Einzelbild herunterladen

Sonnabend, den 13. März 1926.

2

Evangelische Warte

Gewiß, der Unterricht ist nicht die Hauptsache das ist die Erziehung. Dennoch ist der Unterricht in der Hand der Erziehung das bedeutsamste Mittel der Er⸗ ziehung zum tüchtigen, leistungsfähigen Menschen und brauchbaren Volksglied.

Man unterschätze den Unterricht nicht! Ein Volk kann fromme Menschen sicher nicht entbehren. Aber fromme Nichts⸗ oder Halbkönner dürften auch nicht das sein, was ein vernünftiger, nüchterner Christ wünschen mag. Und außerdem: wer Volksgemeinschaft will, soll tua meinen, die Jugend zerreißen zu dürfen unge⸗ traft!

Die Bewohner meines Dorfes zeichnen sich durch eine etwas stark ausgeprägte Neigung zu Eigenbrödelei aus. Das äußert sich sehr deutlich in der Anlage der Höfe und ihrer gegenseitigen Abgrenzung. Es gibt viele Höfe, die sind jahraus, jahrein stets so ängstlich ver⸗ schlossen, daß es den Kindern in der Heuernte einen be⸗ sonderen Spaß bedeutet, hoch oben auf dem Heuwagen sitzend, nun doch einmal über die Tormauern schauen zu können. Zwischen dem Hof des Hauses, in dem ich wohne, und dem des Nachbarhauses ist über der fast zwei Me⸗ ter hohen Steinmauer noch eine ebenso hohe Bretter wand aufgerichtet damit ja keiner zum andern schauen kann. Ist das kein Sinnbild der Konfessions⸗ schule?

Im übrigen weiß ich, daß die Gemeinschaftsschule kommen wird die Gemeinschaftsschule im weitesten Sinn. Dann, wenn der Sturm der beginnenden anti christlichen Zeit die Mauern der gegeneinander gerichte ten Bekenntnisschulen umwerfen wird und die echten Christen aller Lager sich zusammenfinden müssen. Auch ich habe diekindliche Anschauung, für die christ⸗ liche Simultanschule eintreten zu sollen. Mir scheint, wir sollten in diesen Dingen des öfteren zu unserm gött⸗ lichen Herrn und Meisterumkehren, um mehr zu werden wie die Kinder.

Meine Forderung ist, kurz gesagt: Zieht die gläu bigen, evangelischen Lehrer nicht heraus aus der Si⸗ multanschule, sondern sorgt dafür, daß möglichst viele,

treue, eifrige, fromme, evangelische Lehrer hinein⸗

kommen in die christliche Gemeinschaftsschule! Lehrer Hermann Leitz, Eichstetten(Baden) imAufwärts.

Entschließung

der Hauptversammlung der Hess. Evang. Vereinigung (Friedberger Konferenz) zur FrageKonfessions⸗ oder Simultanschule?

Wir sehen keinen zwingenden Anlaß, den 4. Punkt unsererGrundsätze fallen zu lassen, der lautet:Ins⸗ besondere fordern wir, unter Anerkennung des Cha rakters der Schule als einer selbständigen staatlichen Einrichtung, daß die hessische Simultanschule ihren christlichen Charakter behalte und daß dem evangelischen Religionsunterricht sein wohlerworbenes Recht in ihr verbleibe. Die besonderen Vorzüge der Konfessions⸗ schule nach der erziehlichen Seite hin erkennen wir an. Weil wir aber der Meinung sind, daß in der Er⸗ ziehungspraxis letzten Endes nicht die Organisations⸗ formen, sondern die Persönlichkeiten den Ausschlag geben, so können wir die radikale Umstellung unseres Schulwesens, wie der Reichsschulgesetzentwurf sie für Hessen mit sich bringen würde, nicht für wünschenswert ansehen. Die hessische Simultanschule hat sich in 50⸗ jähriger Praxis auf Ganze gesehen bewährt und besitzt gleichfalls ihre Vorzüge, vorausgesetzt, daß sie nach dem bewährten Geiste des Volksschulgesetzes von 1874 eine christliche Simultanschule bleibt, bezw. nach manchen Erweichungen der neueren Zeit wieder wird. Sollte es politischen Strömungen gelingen, durch Zulassung der katholischen Schule der Simultanschule ihren Sinn zu nehmen, so sind wir gezwungen, die evangelische Schule zu fordern, die nicht Kirchen- sondern Staatsschule ist, weil nach der evangelischen Auffassung von Staat und Kirche die staatliche Schulhoheit durchaus gewahrt bleibt. Zu der evangelischen Lehrerschaft in ihrer über

Neues aus dem japanischen Leben und der Japan⸗Mission.

