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Nr. 3.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Seite n.
weil er sich bemüht hatte, die Interessen serner Kolleg en zu vertreten und diese dem Verbande zuzuführen such te, Sofort legten sämtliche dort beschäftigten Verbandsmit⸗ glieder und noch andere, dem Verbande nicht angehörige Arbeiter, insgesamt mehr als 20 Man n, die Arbeit nieder. Daraufhin ließ der Werkführer die Leute rufen und fragte sie nach dem Grunde der Arbeitsein⸗ stellung. Dieser wurde ihm klar und deutlich ausein⸗ andergesetzt und erklärt, daß man die Arbeit nicht wieder aufnehmen würde, bevor nicht der gemaßregelte Kollege wieder eingestellt würde. Man sah sich veranlaßt, den Entlassenen wieder einzustellen. Das war sehr richtig und sehr brav von den Leuten gehandelt und es beweist dieser Fall, wie notwendig der Zusammenhalt der Acbeiterschaft ist und daß, weun dieser vorhanden, der einzelne vor wirtschaftlichen Schädigungen geschützt wird, die ihm sonst drohen, wenn er die Arbeiterinteressen wahrnimmt.
— In Alten⸗Buseckhat sich ein„Bürger verein“ gegründet, der nach dem„Gieß. Anz.“ 70 Mitglieder zählen soll, doch sind es, wie uns berichtet wird, noch nicht die Hälfte. Als Zweck dieser Vereinigung wurde die Bekämpfung der Sozialdemokratie bezeichnet. Unsere Genossen dort sind ja jederzeit auf dem Platze gewesen, ste sollten sich aber noch mehr bemühen, auf⸗ klärend zu wirken.
— Ordnungsparteilicher Terrorismus. Kurz nach der Landtagswahl haben wir einige Beispiele angeführt, in welcher Art und Weise von den Gegnern gearbeitet wurde. Wir sagten damals schon, daß unsere Genossen ein außerordentlich hohes Maß von Gemüts⸗ ruhe an den Tag gelegt haben. Es wurde uns zu gleicher Zeit ein Fall von Daubringen mitgeteilt, auf den wir aber nicht weiter eingingen, weil wir das Berichtete für unglaublich hielten. Trotzdem hatte es damit seine volle Richtigkeit, wie uns jetzt erst wieder einwandsfrei bestätigt wurde. Danach zahlte der in Daubringen gewählte Leun'sche Wahlmaun Dort beim Wirt Metzger am Abend der Wahl etwa für vierzig Mark Bier, daß zum größten Teile von Bahnarbeitern vertilgt wurde. Nachts nach elf Uhr drang der Wahlmann mit dem Vorarbelter Walter in die Woh⸗ nung des Arbeiters Braun ein, den sie in Verdacht hatten, sozialistisch gewählt zu haben und schrien ihn an:„Was hast Du gewählt 2“ In seiner Verblüffung wußte der bereits im Bett liegende, so Ueberfallene nicht gleich die richtige Antwort zu geben. Jeder andere hätte die frechen Eindringlinge zum Hause hinausge⸗ prügelt und sie obendrein wegen Hausfriedensbruch an⸗ gezeigt, weil sie zu nachtschlafender Zeit in fremde Woh⸗ nungen eindrangen und da Miene machten, gewalttätig zu werden. Man sollte derartige Dinge nicht für mög⸗ lich halten!
— Noch ein Erfolg gemeinsamen Hau⸗ delns ist aus Beuern zu berichten. Dort wird die Wasserleitung angelegt, wobei eine ziemliche Anzahl Maurer und Erdarbeiter be schäftigt sind. Die Ausführung ist einem Unter⸗ nehmer aus dem Wetzlarer Kreise übertragen worden, dessen Parlter Ochs die Arbeiter unge⸗ hörig behandelte. Das bekamen die Leute end⸗ lich satt und erklärten dem Unternehmer Schlebusch, daß sie unter diesem Menschen nicht weiter ar⸗ beiten würden. Und sie setzten durch, daß Ochs von seinem Posten entfernt wurde. Recht so!
