1 1
Sonnabend, den 16. Oktober 1926.
„Evangelische Warte“
die Bedeutung der Preijt im öffentlichen Leben.
Bericht über den von Schriftleiter Hamburger am
2. Oktober anläßlich der 2. Reichstagung der Evangeli⸗
schen Volksgemeinschaft zu Frankfurt a. M. im„Storchen“ gehaltenen Vortrag.
Welche Macht die Presse haben kann, schilderte ein⸗ leitend der Vortragende an der feindlichen Presse im Weltkrieg. Nicht die feindlichen Waffen, sondern die von einer Stelle in England geschickt geleitete Weltpresse habe Deutschland um den Sieg gebracht. Hier sehe man, was die Presse bei der Bildung der öffentlichen Mei— nung für eine gewaltige Bedeutung habe. Die Auf— gabe der Presse sei einmal Nachrichten über die Tages⸗ ereignisse zu bringen, ein ander Mal bestimmte Gedan⸗ ken vor den Lesern darzulegen, zu begründen und An— hänger für diese Gedanken zu werben. Die erste Auf⸗ gabe hat unter den Zeitungen einen unschönen Wett— bewerb verursacht. Jede Zeitung will die Ereignisse zuerst bringen. So kann es vorkommen, daß voreilige Zeitungsmänner über eine Tagung eher berichten, als diese überhaupt begonnen hat. Als Beispiel führte er eine Berliner Pressestelle an, welche über die Berner Kirchenverhandlungen vier Stunden eher berichtete unter Anführung von Reden, die nie gehalten wurden, als die Verhandlungen in Bern überhaupt begonnen haben..
Die zweite Aufgabe der Presse hat man heute im gesamten öffentlichen Leben erkannt. Wir können uns heute das öffentliche Leben eines Kulturvolkes gar nicht mehr vorstellen ohne das Zeitungswesen. Sobald ein Verein entsteht, sucht er sobald als möglich, sich ein Ver— einsorgan zuzulegen. Dies gilt von den Berufs- und Standesvereinen, wie auch von Geselligkeits- und Ver⸗ gnügungsvereinen. Dazu kommt das Wirtschaftsleben, das heute nicht ohne seine Organe zu denken ist. Die Bauernschaft, die Industrie, der Mittelstandt, die Ar— beiterschaft haben sämtlich ihre Wirtschaftspresse.
Besondere Bedeutung hat aber das Pressewesen in der Politik erfahren. Frühzeitig hat die Sozialdemo— kratie den Wert der Zeitung erkannt. In volkstüm⸗ licher Weise hat sie durch leicht faßliche Schlagworte ihre Gedanken in ihre Anhängerschaft hineingerufen. Durch stets neue, dem Empfinden der breiten Masse zusagende Schlagworte weiß sie ihre zweifelnden Anhänger aufs neue wieder zu fesseln. Aber auch auf Seiten der ande— ren Parteien ist die große Bedeutung der Presse ge— wertet worden. Es gibt keine Partei in Deutschland ohne ihre Parteipresse. Von den Parteien interessiert uns am meisten das Zentrum. Die Zentrumspresse ist entstanden aus der katholischen Presse. Die Presseart hat ihre Entstehung hauptsächlich erst im 19. Jahrhun⸗ dert. Zu erwähnen ist die 1848 begründete Rheinische, später Deutsche Volkshalle. Nachdem diese 1855 von der Polizei unterdrückt wurde, entstand in Frankfurt a. M. das katholische Zentralorgan Deutschland, das politisch zu Oesterreich hielt. Als die Pressefreiheit mit dem Jahre 1848 erreicht war, sehen wir eine starke Zu⸗ nahme der katholischen Presse. So 1 1849 das Mainzer Journal, 1869 die Kölnische Volkszeitung. Letz⸗ teres Blatt ist aus den 1860 begründeten Kölnischen Blättern hervorgegangen, welche bereits 1866 über 6500 Abonnenten zählte. Allmählich wurden diese religiöbsen Zeitungen zu politischen Zentrumsblättern. Mit Gründung der Zentrumspartei trat diese Schwen⸗ kung ein. 1871 entstand als Kampfblatt, welchen Cha⸗ rakter es bis heute behalten hat, die Germania. Sie ist das Hauptorgan der Zentrumspartei bis auf den heutigen Tag geblieben. Im Jahre 1876 betrug die Zahl der Zentrumsblätter 172. Im Jahre 1880 zählte man 600 000 Abonnenten der Zentrumsblätter. Von da an ist der Aufschwung der ultramontanen Presse in ständigem Wachsen begriffen. Um dies deutlich zu
machen, verglich der Redner die Zahlen von 1890, 1900
und 1909 mit einander. 1890 gab es 94 täglich, 48 drei⸗ mal, 55 zweimal und 75 einmal wöchentlich erscheinende, zusammen 272 Zentrumsblätter. 1900 gab es 171 täg⸗ lich. 7 viermal, 94 dreimal, 59 zweimal, 88 einmal wöchentlich erscheinende, zusammen 419 Zentrumsblätter. 1909 gab es 278 täglich, 14 viermal, 134 dreimal, 83 zweimal, 64 einmal wöchentlich erscheinende, zusammen 573 Zentrumsblätter.
