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Sonnabend, den 6. November 1926.

Evangelische Warte

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Nr. 45.

mammonistisch denken, nicht schwer. mit den Demokraten und den Sozialdemokraten in der Regierung im Reich sitzt, hat unverrückbar das eine Ziel, Deutschland katholisch zu machen, die evangelische Lehre als Irrlehre im römischen Sinne zu vernichten. Seine straff organisierten Kampftruppen, ausgestattet durch einen blinden Gehorsam gegenüber den Befehlen seiner Oberen, arbeiten im Stillen unermüdlich an die sem Ziel. Sie werden dieses Ziel erreichen, wenn nicht die Vertretung der evangelischen Lebensfragen durch das evangelische Volk in die Hände von Führern ge⸗ legt wird, die alle, aber auch alle Fragen der Politik von der hohen Warte evangelisch-christlicher Welt⸗ anschauung aus behandeln, wobei Wirtschaftsinteressen des Volkes gut fahren werden. Vergessen wir nie, daß Rom ständig angreift, daß wir in berechtigter Notwehr handeln. Ansere katholischen Volksgenossen aber, die mit uns in Frieden leben wollen, werden stets Achtung und Duldung bei uns finden. Nur gegen die ultra⸗ montane Arbeit im öffentlichen und im Privatleben nehmen wir endlich die Stellung ein: Bis hierher und nicht weiter!

Evangelische Christen, besinnt Euch endlich, was auf dem Spiel steht! Heraus aus den Parteien mit ihrem Parteihader und ihren Kuhhandelsgeschäften!! Hinein in die Evangelische Volksgemeinschaft! Jeder evangelische Christ werbe für unsere Sache; Gesin⸗ nungsfreunde wählen Obmänner und schließen sich in Gruppen zusammen. Denkt an Eure Kinder und Enkel! Denkt an Eure christlich⸗sozialen Pflichten gegenüber Euren schwächeren Brüdern und Schwestern. Zeigt und beweist, daß Ihr wahre, echte, evangelische Christen seid in der Kirche, in der Gemeinschaft und im Staat!! Nur so könnt Ihr das Lebenswerk unserer großen Re⸗ formatoren retten! Baut mit an dem Deich derEvan gelischen Volksgemeinschaft. Die Flut der römischen Gegenreformation steigt unaufhörlich! St.

Wir danken es den Männern, daß sie es auf sich nehmen, die schwere Arbeit der Gründung einer rein evangelischen Partei zu leisten.

Am 23. September fand die erste öffentliche Ver⸗ sammlung der Evangelischen Volksgemeinschaft in Frankfurt a. M. statt. Ueber den Verlauf und Erfolg dieser Versammlung hat die Nummer 40 derEvan⸗ gelischen Warte ausführlich berichtet. Auch die Frankfurter Post deutschnationales Organ brachte darüber unter der Ueberschrift

Brauchen wir eine evangelische Partei? folgenden Bericht:

Wie gestern kurz mitgeteilt, erörterte in einer Ver⸗ sammlung der Evangelischen Volksgemeinschaft Pfarrer Weidner, Ober⸗Lais(Oberhessen), in längeren Aus⸗ führungen die FrageWarum brauchen wir eine Evangelische Partei?

Anwesend waren ungefähr 150 Personen, darunter eine Anzahl Mitglieder der Deutsch-evangelischen Volksvereinigung, die gekommen waren, um sich über die Grundsätze der neuen Partei zu informieren. Herr Pfarrer Weidner sprach zunächst von den Vorstößen des Katholizismus auf allen Gebieten. An zahlreichen Beispielen zeigte er das Vordringen desselben in allen Gegenden Deutschlands, besonders auch in Hessen. Er kam dann auch auf das bayerische Konkordat zu spre⸗ chen und warnte vor einem Reichskonkordat. Das Reichsschulgesetz werde nur im Sinne des Zentrums gemacht werden.Wir stehen mitten in der Gegen⸗ reformation. Es muß etwas geschehen gegenüber dem Zentrum. Wenn die Evangelischen nicht bald auf⸗ wachen, dann ist es zu spät. Auf die politischen Par⸗ teien sei kein Verlaß. Er stehe sämtlichen politischen Parteienfeindlich gegenüber. Dieprominenten Persönlichkeiten in den politischen Parteien müßten

