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Erscheint zunächst wöchentlich am Samstag. Bezugspreis: 50 Pfg. monatlich frei ins Haus. Rückendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert. Schriftleitung: Edwin Hamburger in Staden(Oberh.)

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Mit dieser Ueberschrift begeben wir uns auf das iet des wirtschaftlichen und sozialen Lebens, und alle senigen, die diese Ausführungen bloß lesen, daß sie das wider uns finden möchten, werden hier am sicher dieAchillesferse der E. V. zu entdecken hoffen. täuschen sich. Daß das Christentum uns kein fertiges sutschaftsprogramm in die Hand gibt, ist freilich eine senwahrheit. Aber ganz abgesehen davon, daß wir ih in der Bibel eine ganze Reihe wertvoller Finger ge für unser Gebiet finden könnten, scheint uns der 1 ungel eines bis ins Detail ausgearbeiteten national⸗ f omischen Programms nicht sehr erheblich, eher viel u Pressersht sogar ein Vorzug zu sein.

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üWas wir brauchen, sind wahrhaft geschlossene h. ksönlichkeiten, die die Grundsätze ihres Handelns nicht 05 Parteivorständen, auch nicht aus sich selbst, sondern i meiner über dem allen stehenden Instanz bezogen , ben. Alle politischen Fragen, auch die wirtschaftlichen,

in hervorragendstem Maße Gegenstand sittlichen aneh in delns. Eine absolut, unträgliche Norm für die

el lürteilung sämtlicher allgemeinen und speziellen Fra⸗ liefert daher einzig und allein die christliche Ethik ihren großen Grundsätzen der unbestechlichen, weil Aan u üirdischen Interessen und Vorurteilen freien Gerech⸗

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leit und Liebe, d. h. der entsagungsvollen Hingabe an ese, Einzelnen und an das Ganze.(Brandt: Evange⸗ uten zm und Wirtschaftspolitik. 1921.) Indem der Wirtschaftspolitiker der E. V. sich dieser er den Forderungen immer wieder vor Gott bewußt lid, geht er an die Entscheidungen der Einzelfragen han, nicht stlavisch festgelegt auf den Buchstaben eines am ent c die Parteibrille geschauten Programms, sondern Mit einem von den großen göttlichen Forderungen er⸗ alten neuen Geist, gebunden in seinem Gewissen an h unverbrüchliche Pflicht, die überweltlichen Ideen der Ihiechtigkeit und Liebe auch im Bereich des wirtschaft⸗ 1 en und sozialen Lebens verwirklichen zu helfen und schlsualscheiden zu lassen. Er arbeitet an den einschlägigen ober agtoblemen eifrig und tätig mit, nicht weil er in ihrer 17% sriedigenden Lösung den Endzweck und Selbstzweck 10 en sigz menschlichen Daseins erblickte, wohl aber ein gott⸗ Teen und gottgewolltes Mittel, das höhere geistige Alka ben des Gottesreichs zur Entfaltung zu bringen. de Anter diesen Gesichtspunkten will der wirtschaftliche f mil unseres Programms betrachtet sein. Man suche erhesen s ihm kein Eingeschworensein auf irgendeine Wirt⸗ d Mal ääsfaftsgruppe herauszulesen. Die E. V. steht ihnen 6 Alen in gleicher äußerer und innerer Freiheit gegen⸗ 0 dener; unbeirrt, unbeeinflußt und unbestechlich wird sie elles un der Plattform des Christentums aus die verschiede⸗

Abonnements⸗ u. Anzeigen⸗Annahmestelle, Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher 1362. Postscheckkonto 8437 Frankfurt⸗M.

Sonnabend, den 12. Juni 1926.

C. Gemeinwohl. (Schluß.)

nen einander widerstreitenden wirtschaftlichen Inter⸗ essen einander auszugleichen und miteinander auszusöh nen bestrebt sein.

