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Nr. 35.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Jeitung.
Seite 5.
Sozzen kennen gelernt haben, von diesen wieder abge⸗ fallen, auch will ungefähr/ der besseren Arbeite von den volksbeglückten Roten nichts mehr wissen, aber es sollten doch endlich noch mehr Ar⸗ beiter das sozialdemokratische Joch von sich abschütteln und sich nicht mehr so tyrannisteren lassen und ihr sauer verdientes Geld alle Woche zur Ernährung von herum⸗ lungernden Verbandsleitern und Wühlern hergeben. Wie es der Herr Gail gemacht hat, sollten es alle Arbeitergeber machen, dann würden die Sozzen bald zahm. Herr Gail hat einfach erklärt, für ihn bestände gar kein Streik. Da gingen nun manchem schnell die Augen auf und die gefoppten Arbeiter sahen ein, zu welch dummen Streich sie sich hatten verleiten lassen. Und wie schlecht geht's jetzt manchem Streikenden? Sie müssen sich ander⸗ wärts bei harter, ungewohnter Arbeit mit dem halben Lohn begnügen und daheim in den Familien herrscht Streit und Zank und Not.“
Ob sich ein Mensch, der solches Zeug zusammen⸗ schmiert nicht schämt, wenn er sich selbst im Spiegel sieht? Oder bekommt er ein paar Silberlinge dafür? Der verächtliche Bursche wohnt in Watzenborn.
Aus dem Rreise Alsfeld⸗Cauterbach.
— Bei der Bürgermeisterwahl am Montag wurde der Sohn des bisherigen Bürgermeisters, Karl Arnold, mit 389 Stimmen gewählt. Der Kreis⸗ straßenmeister Braun erhielt 138 Stimmen.
Wegen Renovierung der Wal⸗ purgiskirche ist es zwischen der Stadtver⸗ waltung und dem Kirchenvorstande zu einem Konflikte gekommen. Die Renovierung soll 125 000 Mk. kosten; der Gemeinderat hat jedoch beschlossen, sie zu verschieben und erst das Rat⸗ haus wieder herzustellen, das vor dem Verfall geschützt werden muß. Dieser Beschluß geht dem Kirchenvorstand stark wider den Strich. Wegen der Kirchenreparatur wurde auch schon an den Landtag petitioniert.
g. Unter Kameraden! Bei dem am 12, August in Büßfeld stattgefundenen Bezirkstag des Krieg er⸗ vereins⸗Bezirks Homberg a. d. Ohm ging es wegen der Wahl des Bezirksvorstandes recht lebhaft zu. Ein junges Herrchen mit schöngeschwungenem Husaren⸗ bärtchen tat sich besonders in groben Ausdrücken hervor, hatte sich doch auch ein alter Kamerad in silberweißem Haar erkühnt, einen Kandidaten vorzuschlagen, der den Hombergern nicht angenehm war. Das Gezänk dauerte annähernd 2 Stunden. Bei der dann vorgenommenen Wahl, die sehr unruhig verlief, fielen die Homberger herein. Hier konnte man einen schönen Begriff von dem kamerad⸗ schaftlichen Geist bekommen, der in diesen Kriegervereinen herrscht. Wir raten den Herren, besonders den jüngeren, recht fleißig Arbeiterversammlungen zu besuchen, wo wichtigere und schwierigere Dinge verhandelt werden als die Wahl eines Bezirksvorstandes, um dort zu lernen, wie debattiert wird,
Aus dem Mreise Wetzlar.
