Ausgabe 
1.1.1905
 
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7 2 2 Nr. 1. Gießen, den 1. Januar 1905. 12. Jahrgang.

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Sonntags⸗Jeitung.

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J 75 Abonnements preis: Bestellungen. FJuserate 1 Die Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung kostet durch unsere] nehmen alle Austräger in Stadt und Land, die finden in der M. S.⸗Ztg. weiteste Verbreitung. Die 5 gespalt. 1 Aus träger fre ins Haus geliefert monatlich 25 Pfennig. Expedition in Gießen, Rittergasse 17, die Petitzeile oder deren Raum kostet 10 Pfg. Bei mindestens Durch die Post bezogen vierteljährlich 75 Pfg. Direkt durch] Druckerei, Ludwigstr. 30, jede Postanstalt und 4 mal. Bestellung gewähren wir 25% bei 6 mal. Bestellung die Expedition unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mark. jeder Landbriefträger entgegen.(P.⸗Z.⸗K. 5107) 88 s¼ͤ% und bei mindestens 12 mal. Aufgabe 50% Rabatt. kongreß in Amsterdam. Mit der Wetterent⸗ Ich bin in der Provinz Oberhessen geboren, 1 Dem Proletariat. wickelung in Deutschland können wir auch schreibt der Volksstimme⸗Mitarbeiter, dort mitten Sum neuen Jahre. zufrieden sein; besonders haben unsere gewerk- auf dem platten Lande aufgewachsen und habe r schaftlichen Organisationen ganz gewaltigen] von Kind auf mein Vater war Gutspächter, 915 e 1 Aufschwung genommen. l mein Großvater Webereibesitzer mit der Des Jahres erste Glocken klingen Das alles darf uns aber nicht genügen, ländlichen Arbeiterbevölkerung in Berührung Ein Grüßen geht von Haus zu Haus: wir müssen weiter vorwärts kommen, mehr gestanden. Herr Wallau, der Kritiker des Versinken soll, was schwach und trübe, erreichen und dazu unsere Organisationen ver.] Katz'schen Buchs im Reichstage, ist dagegen ein Gesunden soll, was elend war vollkommnen. Aufklärung muß geschaffen] Mainzer Patrizterssohn, der nur in der Eigen⸗ 1 Viel fromme Wünsche bringt die Liebe, werden überall, wo es noch dunkel ist, unter schaft eines höheren Regierungsbeamten zu der . Viel frischen Mut die Hoffnung dar. den vielen tausenden niedergedrückten um ihre] oberhesstschen Bevölkerung herangetreten ist und 1 ech aue wünschen, alles Hoffen Menschenrechte betrogenen Proleten! Dazu be- als solcher eben nur das gesehen hat, was ihn 9 ere dürfen wir aber einer gut verbreiteten Ar- die Gutsbesitzer, Fabrikanten und Großpächter g Der Zukunft Tore stehen offen: beiterpresse. Im deutschen Reiche ist die]sehen ließen. Daß man von diesem Stand- Sie deckt den Tisch euch ohne Brot. sozialdemokratische Presse die einzige, die frei,][punkte aus die Lebensweise der Arbeiterbevölke⸗ Sie füllt mit Wermuth euch den Becher die unerschrocken, unentwegt, ohne Furcht und] rung eingehend beobachten kann, wird wohl Und höhnt der Armut bittres Leid, Bangen für die Rechte des Volkes eintritt, ohne] Niemand glauben. Herr Wallau ist nicht ein⸗ Das nach dem Richter, nach dem Rächer Rücksicht auf Verfolgung, Kerker und Gefäng⸗] mal über das ihm direkt unterstellte Verwal⸗ Dem neuen Jahr entgegenschreit! 