Von Missionsdirektor D. Dr. Witte. 2. Das japanische Volk.

1. Fortsetzung.

Genau so anmutig, sonnig und mild wie das Land erscheint bei flüchtiger Berührung seines Volkes Art. Man sieht in Ja pan nur freundlich lächelnde und ganz ausgeglichen-leiden schaftslose Gesichter. Im persönlichen umgang wie auch im öffentlichen Verkehr herrscht eine ungemein wohltuende Höf lichkeit. Nie sieht man zornig-erregte Menschen, nie hört man laute Scheltworte, nie herrscht tobender Lärm, selbst wenn 10 000 Menschen versammelt sind zu fröhlichem Feiern. 00 in lautem Singen und wilder Ausgelassenheit, sondern in stil lem, oft schweigendem Genießen freut sich der Japaner der Schön heit seines Landes, für die er einen sehr empfänglichen Sinn besitzt. Die Gastlichkeit ist unübertrefflich. Selbst in den Hotels wird wenigstens die Fiktion aufrecht erhalten, als sei der Fremde wirklich des Wirtes Gast. Nach der Bezahlung der Rechnung tauschen beide Gastgeschenke aus. Das ganze Volk ist schenkfreudig, woraus freilich bei der allgemeinen Gegen seitigkeit eine ziemliche Last erwächst. Allen Konflikten sucht man durch Kompromisse die Spitze abzubrechen, über alles Schwere leicht hinwegzukommen. Mit klageloser Erhebung trägt man harte Schicksale, gibt freudig das Leben hin, manchmal in einer uns sinnlos erscheinenden Weise; den Tod erträgt man, bei sich und seinen Lieben, ohne zu murren. Das heiße Auf⸗ begehren unseres europäischen Lebens gegen das Sterben und das anklagende, tiefsten, inneren Widerspruch aufwühlende Fragen:Warum? sind dort unbekannt.

wiegenden Mehrheit haben wir das Zutrauen, daß sie in der christlichen Simultan⸗ wie in der evangelischen Schule, wenn sie kommen müßte, mit Freudigkeit an der christlichen und evangelischen Erziehung unserer Jugend mitzuarbeiten willens ist.

Eine chrijtliche Weltkirche?

Vatikanische Kommentare zur Romreise des englischen Bischofs Dr. W. Ladd.

Unter dieser Ueberschrift erschien in letzter Zeit in mehreren Zeitungen folgender Artikel:

Seit längerer Zeit spricht man in vatikanischen Kreisen von sensationellen Plänen des Papstes Pius XI. hinsichtlich einer Zusammenfassung aller christlichen Kirchen der Erde zu einer einheitlichen Weltkirche. Er⸗ höhtes Interesse gewannen die Kombinationen, als man erfuhr, daß der Papst die Einberufung eines ökumeni⸗ schen Konzils für das Jahr 1928 beabsichtige. Einer der Hauptberatungspunkte dieses Konzils solle eben dieser Plan eines Zusammenschlusses der Kirchen, einer Ver⸗ ständigung aller Christen der ganzen Welt sein. Schon Leo XIII. befaßte sich mit dieser Idee, ohne sie aber ver⸗ wirklichen zu können. Der Geist von Locarno, der bei allen Nationen Eingang gefunden habe, scheinen dem Papst nun eine bessere Vorbedingung für seine Pläne als die Stimmung, die vor dem Kriege oder in den ersten Nachkriegsjahren die meisten Nationen beherrschte.

