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N emabend, den 8. Mai 1926.

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Evangelische Warte

0 ende Wahrheit des Evangeliums, welche diese der 1 üschheit wieder erchslossen hat, soweit als möglich

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1025 hekämpfen. Daher der von ihm gewählte Tag für ii neu eingeführte Fest. Seit 400 Jahren feiern 1 Lutheraner in allen Ländern am 31. Oktober oder;

Sonntag zuvor das Fest der Reformation. Was zein Meisterwerk(master stroke) würde es sein, wenn 100 due Heiligkeit ein Fest einführte, das nicht nur von hr Katholiken, sondern auch von großen Mengen Chri⸗ % die sich Protestanten nennen, gefeiert würde. Aber tczeit 1 wollen uns wenigstens nicht einfangen lassen. Wir nicht en dafür, daß der beste Weg, um sich zu ihm als ig zu bekennen, der ist, ein heiliges Leben zu füh⸗ f n nach seinem Wort.

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Aus Politik und Parlament. i ge⸗

Vom Konkordat

des DieTribuna bestätigt die Meldung desBer⸗ hal har Tageblattes, wonach der römische Besuch des seine s Nuntius Pacelli dem Zweck dient, dem Kardinal⸗ auf etssekretär Gasparri über die Frage eines Konkor⸗ Kar itz mit dem Reiche Bericht zu erstatten, sowie Instruk⸗ katho, ten für die Lösung des Problems einzuholen. Diese t als Agabebiete zweifellos größere Schwierigkeiten, als ill zu den Verhandlungen über das Konkordat mit Bayern seiben überwinden waren. Das Blatt sagt aber, die Ber⸗ viele chr Vorbesprechungen erlaubten Pacelli, Vertrauen auf un Erfolg zu hegen. Auch wenn lange Unterhand agen notwendig sind, scheine ein grundsätzliches Ein⸗ et die nehmen bereits gesichert. etische feat Der deutsche Volkstrauertag und Bayern. wurde Es ist vielerorts gar nicht bekannt geworden, daß davon kahern den deutschen Volkstrauertag am 28. Februar tbaye n nicht gefeiert hat. Als Grund wird angegeben: De kirchlichen Oberbehörden der christlichen Haupt⸗ Antnisse in Bayern rechts des Rheines(die erz⸗ Delnshöflichen und die bischöflichen Ordinate und der evan⸗ mphische Landeskirchenrat in München) haben die Zeit ten Ostern als für die bayerischen Verhältnisse unge⸗ cet bezeichnet. Dieser Störung des deutschen Ge inschaftsgefühls durch diekirchlichen Oberbehörden christlichen Hauptbekenntnisse in Bayern steht Aenüber, daß der preußische Episkopat und der gesamte nungelische Kirchenausschuß Deutschlands sich zu dem nken der Zusammengehörigkeit beim Volkstrauer⸗ 1 Diese Eigenbrödelei Bayerns, an die ja nachgerade gewöhnt ist, ging selbst dem führen⸗ deutschen Zentrumsblatt, derGermania in Ber⸗ ing de E zu weit. Sie schrieb mit vollem Recht zu dieser

c rigen und geradezu empörenden Abwendung vom herisch. 3 80 2 47 58 en al emeinen Volksgefühl u. a. folgendes:Es ist eine Erl Fiübliche Erscheinung, daß jedesmal, wenn das deut⸗

Volk zu irgendeiner Gemeinsamkeit aufgerufen

ud d ib, und sei sie ihrer Art nach auch völlig unpolitisch sogar im Tiefsten volkstümlich, sich immer wieder rteilsvolle Einwände und Abwendungen geltend ehen. Man schämt sich nicht vor den Toten, die für Abaterländisches Märtyrertum nur durch ein Gemein⸗ mleitsgefühl gestärkt werden konnten. Wahrlich, der Alstrauertag zeigt sich auch wieder in ganz besonde⸗ Maße als ein Anlaß zur Trauer um die Zerrissen⸗ unseres deutschen Volkes.