Schon früher haben wir hervorgehoben, wie stark sie ihr Augenmerk auf die Reinigung der sittlichen Atmo sphäre richtet. Da kann sie an den Fragen der Woh⸗ nungs- und Bodenreform und des Alkohols nicht still⸗ schweigend vorübergehen. Trägt an dem moralischen Zerfall, den wir weithin beobachten, nicht ein gut Teil Schuld der himmelschreiende Zustand der Wohnungen, darin Hunderttausende deutscher Familien in der Groß stadt, aber auch auf dem Lande ihr Leben zu verbringen verurteilt sind? Und andererseits: schreien nicht förm⸗ lich weite, fruchtbare Flächen deutscher Erde nach Men schen, die sie bebauen und bewohnen im eignen Heim auf eigner Scholle? Wir erkennen dem Privateigentum sein Recht(freilich auch seine Pflichten und Grenzen) zu, aber wäre nicht schon viel erreicht, wenn der reiche Do mänenbesitz des Staates der Siedlung und Bodenreform dienstbar gemacht würde? Und läßt sich etwas dagegen einwenden, daß mühelos oder gar durch Bodenwucher erworbene Gewinn entsprechend besteuert und der All- gemeinheit zugeführt würde? Nicht minder wendet die E. V. ihr lebhaftes Interesse und ihre warme Sym⸗ pathie den auf die Bekämpfung des Alkoholunwesens gerichteten Bestrebungen zu. Wer denkt nicht noch mit Beschämung und Empörung zurück an die kläglichen Rechtfertigungsversuche von staatlicher(und leider auch von kirchlicher) Seite, als mitten in der Notzeit des Krieges gewaltige Mengen von Brotgetreide und Kar toffeln zu Bier und Schnaps verarbeitet wurden? Wer erkennt nicht das erschreckliche Ausmaß sittlicher Ver heerung: zerrütteten Familienlebens, degenerierten Kindertums, ansteckender und erblicher ehrloser Krank⸗ heiten, vermehrter Kriminalität, das auf das fluchbe⸗ ladene Konto des Alkohols zu setzen ist? Man braucht keine Abstinenzler zu sein, und muß doch als Christ und Vaterlandsfreund sich getrieben fühlen, gegen diese Volksvergiftung und Volksverseuchung schützende Dämme aufzuwerfen. Wo sind die Parteien, die in dieser Sache ein deutliches Wort zu sprechen und die mächtige Gegner schaft des Alkoholkapitals auf sich zu ziehen gewagt hät⸗ ten? Die E. V. kann und will um des Gewissens willen hierzu nicht schweigen!

Sie will auch nicht schweigen zu dem schmarotzer haften Gebahren der zahlreichen Schieber, Wucherer und Spekulanten, die sich an der Börse und im Handel auf Kosten des Staates und der breiten Massen der Be⸗ völkerung bereichert und mit ihrem schmutzigen Geist der Geldgier und Gewinnsucht um jeden Preis auc bis

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die große Einladung. g

an 0 Lukas 14,17. Kommt, denn es ist alles bereit!

Eines der schönsten Gleichnisse, die uns Jesus erzählt, ist das am der großen Einladung. In der Erzählung einer Einladung einem großen Gastmahl kleidet Jesus die Einladung in das gesch Gottes. Wie ein Gastgeber seine Diener aussendet, um ze geladenen Gäste, die er mit einer Einladung geehrt hat, zn Mahle abzuholen, so sandte Gott Jesus Christus, dann die Spistel, heute die Missionare und Volksmissionare aus. Denn gele sind ja geladen zum Reiche Gottes.

Kommt, denn es ist alles bereit, so läßt der Gastgeber sse Gäste auffordern zu kommen. Anter diesem Gastgeber meint us niemand anderes als Gott selber. Gott selber will die enschen in aller Welt eingeladen wissen. Er ist ja der große ler aller Gaben. Von ihm kommt alles, was Mensch und ler zum Leben bedarf. Vor ihm ist alles menschlich Große

Aub und Asche, alles, was wir über ihn denken und sagen ist gel zu klein, um ihn zu beschreiben. Und dieser große Gott be⸗

u uns mit seiner Einladung in sein Reich!

