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Sonnabend, den 18. September 1926 dern macht frei. Gott will sein Königreich als die

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N Herrschaft des Vaters über die Kinder, aber als die sreie Gemeinschaft der Kinder untereinander.

Darum bekennen wir Christen uns entschlossen

auch zu dem zweiten Satz:Man muß Gott mehr ge

i horchen als den Menschen. Kein Kaiser und König, 0 lein Präsident und Volksbeauftragter, lein unfehlbarer 0 Papst und leine irrtumslose Wissenschaft, leine Masse ee 1 und keine Mehrheit kann uns darin irre machen: Wir ! müssen Gott mehr gehorchen als den Menschen. Jesus 9 hat ohne Murren dem Kaiser den Zins gezahlt und 70 Paulus hat ohne Widerstreben sich der heidnischen Ob f rigteit gefügt, aber wenn es sich um die Souveränität 0 Gottes handelte, dann hat der Herr sich kreuzigen lassen 5 und sein Apostel den Kopf auf den Block gelegt. Sind 15 wir ihre Jünger?

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(Fortsetzung folgt.)

Von der Evangelisch⸗sozialen Schule in Spandau. Die Lehrerschaft ist ein sozialer Faktor im Volks leben, dessen Bedeutung nicht leicht überschätzt werden kann. Um so bedauerlicher ist es, daß meist ein erheb licher Mangel in der Allgemeinbildung unserer Lehter

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bbel gerade in bezug auf soziale Dinge vorhanden ist. Ueber aun. Geschichte, Recht, Gliederung der Arbeiterbewegung hohe. und über Vorgänge auf wirtschaftlichem und sozial

politischem Gebiet herrschen Intexesselosigkeit und Un⸗

e ihr kenntnis in einem erschreckenden Maße. Welche Folgen kung das im Lehrberuf zeitigt, sowohl in der Volksschule wie hab! auch in den höheren Schulen, liegt auf der Hand; des nich halb ist es begrüßenswert und bedarf größter Beach Ihn tung in den Kreisen unserer Lehrerschaft, daß auch in ales diesem Jahre wieder ein Sozialkursus für Lehrer und be⸗ Lehrerinnen, und zwar vom 4.9. Oktober stattfindet, boah der einige Grundprobleme sozialen Lebens und der So halb gialpolitik behandelt. den Ausgehend von den allgemeinen kulturellen Grund⸗ hal. lagen unserer Zeit, welche in einem Vortrag überRe⸗ teh ligion und Kultur von Professor Brunstäd⸗Rostock 1 behandelt. werden, wird Prof. A l[thaus⸗ Erlangen den über die FrageEvangelisches Christentum und Natio⸗ und falerziehung sprechen, woran sich die Erörterung der abn. einzelnen Gebiete anschließt. Es seien nur einige The⸗ ü mata herausgegriffen:Christliche Forderungen für die tte. Gestaltung der Schule,Aufgaben zur Hebung der l in deutschen musikalischen Kultur; ein grundsätzlicher und 110 hraktischer Vortrag überSozialpolitik ferner Vor⸗ 0 träge über Arbeitsrecht und über die Hauptprobleme ala der Wirtschaftsverfassung, sowie über die Rechtsstellung li des Arbeiters in der Wirtschaft; ferner in Verbindung 0 damit die Vorträge über die Gegenwartsaufgaben der 1105 Inneren Mission der evangelischen Kirche mit Ausdeh⸗ J fung auf das Gebiet der öffentlichen Mission, worunter die Wohnungsfrage und die Alkoholfrage mitbehandelt hh werden. Die Tagung ist so außerordentlich reichhaltig l und doch der größere innere Zusammenhang zwischen cha den einzelnen Fragen darin gewahrt, daß dieser Ver⸗ anstaltung nur in jeder Weise ein reiches Interesse ge 1 wünscht werden kann. 1 0 ae ite Interessenten wollen sich an die Geschäftsstelle des l Kursus: Evangelisch-soziale Schule, Spandau, Johan⸗ ile, gisstift, wenden. 9 Evangelische Jungmännerschule auf dem Hainstein be Auf dem Hainstein unweit Eisenach, von der u Wartburg nur durch ein stilles Waldtal getrennt, haben ul die deutschen evangelischen Landeskirchen mit Hilfe der due Wartburgstiftung und evangelischer Männer Deutsch⸗ J 6 lands und Schwedens ein Jugendheim errichtet. Es ihn. ist Schule und Herberge zugleich. Unterrichtsgegen⸗ wah, stände sind: Die Botschaft des Neuen Testaments; Ein⸗ ruf führung in die Grundfragen der Weltanschauung, der dc Volkswirtschaft und des Rechts; Einblick in die Ge⸗ l. da, schichte und Literatur unseres Volkes; Nachhilfe in Ele⸗ hne nentarkenntnissen; ärztliche Vorträge mit besonderer ih. Berücksichtigung der sexualethischen Fragen; Leibes⸗ Ischoll bungen; Musik. Außerdem werden Fahrten in die Gel(hüringischen Lande, auch zu den historischen Stätten, ante, unternommen. Durch Privatstudium und durch die zu ln biesem Zwecke bereitstehende Bücherei mit Lesezimmer i ge⸗ oll das Gehörte vertieft werden. Der Waldpark, ein o Luft⸗ und Brausebad und Turngeräte dienen der kör r% r Ci ö mühungen, die Manufaktur zu fördern, sind bekannt. Im Jahre e E786 schätzte man bereits die Zahl der Fabrikarbeiter auf ie über 120 000.