Der Kampf um den Karfreitag von der elsaß⸗lothringischen Bevölkerung noch er fortgeführt werden, wiewohl sie vor Jahren ch leidenschaftlichen Einspruch gegen die von der

Hab' ich in meinen Tagen Gar oftmals hören sagen, Soll'n sein die besten Wein'. J

an Jung, schenk mir ein ein Gläslein Wein zac 90 Und bring mir's her, wie ich's begehr! auf Mein lieber Herr, ich will euch diesen bringen, Fröhlich und guter Dingen. dedafle Frisch auf, ihr Herren, her und dran, roch alle Das Fäßlein hat kein Panzer an. laub lo, Bin ich schon nit am Maine, 5 1 Zu Würzburg an dem Steine, ang Noch diesesmal am Rhein, gemülle Sein dennoch andre Reben, es he, Die auch gut Süftlein geben, lan, d Lieblich' und edle Wein'. et, n Jung, schenk mir ein ein Gläslein Wein Brut And bringt mir's her, wie ich's begehr! Mein lieber Herr, ich kann's euch nit abschlagen, 1 Will's klecklich mit euch wagen. ien gau Frisch auf, ihr Herren, her und dran, mon% Dias Fäßlein hat kein' Panzer an. uitd 5(Fortsetzung folgt.) mes 3 f 5% 5 e, Neues aus dem japanijchen Leben % fendt und der Japan⸗Missson. 12% Von Missionsdirektor D. Dr. Witte. onen,(9. Fortsetzung.) ic der. Fräulein K. T., eine Lehrerin, hatte sehr strenge buddhi⸗

woe Verwandte, die in der Nähe von Tokyo wohnten. Sie e Lol 9 le, als sie noch Schülerin war, öfter von einem christlichen ter aufgefordert, christliche Gottesdienste zu besuchen. So solle 0 sie mit zwei anderen Schülerinnen in unsere Gottesdienste, de Rülh, i alle drei wurden innerlich erfaßt. Die Taufe wurde den die Ft I anderen jungen Mädchen auf ihr Verlangen nach gründ⸗

. Vorbereitung erteilt, die junge Lehrerin begehrte sie aus lüht vor den Verwandten einstweilen nicht. Ihre Liebe zum

sranzösischen Regierung beabsichtigte Ausschaltung des Karfreitags aus der Reihe der gesetzlichen Feiertage die drohende Gefahr abgewendet zu haben schien. Als in diesem Jahre ein Aufsehen erregender politischer Prozeß auf Karfreitag, vormittags 9 Uhr, angesetzt wurde, tigten dringliche Vorstellungen in der Presse, in letzter Stunde die Gerichtsverhandlungen zu verschieben. In der Abwehrbewegung gehen Katholiken und Protestan ten Hand in Hand. 5 Wieder steigende Arbeitslosigkeit.

Die Unsicherheit auf dem Berliner Arbeitsmarkt ist auch in der letzten Woche vorherrschend geblieben. Die Zunnahme der Arbeitssuchenden beläuft sich in der Berichtswoche auf rund 700 Personen. Es waren 245 507 bei den Arbeitsnachweisen eingetragen gegen 244 883 der Vorwoche. Unterstützung bezogen 190 612 Personen.

Alls unserer Bewegung.

Alsfeld. In der öffentlichen Versammlung im Deutschen Haus am 16. April ging der Redner des Abends, Pfarrer Weidner, von dem Gedanken aus, daß es Dinge gibt, die man nicht machen kann, die ganz von selbst kommen, wenn die Stunde dafür reif ist. So sei auch die Evangelische Volksgemeinschaft entstanden aus den Vorkommnissen heraus, die sich in der letzten Zeit in Hessen und im Reich ereignet haben. Sie sei keine speziell hessische Erscheinung, sondern sie habe in vielen Teilen des Deutschen Reiches festen Boden ge faßt, so z. B. in Westfalen, in Berlin und in Schlesien. Auch sei sie eng verbunden mit den mchristl.-sozialen Ge sinnungsgemeinschaften, die von früheren Anhängern der der deutschnationalen Partei gegründet worden seien. Die Führung haben D. Jäger in Bethel und Graf Baudistin in Bielefeld.

