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Sonnabend, den 15. Mai 1926.

für alle gültigeNorm kommt also auf diese Weise niemals zur Herrschaft, und das Ergebnis ist eben die immer unheilbarer werdende und immer mehr beklagte Spaltung.

Auch die katholische Weltanschauung vermag nicht eine absolute Norm zur Lösung wirtschaftlicher Pro bleme abzugeben. Der Katholizismus kennt nur ein Ziel: Beherrschung der Welt durch die katholische Kirche. Alles muß diesem Zwecke dienen, auch die Stel lungnahme zu wirtschaftlichen Fragen. Weil die katho lische Kirche den Menschen in seinem Gewissen nicht an die überweltliche Größe Gottes, sondern an die inner⸗ weltliche Herrlichkeit Roms bindet, so wird letztlich für die Stellungnahme des Katholizismus auch zu wirt schaftlichen Fragen nicht der rein ethische Grundsatz der Liebe und Gerechtigkeit maßgebend sein, sondern die von Fall zu Fall entscheidende kluge Berechnung, was jeweils in Roms Interesse liegt. Der Katholizismus wird es auf wirtschaftspolitischem Gebiete immer nur zu einerKasuistik bringen, wie ja seine gesamte Ethik bekanntlich nur eine kasuistische ist, d. h. es wird von Fall zu Fall entscheiden, was Rom frommt. Frei⸗ lich führt auch Rom die hohen Worte von sozialer Ge rechtigkeit und sozialem Ausgleich durch die christliche Liebealles zur Ehre Gottes gern im Munde, und die einzelnen katholischen Menschen mögen auch in voller Aufrichtigkeit an der Verwirklichung dieses christlichen Ideals arbeiten, aber als Glieder der großen kirch⸗ lichen Organisation stehen sie doch nur wieder in deren Diensten, nicht im Dienste einer überweltlichen christ⸗ lichen Norm. Alle katholische Politik erhält dadurch das Gepräge des Zickzackkurses. Nach Zeit und Umständen ändern sich ihre Ziele und ebenso die Wege, die Rom zu ihrer Erreichung vorschreibt; also Interessenpolitik und daher veränderlich, aber keine unverbrüchliche Norm.

Von beiden Abwegen, die schließlich in den einen einmünden:Der Mensch oder menschliche Ziele das Maß aller Dinge, hält sich die evangelische Welt⸗ und Lebensanschauung durchaus fern. Indem sie mit ihrem Streben Ernst macht, das Reich Gottes auf Erden zu bauen, verzichtet sie einerseits darauf, die materiellen Dinge als den Menschen restlos beglückende Werte gel⸗ ten zu lassen.Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht. An der Lösung der Brotfrage kann und muß der evangelische Christ nicht darum mitarbeiten, weil er darin Endzweck und Selbstzweck des menschlichen Daseins erblickte, sondern weil sie ihm ein gottgebenes Mittel, aber doch immer nur ein Mittel ist, das geistige Leben des Gottesreiches zur Entfaltung zu bringen.

Andererseits verfallen wir Evangelischen auch nicht in den Fehler des Katholizismus, das wir in dem Staate als einer auch wirtschaftlichen Gemeinschaft nur ein Mittel erblicken, um der Verwirklichung des Reiches Gottes in der Form der katholischen Kirche zu dienen. Wir erkennen vielmehr dem Staate wie allen mensch⸗ lichen Gemeinschaftsformen einen selbständigen Wert zu und glauben unsererseits ihm am besten zu dienen, wenn wir ihn dazu willig machen, die Reichsgottes⸗ 1 der Liebe und Gerechtigkeit in seinem Le⸗

en zur Geltung und in allen seinen Ordnungen 9 Ausdruck zu bringen. Daß das in sehr geringem Maße geschieht, dürfte allgemein zugestanden werden. Wir find aber überzeugt, daß hier bessernd Hand anzulegen das höchste Anliegen jedes Staatsbürgers sein muß. Das könnte vom ganzen Volke in einheitlicher Weise nur geschehen, wenn es willens wäre, sich jener einheit⸗ lichen Norm zu beugen, die ihm den Willen Gottes im⸗ mer wieder groß vor Augen stellt. Da aber hierzu, wie

Wer mitch bekennet.

