Ausgabe 
1.7.1906
 
Einzelbild herunterladen

bel.

fir. ich, bel

ug. ett un gen.

905 daß 5 cel, tet Nan lurch aft lat e 1 den

ha, iber

er⸗ Jul, hle⸗ icht gen I len.

del ein tel⸗

net lesen bel⸗ et gen

lich u del

72 110

r

3

Nr. 26.

Mitteldeutsche Sonntags ⸗Zeitung.

Seite 5.

Veteranen aus den Kriegsjahren 1843/49, welche nach⸗ weislich an Gefechten teilgenommen haben, unter Angabe des Lebensalters und ihrer Einkommen⸗ und Familien⸗ verhältnisse, sowie ihrer Würdigkeit namhaft zu machen.

Na, da wird sich Vater Staat nicht so sehr in Un⸗ kosten zu rennen brauchen. Denn die würdigen Veteranen müßten doch mindestens 77 Jahre alt sein und die werden sicher nicht mehr regimenterweise herumlaufen. Vielleicht liest man demnächst eine Bekanntmachung, daß sich die alten Veteranen aus dem siebenjährigen Krieg melden sollen!

k. In Waldernbach(Oderlahnkreis) gab es am Fronleichnamstage bekanntlich der höchste katholische Feiertag eine gehörige Keilerei und Stecherei zwischen katholischen Waldernbachern und nicht minder katholischen Italienern. Was würde wohl diechristliche Presse sagen, wenn Aehnliches etwa am 1. Mai zwischen Sozialdemokraten vorkäme?

Aus dem Rreise Marburg⸗Nirchhain.

Im Wahlverein spricht diesen Samstag Genosse Dißmann⸗Frankfurt über: Unsere gegenwär⸗ tige Situation und der Ausbau der politischen Organi⸗ sation. Die Parteigenossen wollen dazu recht zahlreich erscheinen.

Der Schreinerstreik in Marburg, der jetzt bereits 14 Tage währt, verdient doch etwas näher be⸗ sprochen zu werden, zumal die Herren Meister die un⸗ glaublichsten Dinge in die Welt setzen, um das Publikum irre zu führen. Im Frühjahre d. J. stellten die hiesigen bei Innungsmeistern beschäftigten Gesellen an die Innung den Antrag, den Stundenlohn um 5 Pfg. pro Stunde zu erhöhen und die Arbeitszeit von 10 auf 9 Stunden täglich zu verkürzen. Diese Anträge wurden abgelehnt. Dagegen versprachen die Meister, demjenigen Gesellen,der es verdiente, 12 Pfg. pro Stunde zuzulegen. Diese höhnische Zumutung wiesen die Gesellen einstimmig zurück und die weiteren Verhandlungen mit der Innung wurden abgebrochen, da doch nichts auf gütlichem Wege zu erwarten war. Die im deutschen Holzarbeiterverbande organisterten Kollegen beschlossen, ihrerselts Forderungen an die im Arbeitgeberschutzverbande organisierten Meister einzureichen. Die Forderungen lauteten: 4 Pfg. Lohnerhöhung pro Stunde und 7 stündige Arbeitszeit. Die Einreichung dieser Forderungen machte natürlich die Meister ganz rebellisch. In der ersten Verhandlung, an der auch der Gauvorsteher des Holzarbeiterverbandes teilnahm, konnte keine Einigung erzielt werden, da die organisierten Meister keinerlei Zugeständnisse machten. Daraufhin reichten die Gesellen die Kündigung ein. Das schlug natürlich dem Faß den Boden aus. Das hatten die Meister von ihren alten, seit Jahrzehnten bei ihnen beschäftigten Gesellen nicht erwartet, daß sie so einmütig die Arbeit nieder⸗ legen würden. Sie sahen eben ein, daß mit 2.80 bis 3 Mk. Tagelohn eine Familie nicht ernährt werden kann! Die Innungsleute beklagten sich nun in den Zeitungen, daß sie 14 Stunden arbeiten müßten, wo sagten sie aber nicht. Dann verpflichteten sie die Holz⸗ und Elsen⸗ händler, den Arbeitern keine Waren zu liefern! Viel⸗ leicht verbieten sie das auch noch den Bäckern und Metzgern! Als Streikbrecher haben sich bis jetzt nur ein paar Christliche gefunden. Die Schreiner sind nicht aus Uebermut in die Lohnbewegung eingetreten; sie erwarten von der Arbeiterschaft Marburgs und Um⸗ gegend Unterstützung in ihrem Kampfe!

