Ausgabe 
27.5.1906
 
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Nr. 21.

Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.

Seite 5.

für das Schulwesen stolz zu sein ist die Stadt Wetzlar aus der Reihe solcher Städte von vornherein ausnehmen!

h. Bürgerrechtsgel d. Von Seiten der Stadtverwaltung ist an verschiedene Ein⸗ wohner die Aufforderung ergangen 3 Mark Bürgerrechtsgeld zu entrichten. Wir raten unsern Freunden und Genossen, dieser Aufforde⸗ rung baldmöglichst nachzukommen, damit ste sich das Gemeindewahlrecht sichern. Wer Pflichten gegen das Gemeinwesen erfüllen muß, handelt nur verständig, wenn er sich auch seine ohnedies geringfügigen Rechte zu wahren sucht.

h. Teure Fleischpreise müssen die Wetzlarer noch immer bezahlen. Während in vielen Orten eine Herabsetzung der Fleischpreise stattgefunden hat, erhöhte die Wetzlarer Metzgerinnung die Preise für Rind⸗ und Ochsen⸗ fleisch, letzteres um 4 Pfg. das Pfund! Gegen diese, nach unserer Meinung ungerechtfertigte Preissteigerung sollte sich das Publikum energisch zur Wehre setzen.

h. Der Ausstand der Marmorarbeiter im Ne u⸗ mannschen Marmorwerke dauert noch an. Bereits viermal suchten die Streikenden erfolglos um Verhandlung nach. Herr Neumann, der sich nach außen als Bieder⸗ mann zu geben weiß, behandelte Leute, die bereits 20 Jahre bei ihm gearbeitet haben, geradezu empörend. Zu einem solchen sagte er:Was wollen Sie? Ich kenne Sie nicht; Sie stehen nicht bei mir in Arbeit! Die Streikenden sollen die Arbeit aufnehmen, dann wolle er mit den Einzelnen verhandeln. Unternehmerdünkel, dem die Arbeiter festen Zusammenhalt entgegenstellen müssen!

k. Krofdorf. Wegen Schüler miß⸗ handlung wurde gegen den hiesigen Lehrer Hofmann J. Strafantrag gestellt. Vor etwa 14 Tagen ohrfeigte er den 13 jährigen Sohn der Witwe Bender dermaßen, daß diesem, wie später durch den Arzt festgestellt wurde, das Trommelfell des einen Ohres zerriß und der Junge infolgedessen das Gehör zum Teil ein⸗ büßte. Und diese übertriebene Züchtigung er⸗ folgte nicht etwa wegen Ungezogenheit des Jungens, sondern, weil er die Rechenaufgaben nicht ordentlich ausgeführt hatte! Wir geben gerne zu, daß ein Lehrer seine Last und Mühe hat; gegen eine derartige verwerfliche Unter⸗ richts⸗ und Erziehungs⸗Methode muß aber mit aller Entschiedenheit protestiert werden. Ein alter Mann, wie der in Rede stehende Lehrer, sollte sich doch nicht zu solchen Ausschreitungen hinreißen lassen. Der Vorfall wird im Orte allgemein und mit Recht mißbilligt; selbstver⸗ ständlich wollen die Eltern ihre mit vielen Opfern und Mühen großgezogenen Kinder nicht zum Krüppel geschlagen haben. Es kam übri⸗ gens früher schon einmal ein ähnlicher Fall vor, der aber nicht weiter verfolgt wurde.

h. Parteifreunde, Arbeiter! Jetzt, wo die Zeit der Ausflüge wieder gekommen ist, müssen wir besonders darauf achten, nur in solchen Lokalen einzukehren, die uns auch zu Versammlungen zur Verfügung stehen, oder in denen, wenn Lokalitäten zu Versammlungen nicht vorhanden sind, unsere Presse aufliegt und uns das gleiche Entgegenkommen wie anderen Parteien gezeigt wird. Als solche Lokale nennen wir vorläufig die folgenden: Wetzlar: Gasthauszur Glocke; Gleiberg:

Zum Schwarzen Walfisch und bei Feußer; Krof dorf: Wtw. Abel; Launsbach: W. Komp; Schwalbach: Gastwirt Bender; Niederquembach: Gastw. Zimmermann; Bon baden: Wtw. Sorg; Burgsolms: Gastwirte Rühl, Tiefenbach und Viering.