Das Zentrum, das

verschwinden;

Entwicklung. Alle drängten sich nach der Futterkrippe. Es gebe keine Partei, welche evangelische Belange ver trete. Der Redner übte dann Kritik an der jetzigen Wirtschafts- und Steuerpolitik. Im Osten bezahlten die Großagrarier weder Einkommensteuer- noch Kir⸗ chensteuer. Man verschone die Reichen, das schaffende Volk müsse alles bezahlen. Die Aufwertung sei völlig ungenügend; hier dürften insbesondere die Pfarrer nicht schweigen. Leider hielt sich der Redner von Ver allgemeinerungen und Uebertreibungen nicht frei. Mit seiner Kritik an den politischen Parteien setzte er nur ganz einseitig bei der Deutschnationalen Volkspartei ein. Ob etwa die übrigen Parteien evangelische Interessen besser vertreten? Aus einem Flugblatt, welches auf den Tischen auslag, war zu ersehen, daß die Evangelische Volksgemeinschaft dieselben Grundsätze vertritt wie die Deutsch-evangelische Volksvereinigung in Frankfurt a. M.; nur mit dem Anterschied, daß letz⸗ tere keine politische Partei sein will.

Als erster Diskussionsredner sprach Herr F. Nagel, Vorsitzender der Deutsch-evangelischen Volksvereinigung. Er betonte besonders, daß wir Evangelischen nicht nur wegen des Vordrängens des Katholizismus auf der Wacht stehen müßten, sondern daß dem evangelischen Volke noch größere Gefahren, nämlich von der reli⸗ gionslosen, antichristlichen und antikirchlichen Seite drohen. Es gelte deshalb, alle evangelischen Kräfte zu⸗ sammenzufassen und nach beiden Seiten gerüstet zu sein, um die evangelischen Interessen in der Oeffentlichkeit wirksam vertreten zu können. In Frankfurt a. M. habe bisher die Deutsch-evangelische Volksvereinigung mit ihren etwa 8000 Mitgliedern und einer über die ganze Stadt verbreiteten Organisation diese Arbeit mit Erfolg geleistet und werde es auch weiter tun. Es be stehe daher für Frankfurt a. M. kein Bedürfnis, eine neue Organisation zu schaffen. Vor Gründung einer evangelischen Partei müsse er dringend warnen, da sie die evangelischen Kreise nur zersplittere und deren Einfluß auf die politischen Parteien nur mindere. Er halte sich zur Deutschnationalen Volkspartei, weil sie nach seiner Auffassung die evangelisch schristlichen Be lange jederzeit vertreten habe und für die Zukunft auch weiter vertreten werde; dafür bürgt deren christlich⸗ soziales Programm und die große Zahl bewußt evan⸗ gelischer Vertreter in deren Reihen. Es sei für eine evangelische Partei schon sehr schwer, ein Kultur⸗ programm festzusetzen, welches allen gemeinsam sei; viel schwieriger noch ein politisches, wirtschaftliches oder soziales Programm. Bei der ersten größeren praktischen

Probe würde eine solche Partei auseinander⸗ fallen. Der andere Weg sei von besserem Erfolg be gleitet: große, starke Organisationen mit Einschluß

aller Evangelischen zu bilden, die dann ihren Einfluß in der Oeffentlichkeit und auf die politischen Parteien wirksam geltend machen. Vielleicht sei es einmal mög⸗ lich, eine solche Organisation über das ganze Deutsche Reich zu bilden.

Die Aussprache war sehr lebhaft und zog sich bis gegen 1 Uhr hin. Die politischen Parteien aber mögen es sich gesagt sein lassen, daß sie heute berechtigte evan⸗ gelische Interessen nicht mehr unberücksichtigt lassen können.