* Die Bauhilfsarbeiter in Marburg sind nun ebenfalls in den Streik eingetreten, nachdem die Unternehmer die Lohnforderungen abgelehnt hatten. Zu

.

C. F. Schwarz Söhne

Inhaber: Carl Schwarz

beehren sich ihren früheren Kunden- und Freundeskreisen mitzuteilen, dass sie ihr

Mass- u. Herren⸗Konfektionsgeschälft

von Sonntag, den 20. Mai ab wieder übernehmen mussten.

Um mit dem Lager rasch zu räumen, werden die vorrätigen Stoffe, nur gute Qualitäten für Masssachen, wie auch die fertigen Herren-, Knaben- und Kinderanzüge, Hosen und Paletots, Haveloeks, Capes, Arbeits-

Kleider et. zu Sehr billigen Preisen verkauft.

Anfertigung nach Mass, unter Garantie für tadellosen Sitz.

Spezialität:

einer am Freitag stattgefundenen Versammlung wurde nach gründlicher Aussprache mit allen gegen eine Stimme beschlossen, von Samstag(23. Juni) ab die Arbeit ruhen lassen. Unsere Forderungen lauten: 10stündige Arbeitszeit, 35 Pfg. Stundenlohn für Handlanger, 40 Pfg. für Stein⸗ und Mörtelträger. Wie man sieht, bewegen sich die Forderungen in durchaus bescheidenen Grenzen und trotzdem kein Entgegenkommen. Zuzug ist daher streng fern zu halten.

Agitatorischer Erfolg. Seit einigen Jahren sind fast sämtliche Bauarbeiter in Marburg in den ein⸗ zelnen Organisationen vereinigt worden, außer den Dach⸗ deckern. Durch die rege Agitation eines Genossen ist es nun endlich dazu gekommen, die Dachdecker zu organisteren. Von den in Marburg beschäftigten Gehilfen gehören bereits/ dem Verbande an und es konnte eine Zahl⸗ stelle gegründet werden. Man steht, es geht allerwärts vorwärts.

Das Sommerfest der vereinigten Gewerk⸗ schaften Marburgs findet am Sonntag, den 29. Juli, auf der Schanze statt. Das Programm wird in nächster Zeit im Inseratenteil der M. S.⸗Z. bekannt gegeben.

* Bezirksturnstunde. Diesen Sonntag findet im Restaurant Hildemann, vormittags 9 Uhr, die Bezirksvorturnerstunde für den dritten Bezirk des Ar⸗ beiterturnerbundes statt. Turn freunde sind dazu freund⸗ lichst eingeladen.

Arbeiterbewegung.

Arbeiter allerorts! Auf der Gall'schen Dampfziegelei und Thonwarenfabrik ist seit Wochen eine Lohnbewegung im Gange. Da sich die Firma bisher den gestellten Lohnforderungen gegenüber ablehnend verhielt und trotz mehrmaliger Verhandlungen eine Einigung nicht erzielt wurde, sahen sich etwa 200 von den dort beschäftigten 240 Arbeitern gezwungen, am 28. Juni die Kündigung einzureichen. Aus Anlaß richten wir das dringende Ersuchen an alle Arbeiter, bei genannter Firma nicht eher Arbeit anzunehmen, bis die Differenzen erledigt sind. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten.

Die Ortsverwaltung des Verbandes der Fabrik⸗Land⸗ Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Zahlstelle Gießen.

Lohnkämpfe. In einer Tabakarbeiter⸗ Versammlung in Hanau, die dort am vorigen Mittwoch stattfaud, wurde mitgeteilt, daß eine große Firma Lohnerhöhung zugesagt, zwei aber eine solche abgelehnt haben. Da mehrere Fabrikanten mit der Verbandsleitung nicht unterhandeln wollen, so wurde für jede einzelne Fabrik je eine Kommission von Arbeitern zur Führung der weiteren Verhand⸗ lungen gewählt.

An die Handschuhmacher erläßt das internationale Sekretariat der Handschuhmacher⸗ Organisationen einen Aufruf zur Unterstützung der österreichischen Kollegen, die gegenwärtig einen Kampf mit dem Unternehmertum zu führen haben. Der Kampf hat in Abertham begonnen. Dort lehnten die Unternehmer die geforderte Schnittpreis⸗Erhöhung von 24 Hellern rundweg

ab, worauf den Gehilfen nur die Arbeitsver⸗

weigerung übrig blieb. Alle Unterstützungs⸗ gelder sind an Hermann Stolz in Prag, Karpfengasse 48, einzusenden.