Von Erwin Gros.

(8. Fortsetzung.)

Das war am nächsten Sonntage. Die Glocken riefen vom Turm der lutherischen Kirche. Hans Heeger folgte dem Klange; ihm war froh zumute, hatte er doch all die Wochen, die er auf der Wanderschaft gewesen, keinen Gottesdienst besuchen können. Als er am Rathaus vorüberging und zur Kirche einbog, sah er zu seiner Verwunderung am Eingang zum Kirchhof zwei Män⸗ ner mit Spießen in den Händen. Vor ihnen stand der Pfarrer im Chorrock und hatte zwei Begleiter bei sich. Diese sollten an scheinend nicht in das Gotteshaus gelassen werden. Doch der Pfarrer stieß die beiden vorgehaltenen Spieße weg und schritt hindurch; das benutzten seine Begleiter und folgten ihm trotz des Gezeters, das die zwei Speerträger losließen.

Zögernd ging Hans Heeger weiter. Wurde man hier gehin⸗ dert, den Gottesdienst zu besuchen?

Geht nur durch, euretwegen stehen wir nicht hier! sagte der eine der Wächter, und Hans erkannte den leichtfüßigen Bauernburschen, der den Zigeunerhäuptling eingeholt hatte.

Doch noch mehr des Wunderbaren und Sonderbaren sollte Hans Heeger an diesem Morgen erleben.

Trotzdem der Pfarrer schon in seinem Stuhle saß, läutete es ununterbrochen weiter. Eine Frauensperson und zwei Schul- buben zogen lustig an den Strängen. Doch nein, die Buben waren nicht guter Dinge. Zuweilen warfen sie einen Blick voll Angst nach dem Pfarrer, dann aber winkte ihnen ein kleines Männlein ermutigend zu, das unweit von ihnen stand.

Der Pfarrer und seine zwei Begleiter stimmten nunmehr mit voller Lungenkraft das Lied an: Wenn wir in höchsten Nöten sein Und wissen nicht, wo aus noch ein, Und finden weder Hilf' noch Rat, Obgleich wir sorgen früh und spat, So ist das unser Trost allein,

Daß wir zusammen insgemein Dich rufen an, o treuer Gott, Und Rettung aus der Angst und Not.

wir sahen, bei den bisher vorhandenen Parteien der

Sieger trug die Beute davon.

den letzten, die gingen, war Hans.

Evangelische Warte

ernste Wille fehlt und fehlen muß, so bleibt denjenigen Evangelischen, die diesen ernsten Willen besitzen, nichts anderes übrig, als ihm in einer politischen Partei, eben der E. V., einen wirksamen Ausdruck zu geben. Hand in Hand muß damit auf der anderen Seite die Ver⸗ christlichung der politischen Masse durch Wortverkün 1 Unterricht, Erweckung, Vertiefung usw. einher gehen.

Man denke nicht, daß uns irgend ein Grund zwei ter Ordnung veranlaßt hat, die Sache der E. V. zu führen, also etwa die Rettung der äußeren Lebens⸗ formen unserer so schwer bedrängten evangelischen Kirche. Uns treibt die höchste Gewissens verpflichtung, mit der unser Christenglaube uns zwingt, die mit ihm notwendig verbundenen Lebensgrundsätze nicht nur in dem täglichen kleinen Leben, sondern auch im öffent⸗ lichen Leben, das mit jenem ja tausendfach zusammen hängt, und gerade an der Stelle zur Tat werden zu lassen, wo es am schwierigsten aber auch am notwendig⸗ sten ist, nämlich im politischen Leben und seinem wich⸗ tigsten Gebiet, in der Wirtschaftspolitik. Wir hegen angesichts der Not der gegenwärtigen Zeit den bren nenden Wunsch, daß alle diejenigen, die gleich uns das unendlich sittlich Verpflichtendes evangelischen Glaubens fühlen, die in jeder großen oder kleinen Zeit, in jeder großen oder kleinen Not den Aufruf Gottes zur Be währung ihres Glaubens hören, unvoreingenommen durch irgend welches Dogma oder Schema den Mut zu evangelischer Tat finden und bezüglich der E. V. unge

säumt ihre Tlgerung en A möchten.

