issung erklär⸗
5 der ürger⸗ hneten. en die ig er⸗ heizen efent. jehigen Wird. —
l.
1905.
erkens⸗ daher zu be⸗ nungen ub die Gi ag un⸗ vurden, U bol⸗ hat die 325097 merun l., für
sen die
eral.
perband telbriefe hat er Leistung General cuberger crieben, lie“ 1 Pas de lt uuf! eatungen
üigeles eiluugs⸗ t dieset 10 Aa
Jo sürd.
gebels, alstengele sctun Hlele 5 fable. 1 gauße 10 da, gautunle, Aton.
I 5, 0 des.
und
f Nach eite
0 1 el Bohl
„ ae naten
11 0 lol
ume „ d drekten Wahlrechts zu bekämpfen.
Nr. 22.
Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite&.
Sozialdemokratie entgegenzutreten und die Auflösung ihrer Organisation durchzusetzen, mag sie so groß ge⸗ worden sein wie sie wolle.— Ein neues Wahlgesetz— höheres Alter, öffentliche Wahl— wird sich bei fester Haltung duichsetzen lassen. Wenn nicht— salus publica lex suprema).— Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.—“ 5
Man könnte den Verfasser reif fürs Irren⸗ haus halten, wüßte man nicht, daß einflußreiche Kreise sich längst mit dem Gedanken tragen, die Arbeiterbewegung im Blute zu ersticken. Durch Suspendierung des Reichstagswahlrechts die Arbeiter auf die Straße zu locken und schießen zu lassen, gehörte ja auch zu dem Regierungsprogramm Hammersteins, eines mit besonderen Tugenden ausgezeichneten Retters der bürgerlichen Gesellschaft. Daß der Plan nicht aufgegeben ist, weiß man recht gut, aber es ist notwendig, die Arbeiter immer wieder zu erinnern, welche Anschläge die herrschenden Klassen in petto haben.
Aus dem Bergarbeiterschutzgesetz
wird nichts. Soviel steht fest, nach dem, was bei der Kommissionsberatung im Dreiklassen⸗ hause herausgekommen ist. Daß die Bergwerks⸗ kapitalisten die Vorlage zu Falle bringen würden, war von vornherein für jeden Einstchtigen klar. Selbstverständlich werden unsere Genossen im Reichstage jetzt dafür sorgen, daß die Sache vor den Reichstag kommt. Im saarabischen Prozeß find die Zeugenvernehmungen bis Mittwoch beendet worden und das Urteil dürfte Freitag zu erwarten sein, wir werden es also schwerlich in dieser Nummer noch mitteilen[können. Bis⸗ her hat die Beweisaufnahme festgestellt, daß die Behauptungen, die der angeklagte Bergmann Krämer in den Flugblättern über die schlechten Vohnverhältnisse und unwürdige Behandlung der Bergleute durch die Grubendirektton auf⸗ gestellt hatte, vollkommen zutreffend sind. Für den nationalliberalen Kandidaten wurde bei der Reichstagswahl der schändlichste Terrorismus gegen die Bergleute ausgeübt und ferner ergab die Beweisaufnahme, daß jüngere Bergleute von den Steigern geprügelt wurden! Ein Zeuge sagte:„Das sind wir so gewohnt, daß wir Schläge bekom⸗ men. Wenn man stch beschwert, so kann man entlassen werden oder schlechtere Arbeit be⸗ kommen.“— Und die Preßkosaken dieser Ge⸗ sellschaft faseln immerwährend von sozialdemo⸗ kratischem Terrorismus in ihren Lügenblättern!
Keine Amnestie!
„Die kürzlich aufgetauchte Zeitungsnotiz, daß zur Hochzeit des Kronprinzen eine Amnestie krlassen werde, entbehrt, wie wir hören, der Begründung.“ So schreibt die Nordd. Allgem. Ztg. Es gibt in preußischen Zuchthäusern und Gefängnissen sicher mehr als einen Menschen, dem die Freiheit zu gönnen wäre. Indes bleibt es doch anerkennenswert, wenn diesmal von einem alten dynastischen Brauch abgesehen wird,
der in bie moderne Zeit nicht mehr paßt. Gerade jetzt, wo im Prozeß von Plötzensee die Schön⸗ heiten des preußischen Strafvollzugs und die Vollkommenheiten der Justiz zu Tage treten, gätte eine Amnestie höchst seltsam gewirkt. Für die preußische Strafgerechtigkeit wird es immer ein Vorteil sein, wenn sie von Zufälligkeiten und Willkürlichkeiten nach der guten wie nach der schlimmen Seite hin verschont bleibt. Keine Gnade und keine Ungnade— einfach Recht!