h. Gegen den„innern Feind“ wurde neulich bei dem Kriegerfeste in Bissenberg wieder mal gehörig gedonnert. Herr General Castendyck aus Braunfels war es, der zum gewöhnlichen Volke herab⸗ gestiegen war und eine Festrede hielt. Darin sagte er nach dem Amtsblatt u. a.:„... Wir fassen unsere Pflichten weiter auf: in friedlicher Arbeit, aber unaus⸗ gesetzt geht unser Streben anch dahin, die inneren Feinde nieberzuhalten und die abtrünnigen Brüder wieder zu gewinnen, die in völliger Verkennung wahrer Freiheit einem Zerrbilde nach agen und die Wohl⸗ fahrt unseres Vaterlandes gefährden.“ Die„Wieder⸗ gewinnung der Abtrünnigen“ dürfte dem Herrn General einige Schwierigkeiten machen, denn mit jedem Tage wird der„innere Feind“ stärker und bald die Mehr⸗ heit des Volks umfassen. Dann wird die Karre um⸗ gedreht: man wird diejenigen als die inneren Feinde erkennen, die es wirklich sind, die sich auf Kosten des Volkes bereichern, es sogar bestehlen und es dazu noch in jeder Beziehung schuhriegeln. Und man wird dann bald mit dem inneren Feinde fertig sein!
— Herr Stadtverordneter Gerlach erläßt im„Wetzl. Anz.“ eine Erklärung, daß die über ihn umlaufenden Gerüchte un wahr seien.
* Die Rechtsanwälte Heertz und Kaufmann verlangen von uns in einer Zuschrift, ihnen den Ein⸗ sender der Notiz in voriger Nr.„Nächtlicher Spuck“ zu nennen, denn die dort erzählte Geschichte beruhe auf „freier Erfindung“. Wir lehnen es grundsätzlich und unter allen Umständen ab, den Einsender einer Zuschrift ohne dessen Erlaubnis zu nennen. Niemand braucht jene Notiz auf sich zu beziehen, wenn ihr Inhalt auf freier Erfindung beruht.
h. Ein Betriebsunfall ereignete sich in der Druckerei des Wetzl. Anzeigers, in⸗ dem am Freitag ein Lehrling mit dem Finger
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in die Maschine kam und ihm der Finger zer“ guetscht wurde. Die Unfälle sind dort doch auf. fällig zahlreich. Der vor längerer Zeit ver⸗ ban Lehrling liegt noch immer im Kranken⸗ ause.
Aus dem Rreise Marburg⸗Rirchhain.
z, Folgen des Submisstonswesens. Ueber den Arbeiten der Straßenauffüllung des Südviertels scheint ein Unstern zu walten. Der vorige Unternehmer, der in Spandau ansässige Stelling, hat infolge seiner billigen Submisstonsofferte das Weite gesucht. 11 Ar⸗ beiter haben mit ihrer Forderung von 300 Mark und darüber das Nachsehen. Denn trotzdem der Bevoll⸗ mächtigte des Verbandes der baugewerblichen Hilfsarbeiter sich dieserhalb schriftlich an den Magistrat wandte mit einer spezifizierten Rechnung und den Unterschriften der Arbeiter mit der Bitte, den Arbeitern doch zu ihrem sauer verdienten Lohn zu verhelfen, da der Unternehmer doch eine ansehnliche Kaution hatte hinterlegen müssen, ist bis heute demselben noch kein Pfennig zugestellt worden und auch der Antragsteller hat bis heute noch keine Antwort von dort erhalten. Echt arbeiterfreundlich!
meister Schuhmann von Kassel zuteil geworden, der die meistfordernde Firma Holzmann von Frankfurt um 27,000 Mark unterboten hatte. Aber kaum hatte er einen Tag voll arbeiten lassen, so wurde schon die Maschine defekt und die eben eingestellten Arbeiter feiern noch, bis die Reparatur beendet ist. Man steht, die Ar⸗ beiter und immer wieder die Arbeiter sind die Geschädig⸗ ten. Stagt und Gemeinde aber verlangen ohne weiteres die direkten und indirekten Stenern. Wo es der Ar⸗ beiter aber hernimmt, danach wird nicht gefragt.
