Ausgabe 
1.4.1906
 
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In Neiße in Oberschlesien wurde folgendes Ein Vortrag von Karl Kautsky. Journalisten. Gerade damals, wo er sich

in einer Schöffengerichtssitzung festgestellt:

Einige Zeit vor demroten Sonntag ging der Tischler Wagner ahnungslos durch die Bischofstraße, als ihn der christliche Arbeiter Mohals vom Spediteur Grötzner mit den Worten anrempelte:Da kommt schon mieder so ein verfluchter Sozialdempo⸗ Plötzlich, wie auf Verabredung, kam von hinten der christliche Arbeiter Wagner hinzu und schlug ohne jede Veranlassung den Tischler mit den Worten nieder:Der verfluchte Hund muß heute noch ster⸗ ben! Außerdem trat dieser christliche Rowdy den am Boden Liegenden in brutaler Weise mit dem Fuße ins Gesicht und beschimpfte ihn in gar nicht wiederzugebender Weise.

Vor Gericht stellte sich heraus, daß dieses Muster eines christlichen Aucharbeiters bereits wiederholt wegen Sittlichkeitsverbrechens, Unterschlagung und Körperverletzung vorbestraft war. Trotzdem verurteilte das Gericht den christlichen Rowdy Wagner zu nur einer Woche Gefängnis, den zweiten Christen zu ganze 9 Mk. Geldstrafe wegen Beleidigung und Tragung der Kosten.

In Köln warfen während des Holzarbeiter⸗ streiks zwei Christliche Streikbrecher mehreren Ausständigen und Mitgliedern des dentschen Holzarbeiterverbandes Pfeffer in die Augen und zwar ohne daß diese Helden vorher ange⸗ griffen worden wären. Das Gericht sprach trotzdem die angeklagten Christen frei, weil sie inNotwehr gehandelt hätten!

Die Diplomatenzunft

Europas stitzt jetzt schon ein Vierteljahr in dem spanischen Städtchen Algeciras zusammen und verhandelt über die Marokkofrage. Ueber das Ergebnis der Konfereuz wird jetzt berichtet, daß einevollständige Einigung wischen den um denMarokko Brocken sich reitenden Diplomaten erzielt worden sei. Man hoffe, daß die Konferenzarbeit, an deren glück⸗ lichem Ausgange niemand mehr zweifle, auch in den Einzelheitenwomöglich bis zu Beginn der Karwoche fertigzustellen. Es wäre auch noch schöner, wenn die Herren, die jedenfalls dort ein fabelhaftes Stück Geld verpulvert haben, etwa einen europäischen Krieg zusammen⸗ gebraut hatten!

Anerkennun sozialdemokratischer Tatigkeit

durch die Gegner ist gewiß etwas seltenes. Kürzlich schied unser Genosse Abg. Baudert aus dem Gemeinderat in Apolda, dem er lange Jahre angehörte. Die liberale Apoldaer Zeitung schrieb dazu:Baudert hat der Ge⸗ meindevertretung 14 Jahre angehört. Mit ihm verliert das Kollegium eines seiner be⸗ fähigtsten Mitglieder. Er hat seinen Stand⸗ punkt sachlich und mit Geschick vertreten, aber auch bei zahlreichen Gelegenheiten gezeigt, daß ihm das Wohl der Gemeinde am Herzen lag. Wie mag dasselbe Blatt Baudert bei 100 1 zum Gemeinderat behandelt aben

Kleine politische Nachrichten.

Gemeindewahlerfolge hat unsere Partei in einer großen Anzahl ländlicher Vororte Berlins zu verzeichnen. In den dicht an Berlin angrenzenden Ge⸗ meinden, wie Pankow, Reinickendorf, Treptow⸗Baum⸗ schulenweg, Weißensee, gehörte die dritte Abtellung von vornherein uns, oder wurde voll erobert; in den west⸗ lichen Vororten, die vielfach Villenkolonien darstellen, fanden wir teils bedeutenden Stimmenzuwachs, wie in Groß⸗Lichterfelde, wo uns nur zirka 50 Stimmen an Siege fehlten. In Nowawes bei Potsdam eroberten wir die ganze dritte Abteilung. In Krausnick flel uns die dritte und zweite Abteilung zu, desgleichen in Markgrafpiesle. Auch in Landorten in der Umgebung Frankfurts hat unsere Partei bel den Gemeindewahlen in vielen Orten gut abgeschnitten. In Schneidhain 1. T. 3 7 die sozialdemokratischen Kandidaten in allen drei

assen.