74000 7 7 fes aer 3 10 ben 95 1 5 7599 7 den Kreis Lauterbach, richtig unter⸗ ;; nende Gewissen unserer Zeit, den herrschenden richtet. een e nicht seu 6 ere Klassen ein Menetekel, ruft sie die Massen des erade in diesem Kreise it die Ernährungs⸗ In eurem Wollen schläft das Ende, Volkes, die Arbeiterschaft zum Kampfe für ihre] weise der Landarbeiter und der Lohnarbeiter In eurem Hirn die neue Seit! Rechte, für ihre Freiheit auf. Im politischen der kleinen Industriestädtchen nicht nur ärmlich, Erwacht aus dumpfen Sehnsuchtsträumen, und gewerkschaftlichen Kampfe zieht sie als] sondern erbärmlich. Ich weiß aus eigener Euch ruft der Tag, euch ruft die Tat Führerin voran. Sie liefert zugleich die gei⸗] Anschauung, daß die Arbeiter der großen Pacht⸗ Schon schwillt der Lenztrieb an den Bäumen, stigen Waffen, sie, die selbst eine schneidige] güter um Lauterbach eine Nahrung erhalten, Und unter Schneelast grünt die Saat! 1 10 e 1 a dem h 9 2 5 n 5 0 0 3 ist desha eines jeden Partei⸗ uf dem Pachtgute meines Vaters verwunderte 2 60 Auf 0 und Gewerkschaftsgenossen, aufs eifrigste für] sich in meiner Gegenwart der Knecht eines Auf Bruderrecht und Segenspende die Verbreitung der Arbeiterpresse, und das ist anderen Gutes über dasvornehme Abendessen, 4 Vertraut der hoffnungsvolle Tor. für uns hier dieMitteldeutsche Sonn- das unsere Knechte erhielten. Dieses Abendessen 1 Nur wer sich regt, dem wird es glücken, tagszeitung, zu agitieren und ihr stets] bestand aber aus Quellkartoffeln und Gurken. Die Freiheit hat, wer sie sich schafft neue Leser und Abonnenten zuzuführen. Hinaus] Der Gutsherr des fremden Knechtes ließ zu Erhebt das Naupt! Auf eurem Kücken mit jenen Amts- undunparteiischen Blättern, den unvermeidlichen Kartoffeln überhaupt nie⸗ Tragt ihr die Welt! Ihr seid die Kraft! welche den Volks⸗ und Arbeiterfeinden Hand- mals eine Zukost verabreichen. Also schon Klara Müller. langerdienste leisten; in jeder Arbeiterwohnungdieses kraftlose Abendbrod Kartoffel mit 0. mnmnuß das Arbeiterblatt eine Stätte haben!. 1 15 pee ee 1 Die freie Presse, sie kämpft und fichtVornehmes gehalten. eses einzige Beispie f Ein neues Jahr! Für 9 4 Lehre; 9 würde genügen, um die jämmerliche Beköstigung Wieder ist ein Jahr vorüber und unter Sie trägt in die Hütten der Wahrheit Licht der Landarbeiter zu kennzeichnen. Auf den Nummer1905 folgt ihm ein neuer Zeit⸗ Und sammelt der Schaffenden Heere. Bauerngütern ist es noch schlimmer, als auf abschnitt. Zu seinem Beginne ist es uns eine Sie streitet und wirbt ohne Unterlaß den Pachthöfen. Fleisch gibt es hier eigentlich angenehme Pflicht, allen unsern Lesern, Partei⸗ Und trotzet der Gegner fanatischem Haß. nur an den hohen Festtagen. Dazu kommt genossen und Genossinnen herzlichste Grüße Drum 1 auch du, 1 55 1 15 Volt, noch, daß das Essen so liederlich und schmutzig und Glückwünsche zu entbieten! 