Aus dem Areise griedberg⸗Büdingen.
— In Niedereschbach liegt unsere Parteipresse— Frkftr. Volksstimme oder Mittel- deutsche Sonntagszto. in folgenden Lokalen auf: Wirtschaft von Wilh. Holz; Chr. Keßler, Gasthaus z. Stern; Ph. Steinmetz Wtw., Wirtschaft zur Traube; Fritz Liebach, zur schönen Aussicht; Joh. Link, Wirtschaft am Berg.(Unsere Parteifreunde sollten überall darauf halten, daß in den Wirtschaften, wo ste verkehren, auch ihre Presse aufgelegt wird. D. R.)
aus dem Nreise Alssesd⸗Cauterbach.
s. Eine Kreiskonferenz für den Wahlkreis Alsfeld⸗Lauterbach soll im März stattfinden und zugleich eine öffentliche Ver⸗ sammlung, zu der als Referent Dr. Michels vorgesehen ist.
d Militär Boykott ist, wie wir hören, über die Wirtschaft„Zum Stadtpark“ in Alsfeld verhängt worden, wo bekanntlich Sozialdemokraten verkehren. Was diese Maßregel hier für einen Sinn haben soll, wo alle Jubel jahre mal ein halbes Dutzend Soldaten auf Urlaub kommt, das begrelfe wer kann. Den
Aus dem Nreise Wetzlar.
n. Gesundheitsgefährliche Zustände herrschen auf der Grube„Amanda“, die den Buderus⸗ Werken in Wetzlar gehört. Vor längerer Zeit wurde schon in der„Bergarb. Ztg.“ auf die schlechten Trink⸗ wasser⸗Verhältnisse aufmerksam gemacht. Im Interesse der Allgemeinheit muß auf diese Dinge unbedingt hin⸗ gewiesen und Abhllfe verlangt werden. Diese Grube hatte nämlich seiner Zeit den Brunnen vom Hofgut Magdalenenhausen abgegraben und sie mußte deshalb für Wasser für den Hof sorgen. Das geschieht in der Weise, daß in der Grube Wasser aufgefangen, in ein Bassin geleitet und von dort mittels Druckpumpe in ein Reservoir geleitet wird, von dem der Hof wie auch die Bergarbeiter ihr Trinkwasser beziehen. Soweit wäre ja die Sache ganz gut, das„schönste“ kommt aber jetzt. In der Schachtanlage ist von der betr. Sohle bis zu Tage blos eine Leitung, in dieser wird da s Sumpfwasser, welches zur Speisung der Kessel ge⸗ braucht wird, durchge pumpt und fünf Minuten später wieder das„schönste“ Trinkwasser. Für Nicht⸗Bergleute muß bemerkt werden, daß dieses Sumpfwasser von ähnlicher Beschaffenheit ist, wie die Flüssigkeit einer Düngergrube. Es kommt vor, daß tote Ratten monatelang darin liegen, und oft genug erreichen die Bergleute den Abortkübel nicht und verrichten ihre Notdurft am Sumpf. Die Ratten werden nun von der Pumpe in tausend Atome zerfetzt, die Fäkalien werden mit hochgepumpt, wir betonen nochmals in der⸗ selben Leitung, in der dann das Trinkwasser kommt. Der eine Maschinist hält es manchmal noch nicht für nötig, die Leitung abzusperren, dann läuft die Brühe direkt in das Bassin. Viele Touristen und Spazier⸗ gänger machen den Weg über Hof Mag dalenen⸗ hausen durch den schönen Hochwald nach Oberndorf und erquicken sich an diesem„Trinkwasser“. Nur gut, daß sie nicht wußten, welchen Weg dasselbe genommen hat, sonst wäre so mancher schon vor Ekel erkrankt.
