Einzelbild herunterladen

3

Sonnabend, den 9. Januar 1926.

Zeiten fest und verwandelte den Neureichtum in Gold. In wessen Tasche sind denn die unvorstellbaren Trillio⸗ nen Papiergeld geflossen? Irgendwem müssen sie doch gehören! Die Gehalts⸗ und Lohnempfänger waren doch nur der Kanal, durch den die schmutzige Papiergeldflut von der Druckerei bis zu den Taschen der Großkapi⸗ talisten floß. An der arbeitenden Bevölkerung blieb nichts hängen, da sie es sofort zum Krämer tragen mußte, um leben und wie zu können. Wo ist das Geld hingekommen? Es blieb bei denen, die es sofort fest anlegen konnten. So entstanden die vielen Aktien⸗ gesellschaften, die vielen Fabrikneubauten. Gewiß, eine neue Fabrik beschäftigt mehr Arbeiter, Angestellte, Tech⸗ niker. Das ist doch volkswirtschaftlich gesund, das ist doch national! In normalen Zeiten gewiß. Da ist es ein gesunder Vorgang, wenn der Gewinn nicht aufge⸗ zehrt wird, sondern neue Arbeitsstätten gebaut werden. Aber das ist ungesund, unsozial, unnational, ja, unchrist⸗ lich, wenn der Gewinn der letzten Jahre in Sach⸗ werten festgelegt wird, zumal der Gewinn der ar⸗ beitenden Bevölkerung ausgesaugt ist. Und das ist un⸗ gesund, unsozial, unnational, ja, unchristlich, jetzt, da stabilisiert werden soll, die fleißigen Hände, die den Wohlstand des Unternehmens erst geschaffen haben, die dem Staate in guten und schlechten Tagen treu gedient haben, einfach auf die Straße zu setzen und obendrein der noch arbeitenden Bevölkerung den Lohn zu kürzen und den Zehnstundentag einzuführen! Eine solche Grausamkeit war seit Abschaffung der Leibeigenschaft noch nicht wieder da. Es ist ja nichts anderes, als Skla⸗ verei in moderner Frisur! Eine Erklärung, aber bei Leibe keine Entschuldigung, ist nur darin zu finden, 55 eben die Gewalt in denkbar brutalster Form gesiegt at.

Dank eines Fehlers der Sozialdemokratie. Wir von der E. V. sind davon überzeugt, daß viele ihrer Führer das Beste wollten, das in ihren Kräften stand. Wir sind nicht gesonnen, ihr nun das vorzurechnen, was sie hätte anders machen können. Denn man kommt vom Rathaus immer gescheiter, als man hingegangen ist. Nur den einen Fehler müssen wir ihr immer wieder vor⸗ halten, weil sie ihn leider beibehalten wird, auch wenn sie ihn vielleicht unter dem Drucke der Verhältnisse etwas zurückstellen sollte. Solange sie sich nicht von dem volksfremden Marxismus trennt und christliche Ge⸗ danken annimmt, wird sie keine der Ziele des arbeiten⸗ den Volkes erfüllen. Denn der eine Fehler ist eben der, an Stelle des berechtigten Kampfes des Besitzlosen gegen die Besitzenden den Gedanken des Klassenkampfes gesetzt zu haben. So lange zu diesem Kampfe gerufen wird, wird es keinen Ausstieg des Proletariats geben, wird die Gewalt immer triumphieren! Nur die Einig⸗ keit macht stark! Gewiß, den Arbeitern ist seit Jahr⸗ zehnten dieser Kampf ins Hirn getrommelt worden und wird noch Jahrzehnte darin spucken, sehr zum Schaden der Arbeiter und zum Nutzen des Großkapitals. Ist er es doch, der die ganze Arbeiterbewegung geschwächt und den Sieg des Kapitals erst ermöglicht hat. Dabei ist er doch nur eine Phrase. Denn dem werktätigen Volke fällt es gar nicht ein, demBürgerlichen, also dem Be⸗ amten, dem Handwerker, dem Kaufmann, dem Land⸗ wirt am Eck den Schädel einzuschlagen. Es weiß zu genau, daß es denen oft noch viel schlechter geht, als ihm.