fr. Im Wahlverein wurde am Samstag recht lebhaft über das jetzt viel ventilterte Thema:„Partei und Gewerkschaften“ diskutiert und als eine Notwendigkeit erkannt, daß die Führer dieser beiden Gruppen in bessere Fühlung treten, damit der Arbeiterschaft bei späteren umfassenden Aktionen eine Niederlage erspart bleibe. Nur bei den Führern liegt es, wenn das gegenseitige Verhältnis kein ganz erfreuliches, da die Masse auf beiden Seiten dieselbe sei. Zu den bevorstehenden Ge⸗ werbegerichtswahlen wurde eine lebhafte Agitation ver⸗ langt und der Vorstand beauftragt, eine Kontrolle dahin auszuüben, daß die wahlberechtigten Genossen ihre Pflicht erfüllen, um den stark in Konkurrenz tretenden Christlichen einen Erfolg zu vereiteln. Ein Antrag, einen hiesigen Parteiwirt zu veranlassen, zwecks Propaganda unter der arbeitenden Jugend ein Lokal für einige Stunden des Sonntags nachmittags als Lesezimmer ohne Trinkzwang unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, wurde bis zur nächsten Versammlung zurückgestellt. Aufgenommen wurden 11 Genossen.
h. Russisches vom Marburger Zollamte. Unser Genosse Härtling hatte die Absicht, ein an den Genossen Dr. R. Michels adressiertes Paket aus Zürich vom Zollamte abzuholen.(Genosse Michels ist mo⸗ mentan verreist.) Bekanntlich müssen ja die Pakete, die aus dem Auslande kommen, auf dem Zollamte wegen der Steuer geöffnet werden. Dies tat denn auch unser Genosse. Obenauf lag nun die Broschüre mit rotem Umschlag:„Der politische Massenstreik“. Der Beamte: „Aha, da haben wir's ja!“ Kurzum, es dauerte nicht lange, so waren noch zwei Beamte zur Stelle, die dann den Inhalt des Paketes(Drucksachen, alte Zeitungen und Bücher) einer genauen Prüfung unterzogen. Es splelte sich sodann folgende Szene ab, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Einer der Beamten zu unserem Genossen:„Sind Sie Herr Dr. Michels?“ —„Nein! Härtling ist mein Name.“„Was ist Dr. Michels?“ Antwort:„Schriftsteller!“„Welcher Partei gehört er an?“ Antwort:„Er ist Sozialdemo⸗ krat!“ Der Beamte zu unserem Genossen:„Sind Sie auch Sozialdemokrat?“ Antwort:„Jawohl!“ Der Beamte weiter:„Vom reinsten Wasser?“ Antwort: „Jawohl, habe keine Ursache, dies zu leugnen!“ Schließ⸗ lich behielt man die Broschüren doch, obwohl unser Ge⸗ nosse erklärte, daß diese Schriften in Deutschland über⸗ all käuflich sind. Auf die inquifitorischen Fragen hätte Härtling einfach erklären sollen, daß es den Beamten nichts anginge.
fr. Rücksichtslosigkeit. Ein Spenglerlehrling stürzte am Samstag an einem Neubau der Landes⸗ heilanstalt aus einer Höhe von 6 Metern und zog sich verschledene Verletzungen zu. Die Verwaltung der Landes⸗ heilanstalt weigerte sich jedoch, den Schwerverletzten in einem Anstaltswagen nach der Klinik fahren zu lassen, und so mußte man abwarten, bis aus der entfernten Stadt ein Wagen herbeigerufen war. Wirklich eine Leistung von einer Heilanstalt. Was ist auch an so einem Proletarierkind gelegen!
— Streikbrecher aus dem verunglückten Schreiner⸗ streik sind jetzt„christlich“ organisiert. woraus sich zur Evidenz beweisen läßt, daß das Wort„Streikbrecher⸗ organisation“ zu Recht besteht.— Den noch ausstehenden
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Erbarbeitern, die Mitglieder bei den„Christlichen“ sind,
Der zweite Zuschlag des Straßenneubaues ist dem Pflaster⸗
wurde die Streikunterstützung entzogen, da der Streik beendet(?) sei, was den freien Gewerkschaften bei ihrer Agitation besonders unter den Bauhandwerkern sehr zu statten kommen dürfte und tüchtig ausgenutzt werden muß.
Partei-Machrichten. Referentenkursus!
