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Nr. 33.
Mitteldentsche Sonntags⸗ Zeitung.
Seite 5.
arbeitende Klasse im Allgemeinen, beleuchtete die erbärm liche Kampfesweise der teutschen Turner und wilden Vereine gegen den Arbeiterturnerbund und schilderte Zwecke und Ziele des Letzteren. Im Anschluß hieran gründete sich eine Freie Turnerschaft, welcher sofort 80 Turngenossen beitraten.— An alle noch abseits stehenden Kollegen sei bei dieser Gelegenheit die Bitte gerichtet, sich der Freien Turnerschaft anzuschließen. Als klassen⸗ bewußte Arbeiter können und dürfen sie nicht einem Turnvereine angehören, der die Bekämpfung der Arbeiter⸗ turnbewegung als seine Aufgabe betrachtet. Deshalb heraus aus diesen Vereinen und hinein in die Freie Turnerschaft Wieseck!
st. Hausen. In der Generalversammlung des Wahlvereins am Sonntag legte der Kassierer Münch die Abrechnung vom 1. Halbjahr 1906 sowie vom Kreisfest vor, die als richtig befunden wurde. Die Vorstandswahl ergab die Wiederwahl sämtlicher Vor⸗ standsmitglieder, in deren Namen der langjährige Vor⸗ sitzende Schtenbein für das bewlesene Vertrauen dankte. Für den Preßfonds wurden 10 Mk. bewilligt.
Aus dem Nreise Sriedberg⸗Püdingen.
— Die Kreiskonferenz für den Wahlkreis Friedberg⸗Büdingen, die am Sonntag vor acht Tagen in Assenheim abgehalten wurde, war von 60 Delegierten aus 35 Orten besucht. Vom Landeskomitee war Orb, vom Offenbacher Abendblatt Genosse Witt⸗ risch anwesend. Die Frankfurter Volksstimme war durch die Genossen Heinisch, Bernhardt und Zander vertreten.— Nach dem vom Vorsitzenden Armbrust erstatteten Bericht hat die Organisation im Kreise recht gute Fortschritte gemacht; sie zählt jetzt 1635 Mitglieder in 36 Vereinen, gegen 1050 Mitglieder und 21 Vereine im Vorjahre. Im verflossenen Jahre wurde auch eine sehr lebhafte Agitation entwickelt. Der Kassenbericht welst eine Einnahme von 3006,21 Mark und eine Ausgabe von 2455,67 Mark auf. An die Berichte schloß sich eine kurze Diskussion, in der man allgemein Befriedigung über die Tätigkeit des Vorstands äußerte, der denn auch wiedergewählt wurde.
Genosse Bu sold spricht hierauf über die verflossene Landtagswahl. Der Mißerfolg in den einzelnen Bezirken set auf die ungünstigen Bestimmungen des indirekten Wahlrechts zurückzuführen. Es halte schwer, Wahlmänner zu bekommen. Die Partei müsse übrigens ihre Agitation nach der geänderten Taktik der Gegner einrichten und mehr durch Flugblätter agitteren. Dem Landeskomitee könne der Vorwurf nicht erspart bleiben, daß es diesmal seine Schuldigkeit nicht getan habe. Das erste Flugblatt hätte früher erscheinen müssen. Orb erklärt, daß wegen dem späten Schluß des Land⸗ tags ein früheres Erscheinen nicht möglich war.— Als Reichstagskandidat wird hierauf wiederum Genosse Busold aufgestellt.
Eine lange Debatte verursachte der Punkt eiiie worüber Schmidt⸗Vilbel referierte. Er schlug eine Resolution vor, in der erklärt wird, daß man an der „Volksstimme“ festhalten wolle, weiter aber der Wunsch ausgesprochen wird, für Hessen und Hessen⸗Nassau ein „Zentralorgan“ zu schaffen. Diese Resolution wird an⸗ genommen, nachdem Orb, Heinisch, Wittrisch, Bernhardt, Busold und andere dazu gesprochen hatten.— Zur Sandeskonferenz wird ein Antrag beschlossen, nach welchem der Beitrag auf 25 Pfg. monatlich fest⸗ gesetzt werden soll.— Zum Parteitag wird Arm⸗ brust⸗Vilbel als Delegierter gewählt.
aus dem Nreise Alsfeld⸗Cauterbach.
d. Zur Bürgermeister wahl wird eine nächsten Sonntag stattfindende Versammlung Stellung nehmen und sie dürfte voraussichtlich dahin beschließen,
daß die Partei als solche sich nicht beteiligt.— Das
ist auch bei der Wahl des Beigeordneten nicht geschehen, von der in letzter Nummer berichtet wurde. Die Par tei als solche konnte weder für Weitz noch für den andern Kandidaten eintreten, sie hat von beiden nichts zu er⸗ warten.
