Sonnabend, den 11. September 1926.
„Evangelische Warte“
Nr. 37.
leuchtet ohne weiteres ein. Das System des sich selbst vergötternden, hemmungslosen und ungebundenen In⸗ dividualismus, das System des schrankenlosen„freien Spiels der Kräfte“ hat sich also bereits selbst Lügen gestraft und ist auf dem besten Wege, seine Geschichte in dem Zwangsjackensystem internationaler Kartellie⸗ rungen ausklingen zu lassen. Ob zum Wohle der ein⸗ zelnen Völker, möchten wir zu mindest stark bezweifeln.
Denn noch ist der Staats gedanke der dominie— rende in der Menschheitsgeschichte. Und doch sollte dem⸗ entsprechend die Volks wirtschaft, das ist„die durch das Zusammenleben bedingte“ planmäßige Tätigkeit der staatlich geeinten Individuen zur Beschaffung, Verwaltung und Verwendung der zur Be⸗ dürfnisbefriedigung der sozialen Gemeinschaft notwen⸗ digen Güter das leitende Prinzip alles wirtschaftlichen Geschehens sein. Alles andere ist ein Tasten ins Dunkle, ein Kitten und Leimen allenfalls, das die verhängnis⸗ vollen Beunruhigungen der Völker von der wirtschaft⸗ lichen Seite aus niemals aus der Welt zu schaffen in der Lage ist. Im Gegenteil, die oben skizzierten Bin⸗ dungen internationalen Charakters auf im übrigen rein privatwirtschaftlicher, will sagen profitwirtschaft⸗ licher Grundlage werden bei irgendwelchen Störungen und Verwicklungen internationaler Art nur umso größere Verwirrung stiften.
Es gibt keinen andern Weg aus all dem wirtschaft— lichen Wirrwarr als den, daß wir uns auf unser Volk besinnen, auf unseren Staat, seine Voraussetzungen und seine Bedingtheiten; dementsprechend haben wir unsere Wirtschaft umzustellen, nicht im Sinne der Auf⸗ klärung auf der Basis des Ich und der Selbstzucht, son— dern im Sinne Christi auf dem Boden lebendigen Ge⸗ meinschaftslebens, auf dem Boden des Dienens einer am anderen und des Opferns einer für den andern. Nur im Kreuze liegt die Kraft, ein System niederzu⸗ ringen, wie es die Völker aus einer Krise in die andere wirft, ihnen alle Ruhe und Fassung raubt, sich den höheren Werten des Lebens hinzugeben. Nur im Kreuze liegt die Kraft, das System des Molochs abzu⸗ lösen durch ein System christlichen Gemeinschaftssinnes, welches das Reich vorbereitet, auf das wir warten.
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Römisch katholijche Einflüßje im Auswürtigen Amt.
Als im September 1924 der katholische Akademiker⸗ verband seine Tagung in Dresden abhalten wollte, richtete das Auswärtige Amt an die deutschen Paß⸗ stellen in Wien, Bern, Haag, Luxemburg, Rom, Kopenhagen folgenden Erlaß:„Nach einer Mitteilung des Verbandes der Vereine akademisch gebildeter Katho⸗ liken findet in der Zeit vom 5. bis 12. September d. J. in Dresden eine Tagung des Verbandes der Vereine akademisch gebildeter Katholiken statt. Dem Verband ist diesseits zugesagt worden, daß solchen ausländischen Akademikern aus Oesterreich, der Schweiz, den Nieder⸗ landen, der Tschechoslowakei, Luxemburg, Italien und Dänemark, die sich einwandfrei als Teilnehmer an der Verbandstagung ausweisen, der deutsche Einreisesicht⸗ vermerk kostenlos erteilt wird. Zugleich ist mit dem Verband verabredet worden, daß die Anträge nur bei denjenigen Paßstellen gestellt werden, an die dieser Er⸗ laß gerichtet ist. Es wird ergebenst gebeten, dem An⸗ trag, falls keine besonderen Bedenken entgegenstehen, zu entsprechen.“ Ermutigt, durch dies Liebenswürdige Entgegenkommen den katholischen Akademikern gegen— Über, stellte der Evangelische Bund, der zusammen mit dem Internationalen Verband zur Verteidigung des Protestantismus vom 9. bis 13. September 1926 in Dresden seine Generalversammlung abhält und aus den gleichen Ländern auf Besuch zu rechnen hat, beim Aus wärtigen Amt den Antrag, ihm dieselbe Vergünstigung zu gewähren, wie seinerzeit den katholischen Akademi⸗ kern. Das Auswärtige Amt aber wollte sich nur dazu verstehen, den evangelischen Teilnehmern die Hälfte der Gebühren zu erlassen. Der Evangelische Bund be— ruhigte sich mit dem Bescheid nicht, sondern wies aus⸗
drücklich noch einmal auf das andersartige Verhalten
Der Tod. Von Ilse Reinöhl.
