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Nr. 3.
Mitteldentsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 5.
Leichtes, die Mätzchen dieses Arbeiterzersplttters zurück⸗ zuweisen. Unsere Redner fanden stürmischen Beifall. Am letzten Sonntag fand dann in Erbach eine Ver⸗ sammlung statt, die sehr stürmisch verlief, da auch hier der Herr die Partei und Gewerkschaften mit Schmutz bewerfen wollte. Wenn da die Anwesenden in gerechte Entrüstung versetzt wurden, und ihr durch lebhafte Zwischenrufe Ausdruck gaben, so hat er das sich selber zuzuschreiben, und nicht die Zwischenrufer mit Titeln wie blöckende Schafe ꝛc. zu belegen.
Aus dem Rreise Wetzlar.
* Gemeindewähler in Preußen! Die Wähler⸗resp. Bürgerlisten liegen in den preuß⸗ ischen Gemeinden von 1 5. bis 3 0. Januar auf dem Bürgermeister⸗ oder Vorsteher⸗Bureau zur Einsicht auf. Sehe jeder Wahlberechtigte die Liste nach! Wer nicht in der Liste steht, kann nicht wählen!
W. Bergarbeiterstreik. Seit acht Tagen stehen die Arbeiter der Grube„Juno“ und„Uranus“ bei Nauborn im Streik. Wer vor einem Jahre den Leuten hier gesagt hätte, daß es hier zu einer Arbeits⸗ niederlegung kommen würde unter den Bergarbeitern, dem hätte man nicht geglaubt. Die Löhne sind hier außerordentlich niedrig, solche von 20—40 Mark monat⸗ lich sind keine Seltenheiten. Die Behandlung seitens der Beamten läßt viel zu wünschen übrig. Der Ober⸗ steiger Schmidt von diesen Gruben legt geradezu ein protzenhaftes Benehmen an den Tag. Am 30. Dezem⸗ ber 1905 legte der Mann den Leuten vom Uranus einen Gedingvertrag vor, den dieselben jedoch nicht unter⸗ schrieben, weil die Löhne zu niedrig waren. Am 8. Januar ließ der Obersteiger die betreffenden 19 Mann zu sich kommen und verlangte von ihnen, den Geding⸗ vertrag zu unterschreiben, andernfalls würde bis zum 15. Januar im Normalschichtlohn gearbeitet, der jetzt 2 Mk. beträgt, vor kurzem noch 1,60 Mk. auf 8 stün⸗ dige Schicht. Darauf fuhren die Leute am 9. Januar nach einer halben Schicht aus, als sie aber den anderen Morgen am 10. Januar wieder aufahren wollten, wurde ihnen erklärt, die Grube Uranus sei geschlossen. Darauf erklärten sich die Leute von der Grube Juno solidarisch und es stehen nunmehr seit einer Woche 82 Mann im Streik. Als Leiter des Streiks weilt das Mitglied des Verbands vorstandes Waldhecker aus Bochum hier, der am Donnerstag sowie am Sanntag in Nieder- quernbach, Bonbaden, Schwalbach in überfüllten Ver⸗ sammlungen über die Lage der hiesigen Bergleute sowie über den Stand des Streiks sprach. Sämmtliche 82 Ausständige gehören dem Verbande der Bergarbeiter Deutschlands an und erhalten vom ersten Tage ab pro Woche 9 Mark Streikunterstützung und für jedes Kind 50 Pfg. mehr. Die Stimmung unter den Ausstän⸗ digen ist gut.
