Ausgabe 
30.12.1905
 
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Nr. 1.

Gießen, den 1. Januar 1905.

12. Jahrgang.

die vorhandenen Kräfte und Mittel zum Woble

Aedattion;

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Wieder ist ein Jahr vorüber und unter Nummer1905 folgt ihm ein neuer Zeit⸗ abschnitt. Zu seinem Beginne ist es uns eine angenehme Pflicht, allen unsern Lesern, Partei⸗ genossen und Genossinnen herzlichste Grüße und Glückwünsche zu entbieten!

Aber wir dürfen es mit den bloßen Wünschen nicht genug sein lassen, sondern wir müssen arbeiten, unablässig für die Befreiung des arbeitenden Volkes vom Drucke des Kapitals wirken, wenn die Wünsche in Erfüllung gehen, Besserung der Lage des gesamten Volkes und damit auch derjenigen des Einzelnen erreicht werden soll. Geloben wir alle, auch im neuen Jahre dafür unsere Kräfte einzusetzen! Streben wir unentwegt unserem hohen Ziele zu: Frei⸗ heit, Gerechtigkeit und Wohlfahrt allen Menschen!

Wie Großes und Gewaltiges die Menschen durch vereinte Kräfte erreichen können, zeigt sich heute auf ellen Gebieten. Und würden

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suyren!

Unsere diesem Ziele zustrebende Bewegung hatte auch im vergangenen Jahre manche Er⸗ folge zu verzeichnen. Ueberall, in allen Ländern.

Das zeigte besonders der internationale Arbeiter- sie deshalb vollink m urbe der

vas Wort,

ür unsere erhabene Lehre; Sie trägt in die Hütten der Wahrheit Licht Und sammelt der Schaffenden Heere. Sie streitet und wirbt ohne Unterlaß Und trotzet der Gegner fanatischem Haß. Drum kämpfe auch du, mein schaffend Volk, Für deine Presse, die freie, Die stets für dich und dein heiligstes Recht Gestritten in vorderster Reihe.

Wie die Landarbeiter in Oberhessen leben.

Vor Kurzem kam im Reichstage bei Gelegenheit der Debatte über eine Resolution zum Fleischbeschaugesetz auch die Lebens⸗ haltung der oberhessischen Landarbeiter zur Sprache. Unser Genosse Scheidemann hatte hierüber einige Ausfübrungen gemacht und sich dabei auf das vor einiger Zeit erschienene Buch von Dr. Eugen Katz:Landarbeiter und

it. in. Oberbessen

bezogen. Ihm.

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würde genügen, um die jämmerliche Beköstigung der Landarbeiter zu kennzeichnen. Auf den Bauerngütern ist es noch schlimmer, als auf den Pachthöfen. Fleisch gibt es hier eigentlich nur an den hohen Festtagen. Dazu kommt noch, daß das Essen so liederlich und schmutzig

in diesen Verhältnissen aufgewachsen, einfach ungenießbar wird. Die Frauen der Großbauern haben die Kochkunst nirgends erlernt und setzen deshalb meist nur mißratene Gerichte auf den Tisch. Das ist geradezu sprichwörtlich, so daß man z. B. die Bauern des zu Herrn Wallau's Kreis gehörigen Dorfes Wallenrod in der ganzen Umgegend dieOfenlappen nennt. Dieser Spottname stammt von einer Kartoffel⸗ speise, die aus Salz und gertebenen ungekochten Kartoffeln hergestellt und in Form handgroßer Lappen wider den heißen Ofen geklebt wird, bis sie herunterfällt. Dieses halbrohe Gericht wird den Landarbeitern als Delikatesse aufge⸗

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zubereitet wird, daß es für Jeden, der nicht

Worth besuchen. Bort gior es bas ganze Jahr hindurch nichts als Kartoffeln. Da einzige Fleisch kommt zur Osterzeit auf de

und wir geben] Tisch, wenn die Ziege Lämmer geworfen k-

Nur bei besonders feierlicher Veranlassungis⸗ niger

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