Sonnabend, den 4. September 1926.
der Kirche nicht abweisen können, sondern daß wir aktiv gegen die Kirche vorgehen müssen, hat sich zum soziali⸗ stisch⸗dissidentischen Lehrerkampfbund zusammengeschlos⸗ sen. Der L. K. B. ist der Meinung, daß wir die Macht der Kirche schwächen müssen, damit ihr die Herrscher⸗ gelüste vergehen. Daher ruft der L. K. B. den deut⸗ schen Lehrern zu: 1. Hebt die Volksbildung! 2. Legt den Religionsunterricht nieder! 3. Tretet aus der Kirche aus! 4. Werdet Mitarbeiter!(Nicht nur Mitglieder einer sozialistischen Partei!) So wird denn in der näch⸗ sten Zeit der Kampf zwischen Christentum und Nicht⸗ christentum in unserem Lande immer schärfer werden. Hoffentlich gilt auch da das Wort:„Wo Kampf ist, da ist auch Leben!“
Eine merkwürdige Erfahrung haben wir in Sachsen neuerdings beim Kampf um die Sonntagsruhe gemacht. Am 1. Juli wurde dem Landtag ein Antrag des volks⸗ parteilichen Abgeordneten Vogt, eines entschieden evan⸗ gelisch gesinnten Mannes angenommen, nach dem sich die sächsische Staatsregierung gegen alle Maßnahmen ablehnend verhalten soll, die Sonntagsruhe und Feiertagsschutz beeinträchtigen. Der Antrag richtete sich hauptsächlich gegen die neuerdings stärker hervor⸗ tretenden Bestrebungen, namentlich den Handelsunter⸗ nehmungen an Sonn- und Feiertagen gewerbliche Be⸗ rufsarbeit in weiterem Umfange zuzulassen. Der An⸗ trag wurde ohne wesentliche Debatte angenommen, wo⸗ bei nur die Fraktion der Deutschnationalen sich ableh⸗ nend verhielt. Pfarrer Kircher-Coswig.
Gewissensfreiheit und Parteizwang.
Wirkliche Volksgemeinschaft ist nur möglich auf der Grundlage weitgehender Gewissensfreiheit auf reli⸗ giösem und politischem Gebiet. Politische Parteien sind insoweit berechtigt und anzuerkennen, als sie der gewissensgemäße Ausdruck staatsbürgerlicher Ueber⸗ zeugungen sind. Daß die heutigen Parteien dies weit⸗ hin nicht mehr sind, daher rührt ein gut Teil der Not unseres öffentlichen Lebens. Den Parteien von heute fehlen weithin große überragende Ziele. Das kann kaum anders sein; denn entweder sind ihre Forderungen, soweit sie auf verfassungsrechtlichem Gebiet lagen, durch die Gestaltung der letzten Jahre erfüllt worden, und haben dann im Tageslicht der Wirklichkeit ihren Zauber eingebüßt, oder, soweit es sich um die Parteien der Rechten handelt, richten sich ihre Bestrebungen auf Wiederherstellung früherer Zustände, und lassen sich so mit einer gewissen Romantik umkleiden, der aber doch durchschlagende Wirkungskraft weithin fehlt. Auf der andern Seite sehen wir das starke Hereinragen der wirt⸗ schaftlichen Vorgänge und Interessen in unser gesamtes Volks⸗ und Staatsleben, sodaß wir uns darüber nicht wundern dürfen, wenn von hier aus auch das politische Leben in den Parteien weithin bestimmt wird. Diese Parteien sind in weitem Umfang heute in erster Linie Arbeitsgemeinschaften wirtschaftlicher Interessen⸗ gruppen, wobei man freilich das Wort Arbeitsgemein⸗ schaft mit Anführungs⸗ oder Fragezeichen versehen müßte, da nicht selten der Widerstreit der Interessen verschiedener Gruppen innerhalb derselben Partei noch weit schärfer i als der Kampf, den sie nach außenhin gegen andere Parteien führt. Da dies nun aber nach außenhin möglichst verdeckt werden muß, und da über⸗ haupt die wirtschaftlichen Triebkräfte des politischen Handelns nicht zu stark in die Erscheinung treten sollen, so erklärt sich von hier aus zum guten Teil die Schärfe des politischen Kampfes und der ungesunde Zustand unseres politischen Lebens.
