Einzelbild herunterladen

Sonnabend, den 7. August 1926.

Die Kosten des Volksentscheides für die Sozialdemokratie.

Wie der Vorstand der sozialdemokratischen Partei imVorwärts bekanntgibt, hat der Volksentscheid der Partei 2 042 055,91 Mark gekostet.

Der Nachfolger Pünders.

Infolge der Ernennung des Ministerialdirektors Pünder zum Staatssekretär der Reichskanzlei ist die Stelle des Ministerialdirektors in der Reichskanzlei frei geworden. Dem Vernehmen nach kommt für diesen Posten der bisherige Ministerialrat der Reichskanzlei, Offermann, in Frage.

Das Margaretenheim in Königsfeld katholisch!

Die Brüdergemeinde Königsfeld in Baden hat zwei Mädchenpensionen: die Mädchenanstalt(Real⸗ schule) und das Schwesternhaus mit der Filiale Wald⸗ blick(Haushaltungs⸗ und Frauenschule). Nun ist aber seit einigen Jahren noch eine zweite Haushaltungs⸗ schule, dasMargaretenheim, in Königsfeld. Eltern, die ihre Kinder in die Brüdergemeinde schicken wollen, ahnen nicht, daß dort noch eine andere Anstalt ist, erkun⸗ digen sich wohl auch nicht näher und sind aufs höchste überrascht, wenn es sich herausstellt, daß ihre Tochter sich in einer katholischen Anstalt befindet. Das Marga⸗ retenheim ist von katholischen Damen geleitet. Es müs⸗ sen 600 vorausbezahlt werden und bei Wegnahme der Tochter wird dieses Geld nicht zurückbezahlt. Es ist daher dringend nötig, bei Anmeldungen stets die Be zeichnungSchwesternhaus beizufügen, auch wenn es sich um die Filiale Waldblick handelt. Dies zur Auf klärung und um unliebsame Verwechslungen zu ver meiden.*

Fürstenenteignung.

In einem hessischen Sonntagsblatt war zu lesen: Die Regierung von Sachsen hatte einen jüdischen Ber liner Rechtsanwalt beauftragt, ein juristisches Gut achten darüber anzufertigen, ob für den sächsischen Staat eine Pflicht zur Abfindung des sächsischen Königshauses bestünde. Der Rechtsanwalt berechnete für dieses Gut⸗ achten zunächst ein Honorar von nicht weniger als 770 000 Mark. Die Barsumme, die in den Auseinander- setzungsverträgen dem ehemaligen sächsischen Königs⸗ hause zugesprochen wurde, betrug ganze 300 000 Mark.

Das war aber selbst den in Aneignungsfragen recht weit

herzigen Genossen zu happig, die rote Regierung wei gerte sich, zu zahlen. Der Rechtsanwalt aber bestand auf seinem Anteil an der Fürstenenteignung in hartnäckiger Weise und leitete gegen den sächsischen Staat Klage ein. Nach langem Prozessieren ist es zu einem Ver⸗ gleichgekommen, wonach der Rechtsanwaltnur 100 6000 Mark bekommt. Seinen Löwenanteil an der Fürstenenteignung hat er also sicher.

Seelenheil ist gerettet!(A. M. im

Landrat Schaible freigesprochen.

Landrat Schaible aus Karlsruhe, der während seines Ferienaufenthaltes in Paris wegen eines angeb lichen Verstoßes gegen die öffentliche Ordnung angeklagt worden war, ist heute vom Gericht, nachdem der Staats- anwalt die Anklage zurückgezogen hatte, freigesprochen worden.

Allerlei.

Der Bund deutscher Jugendvereine in Köln.

Am 23. Juli wurde in der Messehalle in Köln die stark besuchte Tagung des Bundes deutscher Jugendver eine eröffnet. Von dem Podium herab grüßten die ungezählten Wimpeln der Jugendbünde. Der Bericht des Bundesführers, Pfarrer Donndorf-Hamburg, gab ein Bild von dem äußeren und inneren Wachstum der evangelischen Jugendbewegung mit heute 20 000 Mitgliedern. Universitätsprofessor Dr. Staehlin⸗ Münster erstattete ein Referat über das Schrifttum des Bundes. Abends wurde der Bund im Gürzemich von den städtischen, staatlichen und kirchlichen Behörden begrüßt. Den Festvortrag hielt Pfarrer Heitmann: Hamburg überDie Großstadt und das kommende Ge schlecht.

Das Kreuz auf Friedrich Eberts Grab und der Vorwärts.

