Sonnabend, den 13. März 1926.
haben manche Leser mit Hilfe des Rundfunks die sehr
eindrucksvolle Feier mitangehört.
Von den Toten gilt es nun wieder aufzuschauen zu den Lebendigen. Die schönste Ehrung für unsere Ge— fallenen ist helfen mit allen Gaben, allem Fleiß, aller Ueberlegung das wieder aufzubauen, wofür diese Hel den gestorben sind.
Was jeder Evangelische wisjen muß.
Verunglimpfung der evangelischen Mission durch den Papst.
Zu den Lebensgesetzen und Lebensnotwendigkeiten des Papsttums scheint es zu gehören, von Zeit zu Zeit einmal den Protestantismus herabzusetzen und ihm eins auszuwischen. Auf diese Linie gehören Ausführungen, die Papst Pius XI. am 16. Februar 1926 bei einem Emp⸗ fang der Fastenprediger und Pfarrer von Rom in Gegenwart des Kardinalvikars Pompili machte, die sich mit der protestantischen Mission befassen und im„Osser— vatore Romano“ vom 17. Februar 1926 abgedruckt fin⸗ den. Nachdem der Papst auf die ihm ungenügend er— scheinende Zahl römisch-katholischer Missionare einge— gangen war, fuhr er wörtlich fort:„Aber neben dieser absoluten Betrachtung unserer geringen Zahl gibt es noch eine andere relative— und Nebenbetrachtung, die man nicht außer acht lassen kann. Es gibt eine protestan— tische Propaganda(J), welche sich in einer wirklich be— unruhigenden und schmerzlichen Weise darbietet. Es ist wahr, daß 9 keine überzeugten Protestanten schafft, sondern eher Indifferente und Desorientierte, welche nicht wissen, wem sie glauben sollen, aber schon das ist ein ungeheurer Schaden. Man braucht wirklich wenig genug, um religiös gleichgültige Menschen zu schaffen, welche glauben und tun, was sie wollen, während es bei weitem schwieriger ist, gute Katholiken hervorzu— bringen. Diese Schwierigkeit unseres Apostolates muß mit in Rechnung gesetzt werden, um ein ruhigeres und gerechteres Urteil auszusprechen und sich nicht einer un— mäßigen Traurigkeit hinzugeben.“— Diese herabsetzen— den Ausdrücke, leeren Behauptungen und törichten Ur⸗ teile, die obendrein noch der Wahrheit ermangeln, machen den häßlichen Eindruck, von der Mißgunst diktiert zu 50 und wirken im Munde des„Unfehlbaren“ doppelt übel.
„Belehrung über Religion“.
Die freien Schulgesellschaften Deutschlands, an deren Spitze der Neuköllner Stadtschulrat und sozialisti— scher Reichstagsabgeordnete Dr. Loewenstein steht, agi— tieren zurzeit durch Lichtbildervorträge, wobei sie u. a. Bilder wie die folgenden vorführen und„erläutern“:
„Evangelische Warte“
Jünger 12 Bischöfe, von denen jeder einen Geldsack vor sich stehen hat. Ein zweites Bild zeigt einen Geistlichen, dem der am Kreuz hängende Christus, der einen Fuß vom Holz abgelöst hat, gerade einen Fußtritt zu geben im Begriffe ist, ein drittes eine evangelische Diakonisse, die den Kranken auf den Himmel vertröstet, da sie ihm im Diesseits nichts bieten könne. Zum Schluß das Bibelwort:„Seid aber Täter des Wortes und nicht Hörer allein“, darauf der Hinweis auf die welht— liche Schule.