Dieser Bericht derFrankfurter Post erschien auch imSonntagsgruß(Evangelische Wochenzeitung und kirchlicher Anzeiger für Frankfurt a. M. u. Umgeb.). Daraufhin war imSonntagsgruß(Nr. 42) folgendes Eingesandt zu lesen:

In der Nummer 40 desSonntagsgrußes leistet sich ein Einsender einen Bericht über die am 23. Sep⸗ tember d. J. stattgehabte Versammlung derEvangeli⸗ schen Volksgemeinschaft, der bedauerlicherweise nicht unterzeichnet ist. Ich sage bedauerlicherweise, denn einmal will man, und sei es zur Befriedigung einer ..

sie seien ein Hemmnis für eine freie

gewissen Neugierde, gerne wissen, mit wem man es zu tun hat, und zum andern, wer der Schütze ist, der es für richtig hält, seine Pfeile nur nach einer gewissen Richtung hin abzuschießen. Der Bericht, wenn er über⸗ haupt den Namen verdient, soll offenbar den Eindruck erwecken, als habe man es bei dem Berichterstatter mit einer vollständig unvoreingenommenen Persönlichkeit zu tun, die nichts anderes beabsichtigt, als in objektiver Weise über den Verlauf der Versammlung zu referieren. Dem ist aber keineswegs so, denn für jeden, der mit innerer Anteilnahme und frei von Parteizwang den Verhandlungen des Abends gefolgt ist, war der Abend ein Erlebnis. Für den Herrn Berichterstatter war er das nicht; und warum nicht? weil er, befangen in seiner Parteiwirtschaft, in keinerlei Kontakt zu den Verhandlungen des Abends stand, ja noch mehr, weil er in einer ganz bestimmten, dem Geist des Abends feindlichen Stimmung sowohl den Ausführungen des Herrn Referenten, wie auch denjenigen der Viskussions⸗ redner gefolgt ist. Ja, man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, als sollte, entsprechend dem Bericht, das Ergebnis des Abends zur Bedeutunglosigkeit herabgedrückt werden. Schon die trockene Erwähnung: anwesend waren etwa 150 Personen sollte wohl dar⸗ tun, daß ein Bedürfnis für die Einberufung einer sol⸗ chen Versammlung nicht vorlag, und der verhältnis⸗ mäßig breite Raum, den die Ausführungen des Herrn Nagel, die wiederholt auf heftigen Widerstand stießen, in diesem an sich kurzen Bericht einnahmen, verrät nur zu deutlich, in welchem politischen Lager der Schütze zu suchen ist, nämlich in demjenigen der Deutschnationalen Volkspartei. Parteidoktrin, das ist also Trumpf, eine Erscheinung, an der wir in Deutschland nun einmal keinen Mangel leiden und die uns Deutschen von je⸗ her die schwersten Wunden geschlagen hat. Und von dieser Warte gesehen, will man nun, was da kommen will und muß, verhindern. Die Gründung einer Ortsgruppe derEvangelischen Volksgemeinschaft in Frankfurt a. M. sei überflüssig, weil unsere Frankfur⸗ ter lokalen Verhältnisse die evangelischen Belange bei der evangelischen Volksvereinigung und für das Reich bei der Deutschnationalen Volkspartei in den besten Händen liege? Diese Behauptung hat Herr Nagel be⸗ reits an dem Versammlungsabend unter heftigem Widerspruch der Jeilnehmer aufgestellt. Was die Evangelische Volksvereinigung betrifft, so sei hier un⸗ umwunden zugestanden, daß sie, nicht zuletzt durch die Aktivität ihres Vorsitzenden, Herrn Nagel, in Frank⸗ furt a. M. ersprießliche Arbeit geleistet hat. Ihre Vorträge und ihre sonstigen Veranstaltungen sind zum weitaus größten Teil mustergültig zu nennen. Aber wie steht es mit der Vertretung evangelischer Belange in Frankfurt a. M.? Wir wollen bei Beantwortung dieser Angelegenheit nur einen Punkt herausgreifen, das Ebertdenkmal an der Paulskirche. Wo ist denn da die Evangelische Volksvereinigung geblieben? Lag denn hier nicht ein öffentliches evangelisches Interesse vor, wenn es sich darum handelte, die Uebergriffe der Stadtbehörde unserer evangelischen Kirche gegenüber mit aller Entschiedenheit zurückzuweisen? Hier wäre es am Platze gewesen, das Gewissen der evangelischen Bevölkerung in Frankfurt a. M. aufzurütteln und ihr zu sagen, was hier gespielt wird, und daß man von einer gewissen politischen Parteieinstellung heraus glaubte, den Zeitpunkt bestimmen zu können, an wel⸗ chem man seine Machtgelüste an unserer evangelischen Sache in Frankfurt a. M. ungehindert auslassen kann. Daß man es von den städtischen Behörden sowohl als auch von der betreffenden politischen Partei nicht ge⸗ wagt hätte, den Katholiken auch nur annähernd etwas ähnliches zu bieten, das nur ganz nebenbei.

