dolles Le ben blnter sch, haben sich wur tpeempft durch viele dunkle, einsame Nächte, aber das war das Ausschlaggebende bei ihnen, daß Christus ihnen alles ward, eine Macht über sie ge— wann und es kam bei ihnen zu einer klaren Uebergabe ihrer ganzen Persönlichteit an ihn. Dem geht viel Not, viele Schmer— zen voraus. Da heißt es sich beugen voller Scham und Leid über alle Sünde, alles Unreine, Gemeine, das in unsern Tiefen schlum— mert und grell vom Licht des Geistes Gottes beleuchtet wird. Da heißt es still stehen am Abgrund des eigenen Ichs, der voll Modegeruch und Geröll liegt, da darf man aber auch den öster— lichen Heiland umklammern, der alles, alles neu macht.„Ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur, das Alte ist ver— gangen, siehe, es ist alles neu geworden“. Dies Ziel wird frei— lich erst stufenweise erreicht, oft erst wenn das Haar ergraut und die körperliche Frische dahin ist, aber es wird erreicht bei dem, der ernstlich will, immer aufs Neue will und der sich ganz in Jesu Schule gibt. Mutter, ich wüßte dir lein schöneres Ziel als eine Mutter in Christo zu werden, wie eine Rebe eingepflanzt in Ihn, den Weinstock. Alles Erdenglück verdorrt, verwelkt, dies ist das einzig Bleibende.
Paulus hat diese Mutter in Rom begrüßt, der Herr Chri— stus selber grüßt die, welche in ihre reife Mütterlichkeit Sein Bild hineintragen, seinen Geist einströmen lassen.„Meine Mut— ter, meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun!“ hat Er auch gesagt.(Frau und Mutter.)
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Für Söhne und Töthter
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Das böse Gewissen.
Maria war ein sehr lebenslustiges Mädchen und die Gast— wirtschaft ihres Vaters bot Gelegenheit genug, sich zu amüsieren. Junge Männer umschwärmten sie— das machte ihr Spaß— bis Ernst daraus wurde. Ein hübscher Mann hatte es ihr angetan — sie ließ sich mit ihm ein, und dann kam das Herzeleid. Er war verheiratet, und so war nichts mehr gut zu machen. Die Mutter brachte sie zu fernwohnenden Verwandten, aber schließ— lich tauchte sie doch wieder auf— mit ihrem Knaben. Die El— tern nahmen sie auf, wenn es auch vorher heftige Stürme ge— geben hatte— aber ste sagten sich ehrlicherweise selbst, daß sie mit schuldig waren. Das Kind stand unter der Obhut der Mut— ter Marias. Wer die Geschichte nicht kannte, sah Maria als die Schwester des Jungen an, denn als er sprechen konnte, nannte er sie auch bei ihrem Vornamen, und nie— so wollte sie es— sollte er erfahren, daß sie seine Mutter sei.
Einige Jahre waren vergangen, als ein Fremder einkehrte, der Gefallen an dem Mädchen fand. Er konnte sich als ehren— hafte, angesehene Persönlichkeit ausweisen, und nach kurzer Zeit wurde Maria seine Braut, seine geliebte Frau. Er wußte nichts von dem Vorhandensein eines Kindes, und Maria verheim— lichte es. So oft er gekommen war, war es verschwunden, und als sie später ins Elternhaus zu Besuch kamen, hatte man es rechtzeitig bei Verwandten untergebracht.
Maria hatte nun in der schönen Landeshauptstadt ein vor⸗ nehmes Heim, einen liebevollen, gütigen Gatten, in sehr geach—
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teter Stellung—
„Evangelische Warte“
ihr versagt. Ja, Maria hatte Glück, aber glücklich war sie nie. Nicht allein das Gewissen erinnerte sie an ihre schwere Schuld, auch die Furcht, daß ihr Mann davon erfahren könnte, hielt sie in ständiger Sorge und Aufregung— gerade ihr Mann hielt so viel auf unberührte Frauenwürde, sprach, wenn je einmal das Thema berührt wurde, mit Verachtung von Mädchen, die sich vergaben, nicht rein und fleckenlos blieben. Er hatte sich ja deshalb auch leine Frau aus der Großstadt genommen, weil dort die Mädchen so oberflächlich und leichtlebig sind. Gegen seine Maria hegte er nicht den ge— ringsten Zweifel, es wäre ihm geradezu als Beleidigung er⸗ schienen, auch nur einmal daran zu denken, daß es anders sein lönnte. Tag und Nacht zitterte sie vor dem Gedanken, daß er ihre Schuld je erfahren könnte. In der großen Stadt, die so fern ihrer Heimat lag, ging es ja noch einigermaßen, da gab es kaum Gelegenheit, mit einem Menschen zusammenzutreffen, der ihre Vergangenheit kannte, aber wenn die Zeit kam, wo sie sich zur alljährlichen Neise zu den Eltern rüsteten, wurde die Qual fast unerträglich. Sie hatte nicht den Mut, ihn in der Heimat allein ausgehen zu lassen, aus Furcht vor Verrat, und doch fürchtete sie, dabei ihrem Jungen einmal zu begegnen! Drei herzige Kin— der durfte sie ihr eigen nennen— sie waren der Eltern köst— lichstes Gut, vermehrten aber auch die Qual, die Maria nie losließ. Eine Freundin, welcher sie sich anvertraute mit allem Leid ihrer Seele, riet ihr, doch offen gegen ihren Mann zu sein, der ihr den Fehltritt, in Unwissenheit getan, gewiß gerne ver— zeihe und sie 80 Leben, das sie ja gesundheitlich und seelisch ruiniere, auf die Dauer nicht ertragen könne.
