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laubnis höchstens in den Graben fallen—, die ihm
Nr. 283.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 5.
geführt, was eigentlich selbstverständlich erscheint. Nun haben die Bürger der Landgemeinden ihre Häuser aber nicht auf die Landstraßen gebaut, sondern daneben und zwar jenseits des Wassergrabens, und da die Wasser⸗ gräben in den Ortschaften durchweg nicht kanalisiert sind, müssen sich die Bewohner der Häuser selbst den Ueber⸗ gang über den Graben verschaffen. Wer nun den Graben am Eingang seiner Wohnung überbrücken will, muß sich bei der Kreisstraßenverwaltung, also auf dem Land⸗ ratsamt, die Erlaubnis dazu holen— ohne obrigkeit⸗ liche Erlaubnis darf ein guter„Untertan“ nichts unter⸗ nehmen; er darf bei einem pariotischen Fest ohne Er⸗
auch erteilt wird mit der gleichzeitigen Bedingung, den Durchfluß unter Brücke stets offen, also im Stande zu halten. Soweit alles gut und schön. Doch der der⸗ zeitig regierende Landrat, Herr Satorius, hat bei einer Durchfahrt durch„seinen Kreis“ herausgefunden, daß diese Straßengrabenüberbrückungen sich als Ein⸗ nahmequellen für die Kreiskasse benutzen lassen und hat somit kraft seines Amtes verfügt, daß nach 1901 jeder Brückenbesitzer außer den sonstigen Bedingungen, all⸗ jährlich noch bis eine Mark Steuer zahlen muß. So begeistert man sonst im Landkreis Wetzlar für den „guten Landrat“ und alles, was von„oben“ kommt, auch ist, so hat diese Verfügung bei den Bauern arg verschnupft. Sie können nicht begreifen, wie die Kreis⸗ verwaltung, die doch eigentlich verpflichtet wäre, die Gräben zu kanalisieren, das jedoch nicht tut, sondern es den Bewohnern selbst überläßt, sich den Uebergang zu ihren Wohnungen zu bauen, von ihnen nun noch obendrein Steuer verlangen kann. Wer diese jedoch nicht zahlt, dem wird sein Uebergang durch die Behörde fortgerissen und muß er über den Graben springen, wie das eben dem Angeklagten geschehen ist. Nun hat er aber, wie das Urteil zeigt, in dem Konflikte obgestegt. Immerhin bleibt die Sache für den in der Verwaltung herrschenden bureaukratischen Geist kennzeichnend.
h. Der frühere Gensdarm Glaus war im vorigen Jahre wegen Mißhandlung des Dachdeckermeisters Kottmann zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er hatte gegen das Urteil Revision ergriffen und erst jetzt ist die Sache endgiltig vom Reichsgericht entschieden. Die Reviston wurde verworsen, Glaus behält seine 6 Monate, die ihm jeder gönnt, der je mit ihm zu tun bekam. Glaus war nämlich ein Ordnungshüter nach russischer Art.
1. Eine öffentliche Turnerversammlung findet am Samstag, den 14. Juli, abends 8/ Uhr im„Schwarzen Walfisch“ in Gleiberg statt. Bezirks⸗ leiter Noll⸗Gießen wird über„Deutsche Turnerschaft und Arbeiterturnerbund“ sprechen; im Anschluß hieran findet die Grandung eines Arbeiterturnvereins statt. Die Genossen von Krofdorf⸗Gleiberg werden hierzu freund⸗ lichst eingeladen und um zahlreiches Erscheinen ersucht.
Aus dem Rreise Murburg⸗Nirchhain.