Der erste Reichspräsident war mit 18 Jahren aus der katholischen, seine Gattin aus der evangelischen Kirche ausgetreten. Dagegen besuchten die Kinder den evangelischen Religionsunterricht. Die Tochter wurde evangelisch einem evangelischen Mann angetraut. Auch die Schwiegertochter ist evangelisch, gleicherweise die in Heidelberg wohnende und gut kirchlich gesinnte Familie des verstorbenen Bruders. Auf Verxanlassung von Friedrich Eberts Berliner Verwandten sprach seinerzeit bei der Beisetzung der Heidelberger Stadtpfarrer Maas ein religibses Trostwort, und das schöne Grabmal Fried⸗ rich Eberts, des ersten Reichspräsidenten, zeigt einen großen, altar ähnlichen Steinblock, der von einem Kruzifix überragt wird. Dies ist so schreibtAuf der Warte(Nr. 17) peinlich für denVorwärts. Er kann nicht umhin, in seiner BilderbeilageVolk und Zeit am 8. November das Grabmal abzubilden, denn das erfordert die republikanische Reklame. Aber wie macht man es, dem marxistischen Kirchenaustrittsgesd kein Aergernis zu geben? Lösung: Man schneidet die photographische Aufnahme so ab, daß nur der Steinblock, nicht aber das Kruzifix sichtbar wird. Das marxistische Aufwärts.)

Volksmission hatten ebenfalls ein erfreuliches Ergebnis.

Schutz gegen Schund und Schmutz! Bekanntlich hat der Bildungsausschuß des Reichstags seine eingehenden Beratungen über den Entwurf eines Gesetzes zum Schutz der Jugend gegen Schund und Schmutz abgeschlossen; der Reichstag wird nach den Sommerferien über dieses Gesetz ent⸗ scheiden. Inzwischen machen literarische Kreise gegen dasselbe Stimmung, indem sie es vor der Oeffentlichkeit als einen Ueber fall auf die Freiheit des geistigen Schaffens und damit auf die Grundlage aller Kultur hinzustellen suchen. Ganz mit Unrecht. Die Schund- und Schmutzschriften, die das Gesetz treffen will, verdienen nicht den Ehrentitel wirklicher Literatur. Es handelt sich um Schriften, kleine Hefte, neuerdings auch gewisse Zeit⸗ schriften, die auf die Sinnlichkeit, die lüsterne Neugier, den Trieb zum Rohen und Grausigen, vor allem bei Jugendlichen speku⸗ lieren. Daß Herstellung und Masserverbreitung solcher Schriften, die eine Quelle des Jugendelends, ja des Verbrechens find und die Aufnahmefähigkeit für gesunde geistige Kost aufs schwerste schädigen, nichts ist als gewissenlose Geldmacherei, liegt doch auf der Hand. Wirkliche Künstler haben damit nichts zu tun, ja sie haben selbst ein Interesse, daß diese Sorte vonLiteratur verschwindet, damit echte Literatur Raum gewinnt. Der Schund⸗ lampf ist heute eine Volksbewegung geworden; dem muß der Reichstag Rechnung tragen. Es ist höchste Zeit, daß endlich der Schlammflut schlechter Schriften der nötige Damm entgegen⸗

gestellt wird. Aus Hessen.

Stammheim. Sonntag, den 1. August, fand hier durch das Wetter begünstigt ein Volksmissionsfest statt. Es wurde be⸗ gonnen um 2 Uhr mit einem Festgottesdienst unter Mitwirkung des Posaunenchors Ober-Mockstadt und des hiesigen Kirchen⸗ gesangvereins. Die Predigt hielt Herr Missionar Walther Beuern über Johannes 8,21. Um vier Uhr fand dann im Zwirn⸗ leinshof eine Nachfeier statt. Unser Ortspfarrer begrüßte die Festredner und mitwirkenden Chöre, wie auch die zahlreich von hier und auswärts, besonders aus Staden, erschienenen Fest⸗ gäste. Herr Pfarrer Knodt-Bad Nauheim ergriff dann das Wort, um an Lukas 16,112 zu erklären, daß wir in unserem kurzen Leben dreierlei nötig haben: Wir müssen unsere Lage klar erlennen, wir müssen für die Zukunft sorgen, wir müssen das Notwendige tun. Nach ihm sprach Herr Missionar Walther über 1. Petrus 2,18. Er malte die verschiedenen Arten von wun⸗ derlichen Menschen, mahnte, rechtzeitig die Wunderlichkeit abzu⸗ legen, und zeigte Wege dafür. Nicht um uns das Leben gegen seitig sauer zu machen sind wir da, sondern um uns gegenseitig zu helfen und Gutes zu tun. Am Schlusse dankte unser Orts⸗ pfarrer allen, die geholfen hatten, das Fest zu bereiten und allen Mitwirkenden. Die Ansprachen waren umrahmt mit sehr schön und tonrein vorgetragenen Stücken des Posaunenchors und des Kirchengesangvereins. Die Sammlungen für die Arbeit der