Der Tod war an ihr Bett getreten. Ach, es ist etwas an— deres, vom Tod und der Ewigkeit zu philosophieren, als ihm ins Auge zu sehen, wennn schon die Auflösung des Körpers begonnen hat, wenn kein Fleckchen mehr da ist, das nicht schmerzt, der arme, wunde Rücken nicht weiß, wohin legen, der Atem nur noch keuchend geht und die„Lebensuhr“, das Herz, immer wieder den Dienst zu versagen droht. Dann ist es Zeit, Abschied zu nehmen von dieser Erde. Abschied für immer! Und der Abschied fällt schwer, bitter schwer, auch wem das Leben so wenig Freude ge— geben hat wie Elisabeth Werner, deren Kammer kaum je ein Sonnenstrahl gestreift hat. Sie schluckt die Arznei, die die blasse verhärmte Mutter ihr reicht, und dabei wissen beide, daß alles leinen Zweck mehr hat. Aber Frau Werner fällt heute vielleicht zum erstenmal mit vollem Bewußtsein auf, wie kinderzart der Körper der nun schon Achtzehnjährigen ist, wie blutleer die Hände, denen auch die schwere Fabrikarbeit nicht die edle Form nehmen konnte, geworden.„Hast du Schmerzen?“ fragt Frau Werner leise, und wie eine schwere Schuld bedrückt es sie, daß sie ihrem einzigen Kind nichts anderes hatte bieten können, als Kummer, Arbeit und Sorge. Aber Elisabeth lächelt.„Ich habe immer Schmerzen, Mutter“, sagt sie gleichgültig, denn sie hat den Kampf gegen die schwere Krankheit längst aufgegeben. Sie versucht, sich in den Kissen aufzurichten, und in ihre Augen, über denen schon der Schatten des Todes liegt, tritt ein fremdes Leuchten.„Ich möchte in die Sonne, Mutter, in die Sonne! Wir haben ja nie Sonne gehabt!“ Die Mutter weiß nicht,
meint sie ihr freudloses Leben oder den goldenen Sonnenschein,
den katholischen Akademikern gegenüber hin. Aus Gründen der Parität schien ihm eine gleiche Behand— lung das Gebotene zu sein. Er bekam auf sein zweites Schreiben folgende Antwort: Auswärtiges Amt. Berlin⸗W. 8, 18. August 1926. Nr. I. R. G. 1069.
Auf das Schreiben vom 9. Juli.
Die den ausländischen Besuchern Ihrer diesjähri⸗ gen Generalversammlung zugestandene Ermäßigung der Sichtvermerksgebühren auf die Hälfte entspricht den Vergünstigungen, die den Besuchern ähnlicher Veranstal— tungen in letzter Zeit allgemein gewährt worden sind.
Unberührt hiervon bleibt die gesetzliche Bestim— mung, daß bedürftigen Personen volle Gebührenfrei— heit zu gewähren ist. Diese Bestimmung hat dazu ge— führt, den Besuchern des katholischen Akademikertages im Jahre 1924 die Sichtvermerksgebühren mit Rück⸗ sicht auf die wirtschaftliche Notlage der akademischen Kreise zu erlassen.