Jesus schildert nun 3 verschiedene Gäste, die geladen sind. 1 meint damit 3 verschiedene Gruppen von Menschen. Vom en hören wir, daß er einen Acker gekauft hat. Wir haben es An nach mit einem Bauersmann zu tun. Der Bauer ist geladen Ur Reiche Gottes. Der zweite Geladene hat fünf Joch Ochsen Kbuft. Damit erkennen wir in ihm den Handelsmann, den gerfmann. Der dritte Gast hat ein Weib genommen. Damit is Jesus wohl einen Proletarier im Auge gehabt haben. bie drei Gruppen enthalten so ziemlich alle Berufe, die es zur get Jesu gab. Damit will der Heiland sagen, alle Menschen merschiedslos sind von Gott geladen zu seinem Reich. Führen ot das auf die heutigen Verhältnisse zurück, dann will Jesus

der Abkunft oder Herkunft kommen irgend in Betracht, wenn wir fragen:Darf dieser Einzelne oder diese Gruppe von Men⸗ schen Gottes Einladung auf sich beziehen? Allen bietet Gott seine Vaterliebe an. Alle Menschen werden allmählich tat⸗ sächlich zu Eingeladenen. Immer wieder klopft Gott bei fedem Einzelnen an. Die Sonntage mit ihren schönen Kirchenfesern, die christliche Presse mit ihren ergreifenden Andachten, die Ar⸗ beit der Evangelisten und Volksmissionare, die Anklagen des Gewissens, das Schwere im Leben, Enttäuschungen, Krankheiten und schlaflose Nächte, der Blick ins Auge des Todes, das Ge schehen in Volk und Welt, das sind lauter Einladungen Gottes in sein Reich. Wie viele sind doch geladen!. Wie wenige von diesen Geladenen können als würdige treue Gäste auserwählt werden. Wie lange schon hat Gott seine Boten beauftragt. Schon Jesus sagte zu seinen Jüngern:Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker.

Die Einladung ist liebevoll. Aber ebenso höflich ist die Ab lehnung. Wie lebendig und lebenswahr gibt Jesus die Aus⸗ flüchte der Geladenen. Der Bauer entschuldigt sich damit, daß er einen neugekauften Acker einsehen muß. Der Acker wäre ihm doch sicher nicht fortgelaufen. Den hätte er ein andermal auch noch einsehen können. Aber der Acker ist ihm wichtiger als die Einladung zum Reiche Gottes. Mit dem Reiche Gottes kann er sich und seine Familie nicht sattfüttern, kann er auch nichts für seine Kinder auf die Sparkasse tragen. Aber der Acker macht ihn satt und wohlhabend. Es ist ein Blick in den ganzen

Materialismus, welcher durch eine falsche Führung auch in unsere Bauernwelt hineingetragen worden ist. Ebenso lautet die Ausrede des Handelsmanns. Er hat ein

gutes Geschäft gemacht. Mit 10 Ochsen kann er einen ordent⸗ lichen Verdienst heimbringen. Das geht vor. Was helfen ihm die Einladungen, was helfen ihm Gebete und Predigten in der Kirche. Geld will er sehen. Nur davon kann er leben.

vangelischen Volksgemeinschaft

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Nummer 24.

Wesen und ziele der evangelijthen Volksgemneinschaft.

dahin ehrbare Kreise infiziert haben. Die E. V. fordert, daß der Staat hier rücksichtslos eingreife und alle Schul⸗ digen, gleichviel welcher Rasse und welchen Standes, in aller Oeffentlichkeit an den Pranger stelle! Hier und an jenen Stellen, wo unbekümmert gepraßt und geschlemmt wird, während Millionen darben, wird der Staat, wenn ihm der Mut und die feste Hand nicht fehlt, ein gut Teil des Geldes finden, dessen er so nötig bedarf.