Die Anwesenheit des protestantischen Bischofs Dr. Willian P. Ladd in Rom wird nun in vatikanischen Kreisen in Zusammenhang mit den obenerwähnten Ab⸗ sichten des Papstes Pius XI. gebracht. Wie verlautet, ist Dr. Ladd, Bischof von Middletown, in hochwichtiger Mission nach Rom gekommen. Er wolle nichts Ge⸗ ringeres erreichen, als den Zusammenschluß der prote⸗ stantischen Kirchen mit den katholischen zum Zweck einer gemeinsamen Begehung des Festes Christo Re, das der Papst bekanntlich zu Ende des heiligen Jahres neu ein⸗ führte und für den letzten Sonntag im Oktober festsetzte. Dieses Fest solle auch von den Protestanten als Kirchen⸗ fest anerkannt und mitgefeiert werden.

Ueber seine Pläne befragt, äußerte sich Ladd fol gendermaßen:Alle Christen, die Angehörigen aller christlichen Kirchen sollen sich in der Feier dieses neuen Festes zusammenschließen. Dies würde ein überzeugen⸗ der Hinweis auf den Zusammenschluß aller christlichen Kirchen sein. Das FestChristo Re könnte so zu einem großen Versöhnungsfest werden, zu einem Beweis der Einigkeit. Der Sinn dieses Festes ist ja, allen vor Augen zu führen, daß Christus der Herrscher über alle Völker und Länder ist, der Sinn ist, wie Papst Pius XI. in seiner Enzyklika sagt, den Laizismus zu bekämpfen, der der Hauptgrund für die Zwietracht unter den Völ⸗ kern ist und den Bestand der Gesellschaft ständig bedroht. WennChristus wirklich der König ist, dann muß er es für alle und für immer sein. Dann kann er nicht aus den politischen, den industriellen und allen übrigen Formen des sozialen Lebens ausgeschaltet werden.

Die Mission Dr. Ladds entspringt der bereits seit einiger Zeit bestehenden Bewegung für einen Zusam⸗ menschluß der christlichen Kirchen, im besonderen für eine Rückkehr der anglikanischen Kirche in die katholische, deren Hauptvertreter bekanntlich der englische Lord Halifax ist. Halifax hatte ja auch mit dem kürzlich verstorbenen belgischen Kardinal Mercier wiederholt Beratungen wegen dieser Vereinigung der englischen mit der katholischen Mutterkirche. Allerdings gibt es in England auch Skeptiker, die die Möglichkeit eines der⸗ artigen Zusammenschlusses negieren. So machte zum Beispiel der Erzbischof von Westminster, Kardinal Bourne, niemals ein Geheimnis daraus, daß er von der praktischen Seite dieser Beratungen nicht viel halte.

Nun hat aber die päpstliche Enzyklika über das neue Fest auch in protestantischen Kreisen lebhafte Sym⸗ pathien hervorgerufen. Ein Echo, das den Gegensatz zu Rom vielfach unangenehm in Erinnerung rief. Die Protestanten warfen den Katholiken hauptsächlich vor, daß sie den Marienkult und den Kult der Heiligen in

Bei näherem Kennenlernen jedoch sieht man, daß das innere Wesen der Japaner durchaus nicht dieser glatten und für das Sozialleben fraglos in vieler Hinsicht sehr angenehmen Form ihres äußeren Benehmens entspricht. Es ist wie mit dem Land. Unter der dünnen, festen Erdkruste hausen unheimliche und unheilvolle Gewalten. Durch eine musterhafte äußere

Zucht, das Verdienst der straffen Volksorganisation und der konfuzianischen Ethit, ist alles Harte, Störrische, Böse, Leiden

in der Volksnatur im Zaum gehalten und alles Fehlerhafte im Charakter verdeckt. Aber zugleich damit hat man auch das gute Innenleben in Fesseln geschlagen. Es gibt wohl kein verschlosseneres Volk, als die Japaner es sind. Das Eigenleben, gebunden durch Staat und Familie, ist unent wickelt, jedenfalls unterdrückt. Wenn es dann einmal durch⸗ bricht, geschieht es in fast zügelloser Ausgelassenheit oder sinn loser Wut. Aber sehr selten kann man das erleben. Aber auch abgesehen von solchen explosiven Ausbrüchen ihrer leidenschaft⸗ lichen Natur, kann man merken, daß die äußere Zucht das Böse ihres Charakters nicht überwunden hat. Ja, gerade die Unterdrückung des inneren Eigenseins des Einzelnen hat zwel Fehlentwicklungen verursacht, die für die Japaner kennzeichnend sind.