Zur Märzfeier des Leipziger Wahlvereins hielt Kautsky einen Vortrag über Karl Marx. Er beschränkte sich dabei nicht auf die Zeichnung eines einfachen Lebeusbildes, sondern stellte Marx gewissermaßen in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen über die politischen und ökono⸗ mischen Verhältnisse seiner Zett und über die Anfänge der proletarischen sozialistischen Be⸗ wegung in Deutschland. Deshalb sind die Ausführungen Kautskys auch von 1 allgemeiner Bedeutung. Wir geben ste daher in mehreren Fortsetzungen wieder und sind überzeugt, daß sie vielen unsern Genossen zur Bereicherung ihrer Kenntmnisse willkommen sein werden.

Karl Marx wurde am 5. Mai 1818 geboren. Er wurde geboren in Trier, in der Rheinprovinz. Schon das allein war eine opposttionelle Tat⸗ sache, sein Geburtsort. Die Rheinprovinz war 1801 von Frankreich erobert worden und zu einer französischen Provinz gemacht worden. Sie hatte französisches Recht genossen. Die revolutionären Traditionen(Ueberlieferungen), wenn sie auch unter Napoleon verfälscht waren, hatten doch nie aufgehört, und als die Rhein⸗ provinz 1815 an Preußen kam, an das Reich der Westkalmücken, wie Freiligrath es nannte, da fühlte sie den großen Unterschied zwischen dem ostpreußischen Junkerregieme und dem französischen, und da wurde sie durch und durch opposttionell. Dazu kam aber noch, daß dieses opposttionelle Rheinländertum auch gleichzeitig noch die Heimat der größten, entwickeltsten Bourgeoiste war, des entwickeltsten Kapitalismus, der auf der einen Seite mit Frankreich und auf der anderen Seite mit England in Bezieh⸗ ungen stand. Nirgends konnte man größere oppositionelle Gesinnung einsaugen als im Rhein⸗ land, und dieses Rheinland hat denn auch eine Reihe von oyposttionellen Männern geliefert. Im Jahre 1835 bezog Marx die Universität Bonn, und von 1836 an war er in Berlin. Damals war die Bourgeoiste gerade in ihrem oppositionellen Aufstiege begriffen. Sie hatte sich von dem Katzenjammer, der dem Nieder⸗ schlagen der französischen Revolution gefolgt war, erholt, und von 1830 an begann auch in Deutschland ein revolutionäres Gären und Drängen, ein Versuch, die alten überlieferten feudalen und absolutistischen Formen zu sprengen. Das äußerte sich zunächst auf ungefährlichem Gebiete in der Philosophie, und man versuchte zunächst, die Philosophie des Hegeltums von den konservativen Fesseln, die man ihr angelegt hatte, zu befreien und ste zu einer revolutionären umzugestalten und ihr den Charakter einer Apologie(Verteidigung) des Christentums zu nehmen. Der Führer dieser Bewegung war Feuerbach, und auch Karl Marx wurde von ihr ergriffen. Er kam in Berlin in einen Kreis von jungen Leuten, denen nichts heilig war, Bruno Bauer, Max Stirner, und er wurde auf's heftigste davon ergriffen. Es zeigt sich, welches Drängen und Gären in ihm lebte;

wenn man seine Briefe liest, die er um diese

Zeit an seinen Vater schrieb, da staunt man, wie er mit nichts zufrieden war, wie er überall eine neue wissenschaftliche Entdeckung begründen wollte, wie er immer tiefer und tiefer strebte und grub. Von einem Brotstudium entfernte er sich immer mehr. Er wurde immer mehr schon damals ein revolutionärer Kämpfer. Mit Mühe erreichte es der Vater, daß er seinen Doktor machte, 1841, und den Versuch machte, sich in Bonn als Privatdozent zu habilitteren. Aber rechtzeitig noch besann er sich, welche klägliche Rolle ein deutscher Professor splelt, daß ein Kämpfer und ein Geist wie er un⸗ möglich als Professor an einer deutschen Uni⸗ versttät gedeihen könnte. Dies wurde ihm näher gebracht durch das Schicksal Bruno Bauers, der sich damals in Bonn habilitiert hatte, und der mit der theologischen Fakultät in Konflikt geriet, infolgedessen er von der Regierung gemaßregelt wurde. Marx besaun sich damals, daß es einen Beruf gibt, in dem er als revolutionärer Kämpfer viel eher wirken

