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Sonnabend, den 14. August 1926.
„Evangelische Warte“
N Nr. 33.
10 kämpft und für Gerechtigkeit und Bruderliebe mit n aller Entschiedenheit eintritt. Und weil die christ⸗ 1 liche Volksgemeinschaft heute durch Rom unmög⸗ lich gemacht wird, ist unser Ziel zunächst die so nötige„Evangelische Volksgemeinschaft“. Sobald sie da ist, kommt auch die christliche Volksgemein⸗ schaft!
Vom Kampf um die Welkanfthaunng.
Unduldsamkeit des Freidenkertums. N Gegenüber uns Christen, die rein engherzig und fanatisch sein sollen, wollen die Freidenker die besseren „Menschen sein und das reinere Menschentum darstellen. Dazu paßt wenig, was das„Evangelische Berlin“(1926
9 Nr. 30) aus Berlin-Lichtenberg berichtet. Im dortigen an! Hubertuskrankenhaus pflegte zu Beginn der Frühstücks⸗ ane pause eine ganz kurze Morgenandacht für die Schwe⸗ daß, stern abgehalten zu werden. Das Bezirksamt Lichten—
dall berg untersuchte die Sache. Eine geheime Abstimmung ae unter den 60 Schwestern ergab, daß nur zwei gegen die bol, Andacht waren, während 58 z. T. sehr warm für sie ein als traten. Gleichwohl entschied das Bezirksamt, unter l i dem katholischen Bürgermeister, der im Freidenkerlager emen, führend ist, daß die Andachten zu der bisher üblichen se. Zeit nicht mehr stattfinden dürfen, um keine Schwester in eine peinliche Lage zu bringen. Alle Schwestern, die auf eine Andacht Wert legten, sollten 10 Minuten frü⸗ her aufstehen, um vor dem Frühstück die Andacht abzu— halten. Bei dieser Neuregelung kann jedoch die jeweilige Ablosungsgruppe nicht zur Andacht erscheinen, während die frühere Zeit allen paßte. Tatsächlich ist denn auch die Andacht fortan unterblieben.— Man darf mit Recht fragen, ob es nicht hart und unduldsam ist, solche Entscheidung zu treffen, die 58 Schwestern gegen⸗ über zwei Andersdenkenden ein Stück seelischer Stär— tung in ihrem schweren Beruf nimmt 1
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N Wie man gegen die christliche Schule kämpft. Das Organ des Monistenbundes, die„Monisti— schen Monatshefte“ geben zur Belehrung der kon⸗ fessionsfreien Jugend eine Beilage heraus:„Der freie Kamerad“. In Nr. 5 vom 1. Mai 1926 befindet sich ein Artikel von Professor Hermann Mager„Weltliche Schu— len“, der den Kindern das Glück preisen will, daß es jetzt für sie weltliche Schulen gibt. In diesem Artikel schreibt der Professor von den christlichen Schulen:„Und wenn ein Lehrer einmal sich getraute, seine Ueberzeu⸗ gung auszusprechen, wenn er z. B. sagte: Die Welt ist nicht so entstanden, wie es im theologischen Buche, in der Bibel, steht, oder wenn er zeigte, welche Wider⸗ „ sprüche in der Bibel sich finden, z. B., daß der Kain, der Sohn des ersten Menschenpaares, in ein anderes
geh, Land auswanderte und dort eine Frau nahm(woher hell. sollte die stammen?) und gleich eine Stadt gründete(wo⸗ her sollte er die Menschen dazu nehmen?), so wurde ein uu solcher Lehrer von den Theologen arg verfolgt oder er , wurde davongejagt und durfte den Kindern, denen er ehh. gern die Wahrheit gesagt hätte, keinen Unterricht mehr ge erteilen. Und auch die Kinder, die solche aufrichtige d, und aufgeklärte Lehrer besonders liebten und achteten, eh waren betrübt, wenn ihre Lehrer gehen mußten und an
ihre Stelle andere traten, die nach dem Wunsche der ebn, Theologen ihnen veraltete Anschauungen aufzwangen ne, oder gar gleich mit dem Stocke drohten, wenn die Kin⸗ „der nicht alles geduldig hinnehmen wollten.“ Huh, wie , oentsetzlich! Man kann dem Herrn Professor nur raten, m.), recht viele christliche Schulen zu besuchen, damit er sieht,
17 was für ein Geist dort herrscht. Es muß doch traurig ich) um eine Sache stehen, wenn sie mit solchen Entstel⸗
„, lungen den Gegner bekämpft. 5 11 1 ewe Erziehung ohne Religion? . il Leere Kirchen, volle Zuchthäuser. Der bekannte Pädagoge
nil Professor W. Rein⸗Jena stellt statistisch fest, daß 1912 auf dc boo evangelische Strafmündige 1094 Verurteilte, auf 100 000 teligionslose Strafmündige 3963 Verurteilte kommen, also bei⸗
lasa e stahe viermal soviel Verurteilte bei den Religionslosen als bei 1 2 1 2 2
den Evangelischen, und fährt fort:„Das sollte den Vertretern
der weltlichen Schule zu denken geben.“ Religion und Selbstmord.