Eiue Deputation von drei Mann steht mit dem Bergrat Höchst in Wetzlar sowie mit der Braunfels'schen Bergverwaltung in Verhandlung. Einen kleinen Erfolg hat der Streik schon gehabt. Waldhecker hatte am Donnerstag, den 11. d. M. in der Versammlung in Niederquernbach das Benehmen des Obersteigers Schmidt, der den Leuten gegenüber den Protz markiert, unter die kritische Luppe genommen. Der Herr Bergrat hatte die Deputation befragt, ob Obersteiger Schmidt viel leiste in Konsum von Spirituosen. Als die Deputation die Antwort auf die Frage, wahrscheinlich aus Furcht ver⸗ weigerte, erklärte ihnen der Herr Bergrat, daß Ober⸗ steiger Schmidt nicht wieder auf den Gruben Uranus und Juno in Funktion treten würde. An seiner Stelle trete der Obersteiger Heil von Braunfels. Obgleich ja nun die Belegschaft nicht weiß, welche Saiten Ober- steiger Heil aufziehen wird, ist man doch sehr damit einverstanden, daß der„schneidige“ Herr Schmidt den Gruben auf Nimmerwiedersehen den Rücken kehrt. Man wird ihm jedenfalls keine Träne nachweinen.— Wenn man den Bergarbeitern in Bezug auf die Lohnverhältnisse etwas entgegenkäme, würde der Streik bald beigelegt sein, was im gegenseitigen Interesse zu wünschen wäre, Heißt es doch schon in der Bibel, daß man den Ochsen, der da drischt, das Maul nicht verbinden soll. Die Berg⸗ leute wären vorläufig zufrieden, wenn sie wenigstens 3 Mk. täglich verdienten. Das zeigt wie erbärmlich die Verhältnisse sind, und wie bescheiden die Ansprüche der Leute. Ihre Lebenshaltung ist genau so wie die der Vogelsberger Arbeiter, die kürzlich in der Mitteld. Sonn⸗ tags⸗Ztg. geschildert wurde.
* Vorsicht! Vor Ankauf eines sogenannten „Volkslerikons“, das besonders in Fabriken von zu⸗ dringlichen Reisenden den Arbeitern angeboten wird, und fünfzehn Mark kostet, warnt die Parteipresse. Das Volkslexikon ist nun ein Buch, dessen Wert keines wegs dem dafür gezahlten Preise entspricht. Insbesondere Arbeiter erleben jedesmal eine Enttäuschung, wenn sie es erhalten. Die nationalökonomischen und sozialpoli⸗ tischen Artikel sind wissenschaftlich wertlos, voller unrichtiger Angaben und gehässiger Bemerkungen gegen die Arbeiterbe⸗ wegung und Sozialdemokratie, Das wird begreiflich, wenn man sich die Mitarbeiterliste
ansieht. Unter der Mitarbeiterliste für Sozialpolitik prangen die Namen Stöckerl Weber! Mumm! Burkhardt usw., lauter Wortführer der Christlich⸗ sozialen, Antisemiten und Sittlichkeitsvereinler. Das ganze Lexikon ist nichts anderes als ein Versuch der Stöckerianer, für ihre Anschauungen unter den Arbeitern Propaganda zu machen und gegen die Sozialdemokratie und die freien Gewerkschaften zu hetzen, und da sie offen nicht hervortreten dürfen, benutzen sie das Deckungsschild eines neutralen Volkslexikons. In recht raffinierter Weise suchen die Agenten des Verlags be⸗ sonders unter den Arbeitern in den Fabriken Abnehmer für das Machwerk, wobei sie ihnen natürlich bon dem wahren Charakter des„Volkslexikons“ keine Mitteilung machen. Merkwücdigerweise werden sie sogar in Fabriken zugelassen, in denen sonst kein Händler oder Reisender Eintritt erhält. Das sieht gerade so aus, als seien die Fabrikinhaber über die wahre Natur des„Volkslexikon“ orientiert. Wir warnen die Arbeiter mit allem Nach druck vor dem Ankauf von Dennerts Volks⸗Univer sallexikon. Das Buch kostet fünfzehn Mark. Jeder, der es bestellt, muß einen Schein unterschreiben, in dem er sich zur Abnahme und Bezahlung verpflichtet. Es muß bezahlt werden, wenn unterschrieben ist. Also Vorsicht! 5
h. Protestversammlungen finden Sonntag in Gleiberg und Launsbach statt. Siehe Inserat. 5
Westerwalsd und Anterlahn.