Nun sind in dieses Leben auch die Christen als Staatsbürger hineingestellt und wo sie solche Mißstände sehen, da sagt ihnen ihr Gewissen, daß sie an ihrer Be⸗ seitigung mithelfen sollten. Sind diese Mißstände, wesentlich hervorgerufen durch das Fehlen großer, über⸗ ragender Gedanken, Gesichtspunkte und Ziele in unserm öffentlichen Leben, so haben die Christen das Größte
Die Busler Festwoche vom 27. Juni bis 1. Juli.
Wie kommt es, daß ein Fest, das nun schon seit vielen Jahr— zehnten in der Stadt Basel gefeiert wird, eine stets steigende An⸗ ziehungskraft ausüben kann? So muß man sich unwillkürlich im Rückblick auf dieses Missionsfest fragen. Ist es eine geschickte Reklame, die da getrieben wird, um diesen Festgeist in Fluß zu halten, ist es die großartige Aufmachung, die jedes Jahr etwas Neues zu bieten vermag und die Scharen anzieht? Man ist über rascht, von alledem nichts zu finden, weder von festlicher Mache noch von erregter Feststimmung ist etwas wahrzunehmen. So ruhig ziehen die Scharen in Basel ein. Wenn dieses Jahr die Stadt Basel besonderen Schmuck angelegt hatte, so galt das nicht den Gästen des Missionsfestes, sondern den erwarteten Besuchern der internationalen Verkehrsausstellung. Und doch fehlte es nicht an Feststimmung. Sie wird von den einzelnen in der stil— len inneren Freude und in der aufrichtigen Liebe zur Mission mitgebracht. Darin liegt der geheime Zauber des Festes. Kein Wunder, daß das Missionsfest einen besonderen Brennpunkt dar— stellt, der sein muß und der alle in seinen Bannkteis zieht. Wohl— tuend wirkt ohne Zweifel auch die weitherzige Gastfreundschaft der Bafler Familien, die jedes Jahr für eine Woche die Festgäste bei sich aufnehmen. Aber besonders wohltuend hat man es dieses Jahr empfunden, daß der Grenzwall, der während des Krieges und in den Nachkriegsjahren um die Schweiz herum aufgeschich— tet war, nun abgetragen worden ist, indem ein einfacher Paß genügt, um frei ein- und ausgehen zu können.
Somit standen wir unter den besten Vorzeichen zu einem schönen Feste, das herrliche Sommerwetter hat mit zur Ver— schönerung beigetragen. Doch waren es gleich ernste Töne, die
Pfarrer
angestimmt werden mußten. Unsere Bafler Mission hat den
„Evangelische Warte“
beizubringen, was hier überhaupt beigebracht werden kann, den überragenden Gesichtspunkt des Reiches Got⸗ tes. Dies Reich, das, wie der Herr sagt, nicht von dieser Welt ist, hat doch eben darum die Kraft, in die Verhältnisse der Gegenwartswelt erneuernd und um⸗ gestaltend hereinzuwirken und seine Anhänger auch in Erfüllung ihrer staatsbürgerlichen Pflichten zu Trägern von Salzkraft und Licht für die Volksgemeinschaft zu machen.
Viele haben ernstlich und ehrlich versucht, diese Aufgabe im Rahmen einer der bestehenden politischen Parteien zu erfüllen. Sie waren sich dabei darüber klar, daß in einer politischen Partei, in der man mit Menschen zusammen ist, die vielfach von andern Voraus⸗ setzungen herkommen, der Begriff des Reiches Gottes nicht plumper, unzarter Art herausgekehrt werden dürfe, sie meinten aber, daß das Wirken für dies Reich in der Form des Eintreten für Wahrheit, Gerechtigkeit und Bruderliebe doch möglich sein müsse, und daß es zur Gesundung des Parteiwesens und des öffentlichen Le⸗ bens überhaupt beitragen werde.