Wie steht es daneben mit der evangelischen Presse? In ihren Anfängen stand die deutsche Presse den evan— gelischen Einflüssen nicht fremd gegenüber. Denken wir nur daran, daß A. H. Francke die Hallesche Zeitung 1708 gründete und leitete. 1814 leitet der große Theo— loge Schleiermacher den Preußischen Korresnon⸗ denten. Jedoch hatte damals die Presse nicht die Be— deutung und Verbreitung wie heute. Die Zeitungen Deutschlands wurden mit ihrer Verbreitung gegenüber der evangelischen Weltanschauung gleichgültig. Viel Schuld daran ist der jüdische Einfluß, der in vielen Re⸗ daktionsstuben ausschlaggebend ist. Aber auch dort, wo grundsätzlich kein Jude als Redakteur eingestellt wird, herrscht oft eine bodenlose Gleichgültigkeit. Der Redner wies darauf hin, wie über evangelischen Tagun— gen schon in früheren Zeiten von den Zeitungen so ober— flächlich berichtet worden ist. In Hessen steht den 8 Zen— trumsblättern nur die wöchentlich einmal erscheinende „Evangelische Warte“ gegenüber. Wie steht es im Reiche mit evangelischen Zeitungen? Wir haben den Tag, die Tägliche Nundschau, den Reichsboten. Der Letztere ist nicht ein evangelisches, sondern ein deutschnationales Blatt. Die Tägliche Rundschau ist keine evangelische, sondern die Zeitung Stresemanns. Dazu ist der Auf⸗ wärts zu nennen. Mit ihm haben wir den Anfang, eine gute evangelische Zeitung zu besitzen, die unab— hängig von allen Wirtschaftsgruppen ist. Ein guter Anfang war auch die Frankfurter Warte. Es ist schade, daß sie in der Kriegszeit der Notlage erliegen mußte. Wie wenig ist dies nun alles gegenüber der Arbeit im römischen Lager. Wollen wir auf treuer Wacht stehen, daß das Werk unseres Dr. Martin Luther in Deutsch— land nicht erdrückt wird durch Rom und die deutsche Gleichgültigkeit, dann müssen wir fordern: Evangelische schafft evangelische Zeitungen; Evangelische lest nur evangelische Zeitungen!
Dem mit allgemeinem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte eine Aussprache, welche sich hauptsächlich auf Wünsche über das Organ der Evangelischen Volks— gemeinschaft,„Evangelische Warte“, bezog. Ferner konnte von Seiten des Vorstandes mitgeteilt werden, daß ein neuer Vertrag über ein neues Organ für Nord— deutschland abgeschlossen worden ist. Das neue Blatt heißt: Evangelisches Echo. Es erscheint in Rendsburg im Verlage Heinrich Möller Söhne und wird geleitet von W. Schädler in Neumünster, Kloster⸗ straße 52. Wir von der„Evangelischen Warte“ rufen dem Schwesterorgan ein herzliches„Glück auf“ zu.
um eine neue Volksbildung.
