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Sonnabend, den 14. August 1926
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Meine Auffassung wird gestützt durch eine zweite Bespre— chung mit Herrn Pfarrer Deitenbeck nach Erscheinen meines ge—⸗ kürzten Artikels im„Kirchenboten“. Dabei habe ich ihm mein Erstaunen über die Streichungen ausgedrückt, und in längerer Aussprache führte er seine Gründe dafür aus. Bei dieser aus⸗ führlichen Aussprache kam ihm nicht einmal die Exinnerung daran, daß er die Streichung dieser Sätze mir vorher ange— kündigt habe. Erst nach dieser Besprechung zu Hause sei ihm die Erinnerung daran wiedergekehrt— wie er mir erst jetzt persönlich mitteilt— er unterließ es aber, mich sofort diese seine Auffassung wissen zu lassen. Erst nachdem die„Warte“ ihm öffentlich vorwirft, daß er die Vereinbarungen nicht inne⸗ gehalten habe, tritt er mit dieser seiner Behauptung hervor.
Höchst a. M. E. Ide, Pfarrer.
Nach diesem Bericht unseres Gewährsmannes überlassen wir unsern Lesern das Urteil, welche Auffassung die größere Wahr⸗ scheinlichkeit für sich hat, und ob wir zu dem im Artikel der „Warte“ vom 26. 6. erhobenen Vorwurf berechtigt waren.
Kinderelend in Rußland.
In einem Vortrag im russischen wissenschaftlichen Institut in Berlin berichtete Prof. S. Gogel über die Fürsorge für die verwahrloste Jugend in Rußland. Nach vorsichtigsten sowjetrussischen Schätzungen beträgt die Zahl der verwahrlosten Kinder in Rußland jetzt 2,9 Millionen. Prof. Gogel macht dafür in erster Linie den Vernichtungskampf gegen die Familie in Rußland durch die Ehegesetzgebung und die ganze Richtung der Gesellschaftsmoral verantwortlich.
Frau Krupskaja, Lenins„revolutionäre Witwe“, richtet in der„Prawda“ scharfe Angriffe gegen das rus⸗ sische Volksbildungskommissariat. Sie erklärt, daß die Kinder in den Asylen zu Banditen erzogen werden. In den Straßen Moskaus irren 80 000 Bettler umher und werden von der Miliz wie tolle Hunde gejagt, aber auch auf die vagabundierenden Kinder, die die Straße füllen, wird Jagd gemacht.(Nach Mitteilungen der Presse wurden allein Anfang Januar 11690 Kinder im Alter von 10 bis 16 Jahren eingeliefert und unter militärische Bewachung gestellt.)„Diese Kinder“ sagt Lenins Wit⸗ we,„sind aber nicht das Problem früherer Mißstände, sondern ein Produkt der Gegenwart. Man fängt die Kinder ein und stopft sie in Asyle, die mit ihrer Uebel⸗ keit erregenden Atmosphäre die Kinderseele abtöten. Aus diesen„Engelfabriken“ brechen die Kinder genau so aus wie die Verbrecher aus den Kerkern. Dann wird wieder Jagd auf sie gemacht, wieder werden sie in Asyle gesperrt, und aus diesen Schreckensorten brechen schließ⸗ lich nicht nur die Kinder aus, sondern auch die Verwalter der Asyle, die nicht mehr imstande sind, dem Elend länger zuzuschauen. Und solcher vertierter, verwilderter Kin⸗ der gibt es Millionen.“
Dieses Urteil über kommunistische Kindererziehung ist besonders wertvoll, weil es von der Witwe des kom⸗ munistischen Führers stammt. Aeber die Ursache, durch die das Kinderelend in Rußland entsteht, weiß die „Prawda“ nichts zu sagen!
Alle Eltern, die ihre Kinder lieb haben, mögen solche Berichte aufmerksam lesen. Sie gewinnen dann ein Bild davon, wie es auch bei uns werden kann, wenn der Kommunismus die Oberhand bekommt. Die Evan⸗ gelische Volksgemeinschaft nimmt die Gefahr, die von Moskau droht, durchaus ernst und warnt vor jeder Lockerung des Familiensinnes.
