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Sonnabend, den 13. November 1926.

Evangelische Warte

Du hast dich wohl sehr gefreut, als dir der Klapperstorch ein Brüderchen aus dem Storchenteich brachte?

Aus großen Augen sah mich das Mädchen verwundert an und gab mir leise die wunderschöne Kinderantwort:

Das Fritzchen lag doch an Mutti's Herzen. Beschämt schwieg ich und ging meiner Wege, aber das Kinderwort be gleitete mich und der staunende Blick der unschuldigen klaren Augen ob meiner dummen gedankenlosen Frage.

Gewiß, das Fritzchen war unter Muttis Herzen, kleiner Liebling, und jeder Exwachsene sollte sich schämen, dir die holde, süße Wahrheit vorzuenthalten oder zu entstellen.

Wie oft kommt nicht die Kinderfrage:

Ja, Mutti, wenn nun der Storch sich geirrt hätte und hätte mich zufällig nebenan bei Lehmanns in den Schornstein ge worfen, wäre ich dann nicht dein Kind?

Und dann muß sich logischerweise die dumme Antwort er⸗ geben:

Dann wärest du Frau Lehmanns Kind geworden.

Ach nein, mein Kind, so will ich dir nicht gegenübertreten, zwischen uns soll Offenheit und Warheit herrschen. Unter Mut⸗ tis Herzen bist du gewesen, winzig, winzig klein, und bist ge wachsen in ihrem Schutz und aus ihrem Blut. Kein Zufall ist es, daß du gerade ihr Kind und Liebling bist. Du trägst kör⸗ perlich und geistig das Gepräge deiner Eltern.

So sollte wohl jede Mutter bei den Fragen des Kindes denken, und ich denke und hoffe, immer mehr Mütter werden nicht nur so denken, sondern auch so sprechen! Es mag wohl manchen Eltern als eine ganz nette, liebe Mär erscheinen, daß der Storch die Kinder bringt, aber wie seicht und oberflächlich ist sie doch gegenüber der heiligen Wahrheit!

Drum ihr Mütter, gebt dies wundervolle Mittel, euch euer Kind nah und näher zu verknüpfen nicht aus der Hand. Es kommt der Tag, wo man von außen her mit rauhen und un⸗ reinen Fingern hineingreift in die Gedankenwelt eures Kindes. Da aber ist der einzige Schutz, daß euer Kind in Reinheit und Natürlichkeit und Wahrheit schon in sich selbst trägt.

Wie zart und lieb aber wird das Verhältnis des Kindes zur Mutter durch diese Wahrheit! Eine junge Mutter erzählte mir:

Nachdem wir unserm dreijährigen Jungen erzählt hatten. daß unter Muttis Herzen wohl ein kleines Schwesterchen schlum

war es ihm, denn es war ihm ja schon vorher so vertraut ge macht und ihm durch innigste Bande verknüpft worden.

Mutti, fragte er eines Tages mit leuchtenden Augen, haben Bübchen und Schwesterchen, als sie noch ganz klein unter Muttis Herzen saßen, sich die Aermchen um den Hals gelegt und Küßchen gegeben?

Ich aber streichelte leise über seine blonden Locken.

Darum fort mit Storchenteich und Klapperstorch, ihr Müt⸗ ter. Dort, wo sie noch nicht von selbst verschwunden sind, da greift mit fester Hand und warmen Herzen ein.(Sehrohr) Ahednanaggagaggggaggggaghggggggaaggaggaghagggcagoagaggghggggagobaggabhagagagaaaggangr

Für Sohne und Töchter

faghgggagaggaggacgdgggoggddgaggcdglgoggascggggnganaggagggcgggssscangagaanc s

Die Unbefriedigten.

Es hat immer unbefriedigte junge Mädchen gegeben, in der früheren Zeit vielleicht noch mehr als heute, wo alle mit helfen müssen und die meisten ihr vollwertiges Tagewerk leisten. Aber die Frage:Wozu bin ich denn eigentlich auf der Welt? Welches ist das Gebiet, auf dem ich schaffen und wirken, auf dem ich mein Bestes geben kann? gab es früher und auch heute, und wenn auf diese Frage des Lebens einem Mädchen keine Antwort gibt, dann bleibt sie innerlich unbefriedigt und wird früh verblühen.

