Ausgabe 
15.4.1906
 
Einzelbild herunterladen

reh eule Agen haltet U bh f ban .% Ab d rann. l, dg de G. bel D.. 5 Aha f fel nauntg g nah organ Lagern sich hy zeitekte ch, gl

tu lt vu long. ist ala cbeltthel le he beach elt, f heiteeb( 1 ub Mien n fagt be en d bbrachg, ER 1 val, inn da 05 u. 1 550 K Abel

D 2 : e

22 2 2

Nr. 15.

Mitteldentsche Sountags⸗ Zeitung.

Seite 5.

führungen fanden lebhafte Zustimmung.

gab schließlich ein anschauliches Bild über die

heutige Rechtspflege und ihre Verschledenheit gegenüber den besitzenden Klassen und der Ar⸗ beiterschaft. In der Diskussion bezeichneten die Gen. Herrmann und Schieferstein, beide Maurer aus Frankfurt, die hier eine Hausagitation hielter, die politische Organisation als eine un⸗ bedingte Notwendigkeit für die Au beiterschaft, die ihre spärlichen politischen Rechte wahren müsse. Der letztere sprach sein Erstaunen da⸗ rüber aus, wie es den hiesigen Arbeitern eigent⸗ lich möglich sei, mit so geringem Lohn zu exi⸗ stieren. Er habe allerdings erbärmliche Woh⸗ nungen hier gekunden, in denen ein erwachsener Mensch nicht gerade stehen könnte! Diese Aus⸗

Aus dem Rreise Wetzlar.

h. In dem Marmor- und Granitwerk Dykerheff und Neumann droht ein Ausstand der dort beschäftigten Steinarbeiter auszubrechen. Mitte März hatten diese durch den Bezirksleiter ihrer Organi⸗ sation einen Arbeitsvertrag an die Firma eingereicht, in dem eine kleine Aufbesserung der Arbeitsbedingungen vorgesehen war. Hauptsächlich forderten die Arbeiter einen Stundenlohn bon 4045 Pfg. für ältere Schleifer. Von einer Reih! nebensächlicher Forderungen ist die ö wichtigste, daß alle Schlelferarbeiten im Tagelohn ausgeführt werden sollten. Schließlich wurde die Firma in höflichster Form ersucht, sich über die Eingabe zu äußern. Diese Aeußerung der Herren Dykerhoff und Neumann erfolgte durch eineBekanntmachung, die am 31. März im Werke angeschlagen war und die am Schluß lautete:Da bei den Löhnen, welche wir zahlen, es kaum noch möglich ist, überhaupt Arbeit heranzuziehen, und wir unsere Einrichtungen nicht beliebig ändern lönnen, geben wir denjenigen, die mit den bisherigen Verhältusssen nicht einverstanden sind, anheim, durch

ordnungsmäßige Kündigung das Arbeitsverhältnis auf⸗ zulösen. Daraufhin reichten die Arbeiter die Kündi⸗ gung ein, die am Samstag abläuft. Eine etwas entgegenkommendere Haltung der Firma gegenüber den geringfügigen Forderungen der Arbeiter wäre wohl am Platze gewesen und hätte im Interesse beider Teile gelegen. Herr Neumann ist nebenbei Stadtvater.

h. Die Handschuhmacher in Wetzlar haben eine kleine Lohnerhöhung ohne schweren Kampf erreicht. Vor 14 Tagen reichten sie eine Forderung an die Fabrikanten ein, worauf zwei Firmen, darunter die größte am Orte, die bescheidene Erhöhung sogleich be⸗ willigten, eine andere am darauffolgenden Montag, während in der vierten in Betracht kommenden Fabrik die Kündigung eingereicht werden mußte. Erst hier⸗ auf besann sich der Fabrikant eines besseren und folgte nach, sodaß ohne Kampf und ohne beiderseitige Verluste eine Besserung durchtesetzt wurde. Die Handschuhfabrik Justus Hinkel kommt nicht in Betracht, da sie für Ver⸗ bandsmitglieder gesperrt ist und nur zwei Zuschneider (Nichtmitglieder) beschäftigt. Der Erfolg ist vornehmlich der guten Organisation der Handschuhmacher zu danken; dann aber auch der sofortigen Bewilligung des größten Wetzlarer Geschäftes, dessen Inhaber den Arbeitern gegen⸗ Aber Einsicht und Entgegenkommen zeigte.

