ol gen den end en en ein in
ict ler der⸗
uch
9 5˙
PPP
Nr. 7.
r
Milteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
die Prügelei los, wobei es blutige Köpfe gab. Die Herren Hirschel und Wolf aus Friedberg waren auch anwesend, sie hatten sich aber gedrückt, als der Kampf begann. Am Montag fand das gerichtliche Nachspiel vor dem Friedberger Schöffengericht statt, Von 10 An⸗ gellagten wurden verurteilt: Hch. Veith zu 4 Wochen, M. Veith zu 3 Wochen, L. Kuhn und Gg. Hofmann zu 10 Tagen, Feuerbach und Jos. Kuhn zu 1 Woche Gefängnis und Jos. Hofmann zu 20 Mk. Geldstrafe. — Der Wirt Höbel aber, in dessen Saal die Sieges⸗ feier stattfand, hat auch einen nicht geringen Schaden. Er hat bis heute vergeblich auf Bezahlung der Zeche gewartet, weiß überhaupt nicht, von wem er Zahlung fordern soll!
Aus dem Nreise Alsfesd-Cauterbach.
d. Die Freie Turnerschaft Alsfeld hielt am 28. Januar im Stadtpark ihre gut besuchte General⸗ versammlung ab. Zunächst nahm dieselbe die Berichte uber den Bezirksturntag und über die allgemeine Turner⸗ versammlung in Gießen entgegen, die von Wollrab und Wiegand erstattet wurden. Die Rechnungsablage wurde genehmigt, nachdem die Revlsoren die Richtigkeit derselben bestätigt hatten. Dem Kassierer wurde außerdem für seine gewissenhafte und torrekte Amtsführung Aner⸗ kennung ausgesprochen. In den Vorstaͤnd wurden ge⸗ wählt: Wiegand, 1. Vorsitzender, K. Dechert, Rechner, Wollrab, Feyt, Daubert, Schopbach, Schickedanz, Funk, Weitzel, Werner. Ebenso wurde der Vereinsdiener ein⸗ stimmig wiedergewählt. Unter Vereins angelegenheiten wurden die von der Kommisston gefaßten Beschlüsse für das Stiftungsfest durchweg gutgeheißen.
Aus dem Areise Wetzlar.
§Unternehmer⸗ Praktiken. Der Fort⸗ schritt, den die Gewerkschaftsbewegung auch in Wetzlar und Umgebung in der letzten Zeit ge⸗ macht hat, ist verschiedenen Leuten recht unan⸗ genehm und man möchte dem gern entgegen⸗ wirken. Besonders liegt der Metallarbester⸗ verband dem Vetriebsführer im Röhreuwerke, Herrn Ardelt, im Magen. Er sagte neultch einem Arbeitsuchenden, letzterer solle noch mehr Leute besorgen, die Verbändler müßten alle heraus. Wenn der Herr glaubt, damit den Verband zerstören zu können, wird er sich sehr täuschen. Die Arbeiter sollten aber endlich wissen, daß ste nur durch die Organisation ihre Lage verbessern können und sich ihr alle au⸗ schließen.— Wie man aber immer bemüht ist, soviel als möglich aus der Arbeitskraft heraus- zuschlagen, zeigt die Veranstaltung von„Kon- kurrenzarbeiten“. Man wollte sehen, wie viel Röhren in einer gewissen Zeit fertiggestellt werden könnten. Nun gings drauf los. Es gelang auch, mehr als bisher fertig zu bringen. Die Beteiligten sollen dann jeder 2,50 Mark Gratifikation bekommen haben. Was wird aber das Ende vom Liede sein? Man wird diese ausnahmsweise Leistung zum Maßstab nehmen und danach die Löhne einrichten! Im Interesse der Arbeiter liegen solche Experimente wirklich nicht.