Entsetzt fuhr sie auf: Das ist ganz unmöglich— er würde mir meine Kinder entziehen und mich selbst verlassen!
Unterdessen war der Junge herangewachsen, seine Großel— tern ließen ihm ein Handwerk lernen, dann starben sie beide, Bekannte hatten ihm gesagt, wer seine Mutter sei, eine tiefe Bitterkeit hat sein Herz darüber erfaßt. Als der Krieg ausbrach, gog er mit den ersten hinaus ohne Freude, ohne Hoffnung, mit dem Wunsche, nicht wiederkehren zu müssen, da er die Schmach der Mutter zu tragen hatte: ein uneheliches Kind. Die Welt ist so grausam gegen diese Schuldlosen, die doch eine schwere Last tragen müssen, doppelt schwer, wenn Mutterliebe sich ihnen versagt— sie verleugnet!
Ob Frau Maria jemals dazu kam, ihr drückendes Geheimnis, ihrem Gatten zu offenbaren und ob sie seine Vergebung erlangte, das wissen wir nicht. Ganz gewiß wäre Offenheit das Beste ge— wesen. Sollte sie ihre unvergebene Sündenschuld mit sich in die Ewigleit geschleppt haben, so wird ihr Erwachen dort ein furcht— bares sein.„Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richter— stuhl Christi, auf daß ein jeglicher empfange nach dem er ge— handelt hat bei Leibesleben, es sei gut oder böse.“ 2. Kor. 5, 10. („Ev. Sehrohr“.)
zeil und Gegenwartsfragen.
Vor einiger Zeit wurde vom Reichstag ein Gesetz verabschiedet, welches das Duell verbietet. Mit ver— boten wurde die stutendische sog.„Bestimmungsmensur. Die Vestimmungsmensur ist ein Zweikampf mit Schl
lein Wunsch blieb
gern, die scharf geschliffen sind. Die beiden Gegner sind durch„Binden und Bandagen“ gegen Schläge geschützt, die wertvolle Körperteile verletzen könnten. So tragen die Gegner Lederbrillen mit Stahlschutz, Nasenschutz und Schutz über den ganzen Körper bis zum Kinn. Die Verletzungen sind fast immer leichter Natur und heilen in kürzester Zeit. Zu der Frage des Verbotes nimmt in einer Zuschrift an die Schriftleitung ein Theologe Stellung, die wir nachstehend veröffentlichen.
Die Schriftleitung.
Vom Mensurverbot.
Als Theologe müßte ich es eigentlich begrüßen, daß sich die deutschen Parlamentarier zu dem Entschluß aufgerafft haben, 4
außer dem Zweikampf auch die Bestimmungsmensur zu ver⸗ 1 1
bieten. Baden geht energisch mit der Durchführung vor, wie man in den Blättern liest. Als Christ ist mir die Bestimmungs⸗ mensur auch nicht gerade sympathisch, aber wer will das aka demische Leben mit seinem urwüchsigen Renaissancegeist an den höchsten christlichen Maßstäben messen? Das wäre unbillig und unpädagogisch. So muß auch die Mensur zunächst am Ge⸗ nius der deutschen Hochschulen gewertet werden. And da muß ich sagen, es liegt etwas Kraftvolles, Herrisches in echtem Mensurwesen, das zu deutschem Wesen ganz wesentlich gehört. Wir kämpfen eben einen erbitterten Kampf zweier Weltan⸗
schauungen in unserem Vaterland, nämlich: soll der materia⸗ listische Eudämonismus gelten oder heroischer, zur Selbsthin⸗ gabe bereiter Idealismus. die Mensur offenbar nichts zu tun. Seite des Lebens. Sie fördert einen stahlharten, man darf sagen„militärischen“ Geist. Sollte sie um deswillen den Mehrheitsparteien so unbehaglich sein, die sich allzusehr au bequemes Behagen eingestellt haben?! Ich hätte einen bes⸗ seren Beschluß gewußt als das Mensurverbot. Ist die Men- furfrage bösartiger als die Alkohol- und Syphilisfrage? Man muß damit rechnen, daß die Akademiker mit Schmarren in Zu⸗ kunft unwürdig sind, in Deutschland angestellt zu werden. Aber die Herren mit einem Körper, der von Alkohol zermürbt und vergiftet ist, sind die der Anstellung würdiger? Ich gebe zu, daß das auch nicht selten bei den Akademikern mit Schmissen
zutrifft. Aber lange nicht immer. Es gibt zu viele Schma⸗ rotzer, die sich an Venus und Gambrinus völlig genügen lassen,
aber den heroischen Waffengang höchlichst verabscheuen. Sollen
die einen Vorzug vor den„Strammen“ haben, die ein bischen
nach„Militarismus“ schmecken? Nein, den Schläger in Ehren,
aber dem Sauf- und Hurenteufel wollen wir ernstlich den Ab⸗
schied geben, daß der Schmarren ein Ehrenmal bleibe. Eine
Betätigung unserer Parlamentarier nach dieser Seite wäre
respektabler gewesen. Wäre es nicht besser, ihr werten Volks⸗
vertreter, wenn wir keinen Alkoholiker oder Syphilitiker mehr J unter unseren Akademikern hätten?! K. V.— Br.
Sie gehört auf die heroische
In der nächsten Nummer erscheint ein Aufsatz über 5
„Das 400jährige Hessische Reformationsjubiläum in Homberg bei Cassel“ von Pfarrer Fink⸗Eppstein. Die Schriftleitung.
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