Der Versuch, Wahrheit, Gerechtigkeit und Bruder⸗ liebe im öffentlichen Leben zur Geltung zu bringen, wurde von verschiedenen Christen in verschiedenen Par⸗ teien gemacht, entsprechend der verschiedenen Stimmung und Neigung, die den Einzelnen zu der oder jener Par⸗ tei zog. Um so überraschender ist es, daß die Erfahrun⸗ gen fast überall dieselben sind. Sie lassen sich etwa im Folgenden kurz zusammenfassen: 1. Christliche Persön⸗ lichkeiten werden in den Parteien gern gesehen, als Werbekräfte unter Gleichgesinnten und um zu zeigen: seht, wir haben auch solche Leute bei uns; mit ihren Ge⸗ sichtspunkten aber dringen sie in entscheidenden Punk⸗ ten gegenüber den robusteren Vertretern reiner Inter⸗ essenstandpunkte fast nie durch. 2. Auch dort, wo christ⸗ liche Weltanschauung ein Punkt des Parteiprogramms ist, bildet sie in Wirklichkeit doch mehr nur ein Deko⸗ rationsstück und Werbemittel, und steht die ganze Kampfesart der Partei zu ihr im Widerspruch, sodaß es für den Christen nur zwei Möglichkeiten gibt, ent⸗ weder Abstumpfung des Gewissens oder Abwendung vom Parteitrieb.
Denn letzteren Weg sind denn auch viele gegangen, Doch damit hören ihre staatsbürgerlichen Pflichten nicht auf, zu existieren. Sie sind da und sollen im Geist von Gottes Wort und des christlichen Gewissens erfüllt werden. So ergibt sich, wirklich vom Innersten aus⸗ gehend, die Pflicht zu überparteilichem Zusammenschluß christlicher Persönlichkeiten zum Zweck der Erfüllung staatsbürgerlicher Pflichten und der Mitarbeit an den Aufgaben des öffentlichen Lebens. Da die Christen niemals die Mehrheit im Volke sein werden, so ist solche Mitarbeit nur möglich, wenn wir ein Wahlrecht haben, das auch den Minderheiten die Möglichkeit gibt, ent⸗ sprechend ihrer Stärke innerhalb der Gesamtheit zur Geltung zu kommen. Leider müssen wir feststellen, daß hier neuerdings im Reich Bestrebungen im Gange sind, die unter dem Namen einer Wahlreform tatsächlich die bisherige Rechtslage verschlechtern wollen. Die Zahl der Wahlkreise und die Abgeordnetenzahl sollen ver⸗ kleinert, die Zahl der zur Erlangung eines Abgeord⸗ netensitzes nötigen Stimmen demgemäß erhöht werden. Man will damit eine Vereinfachung des parlamen⸗ tarischen Apparats, die Schaffung fester Mehrheitsver⸗ hältnisse und die Ausschaltung von Zwergparteien er⸗ reichen. Die beiden ersten Ziele werden in Wirklichkeit auf diesem Wege nicht erreicht, denn die Zahl der Par⸗ teien ist, auch wenn man nur die größeren zum Zuge kommen läßt, noch immer zu groß, als daß klare Mehr⸗ heitsverhältnisse herauskommen könnten, zumal diese Parteien und ihre Fraktionen in ihren Entschlüssen häufig von Faktoren, die außerhalb des Parlaments liegen, beeinflußt sind. Menschlich begreiflich, aber doch sachlich verkehrt ist das Bestreben dieser Parteien, ihre Mocht möglichst zu befestigen, indem sie unter dem Namen der Wahlreform die kleinen erst aufstrebenden
D. Kinzler, hatte zwar sein Lebenswerl vollendet und durfte als betagter Pilger, 84 Jahre alt, sein arbeitsreiches Leben beschließen. Der andere jedoch, Inspektor D. Fr. Würz ist, erst 61 Jahre alt, auf dem Höhepunkt seines Lebens und seiner Wirksamkeit stehend, abgerufen worden. Zwei Führer, zwei starke Träger sind in ihnen uns verloren gegangen.