Partei-Nachrichten.

Der Kreisvertrauensmann August Bock wohnt jetzt Gießen, Bleichstraße 29 III.

Eine sozialdemokratische Frauenkonferenz hat die Vertrauensperson Ottilie Baader auf Samstag den 22. September nach Mannheim, wo der diesjährige Parteitag stattfinden wird, einberufen. Als Tagesord⸗ nung ist in Aussicht genommen: 1. Bericht der Zentral⸗ vertrauensperson, 2. Frauenstimmrecht, 3. Agitation unter den Landarbelterinnen, 4. Die Dienstbotenbewegung, 5. Fürsorge für Schwangere und Wöchnerinnen. Als Reserenten sind Genossinnen in Aussicht genommen. die sich mit den betreffenden Fragen eingehend beschäftigt haben; so für Punkt 2, Frauenstimmrecht, Genossin Zetkin; für Punkt 3 Genossin Zietz; für Punkt 4 Genossin Grün⸗ berg; für Punkt 5 Genossin Duncker. Anträge sollen bis spätestens zum 20. Juli an die Genossin Baader, Berlin S. 53, Blücherstraße 49, eingesandt werden.

Bei der Ersatzwahl in Altena⸗Iserlohn erhielt unser Kandidat Haberland 10547 Stimmen und kommt mit dem Zentrum in Stichwahl.

Dersammlungskalender.

Samstag, den 30. Juni.

Gießen. Wahlverein. Abends 9 Uhr Ver⸗

sammlung bei Orbig. Sonntag, den 1. Juli.

Wetzlar⸗ Altenkirchen. Kreiswahlverein. Nachmittags Uhr Parteiversammlung in Glei⸗ berg. Parteilegitimation mitbringen.

Dienstag, den 3. Juli.

Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr

Sitzung bei Orbig.

Briefkasten.

K. Reiskirchen. Auf die Sache, worüber jetzt schon einige Wochen vergangen sind, wollen wir nicht mehr eingehen und den guten Leutchen ihreharmonische Himmelfahrtsfeier schenken. Allerdings, wenn der Diri⸗ gent selber den Grundsatz vertritt:Wenn man gegen einen was hat, so schlägt man sofort drauf dann ist's kein Wunder, daß unter den Vereinsbrüdern Holze⸗ reien sozusagen mit zum Festprogramm gehören. Traurig genug, daß Arbeiter, statt mit der Arbeiterbewegung vorwärts und aufwärts zu streben, über ihre Lage nach⸗ zudenken und an deren Verbesserung mitzuarbeiten, ihre spärliche freie Zeit mit einem Verein vertrödeln, in dem solche Gepflogenheiten herrschen. Sie haben ganz recht, wenn Sie sagen, daß es Aufgabe aller verständigen Arbeiter sein muß, ihre Kollegen möglichst daraus fern zu halten. Bei dem Kreisfest sind einige Schirme und Stöcke in Verlust geraten. Wer einen der Flüchtigen entdeckt, wolle ihn in der Wirtschaft des Genossen Orbig in Gießen abgeben, damit sie wieder ihren rechtmäßigen Herrn finden.

7 Bemüht Parteifreunde! enn; nach besten Kräften für die immer wettere Verbreitung Eueres Blattes, der

Mitteldeutschen Sonntags⸗Zeitung!

Jeder sollte zum Quartalswechsel unserem, seinem Blatte wenigstens einen neuen Abonnenten zuführen!

Ferd. Nenmstiel

Lager

Giessen, Machst. 7. in sämtlichen Kastenmöbeln, poliert und lackiert

Vertikows, Kleiderschränke Tische, Stühle, Spiegel

Lu rum he.

Küchenmöbel Spezialität:

Betten und

Polstermöbel

eigener Anfertigung Uebernahme voll- ständ. Ausstattung.

Ecke Marktstrasse und Wettergasse c Talare und Amtskleidungen Sonntag, für Geistliche und Beamte. *

Simlliche leudeilen eingetroffen.

statt, wozu

Freireligiüse Gemeinde Krofdorf. den 1. Juli, nachmistags von 3 Uhr ab findet im Saale des Gastwirts Moos in Krofdorf

s freiressgsose Erbauung

alle Freidenker freundlichst eingeladen werden. Der Vorstand.