Und wie steht es mit der Vertretung evangelischer Belange im Reiche durch die Deutschnationale Volks⸗ partei? Auf die Beantwortung dieser Frage hier näher einzugehen, erübrigt sich voll und ganz, da dieser

Das soziale Zeitalter. 5

Von Paul Rüffer, Vorsitzender des Verbandes ev. Arbeiter⸗ Groß-Berlin.

und Volksvereine

7. Fortsetzung.

In der Gegenwart erhebt sich immer gebieterischer die Forderung nach dem rechten Führertum für die neue Zeit. Das Herrentum in der Wirtschaft, der Gesichtspunkt: Ich bin der alleinige Herr in meinem Betriebe, ist erledigt. Jetzt erhebt sich die Frage: Werden die Volksschichten, die gestern die Her⸗ ren in der Wirtschaft waren, morgen die Führer sein können? Die Revolution wollte überhaupt mit dem Privatarbeitgeber⸗ tum aufräumen; das war jedenfalls der Sinn der Vollsoziali⸗ sierungsbestrebungen; davon kann natürlich auch im sozialen Zeitalter keine Rede sein. Der Privatunternehmer mit seinem Wagemute und Tatkraft bann nicht entbehrt werden. Aber schon längst haben sich Wirtschaftsformen auf dem Wege der natürlichen Entwicklung herausgebildet, die zurEntpersön⸗ lichung der Betriebsleitung hinführen. Man braucht nur an die Aktiengesellschaften und die G. m. b. H. älteren Stils zu denken; man braucht nur den Blick auf das Aufblühen des Genossenschaftswesens und die gemeinwirtschastliche Betriebs⸗ weise zu lenken, um sich zu sagen, das sind neue Betriebsformen, die sich bewährt haben. Dasselbe gilt von dem in unserem Vaterlande in einer Reihe von Betrieben durchgeführten Prin⸗ zip der Gewinnbeteiligung der Arbeiterschaft. Der springende Punkt im Betriebsleben der sozialen Zeit ist die wirtschaft⸗ liche Gleichberechtigung der Arbeiterschaft. Im Sinne des Be triebsherrentums der Vergangenheit kann heute nicht mehr die Lohn⸗ und Arbeitszeitfrage durch eine diktatorische Betriebs⸗ ordnung einseitig vom Arbeitnehmer geregelt werden, sondern nur im Einvernehmen mit den gesetzlichen Faktoren der Ar⸗

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beiterschaft(Betriebsräten und den Vertretern der Arbeit⸗ f schaft, Berufsgemeinschaft und Volksgemeinschaft auf dem Bo⸗

1

geberorganisationen).

Wie im Staatsleben, so sind auch im Wirtschaftsleben auf dem Wege zur wirtschaftlichen Gleichberechtigung mancherlei Stationen zu durchlaufen. Die erste Station ist der privat⸗ rechtliche Herrenstandpunkt, der sich bei sozialgesinnten Arbeit⸗ gebern in patriarchalem Geiste auswirkte. Die zweite Station ist die des konstitutionellen Betriebswesens; doch auch dabei wird es nicht bleiben, sondern die Entwicklung geht zum par⸗ lamentarischen System im Betriebe. Aber wie auch die Ver⸗ hältnisse sich gestalten mögen, immer wird die Führerpersönlich keit von ausschlaggebender Bedeutung sein und bleiben.