seiner Regierung machten sich die ersten

f 1 Schon während be⸗

siterarischen Sturmvögel des kommenden sozialen Zeitalters nerkbar. Bereits im Jahre 1774 hatte Heinse in seinemLai⸗ ion gegen das Privateigentum geschrieben, und im Jahre 1787 batte derselbe Verfasser in seinemArdinghello eine Abhand ung über Güter- und Weibergemeinschaft veröffentlicht. In seinenReisen vor der Sintflut geißelte Klinger die Geldhert schaft, und Gottlieb Johann Fichte entwarf in seinemgeschlof enen Handelsstaat von 1800 den Grundriß eines sozialen Zu gunftsgebäudes.

Z3u gleicher Zeit wurden die intellektuellen Kreise des preu lüchen Volles von der französischen Aufklärung in Bann geschla ben, und die harte, stolze friderizianische Stgatsgesinnung wurde don dem aufkommenden weltbürgerlichen Geiste verdrängt. Un er den französischen Schlägen brach schließlich das heilige Kömische Reich Deutscher Nation und die Schöpfung Friedrichs es Großen zusammen; aber aus diesem Zusammenbruch erwuchs seues Leben, und ein neuer Abschnitt im preußischen und deut⸗ chen Volte nahm von da ab seinen Anfang.

Am Eingangstore dieser neuen Zeitperiode, die wir von 1810 is 1870 bemessen, steht die Stein-Hardenbergsche Gesetzgebung, iemit Aufrechterhaltung von Moral und Religion die Ziele

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Evangelische Warte

perlichen Erfrischung. Jeder Schüler muß täglich 5 Stunden in Haus, Küche, Garten oder Werkstatt für das Ganze arbeiten. Auch die Führer beteiligen sich soweit es ihre Zeit erlaubt an den Arbeiten. Ent⸗ sprechend dem Ziele dieser Jugendhochschule werden nur Schüler von 18 bis 25 Jahren aufgenommen mit Volksschul-Vorbildung. Darnach steht sie also jedem ehrlich strebenden evangelischen Jungmann aller Stände offen. Für Wohnung, Heizung, Licht, Verpflegung und Unterricht sind im Monat nur 60,. zu zahlen. Für den, der diese Summe nicht aufbringen kann, tritt der Kirchenkreis oder die Kirchengemeinde ein. Niemand soll aus Geldmangel sich gehindert fühlen zu kommen. Der Lehrgang beginnt Mitte Oktober. Bewerbungen ind möglichst frühzeitig einzureichen: Aufnahmegesuch, selbstverfaßter Lebenslauf, ärztliches Gesundheitszeug his, Lichtbild, womöglich auch das Zeugnis eines Ju gendführers. Die Kleidung soll möglichst einfach sein, am besten die der Jugendbewegung. Arbeitsanzug und festes Schuhwerk muß jeder mitbringen. Ebenso muß jeder Schüler für seine Wäsche usw. selbst sorgen. Die halbe Hin- und Rückfahrt wird von der Jungmänner schule bezahlt. Es ist nur zu wünschen, daß diese Ein richtung ausgenutzt wird zum Heile des einzelnen, der Kirche und des Volkes!

