Einzelbild herunterladen

0 ö

Sonnabend, den 4. Dezember 1926.

will dich ein Kunststück lehren. Damit legte sie mir einen ein⸗ zigen Apfel in meine Händchen.Halt ihn jetzt gut und trage ihn in die Vorratskammer; dann hol' einen zweiten.

Heute noch muß ich an diesen einfachen mütterlichen Rat denken, so oft ich Leute vor mir sehe, die sich sicher ganz wohl be finden würden, wenn sie sich nicht immer mit Zukunftsgedanken plagten. Nehmt also nicht ein ganzes Jahr auf eure Arme; denkt nicht an das, was die nächste Woche bringen könnte. Wenn ihr morgens aufwacht, müßt ihr euch sagen:Nun liegt wieder ein neuer Tag vor mir. Hilf mir, Herr, an diesem Tage in Dir und für Dich zu leben, dann weiß ich, was ich zu tun und was ich zu lassen habe.

Für Väter und Mütter.

Die Elterngebete sind nicht verloren.

Es ist uns bekannt, daß sehr viele gläubige Väter und Mütter mit großem Schmerz in ihrem Herzen einhergehen, weil ihre heranwachsenden oder schon groß gewordenen Kinder un⸗ bekehrt und ferne von dem SErrn Jesu geblieben sind. Für manche treue Beter und Beterin ist es eine der größten Seelen⸗ und Glaubensnöte geworden, daß der§Err scheinbar ihr Flehen um die Errettung ihres Kindes nicht erhörte. Hoffend haben sie des HErrn harren müssen, ihre Augen haben sich geschlossen, der Beter Lippen sind erkaltet und die Kinder vieler Gebete blieben doch ohne eine Entscheidung für den Heiland. Sind die Glau⸗ bensgebete der Heiligen denn vergeblich? Ein Kind vieler Tränen kann nicht verloren gehen. Diese Tatsache haben wir während einer Evangelisationsarbeit in V. kürzlich in glauben stärkender Weise erfahren dürfen. Gegenüber dem Versamm⸗ lungshause wohnte von Kindheit an der begüterte Besitzer Fr. Er hatte bis in sein 64. Jahr seit den Kinderjahren, wo er die Sonntagschule besuchte, unseren Versammlungssaal nie wieder betreten, wiewohl er öfter eingeladen worden war. Und doch hatte dieser Mann einen gläubigen Vater, der früh im Frieden Gottes heimging. Die Mutter war ebenfalls eine Christin und zählte zu unserer Gemeinde. Der Sohn, von dem wir jetzt er⸗ zählen, zeigte sich bald feindlich den Gläubigen und auch der Wahrheit gegenüber, und als er dazu die Macht hatte, zwang er seine von ihm abhängig gewordene Mutter, von der Gemeinde zu lassen und mit ihm zur Volkskirche zu gehen. Es hat die Mutter bittere Tränen gekostet und das Herz ist bald darob ge brochen, doch endlich gab sie dem harten Zwange nach. Sie ruht längst von ihrem Kummer. Der Mann wurde ein wohlhaben der Besitzer, die Söhne kamen in ansehnliche berufliche Stellun gen und es schien Fr. irdisch alles lange Zeit nach Wunsch und Willen zu gehen. Da fing der HErr an, die Gebete seiner Kin der zu erhören. Er legte auf des starken Mannes Kraft seine allmächtige Hand und tastete seine Gesundheit an. Er erfuhr das Prophetenwort:Ich will dich in eine Wüste führen und dort dir zu Herzen reden. Unter der wankenden Gesundheit brachte der HErr den 64jährigen zum Nachdenken und seine Sün⸗ den wider die fromme Mutter, sein Haß wider die Gotteskinder und seine Feindschaft wider den§Errn Jesus legten sich wie schwere Lasten auf sein Gewissen. So stand er an einem Abend in unserer Versammlung auf und bat die bewegte und staunende Menge um ihre Fürbitte, damit er errettet würde. Am nächsten Abend legte er freimütig Zeugnis ab, daß der Err Jesus sich seiner erbarmt und ihn, den so lange verloren gewesenen Sün⸗ der, angenommen habe.Die Gebete meiner Mutter haben mich nicht umkommen lassen, sie gingen mir immer nach und lie⸗ ßen mir keine Ruhe, war sein unter Tränen abgelegtes Be⸗ kenntnis.