Die äußere Sitte verbietet es, Gemütserregungen zu zeigen. So teilt der Mann, auch wenn er tief betrübt ist, den Tod seiner Gattin seinen Nachbarn mit lächelndem Munde mit. Eine solche Verzerrung der Umgangsformen konnte nicht ohne böse Folgen für das Gemütsleben selbst bleiben. Wo nun das Ge⸗ mütsleben sich doch Bahn bricht, schlägt es in das Sentimentale um, das stets den Charakter des Krankhaften und Unwahren an sich hat. So schlägt die Freude an den Schönheiten ihres

schaftliche

Landes oft bei jungen, blühenden Menschen ganz plötzlich so

sehr ins Weltschmerzliche um, daß sie nur aus dieser Stimmung

erste Reihe stellten, die Verehrung Christi aber erst i

ö ö

5

Nr. 11.

1

die zweite. Darauf hat die päpstliche Enzyklika nun eine Antwort gegeben, die das Primat Christi ausdrück⸗ lich erklärt und somit die Bedenken der Protestanten zerstreuen muß. Wenn die protestantischen Kirchen sich tatsächlich an der Feier des neuen Festes beteiligen soll ten, dann würde das zweifellos einen großen Fortschrit bedeuten und den Zusammenschluß der christlichen Kir ö chen näherrücken.. 5 0 In diesem Sinne interpretiert man die Anwesen heit des Dr. Ladd in Rom. Man erwartet, daß es zwi⸗ schen ihm und katholischen Würdenträgern zu Be⸗ sprechungen kommen werde, und wenn diesmal bindende Beschlüsse auch noch nicht gefaßt werden können, so ent nimmt man dem gesteigerten Interesse der Protestanten an den Plänen des Papstes doch, daß die Widerstände gegen die Schaffung einer Weltkirche nicht mehr so groß sind als noch vor einigen Jahren. ö

Eine gute Antwort darauf und eine klare Beleuch tung dessen, was von diesem Artikel zu halten ist, lesen wir imHöchster Kreisblatt. Wir lassen diese auf, klärenden Zeilen hier folgen:

Eine Einigung der deutschen evangelischen Kirchen mit der Römisch-katholischen ist ganz unmöglich. Wie wenig die römisch-katholische Kirche an eine Vereini⸗ gung denkt, beweist doch zu deutlich die Weigerung des Papftes, an der Stockholmer Konferenz beribete die noch nicht einmal dogmatische Fragen berührte, son dern lediglich zu gemeinsamen Taten christlicher, sozialen Liebe aufrief. Ferner wird in dem Artikel behauptet, ein englischer evangelischer Bischof sei in hochwichtige Mission nach Rom gekommen und wolle nichts Geringe, res als diesen Zusammenschluß erreichen zwecks gemein, samer Begehung des vom Papst neu eingeführten Festez Ehristo Re. Die Bewegung für einen derartigen Zu, sammenschluß bestehe schon seit einiger Zeit und die päpstliche Enzyklika über das neue Fest habe auch in protestantischen Kreisen lebhafte Sympathien hervor gerufen. Der Gegensatz zwischen Protestanten und Katholiken bestehe hauptsächlich darin, daß die Katholi⸗ ken angeblich den Marien- und Heiligenkult vo, die Verehrung des Heilandes stellten; die päpstlicht Enzyklika habe aber nun eine Erklärung gegeben, die di⸗ Bedenken der Protestanten unbedingt zerstreuen müsse usw. Hierzu ist zu bemerken: 1. Zu der Feier des von Papst angeordneten Festes Christo liegt bei den Evangelischen gar kein Bedürfnis vor, da ja fast all unsere Feste Christusfeste sind zur Ehre Christi, unserez ewigen Königs. Das Osterfest zumal ist ein solches, daz doch auch der Katholik feiert, also ein Fest, das beid Kirchen gemeinsam begehen. 2. Wenn die englischen Protestanten resp. die anglikanische Kirche den Wunsch haben sollte, sich wieder mit dem Papst zu vereinigen, so ist das eine Sache, mit der die überwiegende Mehr heit der deutschen Protestanten sicher nichts zu tun haben will. Derartige Bestrebungen würden hier in Deutschland im allgemeinen auf den stärksten Wider⸗ stand stoßen. Das Lebenswerk des genialen Dr. Martin Luther, die Reformation mit ihren großartigen Er⸗ rungenschaften, ist im deutschen evangelischen Volk so fes verankert, daß kein vernünftiger Mensch ernstlich glau⸗ ben kann, die Kirche, die er gegründet hat, könne jemalz wieder verschwinden. Luther ist nach den Worten Paul Schreckenbachseine jener Gestalten, die niemals sterben können und von deren Gedanken die Menschheit lebt, auch der Teil der Menschheit, der nichts von ihm wissen will. Lebendig schreitet er durch unsere Zeit dahin, als Lebender, mit seinem Geiste Wirkender, willig oder un⸗ willig anerkannt von Allen.