sonen: Selbstmörder bei den Evangelischen 31 Selbstmörder bei den Katholiken 37 Selbstmörder bei den Juden 40
Selbstmörder bei den Religionslosen 605 Und da soll man die Kinder ohne Religion aufziehen? *
Freidenker⸗Offensive.
Die Tatsache, daß das Berliner Stadtparlament anstelle der zuerst abgelehnten Mittel für christliche Seelsorge in den städtischen Anstalten doch schließlich 9 000 Mark für diesen Zweck bewilligt hat(gefordert waren 18 000 Mark), benutzt die„Rote Fahne“ u. a. zu folgendem Angriff:„15 Millionen haben gegen die Fürsten ihre Stimme abgegeben und damit zugleich ge— gen die Kirche. Es gilt für die Freidenker, diese 15 Millionen zu sammeln unter ihren Parolen. Da ist es Zeit, daß die Freidenker sich rühren. Nicht umsonst haben wir ein internationales Freidenkertum im Geiste des Marxismus. Wir haben gelobt, den Einfluß der Kirche auf die Schule zu brechen Wenn die Freidenker nicht wollen, daß die Masse der sozialdemokratischen Koalitionspolitik ihre Fackel auslösche, müssen sie flam⸗ menden Protest erheben.“(Nach Epd. 1926, Nr. 28.)— Noch stärker tritt auf, die„Welt am Abend“, ein neues linkssozialistisches Berliner Blatt. Sie empfiehlt, daß die„Gemeinschaft der proletarischen Freidenker“ Na— deln herstellen lasse(Verkaufspreis zu Gunsten der Kir— chenaustrittsbewegung) mit der Inschrift:„Heraus aus der Kirche!“ Die Träger dieser Nadeln haben die Pflicht, allen ihren Kollegen und Genossen, die diese Nadeln noch nicht tragen, das Leben so schwer als möa⸗ lich zu machen, durch Spott und Witz oder auch ernst⸗ haft. Der Druck der Millionen(2) Freidenker in Deutschland muß, vernünftig organisiert, so mächtig wer⸗ den, daß sich kein Arbeiter ausschließen kann.(Nach „Evangelist“ 1926, Nr. 29.
Kleine Nachrichten.
Der gefährliche Melanchthon.
In Nürnberg fand unter großer Beteiligung aller Kreise die Vierhundertjahrfeier des im Jahre 1516 begründeten ersten deutschen evangelischen Gymnasiums statt. Zu Ehren ihres ersten Rektors sollte die Anstalt den Namen Melanchthon-Gym⸗ nasium“ erhalten. Wie die„Deutsche Lehrerzeitung“ Nr. 28 mitteilt, hat das bayerische Kultusministerium ein diesbezüg⸗ liches Gesuch der Stadt abgelehnt.
Die fidele Wallfahrt.
Die Schweizer katholischen Bischöfe haben eine ge— meinsame Kundgebung an ihre Gläubigen über Pilger⸗ züge und Wallfahrten erlassen. Bezüglich der Fahrt nach Lourdes heißt es:„Bei der letztgenannten Pilger⸗ fahrt soll aber vermieden werden, daß die Pilger die 5 von Monte Carlo besuchen.“ Das läßt tief
licken!