Die feierliche Eröffnung fand mit der Begrüßung der Fest⸗ gäste am Montag nachmittag im großen Saal des Vereinshauses statt. Gastgeber und Gäste kamen in gleicher Weise zu Worte, Einigkeit im Geist und Einigkeit in den Anliegen um das Reichsgotteswerk fanden ihren Ausdruck. Am Abend war dann noch in der Aula des Museums eine Veranstaltung der Christl. Stud.⸗Ver. in der ein wissenschaftlicher Vortrag des Missions⸗ dozenten Dr. W. Oehler über die Psychologie der Bekehrung bei den Primitiven gehalten wurde.
Der Dienstag und Mittwoch brachten eine gewisse Teilung der Festbesucher, nicht in zwei Lager, aber in zwei Abteilungen Die größere Abteilung beteiligte sich am Nachmittag an der Jahresfeier der Gesellschaft der Freunde Israels, die in alter Freundschaft und Beziehung mit unserer Mission steht und in diesem Jahr sogar einen Mitarbeiter aus dem Missionshaus in dem Missionskandidaten Schweizer bekommen hat. Und am Abend war die Jahresfeier der Bibelgesellschaft, die ja eng mit der Mission verbunden ist. Der Mittwochmorgen führte die Freunde der Frauenmission in der alten ehrwürdigen Martins⸗ kirche zusamen. Die Feier der Frauenmission erhielt einen be⸗ sonderen Charakter durch das 25jährige Jubiläum der Frauen⸗ mission und durch die Einsegnung und Abordnung von sechs Schwestern als Krankenschwestern und Lehrerinnen für ihre Arbeitsgebiete nach Kamerun, Borneo und China. Angeschlossen an diese Veranstaltung war die Jahresfeier des Missionskinder⸗ hauses. Auch sie, die Kleinen, die von ihren Eltern getrennt in der Heimat erzogen werden, gehören zu unserer Missionsfamilie,
gansieht. Nun haben wir aber zur Genüge die Erfah⸗
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Gruppen ausschalten wollen. Das würde dazu führen, daß die Ausübung der staatsbürgerlichen Pflichten nur im Rahmen einer der bisher bestehenden Parteien mög⸗ lich wäre, und daß man sich im besten Fall für die⸗ jenige entscheiden könnte, die man als das kleinere Uebel
rung gemacht, daß mit der Wahl des kleineren Uebels latsächlich das Uebel in unserm öffentlichen Leben nur immer größer wurde. Daraus ergibt sich für uns die Forderung: es muß möglich sein, die staatsbürgerlichen Pflichten gewissensgemäß und unabhängig von den großen Parteien auszuüben in Gruppen, die zunächst naturgemäß klein sein werden, von denen aber auf die Dauer doch ein Gesundungsprozeß für unser ganzes öffentliches Leben ausgehen kann. Wirkliche Zwerg⸗ bildungen ohne innere Lebensfähigkeit werden im öffentlichen Leben schon von selber durch einen immer⸗ hin noch weithin vorhandenen gesunden Sinn der Be⸗ völkerung abgelehnt; so hat beispielsweise weder der Häußerbund noch der Sparerbund bei den beiden letzten Reichstagswahlen auch nur ein eigenes Mandat im ganzen Reich davongetragen, weil dieser zu sehr auf eine einzelne Forderung, jene zu ausschließlich auf eine Person festgelegt war. Gruppen aber, die aus ernster Gewissensüberzeugung mündiger Menschen und Staatsbürger geboren sind, mit Mitteln formalen Rechts unterdrücken zu wollen, nur, weil man dazu die Macht und die Möglichkeit hat, muß auf die Dauer auch für die, von denen derartige Bestrebungen ausgehen, verhängnisvoll wirken, denn Unterdrückung der Ge⸗ wissensfreiheit in irgend einer Form hat immer eine Verschärfung der Verhältnisse des öffentlichen Lebens im Gefolge. Sie wird überdies, auch im vorliegenden Fall, nicht auf die Dauer zum Ziel führen, sondern kann höchstens eine Verlangsamung neuer Gestaltungen herbeiführen, die doch eintreten müssen, da die Ueber⸗ zeugung von der Notwendigkeit neuer Formen des öffentlichen Lebens an Stelle des bisherigen Partei⸗ wesens in immer weiteren Kreisen durchdringt und namentlich auch von den Teilen unserer Jugend, die ernsthaft denken, aufgenommen wird. Allen etwaigen Absichten, die auf eine Verschlechterung des Wahlgesetzes hinauslaufen, stellen wir die vom echristlichen Gewissen gebotene Forderung entgegen: Nicht Parteizwang, son⸗ dern weitgehende Gewissensfreiheit bei Ausübung unse⸗ rer Staatsbürgerpflichten!