Im nördlichen Zipfel des Kreises Wetzlar liegt auf steiler Bergeshöh' und schaut weit hinaus ins Land: Burg Hohensolms. Westerwald, Taunus, Vogelsberg und die Lahnberge schauen zu ihr herüber. Die Ruinen Gleiberg und Vetzberg und die Stadt Gießen grüßen zu ihr herauf. Hier hat seit zwei Jahren die„Ehrist⸗ deutsche Jugend“, deren Führer Professor D. Dr. Cor-⸗ dier⸗Gießen ist, ihr Bundesheim. Zu froher Gemein- schaft und ernster Zwiesprache findet sich hier Jugend aus allen Gauen Deutschlands für Tage und Wochen zusammen, Jugend, die etwas will: eine neue Lebens⸗ gestaltung im Geiste evangelischen Christenglaubens und echten Deutschtums. In diesem Heim hat die Christdeutsche Jugend auch eine Volkshochschule einge⸗ richtet, die von dem Ortspfarrer F. W. Petri geleitet
Nr. 42.
wird. Im Winter und Frühjahr hält sie ihre Kurse, alljährlich einen für junge Männer und einen für junge Mädchen von je 3 Monaten Dauer. Vom Land und von der Stadt kommen dann die jungen Leute auf die Burg hinauf, sie wohnen ganz dort, die Heimküche sorgt für die Verpflegung, im Heim leben sie als Kameraden untereinander und mit Lehrern und den Helfern des Heimes wie in einer großen Familie zusammen, die sich auch zur Morgen- und Abendandacht zusammenfindet. Mit Unterricht, Arbeitsstunden und der notwendigen Bewegung in der freien Luft ist der Tag ausgefüllt. Was will die Christdeutsche Heimvolkshochschule?
Eine Volksbildung, auf dem Boden eines evange⸗ lischen Christenglaubens und eines wahren, echten Deutschtums.— Vielerlei Zeitschriften, billige Bücher, die leichtverständlich viel Wissenswertes bieten, Film und Radio sorgen für„Volksbildung“. Die Volkshoch⸗ schule ist aber der Ansicht, daß das keine rechte Volks— bildung ist. Nicht der Mensch ist gebildet, der allerlei weiß. Wahrhafte Bildung hat die Persönlichkeit, bie selbständig denkt, ein klares sicheres Urteil hat, und die ihr Leben und Handeln richtet nach dem, was ein tiefes Gemüt und ein fester Glaube ihr sagen. Solche Men⸗ schen brauchen wir heute mehr denn je. Krank liegt unser Volk am Boden. Ein innerer Feind nagt an seinem Mark: Undeutschheit, Unsittlichkeit und Un⸗ glaube, bittere soziale Not und schleichende Krankheiten fressen ihm am Lebensnerv. Wissen ist notwendig, aber was nützt alles Wissen, wenn nicht Menschen da sind, die mit heißem Herzen und kraftvollem Wollen sich ein— setzen für den Kampf gegen diesen Feind, für ein Neu⸗ werden unseres Volkes? Schule, Kirche, Jugendvereine wollen solche Persönlichkeiten erziehen. Ist darum die Volkshochschule noch nötig oder überflüssig? Ihre Stärke liegt in ihrer besonderen Einrichtung. Es sind die jungen Menschen von 18—25 Jahren, die hierhin kommen, denen gerade alle Fragen, die sittlichen, reli— giösen, die sozialen und politischen ganz besonders auf der Seele brennen, denn bald werden sie zum Mann, zur Frau werden und dann müssen sie doch Klarheit über all dies haben. Sie verlassen einmal ihre Umgebung, ihren Beruf und gehen für ein Viertel oder ein halbes Jahr in die Stille. Zusammen mit gleichstrebenden Kameraden oder Kameradinnen leben sie dort. Und die Lehrer sind ja nicht Leute, die von oben herab ihre Wissenschaft bieten, sondern sie werden hier im Zusam⸗ menleben auch Freund und Kamerad. So können feste Grundmauern für die Persönlichkeit gebaut werden. Und wenn der junge Kamerad dann die Schule verläßt und ins Leben tritt, dann weiß er die Richtung ganz lar, die er zu gehen hat und kann weiterbauen auf den sicheren Grundmauern. Alle Schüler der bisherigen Kurse waren dankbar für eine solche Zeit des inneren Wachsens und Werdens.
Was bietet nun der Lehrplan?