Ja, ich glaub, Gott hört Gebet, Ja, ich weiß, Gott hört Gebet, Ganz gewiß, Gott hört Gebet, Ehre sei dem SErrn!

5

Unsere Jugend. Eines Tages kam ein Knabe aus dem Konfirmandenunter⸗ richt zu seinem Seelsorger und eröffnete ihm:Herr Pastor, ich

kann mich nicht konfirmieren lassen, denn ich glaube an gar é

nichts. nung kam 215 Geistlichen u. um 1 505 unerwar⸗ teter, als er den Jungen als einen der aufmerksamsten, fleißig⸗ sten und artigsten Schüler der ganzen Klasse schätzen und lieben gelernt hatte. Bei näherem Nachforschen stellte sich heraus, daß die Mutter schon seit ihrem 10. Jahr zur freireligibsen Gemeinde gehörte; von ihrem Manne, einem Sissidenten, lebte sie getrennt. Um sie zu ärgern, hatte er bestimmt, sein Knabe solle den kirch lichen Unterricht besuchen. Auf die Fragen: Glaubst du denn an keinen Gott, hast du nie gebetet, hast du nie die Kirche besucht nie in der Bibel gelesen? antwortete er mit einem klaren Nein. Der Seelsorger wollte ihm ein Testament mitgeben, aber er lehnte es ab mit dem Bemerken, er würde doch nie darin lesen, es sei ihm zu langweilig. Lieber Leser, verstehst du die tiefe Niedergeschlagenheit, die sich des Geistlichen bemäch tigte, als der Knabe ihn verlassen hatte? Völlig ohnmächtig steht man hier der Macht der Finsternis gegenüber. Was wird aus unserem Volke werden, wenn eine solche glaubenslose Jugend heranwächst? O lasset uns den treuen Gott bitten, daß er ein neues Geisteswehen, sonderlich auch über unsere Jugend kommen lasse.

Für Söhne und Töchter.

Bilder aus Mutter Fischbachs Jugend. Zusammengestellt von M. v. Koenneritz.

In der Dorfschule zu Fernbach im Siegerlande erzählte der Dorfschullehrer den ABC-Schützen von JIEsus. Er glaubte selbst nicht an ihn. Aber mit der Gewissenhaftigkeit einer alten Zeit erzählte er wortgetreu die Leidensgeschichte.

Da wurde ein Kinderherz warm. Und zwei Augen leuchte⸗ ten, so oft der Name IEsus genannt wurde.

Das Flämmchen brannte weiter in dem Elternhaus, in dem es noch kalt und dunkel war. Der Vater war Trinker. Die Mutter trug ihr Leid still und sanftmütig, zuerst in unbewuß⸗ ter, dann in bewußter Nachfolge IéEsu.

Minchen kam in eine schwere Leidensschule. Epileptische Krämpfe erschütterten den zarten Körper des unterernährten Kindes, drohten auch das geistige Leben des geweckten Köpf⸗ chens abzustumpfen.

Aber nach drei Jahren schwand die Krankheit ebenso plötz lich, wie sie gekommen war. Auch der Kopfdruck, der das Lernen erschwert hatte, schwand. Hatte der himmlische Gärtner erreicht, was er erreichen wollte? Jetzt kam für Minchen schon das Weitergehen.

Als sie Konfirmandin war, stand ein Krankenbett im Haus, das kleine Bett des Hauslieblings Helenchen. Das sechsjährige Kind siechte an einer rätselhaften Krankheit hin. Mit einge fallenen Wangen lag es in den Kissen. Mit gefalteten Händchen sprach es andächtig nach, was die vierzehnjährige Schwester vor⸗ sprach. Damals rüstete die Schule die Kinder gut aus mit Bibelsprüchen und Liedern. So konnte Minchen ihrem sterben den Schwesterchen helfen, in bewußtem Glauben heimzugehen.

Und dann kam eine neue Lektion: Bekennen und Schmach leiden für den Heiland.

Die gesamte Jugend des Dorfes war entrüstet, als Wilhel⸗ mine jüngst der aus fünf Gliedern bestehenden, verachteten Ge meinschafi beitrat.

Sie ließ sich nicht beirren, tat den Spöttern zuliebe, was sie konnte, sagte ihnen aber furchtlos die Wahrheit.