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EineBerichterstattung.

Ueber die Berner Kirchenverhandlungen hat der Genfer Korrespondent einer der ältesten und bekannte sten Berliner Zeitungen seinem Blatte in einer Weise Bericht getan, die man nur als öffentlichen Skandal bezeichnen kann. Er ist, wie es scheint, vom Hauptfeld seiner gegenwärtigen Tätigkeit, Genf, für eine Stunde nach Bern herübergefahren und hat dort auf irgend welchen HintertreppenInformationen gesammelt, die ihn nun in den Stand setzen, nicht nur über die zurück liegenden(geschlossenen), sondern auch schon über künf tige Sitzungen im Perfeltivum alles für die Oeffentlich keit Wissenswerte mit Angabe von Rednernamen, Rednerinhalten und Abstimmungszahlen bekannt zu geben.(Es ist ja auch nur eine Kirchenkonferenz, mit der man es so genau nicht zu nehmen braucht.) So werden z. B. dem österreichischen Kirchenpräsidenten Dr. Capesius Aeußerungen in den Mund gelegt, die dieser über den Anteil des österreichischen Kaiserhauses am Kriegsausbruch getan haben soll dabei hat Dr. C. überhaupt in den Verhandlungen das Wort nie ergrif⸗ sen und auch im Privatgespräch kleine irgendwie dies⸗ bezügliche Ueußerung getan. Ein Aehnliches gilt von angeblichen Ausführungen des deutschen Präsidenten Dr. Kaplex, der immer nach demselbenBerichterstat ter den Weltbund für Freundschaftsarbeit der Kir chenbekämpft und ihm den christlichen Charakter abgesprochen haben soll. Reden, die Reichsgerichtsprä sident Dr. Simons, Dr. Titius,Konsistorialrat Schoell, Prof. Monnier-Paris(mit genauen Detail angaben) zugeschrieben werden, sind nie gehalten wor den, und die Sitzung, aus der sie stammen sollen, hat vier Stunden nach Erscheinen der Zeitungsnummer, in der von ihnen berichtet wird, überhaupt erst begon⸗ nen. Dieses geradezu unverantwortliche Verhalten einer deutschen Korrespondenzstelle hat auch die Konfe renzleitung zu einem Einschreiten veranlaßt und damit dem Ansehen der deutschen Presse im Ausland schweren Abbruch getan.

Auf der Warte.

Die Völlerbundsversammlung hat nach Annahme der vom Büro vorgeschlagenen Tagesordnung für ihre Vormittagssitzung am 8. September um 11,45 Uhr, den ersten Punkt ihrer Tagesordnung genehmigt und ein stimmig die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund mit allen 48 auf dieser Tagung vertretenen Stimmen beschlossen. ö

Als sodann der zweite Punkt der Tagesordnung, die Wahl Deutschlands zum ständigen Ratsmitglied und die Erhöhung der Ratssitze von 6 auf 9, zur Abstim mung gelangte, verlangte der norwegische Vertreter Nansen zunächst einige Aufklärungen; Cham berlain wechselte einige Worte mit ihm, die Nansen zu befriedigen schienen. Auch der zweite Punkt der

der Revolution sich aneignete und demolratische Grundsätze in einer monarchischen Regierung zu verwirklichen suchte. Sie brachte den Städten die Selbstverwaltung, dem Lande aber die Freiheit,

Die zweite Station auf dieser Entwicklungslinie haben wir in der Gründung des Zollvereins vom Jahre 1834 zu erblicken, der 16 deutsche Staaten mit 23 Millionen Einwohnern umfaßte Von da ab war es möglich, in den deutschen Staaten eine groß zügige Verkehrspolitil durch den, Bau von Eisenbahnen, Chausseen und Kanälen durchzuführen.

