Ausgabe 
28.1.1906
 
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im Gießener Anzeiger alsVerhetzung bezeichnet und in einer abgedruckten, jedenfalls von der

Nr. 4.

Milteldeulsche Sountags⸗Zeitung.

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wurden, bei den Formern zum drittenmale in. einem Jahre! Diese unsere Mitteilung wurde

Werkleitung ausgehenden Zuschrift gesagt, daß nur die Akkordsätze einer kleinen Gruppe Arbeiter infolge Verbesserung der Betriebsein⸗ richtung reguliert worden wären. Zum Be⸗ weise dafür, daß keine Lohneinbuße eintreten werde, wird der Jahresverdienst eines Arbeiters angeführt, der sich von Jahr zu Jahr gesteigert habe. Demgegenüber müssen wir das von uns Gesagte aufrecht erhalten. Die Lohnherab⸗ setzungen haben tatsächlich startgefunden. Wenn übrigens vonLohnregulierungen die Rede ist, die vom Unternehmer ausgehen, so weiß jeder Arbeiter, daß das in den weitaus meisten Fällen eine Lohnkürzung bedeutet. Wenn trotzdem einzelne Arbeiter mehr verdienten, so beweist das nichts. Ste mußten dafür mehr Ar beit leisten, vielleicht hatten sie auch gewisse Vorteile bei der Arbeitsweise herausgefunden, oder besser bezahlte Stücke gefertigt. Prämien kommen nur einzelnen Arbeitern, bessere Löhne aber allen Arbeitern zu gute.

h. Altenbuseck. In einer am Sonntag Abend hier abgehaltenen öffentlichen Orts ver⸗ sammlung bekundeten auch die hiesigen Arbeiter den russischen Freiheitskämpfern ihre Sympathie. Genosse Schildbach aus Offenbach, der das Referat übernommen hatte, führte den An⸗ wesenden in klarer und leichtverständlicher Weise

Kampfe zu unterstützen und den Hinkel'schen Betrieb zu meiden.

J ueber den Bergarbeiterstreik auf der GrubeJuno undUranus wird uns weiter berichtet: Am Montag(15.) war eine Arbeiter⸗Deputation beim Direktor Foelling der Braunfels'schen Bergverwaltung vorstellig. Der Herr Direktor kann gar nicht begreifen, wie die unterdrückten Bergarbeiter über Nacht dazu gekommen sind, ihre Menschenrechte zu fordern, das heißt als Mensch zu leben und als solcher behandelt zu werden. Er sagte zu der Kommission: Sie möchten sich doch einmal in seine Lage hineindenken, er möchte lieber bei geringem Lohn Steine klopfen, als einen solchen verantwortlichen Direktorposten vorzustehen. Mit un⸗ gläubigen Lächeln nahmen die Arbelter diese Versicherung entgegen. Wissen sie doch ganz gut, daß, wenn der Direktor sich nach dem Schlaraffenleben eines Stein⸗ klopfers sehnt, er täglich und stündlich mit einem solchen tauschen kann.(Das meinen wir auch. Vielleicht wäre dann beiden Teilen geholfen. D. R.) Direktor Foelling vertritt rücksichtslos das Unternehmerinteresse, das muß man ihm lassen. Wir sind die Herren und damit basta. Mit einem derartigen Auftreten wird man die Arbeiter schwerlichzufrieden machen. Das scheint man auch in andern Kreisen zu fühlen. So wurde ein Kaufmann aus Niederquembach beim Bürger⸗ meister in Schwalbach vorstellig und ersuchte diesen, er möge doch die Vorsteher der einzelnen Gemeinden zu⸗ sammenrufen und zum Landrate sowie zum Prinzen von Braunfels schicken, damit die Arbeit wieder auf⸗ genommen würde, sonst würden die Bergleute der Sozial⸗ demokratie in die Arme getrieben. Und allerdings werden sie zur Einsicht kou men, wenn sie die gnädigen und sonstigen Herren in anderm Lichte als bisher er⸗ blicken. Am Dienstag, den 16. war die Kommission

die russischen Verhältuisse und Zustände, die Redner in Rußland selbst zu beobachten Ge⸗ legenheit hatte, vor Augen. Besonders die Schilderung der bäuerlichen Gemeinschaften, die teilweise recht kommunistischen Charakter tragen, waren ausgezeichnet und für das Ver⸗ ftändnis der russischen Bewegung sehr voll⸗ kommen. Nachdem er noch die verschiedenen Kämpfe beleuchtet hatte, ging er auf die deut⸗ schen Wahlrechtskämpfe ein, und forderte die Anwesenden auf, mitzuwirken an der Verbesse⸗ rung auch des hessischen Systems. Lebhafter Beifall folgte den trefflichen Ausführungen. Mit einem kräftigen Appell des Vorsitzenden, zahlreich dem Wahlverein beizutreten und die Arbeiterpresse zu lesen, schloß, nachdem noch die bekannte Resolution einstimmig angenommen wurde, die Versammlung.

aus dem Rreise Alsseld⸗Cauterbach.

d. Alsfeld. Die freie Turner⸗ 11 aft feiert am 3. Februar ihr Stiftungsfest m Saale des HotelDeutsches Haus. Sämt⸗ liche Vereine des 3. Bezirks sind höflichst ein⸗ geladen.