Deutsche Geschichte(19. Jahrhundert), Deutsche Sprache und Dichtung, Heimatkunde(vor allem Kunst, Sitte, Geschichte der Heimat), Wirtschaftsgeographie und politische Geographie der Erde, Volkswirtschafts⸗ lehre(die Wirtschaftsfragen des 19. Jahrhunderts), Staatsbürgerkunde, Lebenskunde(Fragen der Sittlich⸗ keit und der Religion, Neues Testament), Gesellschafts⸗ kunde(Aufgaben in Familie, Gemeinde, Kirche und Staat), Weltanschauungslehre, Gesundheitslehre, Tur⸗ nen und Gesang. Den Mädchen wird dazu eine gute Ausbildung in Hauswirtschaft und Handarbeit gegeben, die anderen Fächer aber werden in diesen Kursen be⸗ schränkt. Die Mädchen werden auch mit den wichtigsten Aufgaben der häuslichen Erziehung bekannt gemacht und erhalten eine Ausbildung in Säuglings- und Krankenpflege.
In den zwei Schulwintern seit Bestehen der Schule sind drei Mädchenkurse und ein Lehrgang für junge Männer abgehalten worden.
Das soziale Zeitalter.
Von Paul Rüffer, Vorsitzender des Verbandes ev. Arbeiter- und Volksvereine Groß⸗Berlin.
4. Fortsetzung. 8.
Man kann jene Zeitspanne als eine Uebergangsperiode be— zeichnen. Die industrielle Entwicklung nahm ein immer schnel— leres Tempo an, denn nach Ansicht des neuen Reichskanzlers Caprivi mußten wir Waren ausführen, wenn wir die deutschen Menschen im Inlande behalten wollten. Die Gewerbezählung von 1882 ergab bereits in Bergbau, Industrie und Baugewerbe Millionen hauptberuflich tätige Lohnarbeiter, die Gesamtzahl aller Arbeiter betrug 10,7 Millionen. Nach der Reichsstatistik bezifferte sich die Zahl der aus den östlichen Provinzen Ausge— wanderten durchschnittlich zwischen 1882 und 1895 im Jahre auf 109 000 Personen, Bei der Gewerbezählung von 1907 wurden 8,6 Millionen Lohnarbeiter ermittelt, die Gesamtlohnarbeiter— schaft mit ihren Angehörigen zählte damals aber bereits 18,7 Millionen oder 30 v. H. der damaligen Bevölkerung des ganzen Reiches.
Nach der politischen Seite stand diese Zeitperiode im Zeichen des sozialen Fortschritts und des sozialpolitischen Rückschritts. Die fortschrittliche Seite der Entwicklung wird gekennzeichnet durch die Namen Berlepsch, Posadowsky, Bethmann und Delbrück, der sozialpolitische Rückschritt aber vorzugsweise durch den Namen des Industriekönigs Stumm, der mit seinem mächtigen Einfluß noch einmal zeitweilig mit Erfolg versuchte, die sozialpolitische Entwicklung zurückzuschrauben. In diese Zeit der sozialpolitischen Reaktion fällt der vergebliche Versuch, die Umsturz- und Zucht⸗ hausvorlage im Reichstage zur Annahme zu bringen.
Trotz dieser reaktionären Versuche ist doch die sozialpolitische
Gesetzgebung in jener Zeit in folgender Weise gefördert worden. 1890 wurde das Gewerbegerichtgesetz vom Reichstage verab— schiedet, 1891 trat die Novelle der Reichsgewerbeordnung in Kraft, in der die bisherigen Arbeiterschutzbestimmungen, bezüg- lich der Sonntagsruhe, sowie der Beschäftigung der jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen erheblich erweitert wurden. Der sogenannte hygienische, normale Arbeitstag wurde festgelegt, d. h. der Bundesrat konnte mit Verordnungen eingreifen, wenn Gefahren für die Gesundheit der Arbeiter in den Betrieben vor⸗ handen waren. Auf Grund der Bundesratverordnung vom 4. März 1896 wurde die 12stündige Arbeitszeit für das Bäckerei⸗ gewerbe eingeführt.
Der Frauenschutz wurde in den Gesetzen von 1891 und 1908 verbessert, der 10stündige Arbeitstag oder die 58stündige Arbeits- woche für die Arbeiterinnen festgelegt, die Nachtarbeit verboten und der Wöchnerinnenschutz eingeführt. Verboten wurde die Kinderarbeit unter 13 Jahren in Betrieben, in den in der Regel mindestens 10 Arbeiter beschäftigt waren. Kindere unter 13 Jahren, wenn sie nicht mehr zum Besuche der Volksschule ver— pflichtet waren, durften nur täglich sechs Stunden arbeiten.