Doch nun in unserer modernen Zeit hat ein hartes Muß, das doch ein großer Segen ist, an die Tür der allermeisten ge klopft, das junge Mädchen ist fast ausnahmslos in den Kampf des Lebens eingetreten. Sie weiß, sie muß schaffen, verdienen, einen Beruf haben, sie hat Verantwortung, man rechnet mit ihr und an irgend einer Stelle würde etwas aus den Fugen gehen, wenn sie nicht da wäre. Vielleicht gibt's erst ein Stücklein stei⸗ len Aufstiegs auf den Lebensweg, aber dann geht man mutig vorwärts im Bewußtsein: Ich werde gebraucht hier bin ich! Dann gehen die Jahre dahin, die Straße wird staubig und öde, das Einerlei der Pflicht macht müde und für viele im Beruf Stehende kommt dann doch eine Zeit erneuten Unbefriedigtseins. Man hat nicht den recht en Beruf erwählt, so meint man. Gaben, Kenntnisse, Neigung berechtigten zu et was anderem. Die Hausgehilfin möchte gern Kontoristin sein, denn da würde sie mehr verdienen, mehr freie Zeit haben, die

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nicht paßt und wir wollen es ihnen nicht übel nehmen, wenn sie einen Berufswechsel erstreben. Aber daneben gibt's auch solche, bei denen es nirgends klappt, neue Enttäuschungen bringt auch der veränderte Beruf! Nein, die Freude der Arbeit liegt viel weniger in dem, was man tut, als wie man's tut. Für solche, die ihrer göttlichen Lebensführung gewiß geworden sind, liegt auch im ungeliebten Beruf eine Stufe, die höher führt, eine Schulung fürs Ewige. Das sich Einsetzen mit ganzer Kraft befriedigt trotz allem, was man anders wünschte und schließlich kann doch in jeden Beruf, oder wenigstens in die Freistunden, die der Familie oder Freundschaft gehören, ein Stücklein Liebe und Mütterlichkeit hineingelegt werden, das froh macht.

Aber wie viele sind auch aus einem anderen Grund unbe friedigt. Das Weib regt sich in ihnen. Vielleicht haben sie⸗ geliebt, edel und rein geliebt, sind verschmäht worden, und ge⸗ rade bei tiefer Angelegten heilen diese Wunden nicht schnell Andern hat überhaupt jede Aussicht auf häusliches Glück gefehlt

sie eine liebliche Freundin sehen, wenn eine junge Mutter ihr Kindlein im Arm wiegt.Und das soll mir versagt sein, dies schönste Glück? Darauf ganz verzichten zu müssen, das bricht mir fast das Herz! Wie gut kann man solch Unbefriedigt⸗ sein verstehen! Die bittere Herzenseinsamkeit der Alleinstehen⸗ den ist oft der tiefste Kummer eines alternden Mädchenlebens Manchen wird ja die hingebende Pflege einer alten Mutter, die nichts Höheres kennt als ihre Tochter, anderen treue Freund schaft ein gewisser Ersatz sein. Voll und ganz weicht dieser Zu stand des schmerzlichen Sehnens und Entbehrens erst dann, wenn Jesus Christus und seine große Liebe Einzug in ihr Mädchen leben genommen hat und man alle Fähigkeiten, zu lieben und sich hinzugeben, in seinen Dienst gestellt hat. Da stirbt daz Unbefriedigtsein, Friede und Freude ziehen ein. Unbefriedigt sein es gibt auch tief Unbefriedigte in den allergünstigsten Lagen. Man kann im Beruf Erfolg haben und mit Leib und Seele dabei sein, man kann als Braut am Arm eines trefflichen jungen Mannes gehen im tiefsten Grund istß das Herz dann unbefriedigt, wenn ihm Gottes heiliger Friede fehlt. Gott ruft und man hört nicht, man lehnt sich auf gegen Seine führende Hand, man will in allem sich selber durchsetzen nichts macht so unbefriedigt, als eigene Wege gehen. Nicht; zerreibt und zermürbt mehr, als dieser jahrelange Kampf, diese⸗