Die Landtagswahlen in Bayern
zürften im Juli stattfinden. Das Ministerium soll sich über die neue Wahlkreiseinteilung ge⸗ ainigt haben und es steht nach Meldung vom Sonntag für den 4. oder 5. Juni die Auflösung des Landtags und die Ausschreibung der Neu⸗ pahlen zu erwarten. Die Liberalen dürften bei den Wahlen empfindlich einbüßen, da Zent⸗ kum und Sozialdemokratie überein gekommen
find, unter allen Umständen die Gegner des Bekanntlich brachten die Liberalen die Wahlrechtsvorlage zu Falle.
Des Volkes Wohl ist das höchste Gesetz.
Für die Freiheit gestorben.
Am Dienstag früh ist in Moskau Kala jew, der Rußland von dem großfürstlichen Hallunken Sergtus befreite, hingerichtet worden. Er hat also seine mutige Tat, für die ihm die ganze gebildete Welt Anerkennung zollte, mit seinem Leben bezahlt. Sein mutiges Verhalten hat er bis zum letzten Augenblicke bewahrt. Vor der Hinrichtung erklärte er es als eine Lüge, daß er um Begnadigung gebeten habe. Er sterbe mit Freuden. Seine Verteidiger waren zu dem Akt der Hinrichtung nicht zugelassen worden. Wie viele Opfer werden noch fallen müssen, bis das russische Volk von der Unter⸗ drückung durch die moralisch und sittlich ver⸗ wahrlosten Kreaturen der kosakischen Regierung befreit werden wird?
Von Nah und Lern. Hessisches.
— Ueber die Verschmelzung der hessischen Lotterie mit der preußischen sind Verhandlungen zwischen den beteiligten Staaten geführt worden, die aber, wie berichtet wird, noch nicht zum Abschluß gelangt sind. Etwas Bestimmtes über die Grundlagen eines eventuellen Abkommens ist noch nicht bekannt geworden. Nur soviel dürfte— meint die Frkftr. Ztg.— zur Zeit zuverlässig feststehen, daß die hessisch⸗thüringische Staatslotterte im Falle ihres Fortbestehens eine ganz bedeutende Reduktion ihres Umfanges erfahren wird.
— Nachwehen vom Fall Schädel. Der Konflikt zwischen dem Direktor des Gießener Gymnastums, Dr. Schädel, und dem inzwischen nach Mainz versetzten Oberlehrer Prof. Dr. Noack scheint noch ein Nachspiel haben zu sollen.
berschulrat Nodnagel hatte bei der Verhand⸗ lung jener Affäre in der Zweiten Kammer das Aktenmaterial über die ministerielle Untersuchung des Falles auszugsweise vertesen. Nach diesem Referate stellten sich die Differenzen zwischen dem Lehrerpersonal des Gießener Gymnasiums und dem Direktor als ziemlich harmlos dar. Nun hat aber Professor Noack, wle die Frankf. Ztg. zuverlässig erfährt, beim Staatsministerium Beschwerde gegen die nicht dem objektiven Tat⸗ bestande entsprechende Art der Darlegungen des Regierungsvertreters erhoben. Zum Fall Chelius. Die neulich erfolgte Verhaftung des Geheimen Oberbergrats Chelius hat begreiflicherweise in ganz Hessen und besonders in der Darmstädter Gesellschaft peinliches Aufsehen hervorgerufen. Chelius blickt trotz seines verhältnismäßig jungen Alters von 48 Jahren, auf eine langjährige verdienst⸗ volle Tätigkeit in Hessen zurück. Er hat mit hervorragendem Erfolge Quellwasser und Boden⸗ verhältnisse Oberhessens studiert und war lange Zeit als Direktor in Nauheim tätig. Er war Dozent für Geologie und Mineralogie an der technischen Hochschule und stellpertretender Vor⸗ sitzender der dem Ministerium des Innern unter⸗ stehenden Oberbergbehörde.— Seine Verhaf⸗ tung erfolgte, wie bereits in letzter Nr. erwähnt, in Büdingen auf Veranlassung der Darm⸗ städter Staatsanwaltschaft, weil durch den Antritt seiner angeblichen Dienstreisen nach Oberhessen der Fluchtverdacht erweckt wurde. Die Staatsanwaltschaft hatte schon seit Wochen sich mit der Angelegenheit beschäftigt und zahl⸗ reiche Vernehmungen von Kindern und Eltern vorgenommen. Cheltus besttzt eine schwer kranke Frau und einen fast völlig gelähmten Sohn; sowie eine erwachsene Tochter. Er wird be⸗ schuldigt, an zwei jungen Leuten in Darmstadt von jetzt 14 und 18 Jahren seit einer Reihe von Jahren unsittliche Handlungen(Vergehen gegen§ 175 und 176, 3) vorgenommen zu haben. Die jungen Leute gehören einer acht⸗ baren Familie an, bewahrten aber das größte Stillschweigen. Die Anzeige ist durch einen Professor der technischen Hochschule erfolgt. Wenn diese Anschuldigungen erwiesen werden, dürfte der Verhaftete schwerer Bestrafung ent⸗ gegensehen, zumal die Opfer bei Beginn der Vergehen noch minderjährig waren.— Merk⸗ würdigerweise brachte die amtliche„Darmstädter Zeitung“ über den Fall Chelius bis Dienstag
keinerlei Mitteilung. Sie soll, wie berichtet wird, von oben herab entsprechende Weisung erhalten haben.