Und doch! Ein Beweis für die Notwendigkeit des Klassenkampfes wird erbracht und scheinbar mit einem gewissen Recht. Es wird darauf hingewiesen, daß das Bürgertum gerade den Parteien den Rücken stärkt, die die Belange des Kapitalismus vertreten. Das ist wahr, wahr ist aber auch, daß dieser Mißstand von vielen er⸗ kannt wird. Daß es nicht allgemein so ist, ist ja nicht verwunderlich. Die Alten und die Jungen, die sich nun einmal jeder besseren Einsicht entziehen, werden sich

weil dort die Amwälzungen einen Grad erreichen, bei dem es keinen Stillstand und kein Zurück mehr gibt. In welchem Maße die Wogen der geistigen, politischen und wirtschaftlichen Gärung hoch gehen, künden uns die täglichen Berichte von draußen an. Es handelt sich in China um eine völlige Neuorientierung, die notwendig geworden ist durch den Zusammenstoß und wegen der Auseinandersetzung mit der europäischen Kultur- und Gedanken⸗ welt. Westliche Gedanken strömen seit 2 Jahrzehnten unge⸗ hemmt nach China ein, aber ganz besonders seit der Revolution im Jahre 1911 sind ihnen Tür und Tor geöffnet. Namhafte Gelehrten aus allen Ländern treten mit Gastvorlesungen in China auf, die allerdings der missionarischen christlichen Tätig⸗ keit wenig förderlich sind. Der Bedeutung dieses Missionsge⸗ bietes entsprechend ist die missionarische Besetzung. In China stehen 7663 Missionsarbeiter. Verhältnismäßig gering ist auch hier der deutsche Anteil, er beträgt nur 2 bis 3 Prozent. Wir finden in China unter den Missionsgesellschaften die Basler Mission an 1. Stelle mit 76 Missionsarbeitern. Sie ist verhält⸗ nismäßig früh im Jahre 1848 zusammen mt der rheinischen Mission in ihr Arbeitsgebiet in der Provinz Canton unter den 5 Millionen Hakkas eingerückt. Sie hatte den Vorzug auch wäh⸗ rend des Krieges ihre Arbeit abgesehen von Hongkong unbehindert fortsetzen zu können, begünstigt dadurch, daß sie es beizeiten verstanden hatte, den durch den Krieg veränderten Verhältnissen Rechnung zu tragen. Das Schulwesen mit seinen Primas, Sekundas und Mittelschulen und 2 Seminaren ist gut ausgebaut und steht in Blüte. Dem Verlangen nach Selbstän⸗ digkeit seitens der chinesischen Christengemeinden, soweit es die Reife der Gemeinde zuläßt, hat man frühe Rechnung getragen. Das Statut der chinesischen Hakka⸗Kirche war schon festgelegt, als es in Shanghai auf der National-Christenkonferenz erst zur Beratung stand. Vier Gemeinden versorgen und verwalten sich gänzlich selbst und bilden somit den Grundstock der werdenden Hakka⸗Kirche.

Ebenfalls in der Provinz Canton unter den Hakkas arbeitet die Berliner Mission. Sie hat sich von einem gewissen Still⸗ and während und nach dem Kriege erholt und konnte sogar

Evangelische Warte

auch weiterhin an der Nase herumziehen lassen. Aber machen nicht viele Arbeiter dasselbe? Sind sie nicht auch unbelehrbar und gehen lieber zu Grunde, als eine bessere Einsicht anzunehmen? Aber über sie hinaus gibt es bei den Arbeitern und bei denBürgerlichen eine stets wachsende Schar von Einsichtigen, denen es klar ist, daß es so nicht weiter gehen kann, daß das Heil nur in der Zusammenfassung aller Kräfte des schaffen⸗ den Volkes zu erkämpfen ist.