Wie groß ihr Einfluß war, zeigte der Vorwurf, den ein Un gläubiger der Achtzehnjährigen zurief:Du Verführerin, du verführst sie alle!

Wenn ich könnte, antwortete Minchen,verführte ich auch dich, du bist auf dem breiten Weg, der zur Hölle führt, darum bitte ich dich, kehre um, ehe es zu spät ist. So wie du jetzt bist, bist du verloren.

Ach was, Unsinn, Wilhelmine. Ich bin noch so jung, ich will erst das Leben genießen. Ich werde nie ein Mucker.

So mein Freund, also du willst erst die Vergnügungen der Welt mitmachen und dann doch noch schließlich in den Himmel kommen. Meinst du wirklich, du kommst so wie du bist in den

Nein, das glaube nicht. Nun gut, dann komme jetzt zu meinem JEsus, und di wirst erfahren, was wirkliche Freude ist. Auch zu Haus bewies sie ihre Treue. immer größer. Eines Tages wurde Familienrat gehalten Wilhelminc, würdest du dich entschließen, im Bergwerk zu ar beiten? fragte der Vater.

1 Warum denn nicht? war die Antwort,wenn das dern

gerne. will, so schnell wie ich kann, auf der Grube anfragen, ob ich dor arbeiten darf. Ja, ich will es, mein Herr und Meister!

Die Vögel jubelten, die Buschwindröschen blühten, als sich Wilhelmine zum ersten Male den fünf anderen Mädeln anschloß, die im Bergwerk arbeiteten. damals keine Rede. werden. Wenn es fünf vom Kirchturm schlug, waren die Mäd⸗ chen schon unterwegs. Der Weg dauerte eine Stunde. Er führte über die Martinshardt, einen ziemlich hohen Berg, weil die Grube auf der Müsener Seite lag. Um 6 Uhr fing die Arbeit an. Im Winter war es schwer, Schneestürme brausten, den Weg zu gehen.

Von Achtstundentag war natürlich Es mußten volle elf Stunden gearbeitet

im Stockfinstern, wenn die Die Mädchen kamen

oft so durchnäßt auf der Arbeitsstelle an, daß sie sich umziehen

mußten. Man erlaubte ihnen darum, im Winter durch die Martinshardt zu gehen. Durch den Stollen Gode mit einer Lampe ausgerüstet, betraten sie den dunklen Gang. Zuerst hiel⸗ ten sie miteinander Morgenandacht. Daß eine von ihnen beten konnte, erleichterte den dunklen Weg. Wilhelmine betete laut um gnädige Bewahrung. Dann ging es hinein in den dunklen Berg. An der Spitze ihrer Mitarbeiterinnen marschierte Wil⸗ helmine, die mutigste von allen. Tröstend rief sie ihren Kame⸗ radinnen zu:Vertraut auf Gott, ohne seinen Willen fällt kein Haar von unserm Haupte. Denkt an den 23. Psalm:Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, ich fürchte kein Unglück, denn du bhist bei mir. Wir wollen singen:Jesus, Heiland meiner Seele, laß an deine Brust mich fliehn, da die Wasser näher zauschen und die Wetter höher ziehn.

Laut schallten die Worte durch den finsteren Gang:Nur zu dir steht mein Vertrauen daß kein Uebel mich erschreckt, mit dem Schatten deiner Flügel sei mein wehrlos Haupt bedeckt, und dann der wundervolle Schlußvers:O wie gut ist's, dir ver⸗ trauen! Jesus, dir ergeb' ich mich. Selig, droben dich zu schauen, dein zu bleiben ewiglich.

Ungefähr in der Mitte des Berges führte ein kleiner Schacht, den die Mädchen passieren mußten, hinunter, vermut⸗ lich ein Gesenke. Man stieg auf Leitern, die fast senkrecht ange⸗ bracht waren, hinab.

Ehe man die Leiter betrat, wurde immer noch einmal ge⸗ betet.

Manchmal wanderte der alte Steiger Völker mit und be⸗ gleitete mit seinem tiefen Baß den zweistimmigen Gesang det Mädchen. Einmal war Wilhelmine allein auf dem Weg durch den Berg.

Auf der untersten Leiter fiel ein Tropfen Wasser auf den brennenden Docht der Lampe. Sie verlöschte. Glücklich er⸗ reichte Wilhelmine in der Dunkelheit den zweiten Gang. Die Lampe mußte wieder angezündet werden. Sie hatte aber nut ein Streichhölzchen bei sich.Lieber Heiland, nun hilf mit, daß das Feuer fängt, betete sie. Und das Streichhölzchen ver⸗ sagte nicht.