habilitieren wollte, wurde in den Rheinlanden eine neue Zeitung gegründet, welche die besten Elemente der 1 fee Demokratie umfaßte. Sie umfaßte auch sozialistische Elemente. Die Kluft zwischen der bürgerlichen Demokratie und den bürgerlichen Elementen war damals noch nicht vorhanden. Es war dieRheinische Zeitung. Marx trat ihr bei, zuerst als Mit⸗ arbeiter, später als Redakteur, und der 24 jährige Mann bewies solche Begabung, daß er bald die leitende Stellung in der Redaktion erhielt. Er erkannte aber bald, daß sein Wissen und seine Bildung trotzdem nicht genügte, daß es nicht genug war, mit geistreichen Einfällen und stttlichem Pathos sich über alle Dinge auszu⸗ lassen, sondern daz man eine ökonomische und historische Bildung haben müsse. Dies zeigte sich besonders in einer Polemik mit derAllge⸗ meinen Zeitung. in Augsburg über Sozial⸗ 1 und ferner in einer Kritik des Rheinischen

andtages über die Holzfrage. Es bestand damals noch ein letzter Ueberrest des Gemein⸗ eigentums an Grund und Boden, die Erlaubnis, das trockene Holz im Walde aufzulesen. Das sollte den Bauern genommen werden und wurde als Holzdiebstahl gebrandmarkt und bestraft. Hunderttausende von solchen Anzeigen liefen bei den Behörden ein und gaben Anlaß zu lebhaften Debatten in dem Provinziallandtag. Da griff Marx ein als Redakteur derRheini⸗ schen Zeitung und stellte sich auf die Seite der Bauern, der Armen und Unterdrückten. Instinktiv fühlte er, daz dort sein Platz sei, und er brandmarkte auf das lebhafteste die Versuche, den Arbeitern und Bauern und kleinen Grundbesttzern auch diesen letzten Rest des An⸗ rechts auf Grund und Boden zu nehmen. Aber diese Polemik zeigte ihm, daß sein Wissen nicht ausreiche. Er sah ein, daß die redaktionelle Tätigkeit ihm den Raum nicht lasse, es zu er⸗ weitern, er ergriff daher mit Vergnügen einen Zwiespalt mit den Herausgebern des Blattes. Er redigierte so opposttionell, daß die Regierung sich dagegen empörte und drohte, das Blatt zu unterdrücken, wenn es sich nicht mäßige. Der deutsche Liberalismus war damals schon fast so lendenlahm wie heute; er glaubte, wenn er unterliegen müsse, müsse es so schmählich wie möglich sein. Marx lehnte es ab, seine Schretb⸗ weise zu mäßigen und trat aus der Redaktion aus. Diese Erbärmlichkeit des Herausgebers, sich zu fügen, half aber nichts, das Blatt wurde einige Monate später doch unterdrückt. Aber Marx hatte seine Freiheit erlangt. Er ging nach Paris, dem Mekka der Revolution. Er nahm seine junge Frau dahin mit, Jenny von Westfalen, mit der er sich schon als 18jähriger verlobt hatte und die er 1843 geheiratet hatte. Die Zeitung selbst war 1842 gegründet worden, im Frühjahr 1843 trat Marx aus. Er ging nach Paris, studierte die bürgerliche National- ökonomie und die Theoretiker des Sozialismus. Er trat mit den vornehmsten Wortführern des französtschen Sozialismus in persönliche Ver⸗ bindung, vor allen mit dem bedeutendsten, mit Proudhon, daneben auch mit hervorragenden Deutschen, die damals in Paris lebten. Zwei von ihnen wurden besonders wichtig, Heinrich Heine, und der andere noch mehr: Friedrich

Engels. (Fortsetzung folgt.)

Von Nah und Lern.

Hessisches.

Reichstagsersatzwahl in Darm⸗ stadt. Die Wählerbisten liegen noch bis Mittwoch, den 4. April, offen. Am 25. April findet bekanntlich die Wahl statt. g Unsere Genossen betreiben die Wahlagitation mit allem Eifer. Es wird eine Wahlzeitung herausgegeben, die in fünf Nummern erscheint, welche zu je 40000 Exemplaren im ganzen Kreise verbreitet werden. Am Samstag fand in Darmstadt eine sehr stark besuchte Versamm⸗ lung statt, in welcher Reichstagsabgeordneter