* Gewerkschaftliches. Die gewerkschaftliche Bewegung in Marburg macht beständige Fortschritte. Der Verband der Dachdecker, der sich erst kürzlich gegründet hat, sah sich bereits veranlaßt, die Forderung: Einführung der 10 stündigen Arbeitszeit statt der bis⸗ herigen 11 stündigen bei Beibehaltung des bisherigen Lohnes, einzureichen. Da die Dachdecker gut organistert find, ist anzunehmen, daß die Forderungen ohne weiteren Kampf durchgehen, zumal die Dachdecker die einzigen Bauarbeiter sind, die noch die 11 stündige Arbeitszeit haben. Auch die Transport⸗ und Verkehrs- Arbeiter regen sich endlich. Am Donnerstag fand eine sehr gut besuchte Versammlung statt, in der zwei Marburger Genossen den erschienenen Kutschern und Fuhrleuten die heutigen Zustände schilderten. Lebhafte Klagen wurden in der Diskussion laut, besonders in Bezug auf die Behandlung, sowie die Lohn⸗ und Kost⸗Verhältnisse. Der durchschnitt⸗ liche Stundenlohn eines Fuhrmanns beträgt ganze 15 Pfennige! Dabei eine mindestens 14 stündige Arbeitszeit, auch Sonntagsarbeit gehört mit zum Beruf. Diese Zu⸗ stände schreien zum Himmel und müssen unbedingt be⸗ seitigt werden! Das haben auch die Kutscher und Fuhr⸗ leute selbst eingesehen und die Gründung einer Zahlstelle des Handels⸗, Transport⸗ und Verkehrs⸗Arbeiter⸗Ver⸗ bandes beschlossen.— Der Streik der Schreiner und ebenso derjenige der Bauhilfsarbeiter dauert unver⸗ ändert fort. 5
Die Hand abgefahren! Ein recht bedauer⸗ licher Unglücksfall trug sich am Donnerstag voriger Woche am Rudolfsplatz zu. Dort spielte das zweijährige Töchterchen des Fahrradhändlers Rahler auf dem Trottoir, als ein schwerer Kohlenwagen vorüber fuhr und jedenfalls durch Unachtsamkeit des Fuhrmanns auf den Bürgersteig kam. Dabei ging ein Rad dem Kinde über die rechte Hand, die fast abgequetscht wurde! Das bedauernswerte Kind wurde in die Klinik gebracht.
Eine Ausstellung„Marburger Altertümer“ ist am Mittwoch in Marburg im früheren Kunstsalon Schramm eröffnet worden.
Die Silberdiebstähle der Fürstin Wrede
waren vorige Woche Gegenstand einer Verhand⸗ lung vor der Strafkammer des Landgerichts J in Berlin. Angeklagt war der Diener Glase, der früher im fürstlich Wrede'schen Diensten stand, wegen Erpressung. Glase hatte Diffe⸗ renzen mit der Fürstin bekommen, die zu seiner Entlassung führten. Von Paris aus schrteb er dem Fürsten, daß er die Hoteldieb⸗ stähle anzeigen werde. In dem betr. Briefe befand sich aber auch die Bemerkung:„Wie wäre es mit 50 000 Mk. 2“ Damit will Glase aber keine Erpressung haben ausüben wollen, zumal er, ohne die Antwort des Fürsten abzu⸗ warten, Anzeige erstattet habe. Glase wurde zu der auffällig hohen Strafe von neun Mo⸗ naten Gefängnis und zweijährigem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt.— Gott⸗ lieb im„Tag“ dichtet dazu: Fürstin Wrede. Stehlsucht. Geiz. Gasthof. Spanien, Frankreich, Schweiz. Silberzeug. Versuchung. Reiz. Diener petzt infolge Streits; Droht; in alle Winde schreit's. Steckbrief.— Fürstin andrerseits Krankhaft. Staatsanwalt verzeiht's.
Ihr geschah bis jetzt kein Leids. Und der Diener sitzt bereits.
Ordnungsstützen.