Aus dem Nreise Weßlar.
n. Das Bürgerrechtsgeld war in der letzten Stadtverordnetensitzung Gegenstand langer Verhandlungen. Seine Aufhebung war vom Stadtverordneten Michaeli sowie vom Wehlerverein beantragt worden. Trotzdem Michaeli diese Anträge eingehend begründete, wurde der alte Zopf noch nicht abgeschnitten und die Aufhebung abge⸗ lehnt. Nur wenige Stadtväter stimmten dafür.
I. V. Ein Werther⸗Museum in Wetzlar. Das Geburtshaus der Charlotte Buff, das durch Goethes Leiden des jungen Werther so bedeutungsvoll geworden ist und jährlich von zahlreichen Verehrern des großen Dichters aus allen Ländern aufgesucht wird, hat seit einiger Zeit einen wertvollen Besitz erhalten durch eine recht ansehnliche Sammlung von Originalbriefen, bildlichen Darstellungen und alten Drucken der Werther⸗ Literatur, die zur Besichtigung ausgelegt sind. n den Originalhandschriften befindet sich als Seltenheit
ersten Ranges ein sehr charakteristischer Brief von Karl Wilhelm Jerusalem, Goethes Werther, geschrieben in Wetzlar 1770 an seine Schwester. Ferner sehen wir Briefe von Lotte, von ihrem Vater, dem alten Amtmann, und von Kestner, ihrem Gatten. An bildlichen Dar⸗ stellungen fesselt den Besucher eine größere Anzahl vor⸗ trefflicher Silhouetten, die Geschwister und den Bräutigam der Lotte darstellend; desgleichen sind bemerkenswert Porträts des jungen Goethe, sowie deutsche, englische und französische Darstellungen von Szenen aus Werthers Leiden. Die so überaus reichhaltige Werther⸗Literatur ist in einer ganzen Reihe seltener Exemplare vertreten, die eine Anschauung von der bedeutenden Einwirkung geben, die Goethes Roman auf die Gemüter der Zeit⸗ genossen ausgeübt hat. Wir empfehlen unsern Lesern den Besuch des Lotkehauses angelegentlichst.
k. Krofdorf. Die Gemeindekranken⸗ kassen der Bürgermeisterei Atzbach⸗Launsbach sollen zu einer Ortskrankenkasse zusammengefaßt werden. Kürzlich war von der Bürgermeisterei dafür eine Versammlung einberufen worden, die aber so schlecht besucht war, daß eine Besprechung der Frage nicht stattfinden konnte. Die Arbeiterschaft sollte dieser wichtigen Frage ihr Interesse in höherem Maße zuwenden.
— Wieder einer. In Niedertiefenbach bei Nassau hat sich der dortige Rechner der Raiffeisen⸗ kassen das Leben genommen. Seine Verhaftung stand bevor, weil er sich jahrelang grobe Unregelmäßig⸗ keiten zu schulden kommen lassen, wodurch viele Personen erheblich geschädigt sein sollen.
Aus dem Nreise Marburg⸗Kirchhain.