n, Fürstliche Grubenarbeiter. Wie unseren Lesern bekannt, streiken die Bergarbeiter der Fürstlich Braunfelsschen Gruben seit fünf Wochen. An Ueber⸗ wachung dleser Streikenden blelbt nichts zu wünschen übrig. Obgleich die Gruben nur 1½ Stunden von Wetzlar entfernt sind, hat man es doch für nötig be⸗ funden, einen Gensdarmen in Nauborn einzuquartieren, auf daß jedenfalls den Kameraden, die ein Schwein und jetzt Zelt dazu haben es zu schlachten, nicht die Speck⸗ selten von Dieben geholt werden. Währenddem befinden sich aber anscheinend die Wetzlarer Einbrecher ganz wohl,
so daß sie sogar dem Kreishaus einen Besuch ab⸗ statteten. Die Verwaltung der fürstl. Gruben zeigt noch nicht das geringste Entgegenkommen, unbedingte Unter⸗ werfung wird verlangt, wer bedingungslos wieder ein⸗ fahren will, wird in Gnaden aufgenommen. Die Berg⸗ leute ziehen aber vor, lieber sich um andere Arbeit um⸗ zusehen, als sich wieder unter das alte Joch zu beugen und weiterhin mit miserablen Löhnen zufrieden zu sein. Verdienten doch diese Leute in den ersten Tagen im vorigen Monat Löhne zum Erstaunen. Hier einige dieser„schönen“ Verdienste, die gewiß dem Bergmann eine sichere Existenz
garantieren. Es verdienten: Abzüge für Gefälle, Schichten Oel, Gezähe Reinverdienst Mk. Mk. Mk. 6 12,89 5,08 7,81 8 17,19 5,86 11,83 6,5 13,93 5,96 8,77 3 6,45 4,72 1,78
Jeder Kommentar ist hier überflüssig, diese Zahlen sprechen Bände über das Elend der fürstlichen Gruben⸗ arbeiter.(Der Frkftr. Ztg. wird berichtet, daß die aus⸗ ständigen Bergarbeiter endgültig entlassen und der Betrieb der Grube„Uranus“ eingestellt worden sei. Wenn das richtig ist, was wir im Augenblick nicht nach⸗ prüfen können, brauchen die Bergleute nicht zu fleunen, Denn diese Löhne verdienen sie sicher mit jeder anderen und leichteren Arbeit. D. R.)
Westerwald und Anterlahn.
* Vom Flotten verein in Langenau⸗ bach(Dill) ging uns ein längeres Schreiben zu, dessen Aufnahme„auf grund des Preß⸗ gesetzes“ verlangt wird und das eine„Berich— tigung“ der von uns in vorletzter Nr. gebrach⸗ ten Nottz darstellen soll. Unterzeichnet ist das Schreiben von Schnurr, Kaiser und Ewald. Wir nehmen den langen Erguß in dieser Form nicht auf. Was darin einer Richtigstellung ähnlich sieht, wäre höchstens, daß der Vorstand bestreitet, daß Leute zum Beitritt in den Flotten⸗ verein gezwungen worden wären; ferner, daß der Verein nicht für Dinge verantwortlich ge⸗ macht werden könne, über die ihm Aufsicht und Kontrolle fehle. Letzteres ist in unserer Notiz auch gar nicht verlangt, es ist nur die Almo⸗ sphäre geschildert, in der das Flottenblümchen emporgesproßt ist. Wenn der Vorstand und der Schreiber der Zuschrift glauben, wir drucken ihre Schimpfereien gegen unsern Gewährsmann ab, den ste doch gar nicht kennen, dann täu⸗ schen sie sich ganz gewaltig.
Aus dem Rreise Marburg⸗Rirchhain.
* Das Gewerkschaftsfest am Sonntag war seyr zahlreich besucht, daß eine große Zahl der Erschienen keinen Platz finden konnte. Es verlief im Uebrigen aufs Beste, wie sich das für ein Arbeiterfest gehört. Die einzelnen Darbiet⸗ ungen fanden sehr beifällige Aufnahme.
Der Konsumverein hält diesen Sonn⸗ tag seine Generalversammlung im Rest. Jesberg, Wehrdaerweg 2, ab. In Anbetracht der wich⸗ tigen Tagesordnung ist ein zahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwünscht.(Siehe Inserat).
* Wegen Golddiebstahls und Hehlerei wurde in Hanau wieder ein Goldarbeiter, Gg. Diehl, zu 2¼ Jahren Zuchthaus verur⸗ 34l. Andern Tags erhängte er sich in seiner
elle.
geführt.
Soziales. Aus den Gewerkschaften. Der Metall⸗ arbeiter⸗Verband dürfte bald auf 300000 Mitglieder angewachsen sein. Sein Organ, die Metallarbeiterzeitung, die jedes Mitglied erhält, hat jetzt eine Auflage von 278000. Lohnkämpfe. Der Streik der Erz⸗ bergleute im Siegerland, wurde vom christlichen Gewerkberein der Bergarbeiter Welchen Ausgang er genommen, geht aus den Mitteilungen, die uns zur Verfügung stehen, nicht hervor. Es heißt, daß in einigen Gruben die Löhne erhöht worden seien.— In der Schuhfabrik von Hartmann, Noll u. Co., Offenbach, reichten am Donnerstag sä mit liche Arbelter die Kündigung ein. Die Ar? beiter verlangen, durch die teuren Lebenshed in? gungen gezwungen, eine allgemeine Lohnerhöhung Zuzug ist unbedingt fernzuhalten.. — Die Konsektionsschneider im Bezirke Frankfurt(Taunus, Main) hatten in der Zahl von etwa 3000 die Arbelt eingestellt, um eine Lohnauf⸗ besserung zu erreichen. Es finden noch Verhandlungen vor dem Einigungsamt des Frankfurter Gewerbe⸗ gerichts statt.