n. Krofdorf. Das Wachstum des Tabak⸗ arbetterverbandes in unserer Gegend scheint einer in Wißmar stationiertenschneidigen Ordnungs⸗ stütze nicht angenehm zu sein, denn sie sucht ihn nach Möglichkeit zu bekämpfen. Mit ehrlichen Mitteln aller⸗ dings nicht, sondern mit den krassesten Lügen und Ver⸗ leumdungen, So log der Betreffende verschiedenen Leuten vor, daß ein Krofdorfer er meinte den Genossen Stork seine Exlstenz fast vollständig vom Tabak⸗ arbeiterverband friste. Und weiter erzählte er, der Maurer Schieferstein, der als Kassierer des Verbandes fungiert, mache dabei ein schönes Geschäft, er erhalte 8 Pfg. von jeder verkauften Marke. Was Stork an dem Verbandeverdient, das wäre er jedenfalls bereit, dem Herrn zur Verfügung zu stellen, der das dumme Sewäsche in die Welt setzt, Er besteht darin, daß er jede Woche aus Solidaritätsgefühl 40 Pfg. Beiträge entrichtet, wobei er noch nicht eiumal des Vorteils teil⸗ haftig wird, den sich seine Kollegen in nicht allzuferner Zeit durch die Organisation erringen werden. Und was denVerdienst des Kassierers betrifft, so wird ja in der Versammlung Rechnung abgelegt und dann kann ja jene Staatsstütze genauestes über Verwendung der Gelder hören. Solch albernes Geschwätz wird aber bei denken⸗ den Tabakarbeitern oderArbeiterinnen keinen Eindruck machen. Jeder muß vielmehr seine wirtschaftliche Lage erkennen und einsehen, daß er sie nur durch die Orga⸗ nisation verbessern kann. Deshalb herein in die Orga⸗ nisation und sich nicht abhalten lassen von Leuten, denen man beim ersten Blick ansieht, daß ihnen die Arbeit von jeher ein Greuel war und die somit auch kein Recht haben, sich in Arbeiterangelegenheiten hinein zu mischen.

n. In Krofdorf starb am 7. April der Gas⸗ arbeiter Genosse Georg Bork. Am Dienstag wurde

er unter zahlreicher Betelligung zur letzten Ruhe bestattet. Wir verlieren in ihm einen treuen Mitkäupfer, der bet allen, die ihn kannten, beliebt und geachtet war. Seit 23 Jahren war er im Gießener Gaswerk beschäftigt.

Eine Witwe mit 6 Kindern betrauert den Verlust ihres Die Krofdorser Arbeiterschaft wird ihm in

Ernährers. gutem Andenken behalten.

h. Kontrollversammlungen finden statt in:

Aßlar, Bahnhof, Mittwoch, 18. April vormittags 10 Uhr 30 für Aßlar, Berghausen, lasbach, Klein⸗ Alteustädten, Werdorf.

Wetzlar, Schützengarten, Mittwoch, 18. April nach⸗ mittags 2 Uhr nur für Landwehr von Wetzlar ein⸗

. schließlich Wetzlar⸗Niedergirmes.

Dutenhofen, Bahnßof, Donnerstag, 19. April vormittags 11 Uhr 40 für Atzbach, Dorlar, Dutenhofen, Kinzenbach, Münchholzhausen.

Wetzlar, Schützengarten, Donnerstag, 19. April nachmittags 3 Uhr nur für Reserve von Wetzlar elnschließlich Wetzlar⸗Niedergirmes.

Oberndorf, Ausgang nach Wetzlar, Freitag, 20. April vormittags 10 Uhr 30 für Albshausen, Bonbaden, Braunfels, Burgsolms, Oberndorf.

Wißmar, Bahnhof, Wirtschaft Brück, Samstag, 21. April, 11 Uhr 30 vormittags, für Glelberg, Krofdorf, Launsbach, Odenhausen, Salzböden, Vetzberg, Wismar, nur für Reserve; nachm. 1 Uhr nur für Landwehr und Ersatzreserve.

Wetzlar, Schützengarten, Dienstag, 24. Aprll, 10 Uhr vormittags, nur für Ersatz⸗Reserve von Wetzlar einschließlich Wetzlar⸗Niedergirmes.