Wenn sich unter den ausländischen Besuchern Ihrer Generalversammlung bedürftige Personen befinden, so kann auch ihnen auf Antrag Gebührenfreiheit zugestan— den werden.
Im Auftrage: gez. Koch. An den Evangelischen Bund zur Wahrung der deutsch-pro⸗ testantischen Interessen Berlin W. 10 Friedrich-Wilhelmstr. 2a.
Also: Den Katholiken Gebührenfreiheit allgemein und unbedingt, den Protestanten nur bedingungsweise, trotzdem,— was dem Auswärtigen Amt wohl kaum un⸗ bekannt ist,— sich die ausländischen Besucher der dies⸗ jährigen Generalversammlung genau so aus den aka⸗ demischen Kreisen zusammensetzen, wie die der Dres⸗ dener Tagung von 1924, deren Wirtschaftslage dem Auswärtigen Amt so zarte Rüchscht diktierte. Zweierlei Maß! Auf eine dritte Eingabe des Evangelischen Bun⸗ des geht nun vom Auswärtigen Amt folgendes Schrei⸗ ben ein.
Auswärtiges Amt Berlin W. 8, 26. August 1926. ee ee e N Auf das Schreiben vom 21. ds. Mts.
Die deutschen Auslandsvertetungen in Jugoslavien,
Norwegen, Polen, Rumänien, Schweden, Tschechoslowa⸗
kei und Ungarn sind in dem gewünschten Sinne verstän⸗
digt worden. J. A.: gez. Koch.
Wir freuen uns feststellen zu können, daß sich das Auswärtige Amt nunmehr entschlossen hat, auch dem evangelischen Volksteil gegenüber volle Parität zu be⸗ obachten. Trotzdem ist diese notwendig gewordene drei— malige Eingabe, diese anhaltende Bettelei um paritä⸗ tische Behandlung, ein Zeichen, wie gering das Recht der Evangelischen geachtet wird. Sicher sind im Jahre 1924 die Verhandlungen mit dem Auswärtigen Amte glatter verlaufen.
Der Breslauer Katholikentag und die be⸗ drüngten deulschen Katholiken in Polen u. Tirol.
Angesichts des Generalthemas:„Das Königtum Christi auf Erden, im Leben der Völker und in Be⸗ ziehung der Staaten zueinander“ hatte es für den Bres⸗ lauer Katholikentag außerordentlich nahegelegen, sich mit der bedrängten Lage der katholischen Auslands⸗ deutschen zu befassen. Bekennt sich doch der größte Teil der Auslandsdeutschen zum Katholizismus, die Deut⸗ schen der Nachbarländer sind meist Katholiken, Polen lag in Reichweite, die oberschlesischen Katholiken sind sogar getrennte Kinder der Breslauer Diözese und die Hilferufe von dort und aus Tirol über unwürdige Be⸗ handlung von Seiten des Staates, oder wie in Ober⸗ schlesien von Seiten des Erzbischofs Dr. Hlond tönten vernehmlich genug herüber. Aber tiefes Schweigen betreffend der eigenen Volksgenossen. Statt dessen tele⸗ graphierte man voll Mitgefühl den Mexikaner an unter wehleidiger Aufwärmung abgestandener Kultur⸗
kampferinerungen. Zwar der Verband der katholischen Auslandsdeutschen unter dem Präsidium von Marx konte nicht umhin, auch eine Versammlung einzuberu⸗ fen, behandelt wurde aber hier die Lage der Handvoll deutscher Katholiken in Brasilien und Ostasien. Die Million in Polen und Tirol war für den Katholikentag, Herrn Marx und seinen Verband katholischer Auslands⸗ deutscher nicht vorhanden. Darüber wundert sich die „Frankfurter Zeitung“ vom 27. August 1926. Aber darüber kann sich nur wundern, wer die päpstliche Diplomatie nicht kennt. Diese stellt sich hinter den Ku⸗ lissen mit Mussolini und ist in ziemlicher Oeffentlichkeit polenfreundlich, damit aber notwendig und im End⸗ erfolg deutschfeindlich, in Polen sowohl als Tirol. Bei dem Gehorsam, den der römische Katholik aber dem päpstlichen Stuhl schuldet, ergab sich das Schweigen über die so eminent deutschen Fragen zwangsläufig und man blieb taub, so bitter das einzelnen gewesen sein mag, gegenüber den Notschreien der eigenen Volksge⸗ nossen. Umsomehr wollen wir Ketzer der Not unserer in Glauben und Staatsverband getrennten Brüdern ge—
denken. Auf der Warte.