Der Gedanke der Evangelischen Volksgemeinschaft ist nicht neu. A. Stöcker und Fr. Naumann vertraten dieselben Ideen und die Christl.-Sozialen nennen sich selbst die alte Stöckerpartei. Anhänger aller Parteien haben sich in der Evangelischen Volksgemeinschaft zu sammengefunden. Sie haben alle eingesehen, daß es so nicht weitergehen kann, wie die Belange der Evangeli⸗ schen mit Füßen getreten werden. Redner erinnert auch an die Verhandlungen der Rechten mit dem Zentrum nach der letzten Landtagswahl in Hessen, um eine Rechtsregierung zu erreichen, ferner an das bayerische Konkordat, das geschaffen wurde vom Zentrum und den Deutschnationalen. Rom will seine Herrschaft auf das ganze Reich übertragen. Die Gegenreformation kommt nicht, sie ist schon da. In diesem Kampfe ver⸗ sagen alle Parteien und darum halten wir die Evan⸗ gelische Volksgemeinschaft für etwas bitter Notwen diges.

Alle Parteien vertreten in erster Linie wirtschaft⸗ liche Interessen. Nur beim Zentrum ist es umgekehrt. Auch wir von der Evangelischen Volksgemeinschaft müs sen wirtschaftliche Interessen des Gesamtvolkes ver⸗ treten, aber bei uns heißt es zunächst und in erster Linie: Wir sind evangelisch und wir wollen unsere evangeli⸗ schen Interessen vertreten und dann erst, in zweiter Linie, kommen Wirtschaftsfragen. Es kann und darf nicht mehr so weitergehen, daß jeder Stand nur an sich denkt, nur seinem Standesegoismus nachgeht und zu⸗ sehen kann, wie andere Stände zugrunde gehen. Bei uns soll es heißen: Einer trage des anderen Last.

In der Diskussion sprach u. a. Dekan Dr. Unverzagt⸗ Alsfeld und Bürgermeister Schröder-Elbenrod. Da letz⸗

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terer gegen die in jeder Hinsicht sachlichen Ausführungen des Redners nichts sagen konnte, erging er sich in sehr persönlichen Angriffen gegen denselben wegen seiner früheren Zugehörigkeit zur demokratischen Partei Pfarrer Weidner wies in seiner Erwiderung diese un⸗ sachliche, unfaire Kampfesweise gebührend zurück. Sehr treffend betonte er auf die Bemerkung, der Evangeli⸗ schen Volksgemeinschaft fehltenprominente Persön⸗ lichkeiten, die Hauptsache sei, daß Arbeiter, Bauern, Be⸗ amte und der Mittelstand sich zur Evangelischen Volks gemeinschaft hingezogen fühlten, weil sie erkannt hat⸗ ten, daß sie etwas sei, was in dieser Notzeit helfen könne. Als Herr Schröder ohne jeden Grund dem Red ner zuriefWas wollte denn die Kirche anfangen, wenn die Landwirtschaft nicht wäre, sah sich Pfarrer Weidner genötigt, auf die unglaubliche Tatsache hinzuweisen, daß die meisten Großagrarier keine Einkommensteuer und damit auch keine Kirchensteuer bezahlen. Das traf Herrn Schröder und seine Begleiter so(die ungerechte Besteuerung in der Landwirtschaft ist bekanntlich die Achillesferse im Landbund), daß diese die Versamm⸗ lung verließen. Mit der von Herren Schröder beliebten unsachlichen Kampfart kann unserer Sache nur genutzt werden.(Die in derAlsfelder Zeitung in einem von den Landbündlern gebrachten Bericht aufgestellte Behauptung, die Evangelische Volksgemeinschaft sei bei der Provinzialausschußwahl mit dem Zentrum gegangen ist, natürlich barer Unsinn und die Bemerkung, Pfarrer Weidner habe behauptet, die Landwirtschaft zahle über⸗ haupt keine Kirchensteuer, eine grobe Verdeckung des oben über die Großagrarier Gesagten. *

Eine neue Partei.