Die Bedeutung der Reformation.
Die Bedeutung der Reformation hat der amn 23. Mai heimgerufene Berliner Lutherforscher, Profes⸗ sor Dr. Karl Holl in folgender Weise gewürdigt;
„Alle Gebiete der Kultur hat die Reformation tatsächlich befruchtet. Aber hat sie nicht mit dem was sie bisher geleistet hat, ihre Kraft erschöpft? Manche mochten das vor dem Krieg befürchten, unter dem Ein⸗ druck, daß zusammen mit der Religion überhaupt auch die Reformation an Werbekraft verlor. Heute schein, sich ein Umschwung anzubahnen. Der Sinn für Reli⸗ gion ist unter uns im Wachsen. Aber es droht auch die Gefahr, daß der neue Drang sich in Aberglauben und Träumerei verirrt. Wenn je, so tut heute Luther uns not, um hier eine Gesundung herbeizuführen. Nur ist eins nicht zu vergessen. Die Ueberzeugungskraft der Reformation beruhte auf der Wucht, mit der sie die sittlichen Begriffe einprägte. Und dort 5 der schwerste Schaden unserer Zeit. Die Gewissen sind überall ver⸗ wirrt. In Deutschland wie bei den anderen Völkern. Erst wenn an dieser Stelle eine Besinnung eingetreten ist, darf man auf eine Erneuerung unseres Volkes hof⸗ fen. Aber dann wird, so vertraue ich zuversichtlich, es sich auch erweisen, daß die Reformation nicht am Ende, sondern erst am Anfang ihrer Weltwirkung steht.“
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Verlust zweier bedeutender Männer zu beklagen. Der eine, und ihnen muß in besonderer Weise die Liebe der Missionsge⸗ meinde gehören.
Die kleinere Abteilung, erwählte Vertreter und Abgeordnete der Kirchen- und Missionsvereinigungen, fand sich am Dienstag zu ernster Arbeit und Beratung von Missionsanliegen zusammen, Es ist das die Heimatgemeinde⸗Vertretung. Man könnte sie auch das Missionsparlament nennen, denn hier tritt in idealer Weise in Erscheinung, was eigentlich ein Parlament sein soll, nämlich eine Vertretung, die die Aufgabe des Werkes auf sich zu nehmen und zu lösen sucht. Nicht von Rechten war hier die Rede, sondern das Bewußtsein der großen Verantwortung war vorherrschend, Das erweckt Vertrauen zu einem Werk, wenn man sehen kann, in welch echt christtlichem Geiste gearbeitet und an die Aufgaben herangetreten wird.
Ueberwältigend war der Einblick, den die finanzielle Lage der Mission gewährte. Zunächst einmal, daß die Bedürfnisse des Werkes mit nahezu 1: Millionen Mark bis auf einen Fehlbe⸗ trag von 50 000 Mark gedeckt werden konnten. Dann aber auch die ernsten Aussichten durch die großen Anforderungen der Ar beit, daß im laufenden Jahr ca. 2 Millionen Mark, täglich 6000 Mark, benötigt werden. Hier ist Glaube, der wagt und ver⸗ traut, der opfert und nimmt, erforderlich.
Dabei werden die Probleme, vor die sich die Mission draußen, auf den verschiedenen Missionsgebieten, besonders in Indien und China, gestellt sieht, immer ernster und verwickelter. Die Pro⸗ bleme ergeben sich aus den politischen und geistigen Strömungen, die sich oft gegen die Mission richten und von denen die jungen werdenden Missionskirchen nicht unbeeinflußt bleiben.— Auch die heimatliche Lage mit ihren erschwerten wirtschaftlichen Ver⸗ hältnissen und mit manchen geistigen Irrungen und Verzerrun⸗ gen erleichtert den Boden für die Mission nicht.
So hat sich beides, der Ernst und die Größe unserer Auf⸗
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