Evangelijche Volksgemeinsthaft und Miltelstand.

Die Evangelische Volksgemeinschaft sieht im Wirt⸗ schaftsleben unseres Volkes eine Kette mit vielen Glie dern, von welch letzteren eines so wichtig ist wie das andere. Unser Volk kann nur dann einen Wiederauf bau erleben, wenn alle Klassen unseres Volkes gesunde Lebensbedingungen haben. Deshalb lehnt die Evan gelische Volksgemeinschaft die bei den seitherigen Par⸗ teien geübte einseitige Interessenpolitik ab. Da ihr Ziel die Volksgemeinschaft ist, so will sie dem ganzen Volke dienen und allen Volksschichten Schutz und Hilfe zuteil werden lassen, die des Schutzes und der Hilfe be dürfen, soweit sich das im Rahmen der Volksgemein schaft ermöglichen läßt. Aus diesem Grunde hält die E. V. das Vorhandensein eines gesunden Mittelstandes innerhalb unseres Volkes für dringend notwendig. Im scharfen Gegensatz zu den sozialistischen Parteien, welche den Mittelstand als solchen am liebsten beseitigen möch⸗ ten, wird die E. V. stets bestrebt sein, ihn zu erhalten und zu stärken. Gleichzeitig weiß sich damit die. im Gegensatz zu den Rechtsparteien stehend, welche aus Agitationsgründen Versprechungen machen, welche sich nicht erfüllen lassen, ohne andere Volksschichten zu be nachteiligen.

Die E. V. will eine Politik vertreten, die dem Mittelstand volle Gleichberechtigung mit allen anderen Erwerbsgruppen gewährleistet, die das Genossenschafts⸗ wesen fördert und die Genossenschaften mit dem Handel gleichstellt, weil nur ein gut organisiertes Genossen⸗ schaftswesen dem Handwerk Jukunftsmöglichkeiten sichert. Die E. V. fordert, daß bei Vergebung öffent⸗ licher Arbeiten das Handwerk gleichberechtigte Berück⸗ sichtigung findet und daß eine ausreichende Belieferung desselben mit Rohstoffen und Halbfabrikaten erfolgt. Sie erstrebt eine entsprechende Ausgestaltung der Hand⸗ werkskammern und der Handwerkerorganisationen.

Allein dieser Trost sollte dem Pfarrer und seinen Begleitern

nicht zuteil werden. Alle Anwesenden schwiegen insgemein. Man sah wohl, sie hätten gern mitgesungen, aber in dem Herrschaftsstuhl saß ein reichgekleideter Herr, mit einer großen Perücke, offenbar eine Amtsperson, neben ihm der Schultheiß, Peter Michel; die schauten wie die Luchse, ob jemand ein- stimme.

So sang nun das Kleeblatt allein, und über ihrem Trutzlied wimmerten die Glocken in der Höhe. Nunmehr ging der Pfarrr vor den Altar; da gab der Schultheiß den Läutenden ein Zeichen, und der Geistliche konnte seines Amtes walten.

Als er Gebet und Epistel vollendet hatte, stimmte das kleine Männlein, das bei den Glockenseilen stand, und der eine von den Begleitern des Pfarrers zu gleicher Zeit an:Herr Jesu Christ, dich zu uns wend; dein' heiligen Geist du zu uns send. Dabei warf einer dem andern bitterböse, vorwurfsvolle Blicke zu, und Hans Heeger, der mit steigender Befremdung dem Vorgange ge⸗ folgt war, dachte:Es ist wirklich nötig, daß der Herr Jesus Christus hier seinen heiligen Geist sendet.