Georg Liebster.
Einer der tätigsten Bahnbereiter des sozialen Gedankens in der evangelischen Kirche ist am 7. Juli im 63. Lebensjahre gestorben, Pfarrer Georg Liebster in Thekla bei Leipzig. Als einer der ersten hat er in den neunziger Jahren den Gedanken der öffentlichen religiösen Diskussion aufgegriffen. Die Kirche dürfe nicht nur die religiöse Verkündigung in ihren Gottes⸗ diensten pflegen, mit der die Masse der Entfremdeten nicht erreicht wird, sondern müsse sich auf neutralem Boden in öffent⸗ licher Diskussion über die religiösen Fragen auseinandersetzen. Jahrelang hat Liebster mit einer Reihe von Freunden, solche Diskussionsarbeit gepflegt. Nicht irgendwelche politischen Ziele wollte er mit diesen Diskussionen verfolgen, er wollte lediglich in freier geistiger Auseinandersetzung die Kräfte messen und an
Wor mich bekennet. Von Erwin Gros. 21. Fortsetzung. — Ein Monat war seit dem schmerzlichen Abschied der bei—
da sehen wir an einem schönen Sonntagnachmittag Abraham Privat durch Holzhausens Straßen wandeln und in das Haus des Schultheißen eintreten. Nur beide Frauen waren zu Hause.
Nach der Begrüßung sprach er:„Ich bin Abraham Privat aus Friedrichsdorf und komme als Freund von Hans Heeger, um ihm und euch, Jungfer Michelin, zu einander zu helfen.“
„Das ist vergebliche Mühe“, erwiderte die Mutter.„Glaubt ihr, daß euch bei meinem Mann gelingt, was ich bisher nicht fertig gebracht habe?
„Oh,“ sagte Abraham Privat mit liebenswürdigem Lächeln, „mein Freund will ja nicht den Vater, sondern die Jungfer Tochter heiraten.“
Darauf die Mutter:„Kennt ihr nicht das Gebot, du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren?“
„Halt“, fiel Abroham ein,„bedeutet dies, daß ein Vater das Recht hat, aus üblen, eigensüchtigen Gründen die Liebe seines Kindes zu zertreten? Euch ist doch des Heilands Wort auch mehr als das Gesetz Mosis! Jesus aber sagte bei Matthäus. im neunzehnten„Darum wird ein Mensch Vater und Mut— ter verlassen und dem Weibe anhangen. Was Gott zuf gefüget hat, das soll der Mensch nicht scheiden!— Was von dem Manne gilt, das gilt erst recht von dem Weibe. Sie muß Vater und Mutter verlassen und dem Manne anhangen, mit dem Gott ihr Herz in Liebe zusammengefügt hat.“
Stelle
dumpfer Gleichgültigkeit Leben wecken.— Die besten Wirkungen gingen von seiner lauteren und selbstlosen Persön⸗ lichkeit aus, von seinem frohen Opimismus und von seiner reli⸗ giösen Konzentration in einem starken echt lutherischen Flau⸗ ben, der in einem Leben voller Kämpfe erprobt war.
Folgen des Konkordats.