Aus dem Odenwald.

Die Steinarbeiter im Odenwald treiken schon seit mehreren Wochen. Ihr Kampf richtet sich besonders gegen die Lohn⸗ drückeret zweier Unternehmer, die in verhältnis⸗ mäßig kurzer Zeit ein bedeutendes Vermögen erworben, oder richtiger gesagt, den Arbeitern abgepreßt haben. Der Kampf ist für die Ar⸗ beiter schwer, doch haben sie bisher tapfer aus⸗ gehalten. Keiner der Ausgesperten ist abtrünnig geworden, mutig harren alle aus. Aber hart⸗ näcktger wird der Kampf von Tag zu Tag. Die protzigen Millionäre legen es darauf an, ihren Willen höher zu stellen als Gesetz und Recht, ste gehen darauf aus, das Koalitions⸗ recht der Arbeiter zu erwürgen. Das darf nicht geschehen! Die Arbeiter allerorts werden um nachhaltige pekunläre Unterstützung ersucht. Gelder sind zu senden an: Ph. Barwig, Bensheim, Friedhofstr. 20.

Aus dem Rreise Wetzlar.

t. Ueber die Handschuhfabrik J. Hinkel hat die Handschuhmacher-Organi⸗ sation die Sperre verhängt. Die dort be⸗ schäftigten Arbeiter hatten sehr viel über die Behandlung zu klagen, die als brutal und chikanös bezeichnet wird. Hinkel sucht nun überall Arbeitskräfte und verspricht sogar Retse⸗ vergütung. An die hiesigen und auswärtigen Lederbimser, Zurichter ꝛc. wird daher die Mahn⸗ ung gerichtet, die Handschuhmacher in ihrem

zum Landrat beschieden worden, wo die Forderungen der Bergleute protokolliert und ihnen mitgeteilt wurde, daß Montag, den 23. vor dem Einigungsamt in Wetzlar verhandelt werden solle. Der Pfarrer Schneider von Nauborn, der doch in erster Linie ein Schützer für die Armen und Unterdrückten sein sollte, scheint sich ebenfalls auf Seite der Unternehmer zu stellen. Im Konfirmanden⸗ unterricht richtete er an ein Kind die Frage: War dein Vater auch am Sonntag in der Versammlung in Schwalbach? Als die Frage in bejahendem Sinne be⸗ antwortet wurde, meinte er weiter zu dem Kinde: Dann kann dein Vater jetzt noch mehr Trübsal blaseu; du bekommst jetzt schon nicht satt zu essen und siehst so spitz aus. Wenn der Vater des Kindes ein Gehalt von 4 800 Mark jährlich beziehen würde, wie der Herr Pfarrer Schneider, würde das arme Wesen jedenfalls nicht so elend aussehen. Für soviel Geld muß ein Bergmann acht lange Jahre von früh bis spät sich ab⸗ quälen! Und wenn der Vater jenes Kindes durch An⸗ schluß an die Organisation seine traurige Lage ver⸗ bessern will, um die Seinen menschenwürdig ernähren zu können, macht der Prediger der christlichen Liebe Glossen darüber, die jehr wenig christlich sind. Christus handelte anders! Er besaß den Mut, auch den Reichen die Wahrheit zu sagen! Heute aber haben die meisten sogenannten Diener einen heillosen Respekt vor dem Geldsack! Am Donnerstag ging die erste Auszahlung der Streikunterstützung unter Anwesenheit zweier Wacht⸗ meister vor sich. An Schutz fehlt es also nicht. Die Stimmung unter den Streikenden ist gut.

k. Die Gemeinde vorsteherwahlen in Krofdorf und Gleiberg sind vom Landrat bestätigt worden. Da sind nun doch die Treibe⸗ reien der Bürgervereinsleute vergeblich gewesen, die den gewählten Vorsteher Pfeifer in Krofdorf beim Landrat als Sozialdemokrat verdächtigten, um seine Bestätigung zu hintertreiben. Uns kann ja schließlich gleichgültig sein, ob dieser oder jener Gegner Vorsteher wird, aber es be⸗ friedigt uns doch, wenn schofle und hinterhäl⸗ tige Manöver mißlingen.

- h. Die Demonstrations⸗Ver⸗ sammlun gen in Gleiberg und Launs⸗ bach waren voll besetzt und verliefen aufs beste.

t. In der christlichen Konsum⸗ Verkaufsstelle in Langenaubach b. Haiger haben sich arge Mißstände heraus⸗ gestellt, so daß ste geschlossen wurde. Ueber den Verbleib von 140 Mk. soll der Nachweis fehlen; geleistete Anteilzahlungen sollen im Hauptbuch nicht eingetragen sein.