Unter dieser Ueberschrift berichtete kürzlich das Höchster Kreisblatt:

Unter dem NamenEvangelische Volksgemein schaft ist eine neue politische Partei entstanden, die es sich zur Aufgabe macht, eigene Kandidaten in alle Par⸗ lamente(Stadt, Kreis, Provinz, Landtag und Reichs⸗ tag) zu entsenden, zur unbedingten Wahrnehmung der evangelischen Belange in Deutschland, die sie von keiner der bestehenden Parteien gewahrt sieht. Sie will ferner dem Geist des Mammonismus, der unser wirtschaftilches und politisches Leben beherrscht, den Geist des Christen⸗ tums entgegensetzen und christliche Moral zur Richt⸗ schnur des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens machen. In ganz Deutschland haben sich zahlreiche evan⸗ gelische Männer und Frauen zu diesen Grundsätzen be kannt und ohne Rücksicht auf ihre bisherige Partei zugehörigkeit sich dieser evangelischen Bewegung ange⸗ schlossen, die nach dem Urteil langjähriger Politiker als ein Gebot unserer Zeit angesprochen wird, als eine Partei, die unter den gegenwärtigen Verhältnissen kom⸗ men mußte, und die eine Zukunft haben wird. In Hes sen⸗Darmstadt, Westfalen und Schlesien sind bereits Kandidaten dieser Partei, zum Teil in ausschlaggeben⸗ der Stärke, in den einzelnen Parlamenten. Auch in Höchst a. M. ist eine Ortsgruppe der Evangelischen Volksgemeinschaft ins Leben getreten. Am Donners⸗ tag Abend fand im hiesigen evangelischen Vereinshaus eine von der evangelischen Bevölkerung aus Höchst und Umgegend stark besuchte Versammlung statt, in der von zwei Rednern die Notwendigkeit und das Wesen der Evangelischen Volksgemeinschaft dargelegt wurde. Den Ausführungen der Redner folgte stürmischer, ungeteil⸗ ter Beifall. In einer regen Aussprache klang aus allen Ausführungen die Freude hindurch darüber, daß end⸗ lich der bewußt evangelische Wähler klare Richtlinien sieht, und zahlreiche Anwesende traten sofort der Evan⸗

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nie nach Hause, um in Tokyo den Gottesdienst besuchen zu kön⸗ nen. Da erhielt sie eines Sonntags unerwartet von ihren Ver⸗ wandten Besuch, gerade in dem Augenblick, als ihre beiden Freundinnen sie zum Gottesdienst abholten. Nun wurde den Verwandten alles offenbar, und die Lehrerin mußte auf den Druck der Familie von jetzt an Sonntags stets in die nahe Hei mat fahren. So konnte sie Sonntags nie mehr zur Predigt kommen. Aber Sonntags kam ja stets nur ein kleiner Teil der Christen die Versammlung besuchen. Denn nur für die Schulen, die Beamten und das Militär ist der Sonntag ein Ruhetag in Japan. Das gewerbliche Leben kennt keinen Feiertag. Die Fabriken ruhen zwei Tage im Monat, den ersten und den fünf⸗ zehnten Tag. Daher muß jede Mission viele Wochenversamm⸗ lungen am Abend abhalten, um ihren Christen und den Suchen⸗ den Gelegenheit zu geben, Gottes Wort zu hören. Die junge Lehrerin ließ sich nun durch den Widerstand der Ihrigen keines⸗ wegs beirren. Sie kam weiter, jetzt zu den Alltagsfeierstunden, Und nun die Entscheidung so von außen herbeigeführt worden war, ward sieihres Glaubens erst recht innerlich gewiß und froh und ließ sich nun auch taufen. Den Verwandten war das durch⸗ aus nicht recht. Aber solche beruflich selbständigen Frauen kann man nicht mehr so tyrannisch zwingen wie die Familienglieder, die im Hause leben. Bald nach der Taufe erkrankte die Lehrerin schwer. Ein Arzt, auch Mitglied unserer Gemeinde, behandelte sie und besuchte sie fleißig. Nun halten diese jungen Christen⸗ gemeinden ganz treu zusammen und helfen sich auch treulich gegenseitig. Ihre schristliche Gemeinde wird so für viele ein wert⸗ vollerer Ersatz für die ihnen durch ihr Christwerden gelockerte oder gar verlorengehende Beziehung zu ihrer Verwandtschaft. So kümmerte sich nicht nur Pfarrer Akaschi und seine Frau, son⸗ dern auch viele Gemeindemitglieder um die Kranke, brachten ihr kleine Geschenke und nahmen herzlichen Anteil an ihrem Ex gehen. Das machte auf die buddhistischen Verwandten großen Eindruck, als sie die Liebe sahen, durch die die Christen, früher sich ganz fremde Menschen, miteinander verbunden find. Wie mit einem Schlage wurden sie umgestimmt und legten von da an Fräulein K. T. in der Ausübung ihres Christentums nichts mehr in den Weg. Nun hatte sie auch Sonntags wieder volle Freiheit.