Scaumpon mit dem smwarzen Mop

wird wegen seiner vorzüglichen Wirkung und absoluten Unschàdlich- keit von ersten Fachärzten empfohlen. Die SchutzmarkeSchwarzer Kopf bürgt für das einwandfreie echte Fabrikat. Es ist das Beste, was Sie zur Kopfwäsche kaufen können; seine vielen Vorzüge machen Schaumpon zu einem idealen Haarwaschmittel. Ein Paket kostet 20 pfg. Erhältlich in den Sorten: Veilchen, Eau de Cologne, Lavendel, Kamille, Eigelb, Nadelholzteer, Brennessel, Perutannin. 1 Hlleiniger Hersteller: Hans Schwarzkopf, Chem. Fabrik, Berlin- Dahlen

heraus zum Selbstmord kommen. Die lbstmordziffer ist in Japan auffallend hoch. Besonders beliebt für solche Selbstmord aus Weltschmerz ist das Sichhinabstürzen in einen der groß artigen Wasserfälle, so daß viele derselben, z. B. der berühmt Kegon-Wasserfall bei Nikko- dauernd polizeilich bewacht werden, um die Selbstmorde zu verhindern.

Unter der Wirkung der buddhistischen Lehre, daß man kei Leben vernichten dürfe, kommt diese sentimentale Stimmung z. B. auch darin zum Ausdruck, daß man kranke Tiere oder jung Hunde und Katzen, die man nicht aufziehen will, nicht durt schnelles Töten aus der Welt schafft, sondern man setzt sie auß oft in Tempelwälder, und läßt sie dort lieber langsam jammer voll zugrunde gehen. Im übrigen ist man mit Tieren in Japaß auch sonst gar nicht barmherzig, sondern quält die Pferde off ganz schlimm, schlägt den lebenden Fischen auf dem Markt einen eisernen Haken durch den Rücken und trägt sie so nach Hause Die Tierschutzbewegung in Japan ist von den Europäern aus gegangen. Fährt man in der Rikscha, dem kleinen, von einen Menschen gezogenen Wagen, so steigt bei steilen Hügeln oft ge nug der Europäer aus und geht die schwere Strecke, der Japanel läßt sich, sitzenbleibend, von seinem keuchenden Landsman hinaufziehen. Dieser Hang zum Sentimentalen ist die erst Fehlentwicklung des japanischen Volkscharakters. Die zweit Fehlentwicklung liegt in der brutalen Unterdrückung des elemen, taren Lebensrechtes der einzelnen Menschen, die vielfache, bot Folgen gezeitigt hat.

Das Lebensbewußtsein und die Wertschätzung des Einzel, lebens ist allgemein viel weniger stark entwickelt wie bei uns Im Ich-Leben der menschlichen Persönlichkeit sieht ja auch de Buddhismus nicht die höchste, gottähnliche Daseinsform, sonders sie ist ihm stärkste Entartungserscheinung, Täuschung und Ven? irrung vom wahren, ewigen Wesen, die überwunden werde!

FFFFFFVFFVVCVCCCCTCGTCG 8 4 3

0