And die Partei dieser Einsicht ist die E. V. Es ist in den letzten Jahren so viel gegen das Christentum ge⸗ kämpft worden, daß man annehmen sollte, es sei nun endlich tot. Aber seine Stärke ist noch ungebrochen, da sich auch bis jetzt noch kein Ersatz dafür hat finden lassen. Die Vorwürfe, die gegen das Christentum vorgebracht worden sind, treffen ja nicht die christlichen Gedanken, sondern die Personen und Organisationen, die schlechte Hüter dieser Gedanken waren. Den Arbeitern mußte aber erst der Zusammenhang mit dem Christentum ge⸗ nommen werden, damit man sie innerlich haltlos machen konnte und somit besser in der Hand hatte. Zum Teil ist den Wühlern, die zum größten Teil überhaupt keine Christen waren und somit über Christentum gar nicht mitreden konnten, dies auch gelungen. Eine Anzahl Arbeiter ist nicht ganz ohne den Druck der Organisation aus der Kirche ausgetreten. Wer hat aber den Scha⸗ den davon gehabt? Doch nur sie selbst! Selbst, wenn sie es sich nicht eingestehen wollen! Denn wer nicht fühlt, daß er in seiner Brust eine Seele hat, der stellt sich mit den Tieren auf eine Stufe. Wie schön klingt das Schlagwort: Religion ist Privatsache. Aber es hat auch seine Schattenseiten, die dem arbeitenden Volk unermeß⸗ lichen Schaden zugefügt haben. Nämlich den: dadurch, daß die Sozialdemokratie gegen die christlichen Organi⸗ sationen kämpfte, wurde deren Einfluß so geschwächt, daß heute das Christentum nichts ausrichten kann gegen die Macht des Materialismus. Die kirchen⸗ und religions⸗ feindliche Stellung der Sozialdemokratie hat die Ar⸗ beiterschaft erst dem gefährlichen Kapitalismus ausge⸗ liefert, der sie an Leib und Seele verdirbt! Denn nun steht Materialismus der Sozialdemokraten gegen den Materialismus des Kapitalismus! Dabei wird der Schwächere, also der Besitzlose, den Kürzeren in diesem Kampfe ziehen, wie zur Zeit, ehe das Christentum einen Ausgleich der Gegensätze brachte! Auf deutsch geredet, wird auf der einen Seite Sklaverei und Verzweiflung, auf der anderen Seite Herrentum und Prasserei herr⸗ schen. Der christliche Staat ist aber durch die finsteren Mächte abgeschafft worden, die in dem unchristlichen bessere Geschäfte machen können, das heißt: das Volk besser und ungestrafter ausnutzen. Leider hat sich die größte Arbeiterpartei in ihrem blinden Parteidogma⸗ tismus dazu verführen lassen, hier mitzumachen, und damit das Grab der Arbeiterwohlfahrt zu schaufeln! Also haben die Arbeiter den Bürgerlichen nichts vor⸗ zuwerfen, die gewisse Parteien unterstützen. Sie waren außerdem in der schwierigen Lage, daß ihnen der Klas⸗ senkampfgedanke die gemeinsame Arbeit mit den ein⸗ sichtigen Arbeitern unmöglich machte. Die Sozialdemo⸗ kratie wollte ja von ihnen nichts wissen! Solange aber die Besitzlosen allerKlassen sich nicht die Bruderhand reichen und das Schlagwort vom Klassenkampf begraben, solange werden sie besitzlos bleiben und in Sklaverei von ihrem gemeinsamen Feind ausgesaugt werden.

Das ist die Lage von heute. Begraben wir, was dahinten liegt. Es bringt uns nicht weiter, wenn wir uns gegenseitig unsere Sünden vorrechnen. Wir von der E. V. wollen eine Einheitsfront auf christlicher Grundlage, eine Kampfgenossenschaft, eine wahre Volksgemeinschaft bilden. Nicht Solidarität soll uns verbinden, sondern christliche Brüderlichkeit! Das ganze Volk soll wieder zu einem Volk werden, zu einer Bluts⸗ gemeinschaft! Darum wollen wir gemeinsam unserem

lichtlosen Wohnungen?

Nr

Feind entgegentreten. Da ist zum Beispiel der Boden⸗ wucher und das eee e Knee* i f ie das liebe Vieh in unser

bügel en Woh Weil der Boden, der doch von Gott allen Menschen gegeben ist, zur Ware geworden ist! Er kann nicht gemehrt oder gemindert werden. Warum haben wir kein Fleckchen der Allmutter Erde, das uns und unseren Kindern Heimat ist? Weil der Boden in dem Besitze weniger Menschen ist, die daran verdienen wollen, ganz einerlei, ob wir und unsere Kinder daran körperlich und seelisch verkümmern. Das ist so ein Feind, den wir bekämpfen müssen.

An Leib und Seele verkümmern! Das ist ein grau⸗ siges Wort, aber leider ein wahres! Wie viele tüch⸗ tige Arbeiter fallen da dem zweiten Feind, dem Alko⸗ holkapital, in die Hände! Dem ist es ja auch einerlei,% ob Familienfrieden und Kinderglück vernichtet werden. Wenn nur die Dividende recht hoch ist! Wir wollen frei sein von unseren Tyrannen, wir wollen Aepfel und Weintrauben essen zu unserer Freude, wir wollen Gerste zur Nahrung für unsere hungernden Volksbrüder haben!