Der Artikel 4§ 2 des bayerischen Konkordats von 1925 hat Anwendung gefunden. Er lautet:„An den philosophischen Fakultäten der beiden Universitäten München und Würzburg soll wenigstens je ein Professor der Philosophie und der Ge⸗ schichte angestellt werden, gegen den hinsichtlich seines katholi— schen kirchlichen Standpunktes keine Erinnerung zu erheben ist.“ Nun ist an der philosophischen Fakultät in Würzburg die Geschichtsprofessur zu besetzen. Die darüber entstandenen Ver⸗ handlungen sind in Streitereien ausgeartet. die der„Bergisch⸗ märkischen Zeitung“ Gelegenheit zu einem längeren Artikel bie— ten. Dagegen wendet sich die„Frankfurter Zeitung“ 1926/5066 mit folgenden Ausführungen:„Die Würzburger Universität reichte wie üblich einen Vorschlag von drei Namen beim Kul⸗ tusministerium ein. Dieses strich den ersten Namen, da der Mann ohne jede wissenschaftliche Bedeutung sei, und akzeptierte den zweiten Kandidaten, den Universitätsprofessor Buchner, der zugleich Vorsitzender des Katholiken-Ausschusses der Deutsch⸗ nationalen Volkspartei ist. Aber gegen ihn erhob der Bischof von Würzburg Einspruch, da sein katholisch-kirchlicher Stand⸗ punkt nicht einwandfrei sei. Die„Bergisch-Märkische Zeitung“ nennt als den eigentlichen Vater des Einspruchs den Eichstätter Dompropst Wohlmuth, den Vorsitzenden der Landtagsfraktion der Bayerischen Volkspartei, der trotz aller Bemühungen des Ministerpräsidenten Held, den Konflikt aus der Welt zu schaf— fen, sich als stärker erwiesen habe als der Ministerpräsident und selbst der Nuntius Pacelli. Der um seine Einwirkung bei dem Würzburger Bischof angegangene Vatikan soll eine Einmischung in die Angelegenheit abgelehnt haben.
Auf der Warte.
In Frankreich erlebte Poincare weitere Er⸗ folge. Obgleich die Opposition in der Kammer gegen ihn und seine Finanzpläne stark gerüstet hatte, blieb sie doch in der Minderheit. Durch diese Erfolge der Re—⸗ gierung hat sich der Franken langsam verbessert. Aller— dings glauben die Sachverständigen nicht an eine Dauer dieser Aufwärtsbewegung. Sie sind der Ansicht, daß die Absicht Poincares, den Wert des Franken lang⸗ sam wieder zu erhöhen, unmöglich sei. Vielmehr stehe eine neue Inflation in Frankreich bevor.
In Syrien ist Frankreich immer noch nicht Herr der Lage. Vielmehr dehnt sich der Aufstand immer weiter aus. Die nordarabischen Stämme haben sich der syrischen Bewegung angeschlossen. Besonders wert⸗ voll für die Aufständischen ist der Anschluß des Waha⸗ biten⸗Königs Ibu Saud, weil dieser über eine starke, be⸗ rittene und gut bewaffnete Truppe verfügt. Bei Da—
maskus fanden schwere Kämpfe statt.
In Elsaß⸗Lothringen setzt Frankreich seine Bemü⸗ hungen fort, die autonomistische Bewegung zu unter— drücken. In Colmar fand in diesem Zusammenhang eine Gerichtsverhandlung gegen den Führer der elsaß— lothringischen Beamtenschaft, Professor Rosse, statt, weil er den Aufruf des Heimatbundes unterzeichnet hatte. Bittere Wahrheiten wurden während dieser Verhandlung über die„Befreier Elsaß-Lothringens“ gesagt. Das Arteil ist bis heute noch nicht gesprochen.
In Mexiko ist ein sehr erbitterter Kulturkampf ausgebrochen. Es ist der Freiheitskampf des mexikani— schen Staates von der römischen Hierarchie. Der Ver⸗ treter des apostolischen Stuhles wurde innerhalb 24 Stunden aus Mexiko ausgewiesen. Von der Geistlich— keit wird das römische Kirchenvolk aufgepeitscht, wo— durch es Zusammenstöße mit der Polizei und Blutver— gießen gab. Selbstverständlich wird auch durch Rom versucht, auswärtige Staaten gegen Mexiko mobil zu machen. Sehr beachtenswert ist da das Urteil eines Amerikaners.
Der Bischof der methodistischen Episcopalkirche, George Miller, der nach New Vork aus der Stadt Me— xiko zurückgekehrt ist, äußerte sich hier über seine in
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Die beiden Frauen schauten einander betroffen an.