Westerwald und Anterlahn.

h. Maurerstreik in Dillenburg. Auch auf dem Westerwald macht die Arbeiter⸗ bewegung trotz aller Unterdrückungsversuche durch die schwarze und blaue Gendarmerie er⸗ freuliche Fortschritte. Die Arbeiter beginnen zu erwachen; das Klassenbewußtsein fängt an, sich zu regen. Davon legt die Tatsache Zeug⸗ nis ab, daß seit Freitag in Dillenburg 40 Mau⸗ rer streiken, weil zwei ihrer Kollegen gemaß⸗ regelt worden sind. Es ist der erste Streik, der auf dem Westerwald zum Austrag kommt. Daß es ein Solidaritätsstreik ist, macht ihn um so bedeutungsvoller. Das dortige Spießer tum ist ganz erstauat ob dieses Ereignisses,

Aus dem Rreise Marburg⸗Nirchhain.

W. Ein Gewerbegericht und ein Kaufmanns⸗ gericht wird in Marburg am 1. Januar 1907 errichtet werden. Nachdem die Handlungsgehilfen die Errichtung eines Kaufmannsgerichts durchgesetzt haken, hat der Magistrat beschlossen, auch gleichzeitig ein Gewerbegericht zu errichten. Am Samstag fand die durch Gesetz vor⸗ geschriebene Anhörung von Beteiligten aus dem Kreise der Arbestgeber und der Arbeitnehmer statt. Von letzteren waren eingeladen und erschienen ein Buchdrucker, ein Mechaniker, ein Schreiner, ein Schlosser und ein Maurer; der erste Mitglied des Buchdruckerverbandes, der letzte christlich organisiert und die anderen drei bei keiner Organisation. Das Statut setzt die Zahl der Beisitzer auf sechs fest, drei Arbeitgeber und drei Arbeitnehmer, die Wahlperiode beträgt drei Jahre. Daz Gewerbe⸗ gericht wird nur für die Stadt Marburg errichtet, da die Kreisverwaltung die Ausdehnung auf den ganzen Kreis abgelehnt hat.

Konsum⸗Verein. Die letzte Ge⸗ neralversammlung des Konsum⸗Vereins war infolge des schlechten Wetters nur von 65 Mitgliedern besucht. Geschäftsführer Fischer gab zunächst den Geschäftsbericht, der wiederum einen erfreulichen Mitgliederzuwachs und Steige⸗ rung- des Warenumsatzes verzeichnet. Mit der Errichtung der Bäckerei gab es indessen Schwierigkeiten. Zwar genehmigte die Bau⸗ behörde anstandslos die Zeichnungen zum Neu- bau, der Magistrat jedoch verweigerte die Bauerlaubnis, weilein Bedürfnis zur Errich⸗ tung einer neuen Bäckerei nicht vorliege.(1!) Weiter führte der Magistrat als Grund seiner Verweigerung an, daß das Villenviertel, in dem der Konsum⸗Verein seine Bäckerei(im Hofe) bauen will, an Ansehen verlieren werde. Zur Erheiterung der Versammlung beschrieb der Geschäftsführer dasVillenviertel näher. In nächster Umgebung befindet sich zum Beispiel: das Gefängnis, eine Wurstfabrik, verschiedene Schreinereien, Bäckereien, Kunst⸗ glaserei und sonstige kleinere Betriebe. Durch Errichtung einer neuen modernen Bäckerei könnte also dasVillenviertel nur an Ansehen ge⸗ winnen. Man sieht daraus, welche Mühe es dem Magistrat verursacht haben muß, Gründe zu finden, um die Errichtung der Bäckerei zu verhindern. Schließlich mußte die Bedürfnis⸗ frage herhalten. Natürlich wird sich der Kon⸗ sumverein dabei nicht beruhigen, sondern sein Recht weiter verfolgen. i

Wahlverein. Samstag, den 24. Mai findet bei Jesberg die monatliche Wahlvereins⸗ versammlung statt, die diesmal eine interessante und wichtige Tagesordnung aufweist. Zunächst hält Parteisekretär Gen. Rudolf⸗Frankfurt einen Vortrag. Ferner soll ein endgültiger Be⸗ schluß über die Kandidatenfrage zur nächsten Reichstagswahl gefaßt werden. Desgleichen werden die neuen Mitgliedsbücher verabfolgt. Ein Erscheinen sämtlicher Parteigenossen ist da⸗ her dringend notwendig.

Teures Brot. Es wird doch immer dafür gesorgt, daß der Arbeiter nicht zu üppig wird. Konnten wir in der vorigen Nummer ein Herabgehen der Fleischpreise berichten, so haben wir jetzt eine Steigerung der Brot⸗ preise zu beklagen. Die Marburger Bäcker⸗ meister haben beschlossen, den Preis des Brotes um 2 Pfg., pro Laib also auf 48 Pfg. zu er⸗ höhen. Für die minderbemittelte Klasse bedeutet das eine recht schlimme Pfingstbotschaft.

