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Sonnabend, den 17. April 1926.
„Evangelische Warte“
Nr. 16.
Sonntagsgeoͤanken.
Die Herolde der Blumen schmücken wieder die Gärten und Wiesen und eine nach der anderen steht auf, geweckt vom Sonnentag. Ueber die Berge ist der Winter gezogen; der ein— ziehende Frühling hat mit aller Jugendkraft den griesgrämigen Alten verdrängt. Ein Maler hat einmal ein Bild gezeichnet, auf dem der Frühling als holder, geflügelter, blütenbekränzter Knabe, die Geige in der Hand, durch die winterentfesselte Na— tur schreitet. Ein Quell klingt ihm zu Füßen, singende Vögel umfliegen ihn, ein seliger Mensch jubelt empor aus der Tiefe eines Tales, und über ihm am blauen Himmel ziehen die wei⸗ ßen Wolken mit Segeln der Sehnsucht, und von dem Klang des Frühlings quillt ein feiner, seliger Ton in alle Täler und Klüfte, zu allen Bergen und Höhen, in alle Wälder und Gärten. So grüßt uns der Frühling mit Blumen und mit Gesang.
Komm, geh' heute am Frühlingssonntag mit hinaus, wo neues Leben beginnt! Schau die Wunder der göttlichen Kraft! Es schmückt sich die Au, auf Strauch und Baum schlagen Knösp⸗ lein herzhaft die Augen auf, die Reben beginnen zu ranken ans goldene Licht und der erwachende Wald schüttelt die alten Blät⸗ ter ab, beginnt den Saal festlich zu schmücken, weil die Sänger schon zum Frühjahrskonzert gekommen sind. And unter die Hecken streut der junge Lenz die ersten Veilchen und küßt dann behutsam und zart die Quelle, die heimlich schon plaudert von lenzesfrischer, sonniger Frühlingsfahrt. Dann lernt er den Vög⸗ lein sein bestes und innigstes Lied.
Glocken läuten zum Frühlingssonntag, und selbst aus ein⸗ samen Herzen entflieht die frostige Winternacht. Segnend hat sich des Allvaters Hand erhoben. Ueberall wirkt sein göttliches
Walten und überall fühlt man den segnenden Geist. Waldfried.
aa.
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vorm. Wilh. Meller
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Aus der Arbeit der evang. Arbeitervereine.
Dem„Evang. Volksboten“ entnehmen wir folgen⸗ den Bericht:
„Arbeiterschaft und Wirtschaft“,„Arbeiterschaft und Christentum“— so lautet das Thema, über welches in neun großen Kundgebungen, veranstaltet vom Ver⸗ band Evangelischer Arbeitervereine Groß-Berlin, ge⸗ sprochen wurde. Bekannte Führer der evangelischen Arbeiterbewegung und Pfarrer sprachen in diesen Ver⸗ sammlungen. Die Redner führten ungefähr folgendes aus:
Die große Wirtschaftskrise, verbunden mit der star⸗ ken Arbeitslosigkeit, in erster Linie hervorgerufen durch den Vertrag von Versailles, fordert aufs dringendste, daß der Klassen⸗ und Kastengeist in unserem Volk über⸗ wunden wird und wahrer Volksgemeinschaft Platz macht. Besonders muß gefordert werden, daß im Wirt⸗ schaftsleben der Gegenwart der Arbeiter als gleich⸗ berechtigte Persönlichkeit anerkannt wird. Der christ⸗ liche und soziale Geist muß in die Arbeiterschaft hinein⸗ dringen. Die wahre christliche Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit muß das Heilmittel für die Gegenwart und Zukunft werden. Wenn die deutsche Arbeiterschaft im Atheismus versinkt, verliert sie ihre Seele, und seelenlos kann kein Volk für seine Erneuerung kämpfen.
Sämtliche Kundgebungen waren gut besucht, zum Teil überfüllt. In einzelnen Versammlungen hatte man versucht, dadurch diesen Kundgebungen Abbruch zu tun, daß man in einem Saal, der unmittelbar dabei lag, gegnerische Versammlungen einberief. Auf jeden Fall
VN. N 17
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sind jederzeit vorrätig in der
und Sterbe-Register sind ungewollt
haben diese Arbeiterkundgebungen durchschlagend ge⸗
wirkt und einen Erfolg für die evangelische Arbeiter⸗ bewegung in Groß-Berlin gebracht. schließung fand Annahme: Verband Evangelischer Arbeitervereine von Groß-Berlin fordert mit aller Entschiedenheit, daß im Wirtschaftsprozeß der Gegenwart der Persön⸗ lichkeit des Arbeiters in jeder Beziehung volle Ge— rechtigkeit zuteil wird, insbesondere, daß seine ver⸗ fassungsmäßigen Rechte innerhalb des Betriebes und außerhalb desselben in jeder Beziehung gewahrt wer⸗ Ferner fordert der Verband, daß die evange⸗ lische Arbeitervereinsbewegung als Standesbewegung volle soziale und gesellschaftliche Anerkennung erhält. Der Verband Evangelischer Arbeitervereine arbeitet daran, daß die vom Marxismus geschaffene Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Christentum überwunden wird und daß die Arbeiterschaft im Geiste der christlichen Freiheit, Gerechtigkeit und Brüderlichkeit in der Verwirklichung der Volksge⸗ meinschaft als gleichberechtigter Teilhaber mitwirkt.“ Die Masse beginnt die Hilflosigkeit ihrer„Massen⸗ seele“ zu erkennen, und damit ist der entscheidende Wendepunkt im Geiste des deutschen Arbeiters gegeben: seine Abkehr von der„Religion“ des Marxismus.
„Der
den.
Jede Larve stimmt mich traurig. Larven trägt heut jeder Wicht.
Zeig' ein offenes Gemüte!
Heil dem Geist und heil der Güte In dem ehrlichen Gesicht.
I.. LLL
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Wer mich bekennet.
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