9 20 li U 8 Sämtliehe Formulare 5 9 1 9 für 2 1 24 2 2 2 Bürgermeistertien, Standesämter, Ortsgerichte, Pfarrümter, Sthulen ett. 5 sind jederzeit vorrätig in der K 8 2 2 98 5 Formular ⸗Großhandlung Albin Ulein, Gießen Südanlage 21.-Fernspr. 1502 3 vorm. Wilh. Keller gegründet 1785 6 N 9 Ueber die technische Ausführung der in meiner Druckerei gedruckten und besonders gut eingebundenen Tauf, Konfirmations-, Trau. 2 und Sterbe-Register sind ungewollt 5 5 J mir mehrere Dankschreiben von Pfarrämtern zugegangen. 8 0 Die Herren Pfarrer bitte ich, meine Formularhandlung, die mehr als 1000 verschiedene Formulare für alle Behörden, Dereine, 2 Anstalten etc. umfaßt, auch den Herren Kirchenrechnern und anderen Organisationsmännern zu empfehlen. 1

=

D

*

4

l

Ihe

räume, Schulen usw.

ist die beste sugenlose Unterlage für Linoleum,

GIESSEN

Telephon 1233

ist der beste Fussboden, dauerhaft, fugenlos, fusswarm, schwamm: u. feuersicher, wasserun- durchlässig, kann auf Beton, alte Dielen, Sand- steinplatten, Treppenstufen usw.verlegt werden. Eignet sich für Wohnungen, Bure

Steinholz Estrich

ist Parkett, Teppiche usw ist lusswarm,schalldämpfend, nagelbar,unempfindhich gegen Möbeleindrücke Aufträge auch Reparaturen, werden schnell und sachgemäss 3 Prospekte und Kostenvoranschläge stehen kostenlos zur Verfügung

Hess. Sleinholz- u. EStrichiabrik l.

2 e. ee Ae e e

UDNIVERSITAT KGLN

Erholungsuchende

finden in einem Pfarrhaus in Oberhessen in waldreicher, ruhiger Gegend von Mat bis

Wirtschafts- u. Sozialwissenschaftliche, Rechtswissen-

September angenehmen

S, Fabrik-

schaftliche, Medizinische(auch vorklinisch Semester)

Commeraufenthalt.

u. Philosoph. Fakultät. Kaufmännisches u Handelslehr-

Peusionspreis 4. Mk. Anfragen unter Ew. 34 an die Geschäftsstelle dieses Blattes.

25 stud., Verw.-Hochschulstud, Frauen-Hochschulstud.

959 Vorlesungsbeginn: 2. November. uhr

vom 15, Oktober b.

Die Einschreibefrist läuft

5. November, Das Vorlesungs verzeichnis

kann vom Universitäts-Sekretariat gegen Voreinsendung von 0.60 RM.(dazu Porto C. 10 RM.) bezogen werden.

Flora⸗Blumenkasten

Vorteile: Auffallendes Gedeihen der Pflanzen, kein Anstrich, kein Verschleißen billiger als Holz-, Zink- oder Tonkasten

Unbegrenzte haltbarkeit

Brandgasse

gen ernten!

Zur Hochzeit, allen Festen und Gelegenheiten fertigt Reden, Gedichte, Prologe, Tafellieder usw. schnellstens an

Heim⸗Verlag, Radolfzell a. Bodensee.

In jeder Steinimitation u. zu jeder Fassade passend mit u. ohne Beflanzung lieferbar

Rud. Weber, Gartenbaubetrieb, Gießen Schiffenberger Weg 19 Telephon 1057

Auspre

Vertu i den sungs wiede Arbei sie di. kampf Aber. kämpf politif ulilei 05 hen Men gegwu Mir Toled wenn 2 leiche Klasse 5

die g isse Alle und mit gen,

beißt. Witt schwel fett, gabs a N afder gend zudt, ite bhle. .

beiden Leider dus ze a l0 der J Tenge da eit die pf et sis 5. sch vo denanf un di 1 lit N Romn hegt

ö einem 1 bange 1 shauef vie de arm f bon se 1 dal 1

dug