Aus dem Nreise Marburg⸗Rirchhain. Gegen die preußtische Schul⸗ gesetzvorlage nahm am Donnerstag eine

namentlich von Akademikern und Lehrern stark besuchte Versammlung Stellung. Als Redner

Es wurde eine längere Resolution beschlossen, die sich entschieden gegen die konfesstonelle Schule, besonders gegen die Eingriffe des Entwurfs in die kommunale Selbstverwaltung ausspricht.

§ Wahlverein. Die erste giesjährige Wahlvereinsversammlung findet diesen Samstag den 27. Januar bei Jesberg statt. Bekanntlich steht der Punkt: Beitragserhöhung auf der Tagesordnung. Die Genossen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Auch bittet der Kassterer, daß die Beiträge für das 4. Quartal 1905 beglichen werden mögen, damit die Ab⸗ rechnung nicht unnötig verzögert wird.

Unsere Marburger Volksküche, ein Justitnt, das nur aus wohltätigen Mitteln erhalten wird, soll einem Gerücht nach am 155 März eingehen. Uns wundert überhaupt, daß dieses Institut noch besteht. Ist doch die Zahl derKostgänger von Tag zu Tag kleiner geworden. Wenn schon die in Bezug auf Kost

den Gästen der Volksküche die Mehrheit bildeten, mit dem dort Gebotenen nicht zufrieden waren, dann muß es wirklich nicht weit her sein. Oder ist die Fleischnot daran schuld?

Der ArbeitergesangvereinEin⸗ tracht hält am Mittwoch, den 31. Januar, seine Generalversammlung ab, zu der die Mit⸗ glieder recht zahlreich erscheinen wollen. Beginn Abends ½9 Uhr bei Jesberg.

Mit dem Bahnhofs um bau ist be reits begonnen worden. Zu diesem Zwecke ist in dem dies⸗ jährigen Etat eine weitere Rate von 200 000 Mk. ein⸗ gestellt worden. Außerdem wird der Bahnhof mit elek⸗ trischem Licht beleuchtet werden.

* Der städtische Haushaltungsplan für das Rechnungsjahr 1906 schließt in Einnahme und Ausgabe im Ganzen mit 2 061510 Mk. Auf außer⸗ ordentliche Ausgaben entfallen davon 1 134 000 Mk., zu deren Deckung eine Anleihe von 853 000 dienen soll. Für die ordentlichen Ausgaben müssen 355 000 Mk. an Steuern aufgebracht werden. Der Magistrat schlägt u. a. vor, vom Grundbesitz in der Höhe von 1,8 vom Tausend des gemeinen Wertes zu erheben. Zuschlag zur Einkommensteuer soll 122% betragen.

Siehe Fortsetzung(Marburg) Seite 6.

Kleine Mitteilungen.

* Einstürz einer Brücke. Die Saarbr ücke in Settingen bei Trier stürzte vorige Woche ein. Fünf Arbeiter stürzten in die hochgehende Saar. Einer ertrank, die vler anderen konnten sich bis Rettung kam, an den Balken festhalten.

* Opfer der Arbeit. Im Altenbeckener Tunnel wurden am Donnerstag drei Arbeiter verschüttet. Die Rettungsorbeiten waren erfolglos. Einem vierten an derselben Stelle beschäftigten Arbeiter war es möglich, sich mit Hilfe anderer Arbeiter zu retten.

Partei-Nachrichten.

Wahlverein Gießen. Die Parteigenossen werden frdl. ersucht, die ihnen zugestellten Fragebogen umgehend ausgefüllt zurückzugeben. Die in der Ver⸗ sammlung am Montag veranstaltete Sammlung für die Opfer der russischen Revolution ergab 17 Mk., die an den Parteivorstand abgeschickt worden find.

Quittung. Für den Preßfonds von Th. M. durch Sp. Mk. 10.

Der Vorstand.

Versammlungs kalender.

Samstag, 27. Januar. Gießen. Wahlverein. Abends 9 Uhr Ver⸗ sammlung bei Orbig. Sonntag, den 28. Januar.

Alsfeld. Freie Turnerschaft. Nachmittag s 3 Uhr imStadtpark Generalversammlung. Montag, den 29. Januar. Marburg. Schneider abends ½9 Uhr bei Hill⸗

berger. Dachdecker abends 8 Uhr öffentliche Versammlung bei Jesberg. Dienstag, den 30. Januar. Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr Sitzung bei Orbig. Sonntag, den 3. Februar. Gießen. Brauer. Nachmittags 2 Uhr Ver⸗ sammlung bei Löb(Wiener Hof).

Wahrer Jatob; Süddeulscher Postillon. Witzblätter. Erscheinen alle 14 Tage. Preis 10 Pfg

traten die Herren Professoren Dr. Aschoff und Natorp, sowie Rektor Hentze auf.

Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. Allwöchentlich ein Heft. Preis 25 Pfg.

gewiß nicht verwöhnten Bauarbeiter, die unter

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