v. Behördliche Nadelstiche. Unsere Partei⸗ genossen im Limburger Kreise„erfreuen“ sich der Auf⸗ merksamkeit der Behörden im weitesten Maße. So wurde kürzlich eine Versammlung in Kirschhofen verboten, weil angeblich„der Saal zu alt und die Treppe zu schmal“ sei. Noch vor einem halben Jahr war dies nicht der Fall. Man hielt deshalb später die Versamm⸗ lung in Oders bach ab. Als es 5 Uhr und dunkel war, wurde von einem Genossen die im Saal hängende große Petroleumlampe angezündet. Jetzt hat der Gast⸗ wirt Schneider eine Vorladung vor den Kadi erhalten, weil er in einer öffentlichen Versammlung eine Petro⸗ leumlampe gebrannt habe(11). Außerdem müßten alle Türen nach außen aufgehen. Die Wirtschaft Schneider ist erst vor sieben Jahren umgebaut und durch das Landratsamt abgenommen worden. Was für Licht wird wohl bei den Versammlungen der patriotisch Gesinnten gebrannt. Wenn man glaubt, uns durch solche Nadel⸗ stiche in unseren Bestrebungen stören zu können, so irrt man. Wenns nicht anders ist, werden wir unsere Ver⸗ sammlungen bei Tage abhalten. Im übrigen schaden uns die Nadelstiche nicht so viel, wie einige Herren glauben, das beweist doch schon der Umstand, daß die Parteipresse in Odersbach täglich an Verbreitung ge⸗ winnt. Was die Polizei macht, brauchen wir nicht zu machen.— Auch in Niedershausen hat es die Behörde soweit gebracht, daß unsere Genossen kein Lokal mehr bekommen. Sie wissen sich aber zu helfen und halten ihre Versammlungen in Wäldern, Burgruinen ꝛc. ab.
— Eine Genossenschaftsbäckerei ist in Wirges im Westerwald gegründet worden. In diesem Orte besteht eine der Firma Siemens gehörige Glasfabrik und die dort beschäftigten Arbeiter haben die Errichtung der Bäckerei in die Wege geleitet. Veranlaßt dazu wurden sie durch die Erhöhung der Brotpreise, die von den dortigen Bäckern vorgenommen wurde. Man will auch einen Konsumverein gründen.
Aus dem Nreise Marburg⸗Kirchhain.
Zwei öffentliche politische Ver⸗ sammlungen fanden in kurzer Zeit in Marburg statt. Am Freitag hielten die Nationalliberalen eine Versammlung ab, in der Privatdozent Dr. Köppe über die Reichsfinanzreform sprach.— Am Montag hielten die Antisemiten unter Leitung des sich christlich⸗sozial nennenden Herrn Sonnenschein eine öffentliche Versamm⸗ lung ab, in der Reichstagsabgeordneter Latt mann und der Berliner Bündler Dr. Böhme sprachen, welch letzterer bekanntlich auf den Marburger Wahlkreis speku⸗ liert. Beide versuchten der meist aus Handwerkern be⸗ stehenden Versammlung das sogenannte Programm der Liebermann⸗Partet mundg erecht zu machen. Lattmann empfahl die Kandidatur Dr. Böhmes, wobei er gehörig gegen die Nationalsozialen zu Felde zog. Dabei ver⸗ wechselte er diese öfters mit der Sozialdemokratie und nannte sie„verkappte Sozialisten“. Selbstverständ⸗ lich fehlten auch die Verläumdungen gegen die Sozial⸗ demokraten nicht.
O Keine Studenten, sondern Arbeiter, sechs junge Burschen aus Cölbe, waren es, welche vorige Woche sich vor dem hiesigen Schöffengericht wegen eines kleinen Krakehls zu verantworten hatten. Fünf wurden freigesprochen und nur einer zu 30 Mk. verurteilt, allen wurde jedoch trotz der Freisprechung und der geringen Verurteilung bedeutet, daß die Sache nicht so harmlos
gewesen, da anfänglich die Untersuchung wegen„Lan d⸗
friedensbruch“ eingeleitet worden wäre. Ob wohl bei einem von Studenten verursachten Krakehl auch der Landfriedensbruch⸗Paragraph in Erwägung gezogen wird? Bei dem großen Studenten⸗Krawall vor dem hiesigen Rathause hat man nichts dergleichen gehört!