1711 für 12 0 9055 A n 1 zubereitet wird, daß es für Jeden, der nicht Aber wir dürfen es mit den bloßen Wünschen Gestritten in vorderster Relhe in diesen Verhältnissen aufgewachsen, einfach nicht genug sein lassen, sondern wir müssen 5 45 ungenießbar wird. Die Frauen der Großbauern arbeiten, unablässig für die Befreiung des 5 f 8 haben die Kochkunst nirgends erlernt und setzen arbeitenden Wii dg 10 5 1 0 105 7 Wie die Landarbeiter 9 55 ee 1 17 wirken, wenn die Wünsche in Erfüllung gehen, 1 5 a geradezu sprichwörtlich, so da Besserung der Lage des gesamten Volkes und in Oberhessen leben. man z. B. die Bauern des zu Herrn Wallau's damit auch derjenigen des Einzelnen erreicht Vor Kurzem kam im Reichstage bei] Kreis gehörigen Dorfes Wallenrod in der werden soll. Geloben wir alle, auch im neuen Gelegenheit der Debatte über eine Resolution] ganzen Umgegend dieOfenlappen nennt. Jahre dafür unsere Kräfte einzusetzen! Streben] zum Fleischbeschaugesetz auch die Lebens- Dieser Spottuame stammt von einer Kartoffel- wir unentwegt unserem hohen Ziele zu: Frei-] haltung der oberhessischen Landarbeiter zur Hspeise, die aus Salz und geriebenen ungekochten heit, Gerechtigkeit und Wohlfahrt allen Menschen![Sprache. Unser Genosse Scheidemann hatte[Kartoffeln hergestellt und in Form handgroßer 1 Wie Großes und Gewaltiges die Menschen hierüber einige Ausfübrungen gemacht und sich][ Lappen wider den heißen Ofen geklebt wird, 9 durch vereinte Kräfte erreichen können, zeigt] dabei auf das vor einiger Zeit erschienene Buch bis sie herunterfällt. Dieses halbrohe Gericht sich heute auf allen Gebieten. Und würden] von Dr. Eugen Katz:Landarbeiter und wird den Landarbeitern als Delikatesse aufge⸗ die vorhandenen Kräfte und Mittel zum Wohle] Landwirtschaft in Oberhessen bezogen. Ihm tischt. g 9 und im Interesse aller verwendet, so würde es trat der agrarisch⸗nationalliberale Abgeordnete Wenn sich Herr Wallau über die Lebens. f ermöglicht und zur Tatsache werden, was heute für Alsfeld⸗ Lauterbach, Kreisrat Wallau, weise der Arbeiter seiner eigenenResidenz 1 noch in's Reich der Illustonen, der Unmöglich⸗] entgegen, der die Lage def Landarbeiter in unterrichten will, dann soll er in Lauterbach 1 keiten verwiesen wird. Kein Menschenkind] Oberhessen als eine vorzüg uche hinstellte und nur einmal die ungesunden, engen, rauchlgen, 1 brauchte Not zu leiden, dem Elend und der] dem Katz'schen Buche stal. Uebertreibungen J messt nicht gedielten und nicht tapezierten Ar⸗ Schande anheimzufallen, jeder könnte ein nachsagte. Dazu erat in der Frank- beiterhütten im sogenanntenWichhaus, am 1 menschenwürdiges und lebenswertes Dasein furterVolksstimpanischebrener Oberhesse]Graben, in derRockelsgasse und auf dem 1 führen! das Wort, um haben eben der Land⸗Wörth besuchen. Dort gibt es das ganze 1 Unsere diesem Ziele zustrebende Bewegung proleten näher z Naked 1155 Seine Ausfüh- Jahr hindurch nichts als Kartoffeln. Das 1 hatte auch im vergangenen e enen nen die Russen d nen 5 Ach Ran 15 wre, 1 8 n. Ueberall, in allen Ländern.] oberhessischen gewi a und wir geben isch, wenn die Ziege Lämmer geworfen b bes d 1 ö linken und besetz 5 Nur bei besonders feierlicher Veranlassungic⸗

Das zeigte besonders der internationale Arbeiter- sie deshalb vollink n rde der F. f ö Ager

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