Hier sollte doch der Staatsanwalt im öffent⸗ lichen Interesse einschreiten! Solche polizeiwidrigen Zu⸗ stände können doch nur existieren, wenn jede Kontrolle fehlt. Soviel uns bekannt ist, steht die Grube„Amanda“ unter der Inspektion des Herrn Bergver walter Stähler, der es für seine Aufgabe hält, in dem Verein„Eleltri⸗ scher Funke“ bei opulentem Mahle gegen die Begehr⸗ lichkeit der Arbeiter und ihre Organisationsbestrebungen zu donnern. Und Leiter des Ganzen ist Herr General⸗ direktor Kaiser, der jedenfalls von diesen Dingen keine Kenntnis hat, sonst hätte er doch sicher schon einge⸗ griffen.
h. Einbrecher haben in den letzten Tagen in Wetzlar eine lebhafte„Tätigkeit“ entwickelt. In sehr belebten Stadtteilen sind
inbrüche verübt worden, doch scheint, nach dem Berichte des Amtsblattes, den Dieben nicht viel in die Hände gefallen zu sein. Die Spitz⸗ buben machen sich, wie es scheint, den Umstand zu nutze, daß die Gendarmen im„Streikgebiet“ anwesend sein müssen, wo ste absolut nichts zu tun haben, denn die streikenden Bergleute sind außerordentlich friedlich, es ist noch nicht das geringste Ungesetzliche oder Ungehörige vorge⸗ kommen. Trotzdem reiten zwei Gendarmen immerwährend um die Grube„Juno“ herum! In der Stadt wären die Beamten nötiger.
aus dem Nreise Marburg⸗Rirchhain.
„Die Generalversammlung des Konsumvereins am Sonntag erfreute stch eines guten Besuches. Aus dem vom Geschäfts⸗ führer Fischer erstatteten Geschäftsbericht vom 1. Okt.— 31. Dez. 1905 ging hervor, daß die Mitgliederzahl auf 570 gestiegen ist und auch der Umsatz sich dementsprechend gehoben hat. Während sonst die Entwickelung der Genossen⸗ schaft durchaus befriedigend ist, gibt nur die mangelnde Pünktlichkeit bei Einzahlung der Geschäfts anteile zu Klagen Veranlassung. Jedes Mitglied sollte bemüht sein, hierin Wandel zu schaffen. Im Weiteren wurde beschlossen, zu einem von der Verwaltung zu bestimmenden Zeitpunkte ein Flaschenpfand von 10 Pfg. ein⸗ zuführen.
Unsere Volksküche geht nun wirklich ihrem Untergange entgegen. In der letzten Stadtverordnetensttzung fragten einige Mitglieder an, wie sich die Sache damit verhält. Der Oberbürgermeister erwideste, daß die Volksküche am 1. April sang⸗ und klanglos a wird. Sie rentiert sich jetzt nicht mehr; wäh⸗
22 000 Portionen ausgegeben wurden, siud es
Wirt wird dieses Verbot nicht besonders drücken.
jetzt täglich nur 30. Daß bei einer derartigen
Frequenz das Justitut nicht bestehen kann, ist leicht erklärlich. Und wer nichts mehr aus der Volksküche holt, weiß auch warum!
* Den Tod eines Arbeiters führte ein bedauerlicher Unglücksfall herbei, der sich am Montag in der Lehmgrube bei Ockershausen ereignete. Nach Feierabend wollte der Verun⸗ glückte, Wilhelm Burg, seinen Rock aus dem Geräteschuppen holen und mußte deshalb an der Lehmgrube vorbei. In demselben Moment löste sich eine größere Erdmasse los und ver⸗ schüttete den Arbeiter dermaßen, daß nur noch die Haud herausragte. Sein längeres Aus⸗ bleiben machte die übrigen Arbeitskollegen stutzig und, als man nach ihm forschte, war der Ar⸗ beiter bereits erstickt. Der Bedauernswerte hinterläßt Frau und zwei kleine Kinder.