Religiöse Sozialisten.
Die religiösen Sozialisten Deutschlands, denen es bisher vor allem in Baden und Thüringen gelungen ist, Boden zu fassen, veranstalten in diesen Augusttagen einen Kongreß.
Spiel mit dem Terror.
Zum Tode des russischen Volksbeauftragten Dzerszinski, des blutigsten Mannes der Weltgeschichte seit den Tagen der spani⸗ schen Inquisition, ist das Organ der Kommunistischen Partei Deutschlands, die„Rote Fahne“, mit Trauerrand erschienen. „Dzerszinski war auch uns deutschen Kommunisten das Symbol revolutionärer Pflichterfüllung, unbeugsamer Härte gegen alle Feinde der Revolution. Es lebe das Andenken des Führers der russischen Revolution. Es lebe die einheitliche Avantgarde des internationalen Proletariats.“
Das verbotene Deutschlandlied.
Das französische Militärgericht verurteilte den Rektor Bertram aus Rüdesheim zu 500 Mark Geldstrafe oder zwei Monaten Gefängnis, weil er seine Schüler auf einem Ausflug zum„Deutschen Eck“ das Deutschlandlied hatte singen lassen.
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1 chaft zugegen; desto mehr Neugierige hatte Homburg selbst ent⸗ 0 7 andt, die voll Genugtuung feststellten, daß die neue Frau Hof⸗ o. schuhmachermeisterin eine„bildhübsche Weibsperson“ sei.
Am Hochzeitstage verschwand der Schultheiß aus Holzhausen
ane und marschierte bis Friedberg. Dort setzte er sich in eine Schenke le eben der alten Stadtkirche und ersäufte den Aerger über sich mel, eelbst bei altem Rheinwein. Bei sinkender Nacht erst kam er unn beim. Fortsetzung folgt.
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N Das Missionsschiff der Brüdergemeine. Anfang Juli ist zum letzten Male die„Harmony“, Nissionsschiff der Brüdergemeine, nach Labrador ausgefahren. Dias Schiff ist 50 Jahre alt. Es ist das kleinste Schiff, das tegelmäßig die Fahrt über den Atlantischen Ozean macht. Vor 1 ö 15 Jahren übernahm der Kapitän Jackson das Kommando über . 5„Harmony“ und hat seitdem Jahr für Jahr auf dem kleinen
das
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Schiff die gefährliche Reise in die nordischen Meere und an die
e Küste von Labrador gemacht, um die Missions⸗ 1 tation der Herrnhuter Mission zu besuchen und die Missionare 0
nit allem Nötigen zu versehen. Oft waren die Reisenden und die Besatzung in großer Gefahr. Aber immer wieder konnte es
auf diese Weise die riskante und mit den missionarischen Auf⸗ gaben oft schwer zu vereinbarende Arbeit abgenommen ist.
Ein Mann des Gewissens.
Der„Berliner Herold“ schreibt: Zu Leipzig amtet Herr Dr. Simons, der Präsident des Reichsgerichts. Einst Chef der Reichskanzlei und Minister des Auswärtigen, heute der oberste deutsche Richter. Sein Amt ist reich an Respekt und Ansehen, aber gar nicht sonderlich hoch an Einkommen. Ein mittlerer Fabrikdirektor bezieht weit mehr als der erste Richter im Reich, jeder Rechtsanwalt das Zehnfache. Und auch Privatvermögen hat Dr. Simons keins.