§ Aus Ockershansen wird uns geschrieben: Am Mittwoch Abend hielt hier Herr Nuschke, Redakteur der Hess. L.⸗Ztg., eine Versammlung ab, die von Arbeitern gut besucht war. Er sprach über die „Tätigkeit des Herrn von Gerlach im Reichstage.“ Am Schlusse seines Vortrages erntete er stürmischen Beifall von— einer Person. Das hatte Herr N. wohl nicht geahnt, daß er so schlecht abschneiden würde. Herr N. soll doch ein für alle mal wissen, daß für die Partei der ganz Schlauen, zu der Herr N. sich rechnet, in Ockers⸗ hausen nichts zu holen ist,
Wahlrechtskampf in Hamburg.
Eine machtvolle Demonstration gegen den Hamburger Wahlrechtsraub veranstaltete am Mittwoch die dortige Arbeiterschaft. An diesem Tage begannen die Beratungen der Vorlage in der Bürgerschaft. Die Hambur ger Parteileitung hatte auf vier Uhr nachmittags acht Protestversammlungen einberufen, die sämtlich überfüllt waren. Bereits um Mittag hatten die Arbeiter vieler Betriebe die Arbeit eingestellt. Die Arbeit in den Häfen und Werften ruhte vollständig; die Blätter berichten, daß weniger als Sonntags gearbeitet wurde. Sogar die Alsterdampfer verkehrten nicht. Tausende standen auf der Straße. Der Ver⸗ band der Eisen⸗Industriellen beschloß, die Arbeiter bis zum Montag auszusperren, doch wurde dieser Beschluß nur teilweise durch⸗ geführt. Tausende von Arbeitern zogen in einem Zuge vor die Wohnung des Bürgermeisters, der ein Gegner des Wahlraubs ist. Er mahnte zur Ruhe, es werde sich schon alles zum Besten wenden. Die Menge ließ den Bürgermeister hochleben und zog ruhig weiter. Erst abends suchten einige hundert junge Burschen unter Pfeifen und Johlen zum Rathaus vorzudringen. Schutzleute zogen blank und trieben die Menge in die Schmiedestraße hinein. Die Stra ßen, in denen diese Szenen vorkamen, grenzen an das dunkelste Hamburg. Nach der Frkftr. Ztg. sollen in diesem Viertel arge Ausschreitung en vorgekommen sein, doch waren, wie alle Blätter hervorheben, nicht die Arbeiter, sondern zweifel⸗ hafte Elemente beteiligt.
Letzte Nachrichten.
Russisches in Deutschland. Der kommandierende General in Königsberg macht bekaunt, daß am Sonntag in allen Garni⸗ sonen der Provinz mit scharfer Munition ausgerüstete Truppen bereitgestellt werden. Pfui Teufel!— In Görlitz übte sich die Polizei im Revolverschießen. Das Mllitär am Sonntag in der Kaserne gehalten. 20/ Jahre Gefängnis stud bis jetzt im Ganzen gegen 25 Wahlrechtsdemonstranten in Dresden ver⸗ hängt worden.— In Leipzig wurden die Versammlungen auf Sonntag ver⸗ boten.— Der sächs. Landtag stellte gegen die Leipziger Volkszeitung Strafantrag wegen Beleidigung. Sieht ihm ähnlich!— Ein Buchdruckerstreik ist in der„Rhein. ⸗
Westf.⸗Ztg.“(dem Organ der Kohlenbarone) ausgebrochen.
3 B Wahlkreis Gießen⸗Grünberg. Sonntag, den 18. Februar Mittags 1 Uhr Kreiskonferenz im Lokale Orbig in Gießen. 5 Tagesordnung: Vorstands⸗ und Kassenbericht; Sonstiges. Der Vorstand des Wahlvereins.
Versammlungskalender. Samstag, 20. Januar. Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Ver⸗
sammlung bei Lö b. Metallarbeiter abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Sonntag, den 21. Januar. Heuchelheim. Tabakarbeiter. Nachmittags 3 Uhr Versammlung bei Wirt Aug. Rinn. Sonntag, den 28. Januar. Großen⸗Buseck. Wahlverein. Nachmittags ½3 Uhr Versammlung bei Wirt Siegfried am Bahnhof. T.⸗Ord.: 1. Jahresabrechnung 2. Vorstandswahl,