n—— Aus Polikik und Parlament. Parität Bei der Etatsberatung im Reichstage hat sich der Abgeordnete Dr. Cremer(D. Vp.) am 16. Februar 1926 genötigt gesehen, seine Kollegen vom Zentrum laut T.⸗U.⸗Meldung darauf aufmerksam zu machen:„Sie dürfen überzeugt sein, daß wir in dem Wunsch, mit Ihnen in Frieden zu leben und mit Ihnen auf gleich— berechtigtem Fuß an der Arbeit für das deutsche Vater— land zusammen zu wirken, hinter Ihnen nicht zurück— stehen, Sie dürfen überzeugt sein, daß wir in der Ver— urteilung von hetzerischen Ausschreitungen und Miß— deutungen der Konfessionen untereinander ebensowenig hinter Ihnen zurückstehen. Sie dürfen aber auch über— zeugt sein, daß wir als Protestanten in aller Beschei— denheit(warum so bescheiden?) für uns in Anspruch nehmen, daß, so gut eine Parität gelten soll und muß für den gleich tüchtigen Bewerber katholischer Konfes— sion, nicht der Anschein da und dort auftauchen darf, der leider an manchen Stellen im Laufe der Jahre erweckt worden ist, daß der protestantische gleich gut qualifizierte Bewerber, obwohl die Parität eigentlich seine Einstel— lung forderte, zurücktreten mußte hinter dem latholi⸗ schen. Es muß nicht nur Parität für den katholischen Volksteil, sondern eben so gut für den protestantischen Volksteil gelten.“— Selbstverständlichteiten, die aus— gesprochen werden müssen, weil sie heute nicht mehr selbstverständlich sind.
Für Freiheit und Wissenschaft!
Der Vorstand des Hessischen Hauptvereins des Evangelischen Bundes hat einstimmig folgende öffentliche Kundgebung be— schlossen:
„In der Sitzung des hessischen Landtages ist auf Antrag der Regierung beschlossen worden, an der Landesuniversität in Gießen und an der Technischen Hochschule in Darmstadt„Professuren für scholastische Philosophie“, das sind Professuren, durch die Philo— sophie im Sinne der latholischen Kirche gelehrt werden soll, ein— zurichten.
Dieser Antrag ist von der Regierung trotz der schweren wirt—
Nr. aller Ausgaben zwingt 1 wie wir zu wissen glauben— en gegen dem Willen der beiden Hochschulen eingebracht worden
das Zentrum die Einrichtung derartiger Professuren für seiß Verbleiben in der gegenwärtigen Regierung zur Bedingung 96 macht hat.
Im Namen der Evangelischen Hessens, die wir vertreten erheben wir Einspruch dagegen, daß die bewährte Organisatio unserer Hochschule politischen Parteizwecken zum Opfer gebrach
werden, Lehrstühle einzurichten, die die Besorgnis erwecken, daß sie in erster Linie nicht der Pflege der freien Wissenschaft, son, dern der Propaganda der katholischen Kirche an unseren Hoch schulen dienen.“
Allerlei.
Einen evangelischen Bahnhofsdienst für die männlich Jugend hat die Gesellschaft zur Fürsorge für die zuziehendt männliche Jugend, Berlin C. 54, Sophienstraße 19, unter Leß tung des Herrn Oberkonsistorialrat Stoltenhoff vom Evange lischen Oberkirchenrat eingerichtet. Der Bahnhofsdienst be zweckt, die durch die wirtschaftliche Notlage hervorgerufene un geordnete Wanderung der männlichen Jugend von Stadt zu Stadt in geordnete Bahnen zu lenken, die jungen Männer von Verwahrlosung zu bewahren und sie bei fortdauernder Arbeits, losigteit in die Heimat zurückzuleiten. Anfragen sind in alley Fällen an die Hauptstelle des Evangelischen Bahnhofsdienstes Berlin C. 54, Sophienstraße 19, zu richten. ö
Milkeilung der Reithsgeschäftsstelle. Unsere Werbearbeit in Rheinhessen wollen wir ein leiten durch eine
große Versammlung in Mainz am Freitag, den 19. März, nachmittags 3 Uhr, im Hotel Taunus.
Es werden u. a. sprechen: Studienrat Pröscher- Mainz und Pfarrer Ide⸗ Höchst a. M. über:„Die Notwendigkeit der E. V.“ Pfarrer Veller-Mainz⸗Bretzenheim über:„Unsere Stellung zu den Parteien“. Wir laden unsere Mitglieder und Freunde sowie jeden evangelischen Volksgenossen zu dieser Versammlung herzlichst ein.
Das Abendmahl von Leonardo da Vinci zeigt statt der J schaftlichen Not unseres Landes, die zu äuzerster Beschränkung Weidner. rer 4 N. Ne.* 2 N 4 N 2 WA n A 2 8 N 4 NX 22 A 2 5 f.
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wird und daß erhebliche Mittel des Staates dazu verwande!
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Wer die„Evangelische Warte“ mit verbreitet, fördert alle evangelischen Interessen!