Das Schwurgericht in Aachen verurteilte den katholischen Kirchenrendanten Hamacher aus Rüsbach bei Stolberg wegen Unterschlagung von Kirchengeldern, sowie Buch⸗ und Bilanzfälschungen in Höhe von rund 20500 Mark zu 1 Jahr Gefäugnis.— Das Land⸗ gericht zu Frankenthal verrrteilte den prak⸗ tischen Arzt Dr. Willt Tändler aus Speier wegen eines Sittlichkeitsverbrechens, das er an einem 15 Jahre alten Dienstmädchen verübt hatte, zu zehn Monaten Gefängnis.— Eine Million Mark unterschlagen hat der Direktor des Vorschußvereins von Kappel⸗ rodeck bei Offenburg i. Baden, Bürgermeister Haas, ein patentierter Ordnungsmann. Auch in diesem Falle fehlte es an der nötigen Kon⸗ trolle, weil die Herren Aufsichtsräte nicht wagten, den Herrn Bürgermeister und Direktor zu revi⸗ dieren und sie werden für ihre Fahrlässigkeit Hlrekof cn gemacht werden. Der ungetreue Direktor wurde zu 10 Jahren 7 Monaten Zuchthaus verurteilt.— Hinzugefügt sei noch, daß Haas als sehr vermögend galt; er betrieb Oekonomie und Weinhandel; seine beiden Aemter brachten ihm auch erhebliche Einnahmen. Er soll ungeheure Summen für das Lotterie⸗ spiel aufgewendet und verloren haben. Schon seit 1880 verübte er die Unterschlagungen, die er später durch Urkundenfälschungen zu ber⸗ decken suchte.— Noch ein weiterer Darlehens⸗ kassen⸗Vorsttzender, der Bürgermeister Welzen⸗ bach von Obersinn wurde am 25. Juni vom Landgericht Würzburg wegen Unter⸗ schlagung von 17000 Mk. und Urkundenfälschung zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.
Arbeiterbewegung. Achtung Arbeiter allerorts!
Auf der Gailschen Dampfziegelei und Tonwarenfabrik in Gießen sind am Donnerstag den 12. Juli zirka 200 Mann in den Streik getreten. Für jeden ehrlichen und anständigen Arbeiter ist es Pflicht, den Zuzug streng fern zu halten. Alle arbeiter⸗ freundlichen Blätter werden um Abdruck ge⸗ beten. Die Streikleitung. Lohnkämpfe. Die Dachdecker in Frankfurt befinden sich noch immer im Ausstande, doch steht die Sache günstig für die Arbeiter.— Die Metallarbeiter bei der Firma Brust und Post in Darmstadt, Fabrik und Gießerei für Gas⸗, Wasser⸗ und Dampfanlagen, haben sämtlich ge⸗ kündigt. Die Verbandsleitung ersucht daher alle Former, Gießereiarbeiter, Dreher und Schlosser, in diesem Betrieb keine Arbeit zu nehmen. Die Firma versucht unter Verschwei⸗
reichten Kündigung auswärts Arbeiter zu be⸗ kommen.— In Erfurt streiken die Holz⸗ arbeiter, denen die Unternehmer einen lang⸗ fristigen ungünstigen Tarifvertrag aufzwingen wollten. Die Holzarbeiter werden ersucht, Erfurt zu meiden.
Aus den Gewerkschaften. Der Maurer- verband hat jetzt ebenfalls eine Mitglieder⸗ zahl von über 200 000 erreicht. Das Er⸗ eignis feierte das Organ des Verbandes, der „Grundstein“, durch mehrere von Päplo w und Bömelburg verfaßte Festartikel. Letzterer wies darauf hin, welche Verbesserungen ihrer wirtschaftlichen Lage die deutschen Maurer durch ihre Kampfesorganisation erreicht haben. Der Zentralverband der Maurer stellt gegenwärtig die größte Branchen⸗Organisation der Welt dar. Wenn auch der Metallarbeiterverband ihm in der Mitgliederzahl numerisch über ist, so ist doch bei einem Vergleich zu beachten, daß in letzterem Verband eine Reihe von Branchen vertreten sind, während dem Zentralverband lediglich Maurer angehören. Das Ereignis sei ein Anlaß zu neuem Schaffen für die Kampfes⸗ organisation.— Auch mit dem Verband der Bauhilfsarbeiter geht es erfreulich vorwärts, er zählt gegenwärtig berelts 85000 Mitglieder.