Die dritte Etappe auf diesem Wege haben wir in der poli lischen Revolution von 1848 zu sehen. Sie hat die Ueberreste der wirtschaftlichen Gebundenheit beseitigt und den Weg frei gelegt für den politischen Neubau des deutschen Volkes, der sich im italter vollzog

Neben dieser Entwicklungslinie läuft eine andere, welche die geistige Vorgussetzung für das Industriezeitalter schuf. Es war die Lehre des wirtschaftlichen Liberalismus, die von England herüber lam und ihren Siegeszug in der Kulturwelt antrat Die Hauptstütze dieser Lehre waren die freie Konkurrenz, der sreie Arbeitsvertrag und die Freiheit des Gewerbes. Sie wurde als eine neue wirtschaftliche Heilslehre begeistert begrüßt und von der jungen Beamtenwelt vertreten.

Einigungs

Auf dieser Grundlage vollzog sich der Industrialisierungs 1 J U

In wenigen Jahrzehnten war das deutschen Landes verändert. Seit 1825 zeigten die

prozeß in unsetem Volle

Antlitz des

seits für etwas halten,

Nauchfahnen der Dampfsschiffe auf den deutschen Flüssen und

Nr. 38.

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Tagesordnung wurde mit allen 48 vertretenen Stim

men angenommen. Die Versammlung nahm das Er gebnis mit starkem Beifall auf.

Alsdann beschloß die Versammlung die Zuertei lung eines ständigen Natssitzes an Deutschland und die Vermehrung der nichtständigen Ratssitze von sechs auf neun. Diese Beschlüsse wurden ebenfalls einstimmig gefaßt.

In China hat es einen Kampf zwischen englischer Marine und chinesischen Streitkräften gegeben. Truppen des General Yangsen hatten auf dem Yangtse zwei englische Schiffe beschlagnahmt. Als drei englische Kanonenboote den Versuch machten, diese Schiffe zu befreien, wurden sie unter großen Verlusten zurückge schlagen.

Aus Spanien hört man in letzter Zeit von Un ruhen. Es handelt sich um eine Bewegung in den Artillerieregimentern. Wie aus Madrid berichtet wird, entstand diese Bewegung aus Mißverständnissen heraus und sei vollständig erledigt. Es gebe keine Artillerieregiment mehr, das sich nicht der Regierung unterworfen habe. 1800 Offiziere sind ihrer Posten enthoben. Die Urheber der Bewegung sollen bestraft werden, während die übrigen Offiziere amnestiert wer den sollen.

Nom Kampf um die Westanschauung.

Konsessionelle Scharfmacherei.

Ganz hat man es sich auch auf dem diesjährigen Katholikentage in Breslau nicht versagen können, gegen die Andersgläubigen, also letztlich den Protestantismus, scharf zu machen. So führte der Präsident des Katho likentages, Landeshauptmann Dr. Horion, nach einer Schilderung der im ganzen recht erfreulichen Lage des Katholizismus in Deutschland, die er zugeben mußte, aus:Aber es wäre völlig verfehlt, wenn wir diese äußeren Erfolge, die durch die Tatkraft katholischer Männer im öffentlichen Leben errungen worden sind, zum Anlaß nehmen wollten, eine allgemeine Befrie digung über die Lage des deutschen Katholizismus zum Ausdruck zu bringen, oder gar allgemein von einer Rückkehr aus dem Exil der Vorkriegszeit zu sprechen. Soweit sind wir noch lange nicht! Einmal ist das, was wir im öffentlichen Leben errungen haben, noch lange nicht gefestigt und für die Zukunft gesichert, denn gar zu viele im Deutschen Reich sehnen sich zurück nach den früheren Zeiten der Unterdrückung der katholischen Religion und ihrer Anhänger, und leider haben wir diesen Gegnern nicht mehr eine so einige und einheit⸗ liche Phalanx der Katholiken entgegenzustellen, als dies früher der Fall war. DieseSehnsucht nach der Unterdrückung der katholischen Religion und ihrer An hänger, die sich beigarzuvielen finden soll, ist eine ganz böse Unterstellung. Der Präsident des Katholilen tages hätte gut getan, das Wort des Kardinals Fischer, das er in seiner Schlußansprache anführt:Wer die Kluft in unserem Volke noch erweitern will, ist ein Verräter am Vaterlande in seiner Eröffnungsrede selber zu beherzigen.