In England scheint der große Bergarbeiterstreit immer mehr abzubröckeln. So hat der Rat der Berg⸗ arbeitervereinigung von Nothinghampshire beschlossen, den Parlamentarier Warley für den Fall, daß eine Einigung nicht erfolgt, zu bevollmächtigen, die Erlaub⸗ nis der Bergarbeitergewerkschaft zur Abschließung von örtlichen Lohnabmachungen einzuholen. Der Ras ist der Meinung, daß der Streik in den von ihm ver⸗ tretenen Gebieten nicht länger fortgesetzt werden kann.
In Bern hat der Fortsetzungsausschuß der Stock⸗ holmer Weltkirchenkonferenz getagt. In einer Voll⸗ sitzung wurde als Antwort auf den Brief der deutschen Delegation vom 29. August 1925, in dem diese an die Frage der Schuld am Weltkrieg erinnerte, eine Ent⸗ schließung gefaßt, in der u. a, folgende Sätze zu lesen sind:
Obwohl der Fortsetzungsausschuß davon Abstand nimmt, sich mit irgendwelchen rein politischen Gegen⸗ ständen zu befassen, bekennt er sich doch zu der Ueber⸗ zeugung, daß das Arbeitsziel der Stockholmer Welt⸗ konferenz, deren Werk er fortzusetzen hat, unlöslich ver⸗ bunden ist, mit der entschiedenen Bejahung bestimmter moralischer Prinzipien, welche unumstößliche Grund⸗ wahrheiten des Reiches Gottes darstellen. In Ueber⸗ einstimmung mit diesen Prinzipien gibt der Fort⸗ setzungsausschuß bei diesem Anlaß rückhaltlos die Er⸗ klärung ab, daß es zu allererst auf die Wahrheit an⸗ kommt und daß keinerlei Interessen, mögen sie eine Einzelperson oder eine Gemeinschaft betreffen, sich der Wahrheit widersetzen dürfen. Er erklärte weiter,
daß die Achtung vor dem gegebenen Mannes⸗ wort die Regierungen wie die Einzelpersönlichkeiten zu beseelen hat;
daß unmöglich durch Krieg festgesetzt werden kann, was recht ist;
daß politische Urkunden durchaus nicht mit Not⸗ wendigkeit geeignet sind, ein endgültiges moralisches Urteil zu fällen,
daß ein jedes erzwungene Bekenntnis, wo immer es auch abgelegt sein mag, moralisch wertlos und religiös kraftlos ist.
In Genf rüstet man die zweite Völkerbundstagung für dieses Jahr. Als Auftakt haben die Vertretungen der nationalen Minderheiten getagt. Besonders ist bei dieser Tagung der Deutschbalte Dr. Schiemann⸗ Riga hervorgetreten.
Spanien wollte in Genf gleichzeitig eine Tanger⸗ konferenz abgehalten wissen. Es forderte entweder die Annektion oder das Mandat. England lehnte jedoch wie Frankreich beides ab. In London rechnet man deshalb bereits mit dem Austritt Spaniens aus dem Völkerbund.
In Nürnberg wurde am 29. August unter An⸗ wesenheit des Feldmarschalls Mackensen ein Ge⸗ denktag für Heer und Marine abgehalten.
der nie den Weg in die düsteree Kellerwohnung gefunden. Sie kniet vor dem ärmlichen Lager und sieht angstvoll in das lieb— liche, sehnsüchtige Gesicht. Worte findet sie keine in ihrem Jam— mer; aber Elisabeth scheint auch auf keine Antwort zu warten. Sie hat die Augen geschlossen, und nur die im Schmerz ver— krampften Hände zeigen, was in ihr vorgeht. Ganz still sind nun Mutter und Kind, und in diese Stille fällt eine tiefe, warme Männerstimme.