xy. Zur Bier verteuerung im Konsum⸗ verein. Der Geschäftsführer des Marburger Konsum⸗ vereins sieht offenbar Gespenster, wenn er in seiner Er⸗ klärung von„Feinden des Konsumvereins“„falschen Freunden“ usw. spricht, denn bei ruhiger Ueberlegung hätte er sich doch sagen müssen, daß Feinden des Kon⸗ sumvereins die Spalten der„Mitteldeutschen“ nicht ge⸗ öffnet würden und daß sich für solche Leute andere Ge⸗ legenheit bietet, ihre Produkte abzuladen, wo ein ver⸗ ständnisvolleres Publikum dafür vorhanden ist. Warum sollen denn die Wirte angegriffen werden, da sie ihre Preise bis jetzt nicht erhöht haben? Wenn Herr F. von Preisen von 31— 40 Pfg. pro Liter schreibt(Ge⸗ spenster), so weiß er doch sehr gut, daß man in Mar⸗ burger Wirtschaften in allen Stadtteilen Bier in Hülle und Fülle für 25 Pfg. vro Liter haben kann; Münchener Salvator kostet im Museum 40 Pfg. laut Inserat. Was den Vorwurf anbelangt, daß derartige Klagen nicht in der Versammlung vorgebracht werden, so hat das seinen Grund hauptsächlich in der Art und Weise, wie jede sachliche Kritik in persönlich gehässiger Form be⸗ kämpft, wie ja auch daraus hervorgeht, daß Herrn F. von der Redaktion die„persönlichen Spitzen“ gestrichen werden mußten, und sein Schlußsatz läßt weiteres in dieser Richtung erwarten. Solange solche Gewohnheiten in Marburg herrschen, wird wohl mancher Versammlungs⸗ bericht über schlechten Besuch klagen. Auf den übrigen Inhalt der Erklärung einzugehen, ist überflüssig, es ge⸗ nügt vollständig, daß nach der Erklärung des Geschäfts⸗ führers die Leitung des Konsumvereins gar nicht den Willen hat, sich darum zu kümmern, daß die Waren aus Betrieben stammen, in denen geordnete Verhältnisse für Arbeiter herrschen. Und damit Schluß!
O Byzantinismus. Ein konservatives Blatt wie die„Oberh. Ztg.“ über Byzantinismus spotten zu sehen, ist ein Genuß, den man nicht jeden Tag hat. In der letzten Sonntagsnummer bringt das Blatt eine Nottz eines westfälischen Wurstblättchens:
„Stadtlohn, 25. Juli. Am Montag mittag gegen 12 Uhr trafen Se. Durchlaucht der Erbprinz Emanuel zu Salm⸗Salm mit Allerhöchst seiner Gemahlin Christina, geborenen Erzherzogin von Oesterreich, nebst Prinzessinnen⸗ Nichten, von Schloß Rheda kommend, mit seinem auf das feinste und eleganteste eingerichteten Automobil hier ein. Die Allerhöchsten Herrschaften verweilten für die Zeit ihres Aufenthalts im Hotel Sonntag, wo sie die Damen des Hauses durch längere, in leutseliger Weise geführte Unterhaltungen auszeichneten. Während Aller⸗ höchst ihres Aufenthaltes nahmen höchstdieselben im Hotel Sonntag nach voraufgegangenem Frühstück mittags ein solennes Diner ein und sprachen sich über die Vor⸗ züglichkeit der verabreichten Speisen und Getränke in huldvollster Weise aus.“
der es folgende Bemerkung anhängt:„Vielleicht hat sich dieser biedere Reporter einige Spelsereste von der aller⸗ höchsten Tafel in untertänigster Weise zu retten gewußt, um sie fortan als Reliquien aufzubewahren.“ Die „Oberh. Ztg.“ brauchte doch nur für den Namen jener Durchlaucht den einer anderen Persönlichkeit zu setzen und fast täglich kaun man dann in seinen Spalten solche Briefe finden. Werden da auch Reliquien aufbewahrt?
Streikbrechers Freud und Leid. Bei dem neulichen Schreinerstreik erhielten die Arbeitswilligen
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oder wie sie anderwärts genannt werden, die„Nicht⸗ raucher“ für ihre Rausreißerdienste 3 Mk. die Woche
extra als Prämie von den Unternehmern. Nun aber, nachdem der Streik beendigt ist, bekamen sie zum Dank für ihre Dienste die 3 Mk. wieder abgezogen! Da⸗ rob große Entrüstung bei den Streikbrechern, die sich möglicherweise soweit steigert, daß es noch zu einem „Streik der Streikbrecher“ kommt! Jeder verständige Arbeiter gönnt natürlich jenen Menschen diese Behand⸗ lung, die sie für ihr unsolidarisches Verhalten redlich verdient haben. Schlimm genug, wenn die Menschen dumm sind, sind sie aber noch boshaft dazu, so muß ihnen auf diese Art Verstand eingeprügelt werden.
Die Freie Turnerschaft begeht diesen Sonntag, den 19. August ihr 2. Stift ung sfest im Gartenrestaurant Hildemann. Zu dieser Feier, die nachmittags 3 Uhr ihren Anfang nimmt, wird sich hoffentlich di: Arbelterschaft von Marburg und Ockers⸗ hausen recht zahlreich einfinden. Für Unterhaltung ist in jeder Hinsicht gesorgt, so daß jeder Teilnehmer zu⸗ friedengestellt werden dürfte.