Partei-Nachrichten.
Opfer des Kampfes. Genosse Perner von der „Märkischen Volksztg.“ in Forst ist nun endlich aus der Haft entlassen worden, nachdem erst die dritte Be schwerdeinstanz angerufen worden ist. 5000 Mk. muß er aber Kaution erlegen, sonst behält man ihn in Haft. Wirklich, wir leben in einem freien Lande!— Genosse Abg. Kunert verließ am Samstag die Strafanstalt Plötzensee wieder, nachdem er dort drei Monate verbracht hatte. Bekanntlich verurteilte die Strafkammer zu Halle den Genossen Kunert zu drei Monaten Gefängnis, weil er in einer Versammlung während des Reichstags⸗ wahlkampfes durch den Vorwurf, einige deutsche Soldaten hätten in China geraubt, geplündert und Frauen ge⸗ schündet, die Invastonsarmee des Chinakrieges beleidigt haben sollte. Obwohl unser Genosse durch reichliches Zeugenmaterial die Richtigkeit seiner Behauptungen er⸗ wiesen hatte, kam das Gericht doch zu obigem Urteil. Dieser Urteilsspruch wird in der Geschichte der Verfol⸗ gungen unserer Partei für alle Zeiten bestehen bleiben. — Wegen Teilnahme an den Straßendemonstra⸗ tionen wurden in Crimmitschau sechs Arbeiter zu Haftstrafen verurteilt.— Wegen„Hochverrat“, den sie durch das preußische Wahlrechtsflugblatt begangen haben sollten, waren die Genossen Heinrich, Otto und
Berard in Hamburg angeklagt. Das Verfahren wurde
aber eingestellt, weil den Angaben des Verlegers Heinrich Glauben beizumessen sel, daß die Umänderung des Drei⸗ klassenwahlrechtes auf gesetzmäßigem Wege erfolgen solle. — In Chemnitz wurde der Eisenbohrer Körner zu der hohen Strafe von zwei Monaten Gefängnis verurteilt, weil er die zur Absperrung gezogene Schutz⸗ mannskette durchbrochen habe. Ein Opfer der zweck⸗ losen Absperrungsmaßregeln!
Versammlungskalender. Samstag, 17. Februar.
Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Ver⸗ sammlung bei Lö b.— Metallarbeiter abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.
Gießen. Heizer und Maschinisten. Abends 8 Uhr Versammlung im Wiener Hof.
Stbg. Lassen wir den braven Musterarbeiter, er ist keine so wichtige Person, daß wir unsere Leser mit ihm behelligen.— Alsfeld. Vieles in der Sache ist unklar und unbestimmk; anderes nächste Nummer. 1 Zurückgestellt. Heuchelheim, Beuern, Wetzlar,
Ferd. Nennstiel Ciessen, NMuchis iu. 7.
Lager in sämtlichen Kastenmöbeln, poliert und lackiert
Vertikows, Kleiderschränke Tische, Stühle, Spiegel
22 cheilt zu werden, mache noch el
Leeus möbel 14 5 mit 90 7 5 7
Küchenmöbel HIV-SALU5 Spezialität: frei von Gift u. Saure, Dose Mx. 75 5 Dankschreiben gehen täglich eln.
Bette dame, lende 9. 1 w.
Cu Polstermöbel Ferubsleam Je b, Eigelb 80, Chrxyesrebin ,.
eigener Anfertigung Uebernahme voll- ständ. Ausstattung.
Flechten
allss, und trockene Schuppenflecnte, skroph. Ekrema, Hautausschläge,
Offene Füsse
Beinschäden, Beingeschwüre, Ader- beine, böse Finger, alte Wunden sind oft hartnäcki
wer bisher erheblich hoffte
Zu haben in den Apotheken.
Man achte genau auf die Original- Packung Wwelss- grün- rot und die Firma Rich. Schübert& Co. Wein- böbla, u welse Fü schungen zürück
Clas, Porzellan- und
empfehlen in reicher Auswahl zu billigsten Preisen.
Lang& Wiederstein
Marktstraße 4
Steingutwaren
Giessen. Telephon 394
„ln Freien Stunden“ beste Romanbibliothek.
.