da zuckt's manchmal wie ein großes Weh in ihnen auf, wenn

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mere und bald erwachen würde, sah er mich mit fast ehrfürchtiger[kaufmännische Angestellte klagt über die Trockenheit ihrer zahlen-sich Auflehnen gegen Gott: Ich will nun einmal nicht! Det 1 Liebe an. Er streichelte mir leise die Hand.Ei, du liebes[mäßigen Arbeit, die so wenig Weibliches und Mütterliches hat.] Friede wird dann in einem Herzen einziehen, wenn es sich in 10 Herzchen, und wo ich saß, schleppte er mir eine Fußbank nach, Schneiderin sein, meint eine, wie entsetzlich! Dieses ewige Ge- Gottes Arme fallen läßt und nicht willenlos, aber willig seinen 9 damit ich es bequemer hätte. Da er von seinem Vater beobach- haste bis in die Nacht hinein, dies sich Befassen mt Aeußerlich-] Führung folgt.Er ist unser Friede, Jesus Christus, der Ge⸗ 109 tet hatte, daß dieser die Mutti nichts tragen ließ, wachte auch e keiten sie wäre gern Lehrerin geworden, aber dazu hatten kreuzigte Wer zu Ihm mit wundem, müdem Herzen gekom 10 er wie ein Cerberus darüber.Mutti, das sollst du nicht![o Mittel und Gesundheit nicht gereicht. So tut man sein Tage-[men ist und nachdem er sich ganz von Ihm führen lassen will, der e Voll Seligkeit ließ er sich erzählen, daß er auch so klein ein-] werk mit Seufzen und graue Regenwolken ziehen drüber hin.] redet nicht mehr von Unbefriedigtsein, ihm ist wohl in den 0 mal unter Muttis Herzen gewesen. Es ist wahr, manche stehen an Orten, für die ihre Eigenart] Herrn! F. U. imSehrohr, Al! r r F eee, Lanna 1 der N NN MN,, NN 7 N 5 NVN, A ige! VTTTTTVTVTTTVTTVTVTTTTT1T1T1T 1 Al Aung 0 50 del O Amtliche Formulare 17 8 fat Wulf! für Ab ti Pfarrümter, Bürgermeisterelen, Standesümter, Ortsgerichte, Schulen eit. 5 sind jederzeit vorrätig in der he Au Albi Ml 0 Gi 50 2 9 42 Ab Formular⸗Großhandlung in Klein, Gießen sidanlage 21. Sernpr. 1362 0 er vorm. Wilh. Meller gegründet 17835 15 bell 5 5. 5. 5 Hille Ueber die technische Ausführung der in meiner Druckerei gedruckten und besonders gut eingebundenen Tauf Konfirmations-, Trau us und Sterbe-Register sind ungewollt 2. mir mehrere Dankschreiben von Pfarrämtern zugegangen. b 0 5 b. 5 1 5 ing Die Herren Pfarrer bitte ich, meine Formularhandlung, die mehr als 1000 verschiedene Formulare für alle Behörden, Vereine, Anstalten etc. umfaßt, auch den Herren Airchenrechnern und anderen Organisationsmännern zu empfehlen. o// NN NN NN NN N NN N NN ee ö N 1. u. 2. Hypotheken 22 10 6 z. bedeutend ermaßig 15 Künsll Au Pl 0 0 9 ten Zinsen werden U 0 1 f b. Barauszahlung ver⸗⸗ lertig. nach d. Natur u, pass. ein 110 e eee geben. Auf Wunsch evl. 1 6 9 ande Die in Lich(Oberhessen) eingeriebteten an ee 2 F. Hd. Muller Söhne, Wiesbadel mer 5 115 7 bdedite 0 ESC HAEFT STAGE den Bwischenkredsten; ff Helen Unlverslläts- Augen sinden nunmehr F. W. Weber, v 18. 0 Nov. 20 en, jeden Werktag vormittags von 912½ Uhr Abt für Grundkredit, 5 ele 5 Frankfurt a. Main zum Besuch» Privat hach i. Hause des Herrn Bürgermstrs. i. R. Dörmer, Braugasse 9, statt. Neckarstraße Nr. 9 0 lyerlrele kundschäft sucht altan- e

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