Das Kinderschutzgesetz von 1903 untersagte überhaupt die Arbeit fremder Kinder in Fabrikbetrieben. Für die 14 bis 16jährigen galt der 10stündige Arbeitstag. Der Fortbildungs- schulzwang und die 14tägige Kündigungsfrist wurden eingeführt. Das erste Heimarbeitsgesetz, das die Lohnbücher, Preislisten und Fachausschüsse vorsah, wurde 1911 erlassen. Die sozialen Ver⸗ sicherungsgesetze wurden weiter ausgebaut, für die Kranken⸗ versicherungen sind die Gesetze von 1892, 1900 und 1903, die die Erweiterung des Kreises der Versicherung und die Verlängerung der AUnterstützungspflicht von 13 auf 26 Wochen brachten, maß⸗ gebend. Im Jahre 1899 wurde der Invalidenversicherung eine 5. Lohnklasse angefügt. Im Jahre 1900 wurde durch fünf Gesetze die Organisation der Unfallversicherung erweitert und ihre Leistungen erhöht. Das letzte große Versicherungswerk der Vorkriegszeit war die Reichsversicherungsordnung von 19. Juni
1911 und das Angestelltenversicherungsgesetz vom 20. Dezember desselben Jahres. Der Ausbruch des Weltkrieges verhinderte nicht nur naturgemäß jede weitere gesetzgeberische Tätigkeit auf dem Gebiete der Sozialpolitik, sondern notgedrungen mußten auch während der Dauer des Krieges die Arbeiterschutzbestim⸗ mungen außer Kurs gesetzt werden.
Die staatliche Sozialpolitik wurde in jener Zeit gefördert durch die christlich-sozialen Bestrebungen in beiden konfessio⸗ nellen Lagern. 1890 rief Stoecker den evangelisch-sozialen Kon⸗ greß und 1895 die kirchlich-soziale Konferenz ins Leben. Der Gesamtverband evangelischer Arbeitervereine, der Jahrzehnte lang von D. Ludwig Weber erfolgreich geleitet wurde, trat ins Leben, und auf katholischer Seite wurde die Arbeitervereinsbe⸗ wegung durch den„Volksverein für das katholische Deutschland“ gefördert. Neben diesen Bestrebungen nahmen die Bodenreform⸗ bewegungen und die„Gesellschaft für soziale Reform“ das sozial⸗ politische Interesse weiter Volkskreise in Anspruch. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß alle diese Bestrebungen an ihrem Teil doch die Sozialpolitik des Staates beeinflußt haben.
Auf gewerlschaftlichem Gebiet entwickelten die sozialistischen Klassenkampfgewerkschaften eine außerordentlich lebhafte Tätig⸗ leiit. Seit der Jahrhundertwende aber traten die christlichen Ge⸗ werkschaften stärker in die Erscheinung und versuchten die Mono⸗ polstellung der sozialistischen Gewerksaftsrichtung zu brechen. 1903 trat der christlich-nationale Arbeiterkongreß zu Frankfurt a. M. zusammen. Von da ab besitzen wir in Deutschland eine christlich-nationale Arbeiterbewegung. Die Struktur des Zeit⸗ alters nimmt einen immer stärkerem sozialen Charakter an. Es war schließlich für alle klar, die Augen hatten zu sehen: Die liberale Wirtschaftsauffassung war im Verschwinden begriffen, jeder mußte sich sagen, wir wachsen immer mehr in die Formen der sozialen Epoche hinein. Es fragt sich nur, ob dieses natür⸗ liche Wachstum nicht gestört werden würde durch Ausbrüche des revolutionären Geistes.
Fortsetzung folgt.
———
——
les e
i de Kacke holde
Ats0 ande et weilld u d. geen
6 unge pulde Habt diche t w hett. n 8 Agefü kedürf derbe de ve
bdigli
Reiteif duch d. her f gehen herbe he
N n. Aug dh fl
1 hellt Sc desi die elkeic
11 lille ulsc dag Agebs
iki ere Ini
Nen sachol don 72 itte! U 95 itte N in den
sgeno 5—
n