Jetzt aber wandte sich Abraham an die Tochter allein:„O Junger Sybille, ich muß euch den schweren Vorwurf machen, ihr seid nicht treu! Seht,— euer Hans ist seinem Glauben treu geblieben, und ihr habt das von ihm erwartet, wenn es für ihn auch ein hartes Opfer bedeutet. Seid ihr aber eurer Liebe treu geblieben?— Habt ihr ihm nicht euer Herz gegeben, habt ihr ihm nicht mit Hand und Mund versprochen, daß ihr seine Lebens— gefährtin werden wollt? Euch ist das Opfer zu groß, ihr wollt das Opfer nicht bringen, über den Willen eines unverständigen Vaters ihm euer Versprechen zu halten. Nun sitzt er einsam in seinem großen Hause, und es ist Bitternis in seinem Herzen, daß eure Liebe nicht stark und treu genug ist, mit der frommen Ruth zu sprechen:„Wo du hingehst, da will auch ich hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Wo du stirbst, da sterbe ich auch; da will ich auch begraben werden. err tue mir dies und das, der Tod muß mich und dich scheiden.“—
Sybille erhob sich; in hartem, innerem Kampfe stand sie da. Dann umfaßte sie die Mutter und rief aus:„Mutter, seid ihr mir böse, wenn ich euch verlasse und meinem Hans die Treue halte, wie er treu gewesen ist?“
Mutter Margarete streichelte die heißen Wangen ihres Kin— bille, meinen Segen und meine Fürbitte gehen mit dir id immer bei dir.“—
Eben hatte man alle näheren Umstände besprochen und festgesetzt, als der Schultheiß eintrat.
Bleich bis auf die Lippen, bescheiden und doch fest gab
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Mexiko gewonnenen Eindrücke über 5 t zwischen dem mexikanischen Staat und der katholischen Kirche. George Miller erklärte, seiner Ueberzeugung nach seien die von der mexikanischen Regierung getr. fenen Maßnahmen dadurch veranlaßt worden, daß f die katholische Geistlichkeit fortgesetzt politisch betätigt und den Gehorsam gegenüber den Gesetzen aufgesagt habe. Der ganze Streit sei von der Hierarchie veran⸗ laßt, die politisch herrschen wolle. Es handle sich um einen Entscheidungskampf zwischen dem Papst und dem Präsidenten von Mexiko, einen Kampf, von welchem sich die Vereinigten Staaten fernhalten sollten.
zur inneren Politik.
In den letzten Tagen gingen zwei Meldungen durch die deutsche Presse, die wir nicht unbeachtet lassen dürfen. Aus München kam Anfang August folgende Meldung: 1
In einer stark besuchten Versammlung in München ist die süddeutsche parlamentarische Arbeitsgemeinschaft der Deutsch⸗
nationalen Volkspartei, die die deutschnationalen Parlamen⸗
den Konflikt ö
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tarier von Bayern, Württemberg, Baden und Hessen umfaßt, gestern zu der Ueberzeugung gekommen, daß die unheilvolle Lage der Reichsfinanzen und der deutschen Wirtschaft sowie die dadurch begüfstigten offensichtlichen Bestrebungen, die Revolu- tion weiterzutragen, unbedingt die gemeinsame Abwehr aller staats⸗ und wirtschaftserhaltenden Kräfte verlangt, zumal über die Kreise der Kommunisten und Sozialisten hinaus Elemente
der Linken, namentlich die international eingestellte Presse, der 9
Bolschewisierung Deutschlands Vorschub leisten. Die Arbeitsge⸗ 0
meinschaft begrüßt den mit der Ueberzeugung weitester natio- 0
naler Kreise sich deckenden Aufruf der Herren Freiherrn von Gayl und Dr. Jarres und verlangt, daß das für Staat und Volk lebensnotwendige Ziel einer geschlossenen starken Rechten weder an parteipolitischer Engherzigkeit noch an persönlichen Interessen scheitern dürfte. f