Jeder Arbeiter, der sich als wirklich freier Mensch fühlt und ein eigenes Urteil bewahrt hat, der sich nicht von leichtsinnigen Schlagworten seinen Blick trüben läßt und es gibt sehr viele solcher, sie wissen nur nicht, was sie tun sollen sieht sich heute vor seine und seines Standes Schicksalsfrage gestellt. Er sieht 50 ein, daß es die Arbeiter nicht allein packen. Das geben die Führer der Sozialdemokratie offen zu. Nun gilt es, ehrlich zu prüfen: Wo sieht die Arbeiterschaft ihr Heil? Entweder in dem Hochhalten des Klassenkampf⸗ gedankens. Dann verzichtet sie darauf, sich Bundes⸗ genossen zu schaffen, die dasselbe wollen, wie sie, und ohne deren Hilfe nun einmal ihr Aufstieg eingestan⸗ denermaßen nicht möglich ist. Das zeigt das Fiasko der Sozialdemokratie. Sie ist, um einiges zu erreichen, aus Parteitaktik gezwungen, mit solchen Parteien zu paktieren, die offen kapitalische Interessen vertreten. Sie unterstützt damit aber das Kapital mehr, als die Bürgerlichen, die solche Parteien wählen, da sie ja alle Stimmen der Arbeiterschaft vor deren Wagen spannt! Das ist doch jedem Einsichtigen klar. Diese Taktik hat aber die Gehalts⸗ und Lohnempfänger, nicht minder Landwirte und Gewerbetreibende, in die Armut von heute gestürzt! 1

Oder aber der Arbeiter verläßt die Partei, die solch' törichtes Dogma, wie das vom Klassenkampf, hoch⸗ hält, das jedem bewußten Arbeiter im innersten Herzen zuwider ist, und schließt sich der E. V., der Partei des schaffenden Volkes, an, wo er seine wahren Freunde hat, wo er ehrliches Streben für Christentum, Vater⸗ land und Gemeinwohl findet.

2 zur Jahreswende 1926. Kurzer Rückblick.

So ist nun das Jahr 1925 Geschichte geworden.

Das außenpolitische Geschenk des Jahres ist det Vertrag zu Locarno. Welchen Wert er für uns Deutsche hat, das kann man bis heute noch nicht klar sagen. un⸗ ser Volk ist geteilt in seiner Ansicht. Die einen loben den Vertrag, die anderen haben ihn schon immer ge⸗ fürchtet. Er muß sich jedenfalls bewähren an den so⸗ genannten Rückwirkungen. Die Verpflichtungen e Deutschlands sind in Paragraphen festgesetzt. as aber die Lage Deutschlands bessern sollte, das hütete man sich zu paragraphieren.

Man versteht es, wenn im preußischen Landtage sesse gefordert wird, daß die nichtparagraphierten Bestim⸗ mungen des Locarnovertrages in Erscheinung treten. Auch im hess. Handtag haben alle Parteien außer den Kommunisten in einem Antrage ihre Enttäuschung über

die ausgebliebenen Erleichterungen im besetzten Gebiete 1

Walsionsarzt konnte neu ausgesandt werden. Leider sah sie sich veranlaßt, ihr Arbeitsgebiet in Kiautschou an eine amerikanische Mission abzutreten. Sie denkt mit umso größerem Nachdruck das verbliebene Gebiet in der Provinz Canton zu bearbeiten und schickt sich an, eine ganze Anzahl weiterer Kräfte auszu⸗ senden.

Auch die rheinische Mission, die in der Provinz Canton in einem anderen Sprachgebiet arbeitet, war besonders während der Inflationszeit in sehr bedrängter Lage. Dank der Unter⸗ stützungen von Amerika, mit denen auch die Berliner Mission bedacht wurde, war es möglich, das Werk durchzuhalten. Der altbewährte Missionar D. Genähr, der sich längere Zeit in Amerika aufhielt, steht nun wieder auf dem Missionsfelde. Sie hatte in gleicher Weise, wie die Basler Mission Sitz und Besitz in Hongkong verloren, der ihr jetzt wieder zurückgegeben werden soll. Gegenwärtig hält sie 5 Hauptstationen besetzt nebst dem Missionsspital in Tangkong, das während der jüngsten Un⸗ ruhen heimgesucht und von Räubern überfallen wurde. Rüh⸗ mend hervorgehoben werden die Beiträge, die die rheinischen Gemeinden zum Unterhalt des Werkes leisten.