Wetzlar, Sophienhütte, Mittwoch, 25. April, 6 Uhr nachmittags, nur für die auf den Buderus'schen Eisenwerken, dem Portland⸗Zement⸗Werk und der Karo⸗ linenhütte beschäftigten Kontrollpflichtigen aus dem

ganzen Kreise.

Aus dem Rreise Marburg⸗Rirchhain.

Arbeiterhäuser mitbilligen Woh⸗ nungen will die Baugenossenschaft des evang. Arbeiter⸗ vereins in Marburg herstellen. Die Genossenschaft baut z. Zt, ein Doppelhaus in der Gemarkung Wehrda für 20 000 Mk. Einige Arbeiter, die Mitglieder der Bau⸗ genossenschaft sind, freuten sich bereits, endlich einmal eine billige Wohnung zu bekommen, sintemal es auch einem christlichen und lammesfrommen Arbeiter schwer fällt, bei diesen teuren Zeiten die teure Wohnungs⸗ miete aufzubringen. Wie sehr wurden aber die christ⸗ lichen Brüder enttäuscht, als sie hören mußten, daß die Arbesterwohnungen mindestens 220250 Mk. jährlich an Miete kosten würden. Darob natürlich große Ent⸗ rüstung bei den christlichen Arbeitern. Für

solchen Mietspreis könnte man aber auch in Marburg selbst wohn en, da braucht man nicht nach Wehrda zu Mit Recht sagten einige christliche Arbeiter, daß

ehen. 77 Beamten wohnungen in denArbeiter⸗ häusern entstehen würden und nicht billige Arbeiter⸗ wohnungen, wie sie vorgesehen waren. Einige christliche Arbeiter, die Mitglieder der Baugenossenschaft find, fangen bereits an, nachzudenken, ob es wirklich mit der Zeit ratsam ist, noch länger einer solchen Baugenossen⸗ schaft anzugehören. Da es nun schon mit den Arbeiter⸗ wohnungen nichts für die Mitglieder wird, wie soll es dann erst mit den Arbeiter häusern für jedes Mitglied werden, die leider noch einige Arbeiter hoffen, für einen Monatsbeitrag von 20 Pfg. zu erhalten.

e n de Geleimte? Wie bekannt hatte der Marburger Magistrat ausSparsamkeitsgründen die Lieferung der Fenster für die neue Volksschule an den Hof, schreinermeister Fauser in Weimar vergeben. Darüber waren die Marburger Schreiner meister nicht wenig erregt, sie beriefen sogar eine Bürger⸗ versammlung ein, worüber wir seiner Zelt be⸗ richteten, die dem Magistrat den Marsch blasen sollte. Die Schreinerzwangsinnung ging sogar zum Regierungspräsidenten, aber es half alles nichts, Fauser behielt die Arbeit. Als die Probearbeit ankam, hieß es sofort, sie wäre nicht vorschriftsmäßig und man hatte allerlei daran auszusetzen. Schon frohlockten dle Mar⸗ burger Meister, daß die Arbeit womöglich doch noch hierbleiben würde. Die Stadtverordneten schickten darauf den Haupt- Wortführer der Innungsleute, Obermeister Bang und den Stadt⸗ baumeister Brög nach Weimar,(auf Kosten der Steuerzahler) um zu sehen, ob Fauser überhaupt im Stande sei, die Arbeit zu liefern. Die beiden Herren Sachverständigen erlebten eine große Enttäuschung. Nach ihrer Meinung waren die bereits fertiggestellten Fenster seh r sauber gearbeitet. Nur beklagte sich Herr Fauser, daß er 1000 Mk. bei der ganzen Arbeit drauf legen müsse. So hat sich endlich der ganze Streit erledigt, der so viel Staub

einen

aufwirbelte. Die Marburger Schreiner meister, die bei der ganzen Affaire den Schlauen spielen wollten, haben alsGeleimte den Rückzug angetreten. ö Die Gemeinderatswahl in Ockershausen, welche am Freitag in der dritten Klasse stattfand, ergab 39 Stimmen für den Bürgervereinskandidaten Fey, 34 fielen auf Herrn Weißbinder Pfeffer. Ersterer ist somit gewählt. Die vorhergehende Wahl war für un⸗ gültig erklärt worden.