Und aus Berlin wurde fast zu gleicher Zeit gemeldet: Der frühere Reichskanzler Dr. Wirth tritt mit einem zweiten Auf— ruf an die Republikaner Deutschlands hervor. Darin heißt es . ü kommenden Winter auf der Wacht stehen und sich zu politischer gemeinsamer und verantwortlicher Arbeit bereit finden. Sollte es nicht möglich sein, dauernd und zielsicher Männer und Frauen der alten Weimarer Koalitions-Partei zu gemeinsamer geistiger Arbeit in einer republikanischen Monatsschrift zusammenzu⸗ halten? Loebe, Haas und ich glauben daran.“
Diese Meldungen kündigen ja dem deutschen Volk wieder einmal die schönsten innenpolitischen Kämpfe an. Sie bedeuten doch nichts anderes als schärfste Auseinandersetzung zwischen rechts und links. Mit vollem Recht wendet sich darum der be⸗ sonnene, parteipolitisch nicht eingeschworene Teil der deutschen Presse mit Entschiedenheit gegen jeden Rechts⸗ oder Linksblock. Wir brauchen heute
„Nun müssen die deutschen Republikaner, besonders im
wehr denn jemals ein einiges Volk; das kaun we⸗
der durch Herrn Wirth noch durch die von den
Herren von Gayl und Jarres geplante starke Rechte geschaffen werden. Dafür hat das deutsche Volk zu viel bittere Enttäuschungen von links und rechts erlebt. Das deutsche Volk, vornehmlich das evan⸗
gelische Volk, schaut sehnsüchtig aus nach neuen
Männern und einer neuen Partei, nachdem es auch von den„prominentesten“ politischen Führern, die sich seiner hätten annehmen müssen, im Stich ge⸗ lassen worden ist. Das Gebot der Stunde, das lebensnotwendige Ziel, kann nur die Volksgemein⸗ schaft sein. Rechts⸗ oder Linksblock schaffen nie⸗ mals die Volksgemeinschaft. Das kann nur unsere Bewegung, die gegen Kastengeist und Klassen⸗ kampf, gegen Materialismus und Mammonismus
err PPP Sybille dem Vater ihren Entschluß kund. Peter Michel wollte
auffahren und losbrechen, da aber trat seine Frau vor ihn; „Kannst du etwas wider Hans Heeger sagen?— Er ist ein from
mer Christ und treuer Bekenner, er ist ein tüchtiger Mann und
angesehener Meister. Meinst du, der Landgraf macht einen jun
gen Mann so mir nichts, dir nichts zum Hofschuhmachermeister?
Willst du, daß dein einziges Kind seine Jugend vertrauert?—
Alles, was du dawider sagen kannst, das ist so klein und er bärmlich, daß du dich eigentlich schämen mußt.“
Da schrie Peter Michel und wich dabei zur Tür zurück:„So mag sie gehen, aber sie kriegt aus dem Haus noch nicht soviel mit, wie hier unter meinen Nagel geht.“
„Ich aber sage dir, Peter,“ erwiderte die Frau,„was ich gesponnen und gebleicht habe, ihre Wäsche und ihr Bett und den Schrank und die Truhe,— was alles von mir herstammt, das wird morgen in vierzehn Tagen von ihrem Paten Vogelsberger und dem Nachbarn Peter Kitz aufgeladen. Willst du dir selbst die Nase abschneiden und das Gesicht verschimpfieren, indem du dann öffentlich Krach machst, und wir das Gespött des ganzen Fleckens werden?“
Der Schultheiß gab keine Antwort, sondern öffnete die Türe, und entwich.
Diese Weise übte er auch, als Peter Kitz und Hans Vogels⸗ berger vierzehn Tage später vor das Schultheißenhaus fuhren den Brautwagen packten. Da war Peter Michel„zufällig“ über Feld gegangen.— 8
In der Hofkirche zu Homburg wurden Hans und Sybille am zweiten Sonntag darnach getraut. Nur die Mutter, der Pate, Peter Kitz und Abraham Privat waren aus der nächsten Freund⸗
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