Als neueste Missionsgesellschaft ist die Breklamer Mission in die Arbeit der Kieler Mission in der Provinz Canton einge⸗ treten. Dazu will sich noch die Goßnersche Mission gesellen.

Im Jahre 1900 setzte die Liebenzeller Mission mit ihrer Ar⸗ beit in Mittel⸗China hauptsächlich in der Provinz Huran ein, wo sie in enger Verbindung mit der englischen China⸗Inland Mission arbeitet. In 67 Gemeinden sind 2734 Christen gesam⸗ melt. Auch bei ihr ging es durch allerhand Stürme und Wand⸗ lungen hindurch. In neuer Zeit wendet sie dem Schulwesen lebendiges Interesse zu. Es war ihr möglich im letzten Jahr neue Verstärkungen auszusenden und unterhält 2 Missionsärzte drau⸗ ßen, denen 2 weitere folgen sollen.

In der Provinz Chekiang und Kiangei steht die Barmer Allianz Mission seit dem Jahre 1889 in Arbeit, die ebenfalls an die China⸗Inland Mission angeschlossen ist.

Der Allgem. Protestant. Missions⸗Verein führt seine Arbeit in Tsingtau mit 1 Missionar fort und hat in neuester Zeit

»utsch⸗chinesische Mittelschule in Canton übernehmen. Ein

1 Missionsarzt neu ausgesandt.

Die segensreiche Arbeit der Hildesheimer Blindenmission in der provinz Canton nimmt einen neuen Fortgang. Außerdem unterhält der deutsche Frauenmissionsbund eine selbständige Schwesternstation in der westlichen Provinz Setschuan.

Wenn auch die deutsche Missionsarbeit in China den Ein- en druck des Unscheinbaren erweckt die Gründung einer eigenen christlichen Hochschule war uns nicht möglich, eine größere christ⸗ liche Zeitschrift konnte sich nicht behaupten so ist doch det Beitrag, den sie durch einzelne hervorragende Persönlichkeiten geleistet hat, nicht unbedeutend. Groß war der Einfluß, der von ag; einem Dr. Faber ausging und sich über ganz China erstreckte.

Gehen wir damit zum indischen Missionsfeld über. Es erfaßt uns eine tiefe Wehmut, wenn wir von dem uns Deut⸗ schen noch zum größten Teil verschlossenen Gebiete stehen. Ann den 5000 in Indien arbeitenden Missionen war unsere deutsche iz Mission mit 452 beteiligt, die in verschiedenen Teilen Indiens z tätig waren. Nur in ganz beschränktem Maße konnten die Be⸗ ziehungen zu dem einft so blühenden Arbeitsfeld aufgenommen werden, indem die einzelnen Gesellschaften nicht als solche, son⸗ N dern unter Bürgschaft englischer Missionen wieder zugelassen werden. Allerdings will es scheinen als ob die Bafler Mission unter dem Druck der Verhältnisse wieder als solche auftreten dürfte. Sie hat seit dem vorigen Jahre wieder 2 Missionaue n auf einem ihrer einst ausgedehnten Arbeitsgebiete, denen aller dings noch in diesem Jahre weitere folgen werden. Der größte Teil ihres Gebietes an der Westküste Indiens ging in ver schiedene Hände über. 0

Von den Stationen der Hermannsburger Mission in 11 Madras Distrikt find nur 10 von der lutherischen Christsynode] In besetzt. Lie Leipziger Mission darf in nächster Zeit 1 Missionat bac auf ihr altes Gebiet im Madras Distrikt wieder aussenden, wohl einst 56 Missionare arbeiteten. fc

Das Gebiet der Goßnerschen Mission, die mit 97 Missionaren de in Assam, Bihar und Orissa tätig war, ist ebenfalls aufgeteilt en Sie konnte im September wieder 2 ihrer Missionare zu den Kol aussenden, unter denen sich eine selbständige Kolkskirche gebildel hatte, deren Wachstum aber wirkliche Hemmungen und Schwie. d rigkeiten im Wege stehen.Die Probleme der selbständigen