1. Die städtischen Gasarbeiter reichten am 15. Juli eine Lohnforderung ein, die auf 35 Pfg. Stundenlohn lautete. Diese Forderung wurde von der Gasinspektion und der städtischen Verwaltung auch be⸗ willigt. Doch wurde auch eine neue Arbeitsordnung in Aussicht gestellt, die vom Herrn Gasinspektor mit den Worten empfohlen wurde:„Wenn euch das Leben bei der alten Arbeitsordnung noch nicht sarer genug geworden ist, so wird es euch bei der neuen noch viel saurer ge⸗ macht werden.“ Auf diese angenehme und vielversprechende Zusicherung hin stellten die Gasarbeiter die Arbeit ein und nahmen sie erst wieder auf, als der Inspektor die Aeußerung zurücknahm resp. ihr eine harmlose Deutung gab. Wenn in der Stadtverordneten⸗Sitzung behauptet wurde, die Lohnerhöhung sollte erst am 1. September eintreten, so trifft das nicht zu, vielmehr hat der Leiter der Gasaustalt den(gewiß sehr mäßigen!) 35 Pfg.⸗ Stundenlohn von jetzt ab zugesichert.
„Opfer des Alkohols. Am Sonntag Abend hob die Polizei einen finnlos betrunkenen zehnjährigen Knaben auf, der von seinem eigenen Vater in diesen Zu⸗ stand versetzt worden war. Bei dem Vater ist aller⸗ dings trotz wiederholter Versuche alle Mühe vergebens, ihn wieder auf rechtliche Wege zu leiten. Armut und Elend haben den Vater zum Schnaps geführt und die Nachkommen müssen bedauerlicherweise mit darunter leiden,
Arbeiterbewegung.
Friede im Lithographengewerbe. Einen schönen Ersolg haben die Arbeiter im Lithographengewerbe errungen. In der ver⸗ gangenen Woche haben neue Einig ungs⸗ verhandlungen stattgefunden. Die Arbeit geber waren den Arbeitnehmern in Vorverhand⸗ lungen entgegengekommen. Sie waren nun⸗ mehr bereit, die lokalen Differenzen vor der Arbeitsaufnahme zu regeln. Das sind insbe⸗ sondere die Fragen des Lohnes, der Lehrlings⸗ skala und des Arbeitsnachweises. Diese Ver⸗ handlungen haben zu einem für die Arbeitnehmer annehmbaren Resultat geführt. Eine Konferenz der Vertrauensmänner der Arbeitnehmer aus allen Streik- und Aussperrungsorten Deutsch⸗ lands hat am Freitag und Samstag Stellung genommen und am Samstag wurde der Friede geschlossen.
Zur Landeskonferenz! Die gewählten Dele⸗ girten wollen ihre Adressen sofort an den Vorsitzenden des Kreiswahlvereins, Gg. Beckmann, Grünberger- straße 44 mitteilen, damit ihnen das Material zuge⸗ schickt werden kann.
Preßfonds. Die Genossen werden gebeten, alle Geldsendungen für den Preßfonds an Genossen Heinrich Fourier, Gießen, Ludwigstraße 12 zu richten.
Die Preßkommission.
Versammlungskalender.
Samstag, den 18. August.
Gießen. Holzarbeiter. Abends 1½7 Uhr Ver⸗ sammlung bei bei Löb(Wiener Hof).— Freie Turnerschaft. Abends 9 Uhr Versammlung im Vereinslokal(Pfau).
Sonntag, den 19. August. 5
Alsfeld. Wahlverein. Nachmittags 4 Uhr Mit⸗ gliederversammlung im„Stadtpark“.
Großen⸗Buseck. Wahlverein. Nachmittags 3 Uhr Versammlung bei Wirt Wagner. T. O.: Bericht von der Kreiskouferenz, Verschiedenes.
Briefkasten.
Löhnberg. Bezüglich der Zustände auf der Post erwarten wir noch genauere Darlegung der einzelnen Fälle und Angabe zuverlässiger Zeugen.— Btzbch. Findet gelegentlich Aufnahme, doch sind einige Korrekturen nötig. 0
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