Nun hatte sich Dr. Simons schon vor dem Kriege ein Häus— chen sorgsam erspart und mit einer Hypothek von 15000 Mark belastet. Da kam die Inflation, wo man in Deutschland solche Hypotheken aus der Westentasche zurückzahlte. Es kam die
los werden kann, weil die alten Hypotheken nur mit 25 Prozent aufgewertet sind. Wos tat aber Dr. Simons? Er ging zu seinem Hypotehengläubiger und sagte:„Sie haben wir seiner⸗ zeit gutes Geld, ehrliche 15000 Mark geliehen, ich bin ihnen
nter Gottes Schutz glücklich gegen Weihnachten nach London urückgebracht werden. Nach einem Vertrag, den die Leitung zer Brüdergemeinemission mit der Hudson⸗Bay⸗Company ge⸗ schlossen hat, geht das Schiff im September in den Besitz dieser Sesellschaft über. Den Handel mit den Eskimos, den bisher die Missionskaufleute an der Küste versahen, und die Versor⸗ gung der Missionare selbst übernimmt ebenfalls die Hudson⸗ Bay⸗Company. Die Brüdermission ist dankbar dafür, daß ihr
also auch ehrliche 15000 Mark schuldig!“
seine Hypothekenschuld noch volle 15000 Mark betrage.“
So handelt der Reichsgerichtspräsident, wobei er als auf⸗ rechter, gerader Mann zugleich die ganzen„Auf“-wertungsgesetze in ihrer unehrlichen volksbetrügerischen Art bloßstellte. Er handelte so, wie ihm sein Gewissen, wie der gerade Sinn jedes anständigen Menschen gebietet.
Nach den amtlichen Feststellun— gen des Statistischen Amtes in Berlin kamen auf 100 000 Per-
r
————— Keine Parteipolitit im Kyffhäuserbund. Presseabteilung des Deutschen Reichskriegerbundes „Kyffhäuser“ veröffentlicht folgende Erklärung:
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„Linksblätter berichten, daß eine Reihe von Mitgliedern Kriegervereinen, die beim Volksentscheid mit„Ja“ stimm⸗ deswegen aus ihren Vereinen ausgeschlossen worden seien. Preußische Landes-Kriegerverband erklärt demgegenüber, daß kein Mitglied in der Ausübung seines verfassungsmäßigen Rechtes gehindert oder zur Verantwortung gezogen werden dürfe; mithin ist also ein Ausschluß aus dem genannten Grunde unstatthaft.“
von ten, Der
Allerlei.
Wohnungselend.
Aus Berlin wird uns gemeldet: Der Zuzug auswärtiger Familien nach der Reichshauptstadt nimmt ständig zu, die Aus⸗ sicht, des Wohnungselends Herr zu werden, oder auch nur mit dem Wachsenden Bedarf durch Wohnungsneubeschaffung einiger⸗ maßen Schritt zu halten, ständig ab. Im Jahre 1924 wurden noch 8 000 neu zugezogene Familien ermittelt. Für das lau⸗ fende Jahr rechnet man, wie der städtische Wohnungsdirektor dieser Tage einem Berliner Blatte mitteilt, mit 25 000 neu zu⸗ ziehenden Familien, die fast alle Anspruch auf eine Wohnung erheben. Schon jetzt sind ungefähr eine Viertelmillion Men⸗ schen, also wenigstens 80 000 Familien, in Berlin ohne eigenes Heim. Dabei wird der Zuzug von den Wohnungsbehörden durch Verschärfung der Bedingungen für die Wohnungszu⸗ teilung nach Kräften erschwert. Niemand hat Aussicht auf eine Wohnung, der nicht wenigstens ein halbes Jahr Wohnaufent⸗ halt in der Riesenstadt absolviert hat. Das aber ist gleichbe⸗
deutend mit solanger Trennung von seiner Familie. Die Jah- resbilanz der Wohnungspolitik in 1925 schließt mit einem traurigen Mißerfolg: 8000 Neuwohnungen.
Bei dieser Meldung möchte die Schriftleitung nur noch
gerne wissen, ob der Massenzuzug ungewünschter Reichshaupt⸗ stadtbewohner aus dem Osten restlos wieder abgeschoben worden ist, oder ob diese immer noch deutschstämmigen Wohnungssuchern vorgezogen werden?
Die Verstädterung.