Partei-Uachrichten. Wahlkreis Alsfeld⸗Lauterbach.
Kreiskonferenz
Sonntag, den 29. Juli, nachmittags 2 Uhr, im„Stadtpark“ zu Alsfeld.
Tagesordnung: Ausbau der Organisation,
Die Parteigenossen im Kreise werden ersucht, sofort zur Wahl von Delegierten zu schreiten und überhaupt für eine zahlreiche Beteiligung an der Konferenz Sorge zu tragen. Der Kreisvorstand.
Wahlkreis Gießen⸗Grünberg⸗Nidda. Sonntag, den 29. Juli, vormittags 10 Uhr,
Kreiskonferenz(Generalversammlung)
im Lokale C. Orbig in Gießen, Rittergasse. Tagesordnung: 1. Geschäfts⸗ und Kassenbericht; 2. Neuwahl des Vorstandes; 3. Presse; 4. Parteitag in Mannheim; 5. Sonstiges.
Die Vorstände der Mitgliedschaften werden ersucht, die Wahlen von Delegierten rechtzeitig zu veranlassen. Nach§ 3 des Kreisstatuts können Vereine bis zu 25 Mitgliedern zwei Delegierte, stärkere für jedes weitere volle Viertelhundert Mitglieder einen mehr entsenden. Die Mandate müssen von mindestens zwei Vorstands⸗ mitgliedern unterzeichnet und mit dem Vereinsstempel versehen sein. Formulare sind beim Kassterer August Bock, Gießen, Bleichstraße 29 III, zu haben.— An⸗ träge zur Generalversammlung, sowie Wünsche in Bezug auf den Ort des nächstjährigen Kreis festes wolle man rechtzeitig an den Vorsitzenden Gg. Beckmann, Grün⸗ bergerstraße 44, gelangen lassen.
Gießen, den 26. Junt 1906. Mit Parteigruß!
Der Vorstand des Kreis⸗Wahlvereins. Wetzlar. Die neuen Mitgliedsbücher für den Kreiswahlverein gelangen vom 1. Juli ab zur Aus⸗ gabe und sind vom Vertrauensmann O. Fauth, Wetzlar, Mühlgrabenstraße 9 II zu beziehen.
Versammlungskalender.
Samstag, den 14. Juli. Gießen. Wahlverein. Abends 9 Uhr Ver⸗ sammlung bei Orbig. 1. Vortrag: Die Er⸗ stürmung der Bastille. 2. Kreiskonferenz. Gießen. Freie Turner:schaft. Abends 8/ Uhr Monats⸗Versammlung im Vereinslokal(Pfau). Alten⸗Buseck. Volksverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Wirt Becker. Steinberg. Arbeiter⸗Bildungs⸗Verein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Wirt Schwarz. Friedberg. Wahlverein. Abends ½9 Uhr Versammlung in der„Konkordia“.
Sonntag, den 22. Juli. Hausen. Arbeiter⸗Verein. Nachmittags 3 Uhr General⸗Versammlung bei Wirt Wallbott—
Briefkasten. Btzbch. Mk. 1.50 für ausgesperrte Buchbinder ꝛc. an zuständige Stelle befördert, ebenso kürzlich die Mk. 2 für die Tabakarbeiter.— tz. Bericht über die Bez.⸗ Konf. Heldenbgn. nächste Nummer.— W. Lanns⸗
gung der durch die seitherigen Arbeiter einge⸗
bach. Die Sache zurückgestellt, bitte nochmals vorzu⸗ sprechen.
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