Die E. V. ist eine ausgesprochene Gegnerin der immer mehr um sich greifenden offenen und versteckten Trust⸗ und Konzernbildung, die das Preismonopol für die verschiedenen Waren und damit die Möglichkeit, die⸗ selben unangemessen zu verteuern, in die Hand zu bekom⸗ men trachtet. Sie ruft den Staat auf, der hierdurch drohenden Gefährdung und Schädigung des Gemein⸗ wohls rechtzeitig und wirksam vorzubeugen. Im Zu⸗ sammenhang damit bekämpft die E. V. alle Tendenzen, die darauf hinauslaufen, die wirtschaftliche Lage und soziale Stellung des Arbeiters, statt zu heben, zu ver⸗ schlechtern und ihn zum unfreien Hörigen des unpersön⸗ lichen, seelenlosen Unternehmertums herabzuwürdigen. Sie ist der Zuversicht, daß auch der jetzt noch im Bann des Marxismus befindliche Teil der Arbeiterschaft mehr und mehr Vertrauen gewinnen wird zu einer Partei, die als christliche tiefst durchdrungen ist von ihrer Pflicht zu wahrer Bruder- und Nächstenliebe und von dem Wil⸗ len, dieser Pflicht auch und gerade der Arbeiterschaft gegenüber gerecht zu werden. Neben der unitas in necessariis und der libertas in dubiis steht das: in om⸗ nibus caritas(In allem Liebe), um deswillen die E. V. allen Kastengeist, jegliche Siandesbevorzugung freilich auch allenKlassenkampf scharf verurteilt. Sie steht allen Schichten, Ständen und Berufen mit der gleichen aufrichtigen Bereitwilligkeit gegenüber,jedem das Seine zu geben und in den Grenzen des Möglichen für Rat und Hilfe, für Recht und Gerechtigkeit zu sorgen. Landwirtschaft, Industrie und Handel, Mittelstand, Handwerk und Gewerbe, Beamtentum und freie Berufe, kurzalle ehrliche Nahrung und Hantierung! darf sich des Schutzes, der Förderung und der wirksamen Vertre⸗ tung ihrer Belange seitens der E. V. nicht bloß mit dem Wort, sondern vor allem mit der Tat versichert halten.

Ihr ist jeder, welchen Geschlechtes, Standes, Be⸗ rufes, Bildungsgrades auch immer, als Mitglied und als Mitarbeiter an dem großen Werk der Heilung der leiblichen, geistigen und seelischen Nöte unsres lieben deutschen Volkes willkommen, und es ist ihr heiliger Ernst mit ihrem Willen, den ganzen Reichtum und die

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sagen: Weder Rasse noch Stand, weder Bildung noch Besitz, we⸗

volle Kraft des in ihr lebendigen Christentums mobil zu machen für das Gemeinwohl!

Der Dritte endlich muß für seine Familie sorgen. Er hat ja sonst nichts auf der Welt! So werden Gottes Einladungen ö heute noch mehr oder weniger höflich mit allerlei Ausflüchten ausgeschlagen. Aber seine Einladung stellt uns vor die Wahl: Hier Rettung, dort Verdammnis; hier Seligkeit, dort Verloren⸗ sein. Jesus erzählt einmal von einem Manne, den Gott zwar reich beschenkt hatte, der aber keinen Gedanken für Gott übrig hatte. Furchtbar war sein plötzlicher Tod, als er erkannte:Du bist ein Narr gewesen. Denn alles mußt du anderen zurück⸗ lassen, wofür du gesorgt hast. Was du jetzt in der Sterbestunde brauchtest, dafür hast du nicht gesorgt!

So treten andere Gäste an die Stelle der Bevorrechteten. Es sind solche, die mit Freuden nehmen aus seiner Fülle Gnade um Gnade. Sie freuen sich so geehrt zu werden. Sie hungern und dürsten nach seiner Gerechtigkeit. Sie vergessen nicht, was der Herr ihnen Gutes getan hat.

Wollen wir, die wir unseren Herrn und Heiland gefunden hacben, nicht in den Dienst unseres Herrn treten und ihm helfen, die Menschen einzuladen für das Reich Gottes? Gott kann ja jeden brauchen, der sich in seinen Dienst stellen will. Wieviele gehen irre. Im eigenen Hause sollte jeder beginnen. Dann an seine Freunde und Arbeitskollegen denken. Wer noch mehr Ge legenheit und Begabung hat, der darf auf weitere Kreise in seiner Gemeinde, in den Zeitungen und bei allen sich bietenden (welegenheiten im Sinne unseres Herrn Jesu Christi einwirken Wie kann jeder, wie kannst auch Du, lieber Leser, ein Segen⸗ bringer werden!

O daß doch bald dein Feuer brennte,

O möcht es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gib doch in deine Ernte

Viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O Herr der Ernte, siehe doch darein:

Die Ernt' ist groß, die Zahl der Knechte klein. Amen.

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