Frau Werner hat es kaum beachtet, daß sich die Tür der Kammer geöffnet und eine hohe Gestalt eingetreten war. Sie hatte sich nur unwillkürlich vom Bett aufgerichtet und still in eine Ecke der Kammer gesetzt. Und jetzt saß der Fremde an dem Sterbelager.„Du hast Schmerzen, kleine Elisabeth, ich weiß es, Alles tut dir weh. Du mußt sterben, ohne gelebt zu haben.“ Elisabeth nickt. Sie hält ihre Augen auf den Mann gerichtet und aus ihren Blicken bricht ein so ungeheurer Jammer, daß er ihr unwillkürlich über die Stirne streicht. Sanft und tröstend wird seine Stimme, als er fortfährt:„Du mußt nur tapfer durch das dunkle Tor gehen, Elisabeth. Das eigentliche Leben wartet erst auf dich. Du hast ja nie gewußt, was Leben heißt. Du hast gearbeitet und geschlafen, und soviel du auch tatest, nie hast du die Not von eurer Tür vertreiben können. Jetzt kommst du dorthin, wo keine Not mehr ist. Habe keine Angst davor; du gehst deiner Mutter nur voran. Du hast nie gewußt, wie es ist, wenn es einem frei und leicht ums Herz ist. Du hast keinen Blumenduft und keinen Vogelsang gekannt. Nie hast du spielen und mit andern Kindern vergnügt sein dürfen. Nie durftest du lernen, wonach dein Sinn ging; in gleichmäßigen Handgriffen, wie sie deine Fabrikarbeit forderte, hast du deine Kraft ver⸗
braucht. And nun mußt du nur noch eine kleine Spanne leiden, dann öffnet sich dir die Ewigkeit. Dann wirst du wissen, wie das Herz schlägt, wenn es daheim ist. Du wirst fröhlich sein; du wirst alles lernen dürfen, was dein Herz begehrt. Du wirst nie mehr auf der Schattenseite des Lebens stehen, sondern im wun⸗ dersamen Sonnenschein. Die Blumen werden dich umduften; Vogelgezwitscher wird dich umgeben. Immer hast du gespürt, daß etwas in dir war, das nach Entwicklung verlangte, und dem sie versagt war. Das alles wirst du in der Ewigkeit finden, Du wirst das werden, wozu du bestimmt bist: ein Gedanke Got⸗ tes, der nur auf Erden verbildet und verkümmert war. Traute nicht, daß dein Erdenleben so kurz bemessen war; wenn du jetzt den Schritt in die Ewigkeit getan hast, fängt dein Leben erst an. Immer hast du Angst gehabt— dein ganzes Leben lang! Zuerst vor deinem Vater, der dich und deine Mutter schlug und mißhandelte, bis er euch verließ, vor deinen Schulkameraden, die alle so laut und lärmend waren, vor deinen Meistern in der Fabrik, ob du sie würdest befriedigen können, vor den andern Arbeiterinnen, die alle so anders waren wie du. Nun wirst du nie mehr Angst haben. Wie eine große, erlösende Welle wird es dich hinübertragen in das andere Reich. Und du wirst das erfahren, was du im Konfirmandenunterricht gelernt hast;„In der Welt habt ihr Angst, ich aber habe die Welt überwunden!“ And nichts mehr wird dir weh tun. Du wirst kein Kopfweh mehr haben, keinen Husten, keine Schmerzen, keine Atemnot; du wirst leicht und fröhlich deines Weges gehen. Immer hast du
gelitten unter eurer finsteren Kellerwohnung und hattest doch nie Hoffnung, eine hellere, lichtere zu bekommen. Nun sollst du „In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen“ Fühlst du, wie deine
erleben: Sieh, wie still dein Herz schon schlägt.