5. Bei dem großen Erdbeben in Tokyo am 1. September 1923 kam einer unserer jungen Christen, der Student der Medizin Na⸗

(istentum verbarg sie vor ihnen. Jedoch sie fuhr Sonntags

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kamura, ums Leben. Er verbrannte im Hause seiner Eltern. Die Eltern sind keine Christen. Sie retteten das nackte Leben, sonst nichts. Eine andere Christin unserer Kirche, Frau Kofi, wurde unter den Trümmern ihres Hauses verschüttet, blieb aber unverletzt. Gerade noch, ehe das Feuer die Trümmer ergriff, konnte sie sich ins Freie retten durch ein Loch in dem nieder⸗ gestürzten Dach. Vierzehn weitere Familien unserer Kirche haben alle ihre Habe eingebüßt. Unter ihnen ist z. B. Herr Mitsukira, ein Kunstmaler, der unter anderem die Lesebücher für die Staats⸗ schulen mit Bildern ausstattet. Er selbst, seine Frau und ihr Kind sind getauft. Die Kindertaufe bürgert sich mehr und mehr in Japan ein. Pfarrer Akaschi hat in seiner Gemeinde auch die Konfirmation eingeführt. Es gibt freilich noch Christen in un⸗ serer Kirche, welche die Kindertaufe nicht billigen und ihre Kin der nicht taufen lassen. Sie schicken sie zur Sonntagsschule, aber sie sagen, ob die Kinder Christen werden wollen oder nicht, das müsse Sache der freien Entscheidung der reif gewordenen jungen Menschen sein. Ein Arzt, Dr. Hagaschi, seit Jahren uns ein treuer Christ, hat sich gerade für 60 000 Goldmark, mit all seinem Ersparten, ein Haus gebaut. Da kam das Anglück, das Haus verbrannte. Bei dem riesigen Umfang der Zerstörungen können die Versicherungsgesellschaften nicht zahlen, auch sonst bekommen die Heimgesuchten keinen Schadenersatz. So sind sie bitter arm geworden. Dr. Hagaschi ist nach Osaka verzogen. um dort einen neuen Anfang zu machen.

Durch diesen schweren Schicksalsschlag ist aber keiner unserer Christen an seinem Glauben irre geworden. Im Gegenteil, sie haben in ihrem Glauben die Kraft erprobt, das Harte tapfer als Gottes Fügung zu tragen. Ein Mitglied unserer Gemeinde in Osaka, der Arzt Dr. Mutobe, hatte kurz vor dem Erdbeben seine Frau und seine Kinder zum Besuch von Verwandten nach Vokohama gesandt. Yokohama wurde vollständig durch das Erd⸗ beben vernichtet. Dr. Mutobe konnte tagelang keine Nachricht über das Schicksal der Seinen erhalten. Endlich, nach furchtbaren Tagen des Bangens erfuhr er, daß sie mit dem Leben davonge kommen seien. Da schrieb er an Missionar D. Schiller in Kyoto: Gott hat uns erhalten, trotz unserer Sünden. Wir wollen uns darum bemühen, ein besseres reineres Leben zu führen als bisher.

(Schluß folgt.) *