Ein neuer Ausbruch des Vesuv

setzt die Bewohner der in der Nähe des Vul⸗ kans gelegenen zahlreichen Orte in Schrecken. In der Nacht zum 5. April öffnete sich am Fuße des Vesuys ein neuer Krater, aus dem sich ein Lavastrom ergoß der sich mit einer Ge⸗ schwindigkeit von hundert Metern pro Stunde in der Richtung gegen Boscotrecase wälzte, dessen Einwohner ihre Wohnungen verließen. Das war auch sehr gut, denn bereits am Samstag war der Ort von dem Lavastrom vollständigeingeschlossen. Fast alle Gebäude gingen in Flammen auf. Am Samstag Nacht erfolgte eine weitere gewaltige Eruption, durch welche viele Orte schwer bedroht sind. Der Vesuv glich einem einzigen riesigen Feuer⸗ herde und unter Erdbeben und fürchterlichem Getöse wurden die glühenden Massen viele Hunderte von Meterr in die Luft geschleudert. Der Hauptkegel ist eingestürzt. In den Ort⸗ schaften der weiteren Umgebung fiel dichter Aschenregen. Hunderte Menschen komen um.

Partei-Nachrichten. Unfallverletzte!

Ju den Verhandlungen des Landtags wurden von dem Unterzeichneten Klagen Unfallverletzter über ihnen zugefügte Nachteile durch an Berufsgenossenschaften er⸗ stattete Gutachten Großh, Hessischer Kreisärzte zur Sprache gebracht. Es gilt nun, im Einzelnen festzustellen, wie das geschehen ist, um gegen die Verwendung Großh. Hessischer Kreisärzte bezw. Kreisassistenzärzte alsVer⸗ trauensärzte der Unfallberufsgenossenschaften Stellung zu nehmen. Ich ersuche deshalb alle Unfallrentner und Rentnerinnen, welche in den letzten Jahren durch Gutachten erwähnter Aerzte benachteiligt wurden, mir Mitteilung davon zu machen und mir, wo irgend

möglich, Gutachten der erwähnten Art und Urteile, die sich auf diese Gutachten stützen, zuzusenden. Eben so wäre es von Interesse zu erfahren, in welchen Fällen derartige Gutachten bei Anträgen für die In validen⸗ Versicherung maßgebend waren.

Offenbach, 6. April 1906.

C. Ulrich, Große Marktstraße 23.

Ueber die Maisestzeitung, welche die Buch⸗ handlungVorwärts in diesem Jahre herausgibt, teilt sie Folgendes mit:Das Titelbild, von dem bekannten Mitarbeiter des Simplizissimus Wilhelm Schulz ge⸗ zeichnet, bietet dem russischen Arbelter freundliches Will⸗ kommen in den Relhen des internationalen organisterten Proletariats. Entgegen der bisher üblichen Anordnung bringen wir in dieser Nummer eine Bil erfolge von sechs Kopfleisten als Illustration für eine Gedichtserse Gegenwart und Zukunft, von Edmund Edel gezeichnet. Eine Karrikatur,Die eine reaktionäre Masse darstellend, bildet den Abschluß der Nummer.

Zu dem textlichen Teil haben belgetragen die Genossen Pannekoek, Henriette Roland-Holst, J. Stern, G. Lede⸗ bour und E. Klaar.

Es geht daraus hervor, daß das Blatt auch dles⸗ mal wieder sehr viel des Interessauten und Belehrenden bletet und wir können den Genossen überall seine An⸗ schaffung nur empfehlen. Die Partelorganisationen müssen sich deshalb die weiteste Verbreitung angelegen seln lassen und dle Bestellungen recht bald bei den belannten Stellen bewirken.

Versammlun gs kalender Samstag, den 14. April.

Gießen. Holzarbeiter. Abends%½8 Uhr Ver sammlung bei b. Metallarbetter abends 9 Uhr Versammlung bel Orbig.

Wieseck. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei Wacker.

Briefkasten.

W. Gr. Bss. Für ein Geldstück mit dem Bild⸗ nis Kalser Friedrichs bezahlen höchstens Sammler oder Llebhaber etwas mehr als ihren Nennwert; im allze⸗ meinen Verkehr gibt niemand einen Pfennig mehr.