Daß sie auch das Kleinste mit ihrem himmlischen Freunde besprach, war das Geheimnis ihrer Kraft.

Zehn Jahre lang hat sie in der Grube das tägliche Brot ver⸗ dienen helfen. Wenn sie abends um acht Uhr todmüde heimkam, brachte sie der Mutter meist noch ein Bündel Reisig aus den Walde mit.

So fing der Weg an, der in gerader Richtung nach det himmlischen Heimat führte und vielen Mitwanderern Mut und Stärkung gab.

Wer Wilhelmine auf ihrem weiteren Weg begleiten möchle, lese das BuchMutter Fischbach, ein dem Herrn geweihles Leben. Christophorus-Verlag, Neumünster. 5,80 Mk.

Leer

eee

IExangelsche berück sch f Esche leschallsleute!!

Himmel? YE

,.. V.., Ve, Ve.

2

Bäckereien: Jost, August, Rossertstraße 34.

Römer, Emil, Feldbergstraße 21. Seibel, Heinrich, Jahnstraße 4. Sehring, Heinrich, Hauptstraße 90. Keim, Friedrich, Königsteinerstraße 3d.

Buchbinderei und Schreibwaren: Volk, Fritz, Rathenaustraße 34.

Schucht, Jahnstraße 12a. Eisenwaren, Oefen, Herde:

. Brendel Nachf., Clemens, Hauptstraße 22. . Hüte, Mützen, Schirme: . Studer, Adolf, Königsteinerstraße 20.

Glaserei, Bildereinrahmung, Spiegelglas: Kreß, Adolf, Emmerich⸗Josefstraße 44.

NN NN NN NN

Pfeiffer, Jakob, Ecke Lucius⸗ und Staufenstraße.

Elektr. Bedarfsartikel, Lampen, Installation: Schmitt, Friedrich, Ingenieur, Dalbergstraße 5.

In Höchst a. M. empfehlen sich: Fluß⸗ und Seefische, gebratene Fische:

Pianos, Flügel, Guitarren, Lauten, Violinen: Kern, Wilhelm, Emmerich⸗Josefstraße 17. Kurz⸗ und Manufakturwaren, Konfektion: Beck, Ch., Spezial⸗Wäschehaus, Königsteiner⸗ straße 22. Peters, August, Konfektionshaus, Brüningstr. 7. Kolonialwaren, Konfitüren, Feinkost: Erlenbach, Heinrich, Humboldstr. 3. Häßler, Wilh., Lebensmittelhaus, Brüningstr. 7. Großbach, Wilhelm, Rossertstraße 9. Kölb, Wilhelm, Schleusenstr. 2, Ecke Wehrstr. Kürschnerei: Lotz, Arno, Brüningstr. 5 Maler, Lackierer, Weißbinder, Farben, Lacke, Pinsel: Hußfeld, Farbenhaus, Jahnstraße 16. Metzgereien: Pfeiffer, Heinrich, Brüningstraße 16. Wetzel, Josef, Hauptstraße 102.

Schlosserei: Nähmaschinen und Fahrräder:

Sprechapparate und Schallplatten:

Polsterer und Tapezierer:

Schneidereien:

Tabak, Zigarren, Zigaretten:

Emmel, Hermann, Höchster Fischhaus, Brüning⸗ straße 15.

Kreusel, August, Hospitalstraße 9.

Neu, Friedrich, Königsteinerstraße 61a.

Pump, J., Elektrola⸗Verkaufsstelle, König⸗ steinerstraße 65a.

Sonntag, Hermann, Liebknechtstraße 5. Troll, Karl, Kantstraße 2.

Noll, Heinrich, Schleifmühlenweg 1. Herrmann, Anton, Emmerich⸗Josefstraße

Schneider, Wilhelm, Rathenaustraße 36.

Die Armut wurde

Ich bin bereit, alles für euch zu tun, a Eltern. I 0

ot! at sche

ele Mig e d gat uad al lch! Kae aht e Jong i ed e lit! od roc lie Auch 1 6 e 11 9 0 ned fc don!

ige elf s5 fit! 104 0 0 ge de 3 gekun

fl 6