— Ein neuer Skandal. Gegen den Kreisamtmann Dr. Kehrein in Groß⸗ Gerar ist ein Strafverfahren wegen Sitt⸗ lichkeits vergehen, begangen an Kindern, eingeleitet worden. Dr. Kehrein ist bereits vom Amte suspendiert, befindet sich aber noch auf freiem Fuß. Et, ei! Das„menschelt“ ja in den oberen Regionen ganz bedenklich! Malzi, Ahne Kehrein— es ist ein bißchen viel auf einmal!
Gießener Angelegenheiten.
— Gott, wie schön! In seiner Nummer vom Montag brachte der„Gießener Anzeiger“ folgende„entzückende“ Notiz:
„Von der Kaiserin. Ein eigenartiger, entzückender Anblick bot sich dieser Tage den zahlreichen Besuchern Potsdams dar. Die Kaiserin kam nachmittags 4 Uhr über die Glienicker Brücke gefahren und kutschierte selbst. Hinter ihr in einem zweiten kleinen Wagen kam die Prinzessin Viktoria Luise, ganz in Weiß; das aufgelöste blonde Haar hob sich von dem schneeigen Weiß ab. Auch die Prinzessin kutschierte selbst ihren mit zwei Apfelschimmeln bespannten Wagen. Da die Wagen über die Glienicker Brücke nur sehr langsam fuhren, so konnte das Publikum dieses schöne, anmutige Bild voll genießen.“
Das glückliche Publikum! Es stellt hoffent⸗ lich keine Vergleiche an zwischen dem Aufwande der Fürstlichkeiten und seiner eigenen Lage, denn da könnte es doch zu recht„eigenartigen“ Resultaten und Reflexionen gelangen. Auf das Amtsblatt aber trifft vollkommen zu, was Hoffmann von Fallersleben schon vor vielen 0 der bürgerlichen Presse in's Stammbuch
rieb:
0 Wie ist doch die Zeitung so interessant—
Da ist der König hingekommen
Dort ist der Kaiser durchgekommen
Bald werden sie alle zusammenkommen— Wie interessant, wie interessant— Gott segne das liebe Vaterland!
— Der Stundenlohn der Schneider soll nach ihren Forderungen nicht 45 Pfennige betragen, wie in unserer letzten Nummer infolge eines Druckfehlers zu lesen war, sondern, wie dem aufmerksamen Leser ohnehin klar gewesen sein dürfte, nur 35 Pfg. Der Fehler war durch eine nachträgliche, nicht durch den Re⸗ dakteur vorgenommene Korrektur entstanden.— Uebrigens sind wir der Meinung, daß 45 Pfg. Stundenlohn für die Schneider durchaus nicht zuviel wäre!
Zum Schneiderstreik. Die im Aus⸗ stand befindlichen Schneider haben das hiestge Gewerbegericht als Einigungsamt an⸗ gerufen. Die Schneidermeister haben jedoch eine Verhandlung vor dem Einigungs⸗ amt abgelehnt, da sie sich dem Allgemeinen Deutschen Arbeitgeberverband für das Schneidergewerbe gegenüber verpflichtet
hätten, nicht selbständig mit den Streikenden zu verhandeln.(Das ist sehr bezeichnend im Schneidergewerbe.) Die
Ausständigen aber werden jetzt noch mehr wie seither die Sympathie des Publikums für sich haben, da sie kein Mittel unversucht ließen, eine Einigung auf gütlichem Wege herbeizuführen. Ueber den Schneiderstreik im Allgemeinen liegen folgende Nachrichten vor: In Dresden wurde jedem einzelnen Gehülfen neben dem Vertrag des Arbeitgeberverbandes noch folgender Zettel vorgelegt: Bestätigung.
Hierdurch bestätige ich durch eigen hän⸗ dige Unterschrift, dem Verbande der organtsierten Schneider und Schneiderinnen, Sitz Berlin, nicht anzugehören.
Der Versuch, die Gehuͤlfen zur Unterschrift zu pressen, mißlang glänzend. Einmütig hab en die Gehülfen die Zumutnng, sich gebunden dem Arbeitgeber zu überliefern, abgelehnt. Und siehe da, dieser Revers wurde zurückgezogen. 80 Gehülfen wurden trotzdem ausgesperrt.— In Frankfurt sind nahezu 400 Mann ausgesperrt;


