksal dem deutschen Rhein

Die Fluten strömen und jagen rastlos im Mondenschein Rheintöchter singen und klagen vom Gold im tiefen Rhein. Sie hüten tief auf dem Grunde mit uraltem Zauberwort zur mitternächtlichen Stunde den Nibelungenhort.

Und über den Bergen am Strome ein riesiger Schatten steht, mit Szepter, Schwert und Krone, der Purpur im Winde weht. Hier träumt der König der Franken, in der Nacht über Raum und

[Zeit, den alten Reichsgedanken in neuer Herrlichkeit. R. W. Horst.

Als dieDeutsche Glocke am Rhein zur Mitternachtsstunde des letzten Januartages zum ersten Male ihre eherne Stimme von der Höhe des Kölner Domes ins Land erschallen ließ, war für Köln, Bonn, Krefeld, den Niederrhein der Tag der Freiheit angebrochen. Weithin durch die deutschen Lande, durch die Welt, trugen die Funkwellen das Freiheitsgeläut aller Glocken Kölns, die Schwurworte des Oberbürgermeisters, die Ansprache des preu⸗ sischen Innenministers und den nicht endenwollenden Jubel der Bevölkerung, die zum ersten Male die deutsche Nationalhymne singen durfte, wiedergegeben dem deutschen Mutterlande.

Sieben Jahre währte die Knechtschaft, Jahre, die auf bleier⸗ nen Füßen dahinschlichen, Jahre der Not und des Leids, aber auch Jahre des deutschen Stolzes. Wir im Innern des Landes haben voll Bewunderung zum Rhein geblickt, zu den Männern und Frauen, die hier ihr Deutschtum in einmütiger Geschlossen⸗ heit zäh und bis zum Letzten verteidigten. Sie sind ein Beispiel und Vorbild deutscher Treue geworden, das für immer einge⸗ schrieben ist in der großen Geschichte, und das wir niemals ver⸗ gessen werden. Schulter an Schulter haben sie gestanden von rechts bis links; getragen von der Liebe zum großen Vaterlande haben alle unsägliche Leidenszeit auf sich genommen, sind sie ein⸗ getreten für alles Deutsche, doppelt da, wo man es ihnen mit roher Gewalt nehmen wollte.

Voller Dankbarkeit gedenken wir der unbeirrbar Treuen, der Männer und Frauen, die selbstlos und verantwortungsbe⸗ wußt all die Drangsale und Entbehrungen der Besatzungszeit ertrugen, die kein seelisches, körperliches oder wirtschaftliches Leid von dem Ziel der Wiedervereinigung mit dem deutschen Mutterlande abbringen konnte. Wir gedenken insbesondere unserer Kameraden, jener Männer, die nach dem viereinhalb⸗ jährigen Waffengange noch sieben Jahre lang die feindliche Be⸗ satzung ertragen und sich zähneknirschend einer Gewalt ergeben muß⸗ ten, gegen die sie in Waffenvorherrschaft standen, solange der Krieg mit ehrlichen Mitteln geführt worden war. Mit warmem Handdruck begrüßen wir sie, die nie uns fernstanden, wieder in engster Gemeinschaft. Sie trugen die Tradition des alten Kyff⸗ häusersoldaten in Ehren, sie hielten hoch unser Panier der Far⸗ ben Schwarz⸗weiß⸗rot, sie lebten mit uns im Kampfe um das heilige deutsche Recht, um die Ehre und Einigkeit, um die Treue und Liebe zu Volk und Vaterland.

Und wir blicken in Ehrerbietung zu euch auf, die ihr die Faust des Siegers am härtesten fühlet, die ihr im Reiche der Geknechteten die schwersten Fesseln truget für uns und unseres Landes Herrlichkeit. Euer Weg nach Golgatha war voller Schmerzen und Leiden, aber ihr seid gekrönt mit der Krone der Treue, denn ihr habt euch geopfert für uns alle.Treue um Treue heißt unseres Bundes Motto; durch Treue werden wir vergelten!

gier des Volkes entfesseln. Und immer werden wir siegen, denn Furcht und Habgier sind die einzigen wirklichen Trieb⸗ federn der menschlichen Seelen.

Mit steigender Entrüstung war der Hirt der Erzählung des Fremden gefolgt:Es ist nicht wahr, rief er aus,daß die Seele des Menschen bloß aus Furcht und Habgier besteht. Einer hat mich gelehrt, daß die Liebe der Urgrund der menschlichen Seele sei freilich, setzte er bekümmert hinzu,freilich, auch ihn hat das Volk gekreuzigt.

Weißt du, warum er sterben mußte, sagte der Fremde. Er wollte unsere Macht vernichten. Unsere Macht beruht darauf, daß wir den Menschen gelehrt haben, es gäbe nur eine Welt, in der jeder nach Macht streben müsse, um möglichst viel Genüsse der Welt erraffen zu können. Und da kam er und lehrte, daß jeder sich seine eigene Welt erbaue, die er zum Paradiese machen könne, weil er das Himmelreich in sich trage. Wer aber seine Welt zum Garten des Lebendigen macht, in dem stirbt die Habgier, und unsere Macht ist tot. Ja, und das kann geschehen, rief begeistert der Hirt. Diese Welt um mich soll ein Garten des Lebendigen werden.

Kaum hatte er diese Worte gesprochen, so verwandelten sich die Berge, über die inzwischen der Mond emporgestiegen war, in hochragende Paläste, die mit weißen Marmorstufen zum See hinabstiegen, der im Silberlicht des Mondes feenhaft leuchtete. Rings um den See schlossen sich die Bäume und Sträucher zu einem einzigen, geheimnisvollen Garten zusam⸗ men. Ueber der neuen Wunderwelt, in der es rauschte, blühte und duftete, erhob sich der Himmel wie eine dunkele Kuppel, von der an langen Schnüren tausend goldene Glocken herabhingen, die leise zu tönen begannen. Alles schien erfüllt von innerem Leben und drängte sich innig aneinander, wie in süßer Erwar⸗ tung eines großen Glückes.

Der Lebendige kommt, schrie plötzlich der Fremde auf, s ist mein Verderben. Seine Gestalt verwandelte sich in ringelnde Rauchsäule, die sich im Aether auflöste. Der aber kniete betend nieder.

5.