Genosse Dr. David wird an den Sonn⸗ tagen am 9. und 16. September, vor⸗ mittags 9 bis 12 Uhr, in Gießen, einen Referentenkursus abhalten. Die Partei⸗ genossen aus Oberhessen und den angrenzenden Gebieten, die sich zu beteiligen wünschen, werden ersucht, sich pünktlich zur angegebenen Zeit im Lokale des Genossen Orbig, Rittergasse, ein⸗ zufinden.
An die Parteigenossen der Orte Wieseck, Trohe, Rödgen, Großen⸗ und Alten Buseck. Sonntag, den 2. September, nachmittags 2 Uhr, Bezirks⸗Versammlung in Trohe bei Wirt Seipp. Tagesordnung: Berichterstattung von der Landeskonferenz. Zahlreichen Besuch erwartet Die Bezirksleitung.
Für Garbenteich wird ein Zeitungsträger gesucht. Zn melden bei H. Frey.
Die Kinderarbeit und ihre Bekämpfung von Käte Dunker.(Herausgegeben von der Redaktion der„Gleichheit“, Zeitschrift für die Interessen der Ar⸗ beiterinnen.) Preis 40 Pfg.
In einer kurzen historischen Einleitung bespricht die Verfasserin die Kinderarbeit als Begleiterscheinung der kapitalistischen Wirtschaftsweise und anschließend daran die Kiuderschutzgesetzgebung in Deutschland bis 1891, die Erhebungen von 1898 und endlich das Kinderschutz⸗ gesetz von 1903. In einem Schlußkapitel wird der bisherige Erfolg des Kinderschutzgesetzes beurteilt und ein vortrefflicher Ausblick auf Kinderarbeit, Kinderer⸗ ziehung, wie beides sein sollte, gegeben.— Im Anhang findet die Leserin das Gesetz selbst und ein Verzeichnis derjenigen Werkstätten, in deren Betrieb Kinder nicht beschäftigt werden dürfen. Schließlich ist auch die Be⸗ kanntmachung hinzugefügt betreffend Ausnahmen von dem Verbot der Beschäftigung eigener Kinder unter 10 Jahren. Das Büchlein sollte in keinem Arbeiterhaus⸗ halt fehlen; jede Mutter muß Kenntnis haben von dem derzeitigen Stand der Kinderschutzgesetzgebung in Deutsch⸗ land, damit sie der Ausbeutung ihrer eigenen Kinder zielbewußt entgegentreten, sie mildern und womöglich hindern kann.
Wersammlungskalender.
Samstag, den 1. September. Gießen. Holzarbeiter. Abends ½9 Uhr Ver⸗ sammlung bei Löb(Wiener Hof).— Metall⸗
arbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Garbenteich. Arbeiter-Bildungs⸗Verein.
Abends 9 Uhr Versammlung bei Kur. Klingelhöfer.
Lollar. Wahlverein. Abends 9 Uhr Ver⸗ sammlung bei Wirt Schupp.
Lauterbach Wahlverein. Abends 8¼ Uhr Mitglieder⸗Versammlung bei Gastwirt Schwarz, „Zum Johannisberg“.
Sonntag, den 2. September.
Bersrod. Wahlverein. Nachmittags 1½ Uhr
Mitglieder⸗Versammlung bei Witwe Hofmann. Montag, den 3. September.
Gießen. Schneider verband. Abends 9 Uhr
Versammlung bei Orbig. Dienstag, den 4. September.
Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends ½9 Uhr Sitzung bei Orbig.
Samstag, den 8. September.
Wieseck. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versamm⸗
lung bei Heinrich Völzel(Zinn). Vollzähliges
Erscheinen erwünscht.
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is zum 15. September wird für die Expeditian der
am 1. Oktober erscheinenden„Oberhessischen Volkszeitung“ ein
Expedient, sowie ein Hilfs arbeiter
gesucht.
Offerten sind bis spätestens 5. September schrift⸗ lich bei Hrch. Fourier, Ludwigstraße 12, einzureichen, wo auch nähere Bedingungen zu erfragen sind.
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