Versammlung. Am Sonntag, den 27. Mai, nachmittags punkt 2 Uhr, findet im Hildemann'schen Lokale eine gemeinschaft⸗ liche Versammlung der Freien Turner⸗ schaft Ockershausen mit dem Arbeiter⸗Gesang⸗ VereinEintracht in Marburg statt. Der Zweck dieser Versammlung ist, nach dem Vor⸗ dilde anderer Städte, eine Verschmelzung der beiden Vereine zu einem gemeinschaftlichen Ar⸗ beiter⸗Verein herbeizuführen. Den Mitgliedern des neu zu gründenden Arbeiter⸗Vereins ist es dann in Zukunft möglich, bei einem monat- lichen Beitrage die Vorteile der jetzt bestehenden beiden Vereine zu genießen. Da die Vorarbeiten bereits erledigt sind, so erwarten wir, daß die Mitglieder beider Vereine in dieser Versamm⸗ lung recht zahlreich und pünktlich erscheinen.

das an allen Biertischen Gegenstand der Er⸗ örterung ist.

Arbeiterbewegung.

Zur Metallarbeiter⸗Aussperrung. Während man in den letzten Tagen eine Beilegung des Konflikts in der Metallindustrie erwarten durfte, hat sich jetzt die Situation wieder verschäift. Es ist möglich, daß nächsten Samstag Handerttausende Metallarbeiter ausge⸗ sperrt werden, obwohl in Offenbach, Braunschweig, Dresden ꝛc. eine Einigung bezüglich der Former erreicht wurde.

Partei-Nachrichten.

Kreisfest in Hausen. Diejenigen Parteiorza⸗ nisationen, die einen Extrazug benutzen würden, wollen dies unter Angabe der ungefähren Beteiligungsziffer bis zum 3. Juni bei dem Festkomitee, Gg. Beckmann, Gießen, Grünbergerstraße 44, angeben. Der Fahrpreis dürfte 35 Pfg.(Rückfahrtkarte) betragen, Schulkinder frei.

Wersammlungskalender. Samstag, den 26. Mai.

Gießen. Holzarbeiter. Abends ½7 Uhr Ver⸗ sammlung bei Löb. Metallarbeiter abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.

Alten⸗Buseck. Volksverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Wirt Becker.

Wetzlar. Allgemeine Gewerkschaftsver⸗ sammlung abends ½9 Uhr im Lokalezur Glocke. Referent Genosse Engelmann⸗Worms.

Sonntag, den 27. Mai.

Alsfeld. Holzarbeiter. Nachm. 4 Uhr Versamm⸗

lung imStadtpark. Refer. Engelmann⸗Worms

An unsere Leser! Wiederholt sind bei uns Beschwerden wegen unpünktlicher Bestellung eingelaufen. Es wurde darüber geklagt, daß die Zeitung verspätet oder gar nicht in die Hände der Abonnenten gelange. Wir bitten, die Re⸗ klamationen zunächst bei dem Austräger oder bei der Expedition anzubringen; unter Um⸗ ständen Ersatznummern zu verlangen. Vielfach wird auch die Zeitung richtig bestellt, auf Treppen oder Vorplätzen niedergelegt, aber dann von Unbefugten weggenommen. Dem kaun man leicht damit begegnen, daß man am Hauseingang Briefkästen mit deutlicher Namensaufschrift aubringt. Schließlich richten wir die Bitte an unsere Abonnenten, den Abonnementsbetrag regelmäßig zu Beginn des Monats oder Ouartals zu entrichten.

Literarisches.

Schule, Kirch⸗, Arbeiter. Unter diesem Titel hat Genosse Paul Göhre eine Broschüre er⸗ scheinen lassen, in der er den Zweck darlegt, den die herrschenden Klassen mit der Unterjochung der Volksschule unter die Vormundschaft der Pfaffen vertolgen. Er zeigt dann, wie schon heute die Volksschule eine Pflanz⸗ stätte der Reaktion, ein Instrument der Kirche, eine Anstalt zur religiösen Dressur der Kinder des Volkes ist. Diesen Zustand zu verewigen, ist das Bestreben der herrschenden Klassen. Göhre sucht dann nach Mitteln, mit denen dieser Zweck vereitelt werden kann und er kommt zu dem Schluß, daß das wirksamste Mittel sei: der Austritt aus der Landeskirche! Der Preis dieser Broschüre ist 15 Pfg., sie ist in jeder Parteibuchhand⸗ lung zu haben; ebenso in der Expedition der Mittel⸗ deutschen Sonntags⸗Zeitung.

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