Die bis dahin stumme Gemeinde schien der gleichen Ansicht zu sein. Auf ein Kopfnicken des Schultheißen stimmte sie kräftig in das Lied der zwei Vorsänger ein.

Der Pfarrer ging nun auf die Kanzel und verlas das

Evangelium. Kaum begann er mit der Predigt, so stürzten sich

den an der Kanzel lehnenden Männlein aber unterlag, der Doch siehe, die meisten, die schon ihr Geld bereit gelegt hatten, steckten es wieder ein und nickten mit verschlossener Miene und Hand dem Gabeheischenden zu.

Zerstreut hörte Hans Heeger die Predigt an; die Andacht war ihm genommen.

Nach der Predigt sagten die Kinder den Katechismus Luthers auf; da war Hans mit ganzer Seele dabei, als ob er selbst ge⸗ fragt würde. An seinen Konfirmationstag mußte er gedenken, an Vater und Mutter und Schwester, und sein Herz wurde be wegt

Langsam leerte nach dem Segen sich das Gotteshaus. Unter Unmittelbar hinter ihm folgte der Pfarrer mit seinen beiden Begleitern.

Kaum hatten die drei den Kirchhof betreten, als der vor⸗

die feindlichen Vorsänger auf Klingelbeutel. Das dünne

werden?

Sie bekämpft die Boykottverträge des Handels gegen⸗ über den Genossenschaften und damit die Vernichtungs⸗ absichten des Großkapitals.

Die E. V. wird bestrebt sein, eine unerträgliche Be⸗ lastung des Mittelstandes durch die Steuergesetzgebung zu verhindern und die kleinen Rentner des Mittel standes zu schützen. 5

Somit darf wohl gesagt werden, daß der Mittel⸗ stand seine Interessenvertretung in der Evangelischen Volksgemeinschaft am besten gewahrt sieht. Möge er sich nicht beirren lassen durch die großen Versprechungen jener Parteden, die in Wirklichkeit zur Vertretung

anderer Interessen verpflichtet sind. Die E. V. ist nach di keiner Seite hin verpflichtet. Sie will durch gerechte Verteilung der Lasten und der Pflichten eine Volks⸗ an gemeinschaft bilden und wird auch im Rahmen dieser. Volksgemeinschaft die Mittelstandsfragen am besten 3 lösen können. 1 des

Wothenschau. 1

Seit Dienstag, den 4. Mai, ist in England der Ge⸗ 110 neralstreik ausgebrochen, weil es im Bergbau nicht zu 1. einer Einigung gekommen ist. Der Regierung werden 0 schwere Vorwürfe gemacht, nicht genug für die Einigung 1

getan zu haben. Es wird angenommen, daß die Gewerk⸗

schaften fünf bis sechs Wochen ohne fremde Unterstützung

den Streik durchhalten können. Auf alle Fälle wird

er eine schwere Erschütterung des englischen Wirtschafts⸗

lebens bedeuten.

Nach den letzten Nachrichten aus Marokko sind die Verhandlungen in Adschda als gescheitert anzusehen. Auf beiden Seiten trifft man fieberhafte Vorbereitun⸗ gen zur Wiederaufnahme der Feindseligkeiten. Die Riftruppen verschanzen sich in ihren Stellungen. Auf

französischer Seite hat man reguläre Truppen soweit wie.

möglich in die von Dissidenten besetzt gehaltenen Ab schnitte vorgeschoben.

Das lettische Parlament lehnte am 29. April den Haushaltsplan mit 49 gegen 45 Stimmen ab. Die Re⸗ gierung hat darauf ihren Rücktritt erklärt.

Reichspräsident von Hindenburg stattete am 4. Mai, überall stürmisch begrüßt, der Stadt Ham⸗ burg einen Besuch ab.