12.

Das Führerproblem ist auch von höchster Bedeutung für

die Arbeiterschaft selber. sammengewürfelten Arbeitermenge in der

Aus der chaotischen Masse der zu⸗ Frühperiode der

industriellen Entwicklung hat sich unter marxistischem Einfluß

das Klassenbewußtsein der Arbeiterschaft herausgebildet. Die⸗ ses Klassenbewußtsein muß sich aber zum Volksgemeinschafts⸗

gedanken ausweiten. Als Klasse steht die Arbeiterschaft immer hr, dem Klassenherrschaftstraum zum Opfer zu fallen

in Gef und die Alleinherrschaft in der Form der Diktatur des Prole⸗ lariats zu erstreben. Das Bewußtsein dagegen, ein gleich berechtigtes Glied in der Volksgemeinschaft zu sein, ist ein starker Schutz gegen das Verlangen, die Klassendiktatur auf⸗ zustellen. Das Klassenbewußtsein sieht in dem Menschen außer- halb der Arbeiterklasse den Feind. ismus, der sagt:Nur was meiner Klasse frommt, t, alles andere ist zu verwersen und zu bekämpfen. ührerpersönlichkeiten aus der Arbeiterschaft müssen aus der

e Flassenbewußtseins zur Höhe der Volksgemeinschaft

te und das Schicksal eines Volkes sind für einen solchen Führer bestimmend. Ein solch hochstehendes Führertum wird volles Verständnis für den Segen der Betriebsgemein⸗

Der Klassengeift wird zum

n. Die Abstammung, das Blut und die Sprache,

den der Gleichberechtigung haben. In den großen Gewerkschaftsgruppen hat sich eine starke Amgruppierung vollzogen. Wir haben heute den Allg. deut⸗ schen Gewerlschaftsbund sozialdemokratischer Orientierung, den deutschen Gewerkschaftsbund christlicher Richtung und den deut⸗ schen Gewerlschaftsring demokratischer Färbung. In der deut⸗ schen Gewerkschaftsbewegung gärt es und brodelt es. Sozia⸗ listisch⸗kommunistische und christliche Bestrebungen ringen mit⸗ einander. Zu fordern ist jedenfalls, daß, wenn die innere Ord⸗ nung weitere Fortschritte macht, die deutschen Gewerkschafts⸗ richtungen die parteipolitische Neutralität stärker als bisher betonen.

Neben den großen Gewerkschaftsrichtungen hat sich in den ö letzten Jahren dieWerksgemeinschastsbewegung entwickelt, die seit dem Januar 1926 alle ihre Gruppen und Anterverbände zusammengefaßt hat in demRechtsausschuß werksgemein⸗ aftlicher Verbände.

Die konfessionellen Arbeitervereine stellen für die Standes⸗ vertung der Arbeiterschaft eine gesunde Pflegestätte dar. Be⸗ die evang. Arbeitervereinsbewegung will das religiöse en der Arbeiterschaft, das soziale Gewissen der Arbeit⸗

geberschaft und das nationale Gewissen des deutschen Volkes

werden. Sie arbeitet darum an der religiösen Erneuerung, an der sozialen Wiedergeburt und der nationalen Auferstehung unseres Volkes. Sie will die Brücken schlagen helfen, die von der Arbeiterschaft zur Kirche führen, und sie will an ihrem Teile den Kastengeist und Klassengeist zu beseitigen versuchen. Neben den konfessionellen Arbeitervereinen stehen andere Organisationen wie der Kirchlich-soziale Bund, die soziale Ge⸗ schäftsstelle für das evang. Deutschland, der evangelisch⸗soziale Kongreß, die Gesellschaft für soziale Reform, die Boden⸗ reformbewegung, die alle an ihrem Teile den sozialen Geist in unserem Volke vertiefen helfen. (Fortsetzung folgt.)

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