Ausgabe 
30.9.1906
 
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Ne. 1.

Gießen, den 7. Januar 1906.

Redaktion:

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Beginn der letzten Flessch euerung, nur zu sehr gemerkt hat, daß die indirekten Steuern auf alle Lebensbedürfnisse ein mächtiges Loch in alle Berechnungen und in alle Sparsamkeits⸗ absichten reißen. Außerdem werden die Er⸗ fahrungen der einzel nen Haushaltungen durch die Statistik durchaus bestättigt. Wie könnte es auch anders sein! Für eine Anzahl von Städten hat man neuerdings die Wirkungen der Erhöhung der Lebensmittelpreise auf die breite Masse der Konsumenten festgestellt. Es ergibt sich daraus, daß die Kosten der Ernähr⸗ ung im Durchschnitt für eine Familte mit vier Köpfen betrugen in Mark:

pro Woche: 1900 1901 1902 1903 1904 1905 20,44 20.56 20.72 21.15 21.29 21.98 pro Jahr:

1062.88 1069.12 1077.44 1099.80 1106.98 1142.96 Eine Familie, die für die Nahrungsmittel⸗

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menge im Jahre 1900 1062.88 Mark zu be⸗ 22. O

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Gegen 1904 ist die Steigerung der Nahrungs⸗ mittelpreise im Vergleich zu den früheren Jahren geradezu sprunghaft. Sie beträgt jähr⸗ lich rund 36 Mark, während die Steigerung

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1520* man die indirekten Steuernnicht merkt!

Hoffentlich sorgt gerade die maßlose Ueber- spannung dieses Steuersystems dafür, daß auch dem Blödesten die Augen über das Unheilvolle und Wohlstandsverwüstende, über das Kultur⸗ feindliche und Ungerechte dieser Steuer allmäh⸗ lich geöffnet werden.

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Obige Ausführungen, die wir einem Partei⸗ blatte entnehmen, finden ihre Bestätigung durch eine Verteuerung der Schuhwaren, die von den Fabrikanten jetzt angekündigt wird, und die Familienväter recht sehrmerken werden. Es war ja vorauszusehen, daß der Vieh⸗ und Fleischnot notwendigerweise eine Steigerung der Leder⸗ und damit der Schuh⸗ warenpreise folgen muß. Bereits vor Monaten ist eine solche erfolgt und schon wird eine neue angekündigt. So veröffentlicht der Verein der Tuttlinger Schuhfabrikanten folgende Mit⸗

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indüstrie sest Jahrzehnten, abgesehen von der rasch verlaufenen Hausse des Jahres 1895, nicht gekannt hat. Die Berechtigung dieser Preisbe⸗

wegung ist durch die Tatsache erwiesen, daß! bringen.

Ler- Ig H. A- De. Bedertanl.

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enen Gegen die Tabaksteuer⸗Erhöhung!

Einen neuen Aufruf richtet die Zentralkommission der Tabakarbeiter Deutschlands an alle Wahl vereine, Ge⸗ werkschaftskartelle und Gewerk⸗ schaften. Unter Hinweis auf die drohende Erhöhung der Tabaksteuer richtet die Kommission das Ersuchen au die erwähnten Vorstände, dem Kampfe gegen die neue Belastung des Tabaks f ihre Unterstützung zu leihen. Es heißt in dem 0 Aufrufe: n

Sollten diese Vorlagen Gesetz werden, würden nicht nur viele Zehutausende von Ta⸗ bakarbeitern brotlos und mit ihren Familien dem Elend preisgegeben werden, in der Wechselwirkung würde es sich nicht nur um Hunderttausende geschädigter Personen handeln, sondern diese Schädigung würde sich auf alle Industriezweige erstrecken und diese ebenfalls in Mitleidenschaft ziehen. Die Kommisston hat in

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Profekte geslanden. Wir rechnen auch jetzt darauf, daß alle Arbeiter Schulter an Schulter stehen werden, um diese Entwürfe zu Fall zu