Der wahre Geist.

Auf der diesjährigen Katholikenversammlung hat man ge flissentlich allzu scharfe Ausfälle gegen die Ketzer vermieden, Man benügte sich mit gelegentlichen Stichen. Der Geist aber, der das ultramontane Herz zu tiefst beseelt, brach sich doch Bahn. So rief in der Hauptversammlung des Bonifatiusvereins der bischöfliche Administrator von Tütz, Kaller, bisher Pfarrer in Berlin, dreimal in die Versammlung hinein;Einmal muß uns doch das ganze Deutschland gehören. Bezeichnenderweise fehlt diese Offenherzigkeit im offiziellen Festblatt des Katholikentages und in den Berichten der ultramontanen Presse.

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Vom inneren Niedergang des Katholizismus.

In katholischen Kreisen liebt man es, sich an dem Gedanken zu berauschen, man sei dem Protestantismus, der angeblich im Sterben liege, weit überlegen. Durch immer erneute Wieder holung hat man urteilslose und ängstliche Protestanten weithin bazu gebracht, daß sie diese katholische Selbstüberschätzung ihrer was der Wirklichkeit entspreche. In Wahrheit ist die innere Lage des Katholizismus in Deutschland und die äußere Lage der katholischen Kirche in außerdeutschen

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Binnenseen, daß das Zeitalter des Dampfes angebrochen war, und als im Jahre 1834 zwischen Nürnberg und Fürth die erste sechs Kilometer lange deutsche Eisenbahn gebaut war, eroberten dieeisernen Karten in wenigen Jahrzehnten die deutsche Welt, Schon um die Jahrhundertwende besaß das Deutsche Reich mit seinen 56000 Kilometer Eisenbahn-Schienensträngen das ausgedehnteste Schienennetz der europäischen Staaten.

Hand in Hand mit dieser Entwicklung vollzog sich in stärtstem Ausmaße die Bevölkerungsverschiebung vom Osten nach dem Westen, vom Lande in die Stadt. Es ist statistisch festge⸗ stellt worden, daß innerhalb eines Zeitraums von sechs Jahr zehnten über zwei Millionen Seelen aus den östlichen Provinzen nach Berlin, Sachsen, Rheinland und Westfalen abgewandert find. Es vollzog sich in immer stärkerem Maße der Uebergang bes deutschen Volkes vom Agrarvolk zum Industrievolk. Nach Schmoller betrug im Jahre 1816 der Anteil der Forst- und Land⸗ wirtschaft an der Gesamtbevölkerung 78 v. H., aber im Jahre 1867 nur noch 46 v. H. Die vormals kleinen Landstädte entwickelten sich zu volkreichen Industriestädten. In Preußen betrug die Zunahme der stäbtischen Bevölkerung nach vorliegenden Quellen von 1816-1851 81 v. H. In den werdenden Industriestädten bezirlen veränderte sich infolge der steigenden Bodenpreise die Wohnungsweise. An Stelle der Kleinhäuser trat die Miets⸗ laserne mit ihren garten- und lichtlosen Höfen und den schwäch⸗ lichen, blutarmen Kindern. Die Bodenspekulation und der Bodenwucher begannen sich zum Unheil des deutschen Volles zu entwickeln.

und

Fortsetzung folgt.