Am gleichen Tage fand im Rechtsausschuß des Reichstags die Abstimmung über die Anträge zur Für⸗ stenabfindung statt. Die kommunistisch⸗sozialdemokra⸗ tische Vorlage über die Fürstenenteignung(Volksent⸗ scheidgesetz)b wurde mit 17 gegen 10 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmten nur die Sozialdemokraten und die Kommunisten. Abgelehnt wurde auch der demokratische Abänderungsantrag, für den nur die Demokraten stimmten. Ferner wurde mit 21 gegen 6 Stimmen ab gelehnt der Abänderungsgesetzentwurf des Zentrums, Dafür stimmten nur die Demokraten und das Zentrum. Es bleibt in der Frage der Fürstenabfindung jetzt nur noch der Regierungsentwurf übrig, der dem Reichstags plenum vorgelegt werden wird, nachdem der Reichsrat

S ä.

ihn erledigt hat.

Im Preußischen Landtag kam es bei der Debatte über den Bergetat zu einem nicht alltäglichen Zwischen⸗ fall. Als der de Abgeordnete Otter während seiner Rede umdrängt und durch Zwischenrufe belästigt wurde, griff er zum Wasserglas und goß es über die Abgeordneten aus. Der völkische Abgeordnete Vos, der am stärksten betroffen wurde, erschien später mit einem Regenschirm im Sitzungssaal. Welchem Steuerzahler wollen wir es übel nehmen, wenn er fragt, ob für solche Kindereien die hohen Diäten gezahlt

nehme Herr mit der mächtigen Allongeperücke auf den einen Be⸗ gleiter des Pfarrer zukam und höhnisch sagte:Wie kommt es, daß der Herr Johann Christian Dorsch anjetzo so fleißig hiesige Kirche besucht und diesen neuen Schuldiener von Seulburg ein⸗ führen will? Dabei deutete er auf den zweiten Begleiter des Pfarrers.Wie kann er, der Seulberger Schultheiß, anhero kommen und allhiesigen Schultheiß und Schulmeister(hier wies er auf Peter Michel und das kleine, dürre Männlein) Befelch anlegen wollen, da doch allhier niemand als ihre freiherrliche Exzellenz, der Herr von Ingelheim, als Episkopus zu gebieten

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hat!

Der Seulberger Schultheiß Dorsch aber blieb die Antwort nicht schuldig:Das ist keine Erneuerung, sondern altes Recht und Herkommen, daß der Herr Pfarrer von Seulberg hier predigt, und der Schulmeister von Seulberg hier sind, wie ja Holzhausen Filialdorf von Seulberg ist von undenklichen Zeiten her, und seine Durchlaucht, der Landgraf von Hessen-Homburg, ist der Episkopus. Dies Recht soll man uns nicht antasten noch nehmen.

Jetzt mischte sich auch der Pfarrer in den Streit:Das ist auch meine Meinung. In unsere lutherischen Kirchensachen hat sich ihre freiherrliche Exzellenz nicht zu mischen, wir haben in hiesiger Kirche das freie exercitium religionis. Religions- übung.) Wenn ihr den Schulmeister von Seulberg abschaffen wollt, dann könnt ihr auch mich abschaffen. Beides aber wird mein gnädiger Herr, der durchlauchtige Landgraf von Hessen⸗ Homburg, wohl zu hindern wissen. Das wollet wohl bedenken, Herr Amtmann Stubenrauch!

Darauf geriet der Perückenträger, Amtmann Stubenxrauch, in eine unsinnige Wut. Er trat auf den Pfarrer zu und schrie mit puterroten Gesicht.Herr Nachbar, das kann ihm wohl

arrivieren(begegnen), daß man ihn hier abschafft, wenn er weiter den Gehorsam gegen seine Obrigkeit verletzet Nehme er

Das aber war dem Seulberger Schultheißen Dorsch doch zu⸗ viel. Er trat zwischen den Pfarrer und den Amtmann, so daß dieser zurückweichen mußte:Wie kann der Herr Stubenrauch sich unterstehen, Drohungen gegen einen gehorsamen Diener von Hessen⸗ Homburg auszustoßen, wo er hier auf Landgräflichem Grund und Boden steht!

sich wohl in acht! 0 0