Ein Handwerksbursche wurde am Sonntag halberfroren im Straßengraben bei Bernsdorf von einem Gendarm aufgefunden. Man brachte ihn in das nächste Haus und stellte Wiederbelebungsversuche an, die von Er⸗ folg begleitet waren. Er kam wieder zu sich und konnte, nachdem er sich gestärkt hatte, seine Reise fortsetzen.
y. Eine Dorf⸗ Revolution spielte sich in ver⸗ gangener Woche in dem kurhessischen Dorf Erfurts⸗ hausen im Kreise Kirchhain ab. Durch einen amtlich bestellten Auktionär aus Fulda sollte der aus Wohnhaus, Mobilar, Aecker und Wiesen bestehende Nachlaß einer Fräulein Emmerich, die in Fulda gestorben, aber in Erfurtshausen beheimatet war, meistbietend versteigert werden. Nach dem ursprünglichen Testament war das Vermögen teils der Kirchengemeinde zu Erfurtshausen, teilt einigen dortigen Elnwohnern zugedacht. Infolge eines Formfehlers hatte das Testament jedoch seine Gültigkeit verloren und dies war der Grund, daß in dem Dorfe eine große Erregung herrschte. Während der Versteigerung kam es zu solchen Tumulten, daß das Ausbieten eingestellt werden mußte. Der Auktionator, der zur Flucht gezwungen wurde, wußte keinen anderen Rat, als die Sachen nach dem eine Stunde entfernten Orte Schweinsberg zu schaffen, um dort den Verkauf zu Ende zu führen. Aber auch dort gabs solchen Spektakel, daß dies nicht möglich war.
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Partei-Uachrichten.
„Die März⸗Zeitung“ der Buchhandlung Vor⸗ wärts wird in diesem Jahre dem Gedächtnis Heinrich Heines gewidmet sein. Bekanntlich sind in diesen Tagen 50 Jahre seit dem Tode des Dichters verflossen, der in prächtigen Versen die Geißel seiner Satyre über Reaktion und Philistertum sausen ließ. Noch heute wehren die Rückwärtser aller Sorten dem Toten die marmorne Ehrung. So tritt auch hier die Arbeiterschaft auf den Plan, nach ihrer Weise den freien Sänger zu eh ren, indem sie sein Leben und Wirken weiten Volkskreisen nahe bringt. Das historische Bild wird Wilhelm Blos behandeln.— Hermann Wendel hat es übernommen, das Wesen und Wirken des Dichters in seiner charakteristischen Eigentümlichkeit zu schildern.— Ueber„die Frauen im Leben Heines“ schreibt A. Fend⸗ rich. Der Eiafluß des Dichters auf die Agitation der Sozialdemokratie wird von Hermann Molken⸗ buhr skizziert werden.— Heinrich Schulz wird die„Heine Ehrung“ in Deutschland kennzeichnen, während die Prosaschriften des Dichters eine Betrachtung durch John Schikowsky erfahren.— Zahlreiche Porträts, von Heine selbst und denen, die ihm im Leben nahestanden, und andere Illustratlonen zieren das Heft, das auch charalteristische Zitate aus den Werken enthalten, sowie ein Gedicht in der Handschrift des Dichters bringen vird. Der Preis für die Num ner beträgt 20 Pfennig, Bestellungen müssen spätestens bis 25. Februar aufgegeben sein.
Versammlungskalender.
Samstag, 24. Februar.
Marburg. Wahlverein. Abends 9 Uhr bei
Jesberg Versammlung, Sonntag, den 25. Februar.
Rödgen. Wahlverein. Nachmittags 3 Uhr Versammlung bei Wirt Bal ser. T. O.: Jahres⸗ schluß, Neuwahl des Vorstandes.
Marburg. Holzarbeiter, Nachmittags 3 Uhr
„begraben“
rend vor 2 Jahren bei der Gründung jährlich
außerordentliche Mitgliederversammlung bei Hill⸗ berger, Hirschberg. Nieder-Eschbach. Wahl verein. Nachmittags ö 4 Uhr im Vereinslokal. T.⸗O.: Gemeinde ⸗Vertreter⸗ ö Konserenz, Märzfeier. ö Montag, den 26. Februar. Gießen. Schneider verband. Abends 9 Uhr ö Versammlung bei Or big.
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