Von den 63 580 politischen Gemeinden, auf die sich die Wohnbevölkerung des Deutschen Reiches(das Saargebiet un⸗ gezählt) verteilt, sind nach den jetzt vorliegenden Volkszählungs⸗ ergebnissen nicht weniger als 60 132— 95 Prozent ländliche Gemeinden. Von der Zahl der Einwohner entfallen auf sie aber nur 22,2 Millionen oder rund ein Drittel(33,6 v. H.). Auf seiten der städtischen Bevölkerung wurden demgegenüber nur 3448 Gemeinden festgestellt, die aber von über 40 Millionen (2 64,4 v. H. der Gesamtzahl) Menschen bewohnt waren,
Die Verschiebung des Bevölkerungs-Schwergewichts vom Lande nach der Stadt hat auch auf Grund der neuesten Zählung weitere Fortschritte gemacht. Die beiden Bevölkerungsgruppen verhalten sich heute genau umgekehrt zueinander wie 1871. Die Verschiebung ist durch die auf Grund des Vertrages von Ver⸗ sailles erfolgten Gebietsabtretungen noch besonders verschärft.
Erfreulicherweise ist neuerdings der Sinn für die Bedeu⸗ tung der ländlichen Siedlung im Wachsen begriffen.
Keine Arbeitslosigkeit.
Ein Feld, auf dem es keine Arbeitslosigkeit gibt. „Das dringende Verlangen der evangelischen Gemein⸗ den im Inland und Ausland nach Mitarbeit der Dia⸗ konisse an der Lösung der Gemeindeaufgaben zum Er⸗ weise des Gemeindelebens besteht unvermindert fort. Es ist bitter und demütigend für ein Mutterhaus, wenn es noch nicht einmal den zehnten Teil der einlaufenden Gesuche um Schwestern erfüllen kann. Aber es muß die selbstverständliche Wahrheit immer aufs neue wieder von den Dächern gepredigt werden: die Not der Mut⸗ terhäuser ist die Not der Gemeinden, weil die Not der Gemeinden die Not der Mutterhäuser ist. Zu den Ge⸗ meinden, die mit der Bitte um Schwestern an die Mut⸗ terhäuser herantreten, könnten diese sagen, was Calvin den Gemeinden sagen ließ, die von ihm Prediger be⸗ gehrten:„Gebt uns gutes Holz, und wir werden euch gute Pfeile wiedergeben.“(Jahresbericht des Kaisers⸗ werther Diakonissenmutterhauses 1925/1926.) Die Ge⸗ samtschwesternzahl hat zwar gegen das Vorjahr wieder um 11 zugenommen; aber die Zahl der Arbeitsfelder ist um 12 gewachsen, die Zahl der für die Arbeit zur
Geheimrat König über das Werk Zeppelins.
Herr Geh. Hofrat Prof. Dr. Walter König⸗Gießen, der 2. Vorsitzende des Vereins für Luftfahrt e. V., machte uns fol⸗ gende Erklärungen über den Zeppelin⸗Luftschiffbau und die Zeppelin⸗Eckener⸗Spende:
„Ich bin immer ein aufrichtiger, begeisterter Bewunderer Zeppelins gewesen. Sein Gedanke des starren Luftschiffs und dessen erfolgreiche Durchführung erscheint mir als eine der größten Taten, die deutschem Geiste entsprungen sind, als eine
Stabilisierung, wo man solche Schulden heute noch sehr leicht
Und ließ ausdrücklich ins Grundbuch eintragen, daß auch jetzt„nach der Aufwerlung
der größten Erfindungen, die ein Deutscher der Welt geschenkt hat. Ich bin überzeugt, daß das Luftschiff im Luftverkehr seine Bedeutung für Reisen über sehr lange Strecken neben dem Flugzeug stets behalten wird, sobald es nur erst einmal richtig in den Verkehr eingestellt ist. Für wissenschaftliche Aufgaben aber, besonders für die Erforschung unbekannter Länder, halte ich das Luftschiff für sehr viel geeigneter als das Flugzeug. Darum hat meiner Ansicht nach die ganze Welt ein Interesse daran, das Lebenswerk Zeppelins nicht verfallen zu lassen. Aber nur wir Deutsche haben in den Werken von Friedrichshafen und in den Männern, die sie leiten, die auf hrung beruhende Möglichkeit, den Gedanken Zep⸗ ühren und weiter auszubauen. Wahren wir das
s des Grafen, indem wir alles daran setzen, den ffbau in Friedrichshafen zu erhalten. Möchte in der Reichssammelwoche jeder Deutsche sich dieser flichtung be⸗ wußt sein und sein Scherflein, und wenn es noch so klein ist, dazu beitragen.“


