Ausgabe 
26.3.1905
 
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1 reiches Erscheinen aus.

Nr. 13.

Mittel deutsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 5.

Sonntag im Lokale Feußer in Gleiberg ver⸗

trifft aber hier nicht zu, denn der Betreffende

und sprach den Anwesenden seinen Dank für ihr zahl⸗ Sodann schilderte Spar r⸗ Darmstadt die Verhältnisse des Jahres 1848 in an⸗ schaulicher und treffender Weise, besonders das Verhalten des damaligen Königs von Preußen Friedrich Wilhelm IV. kennzeichnend. Weiter gedachte Redner unserer gefallenen Arbeitsbrüder in Rußland, die als Märtyrer der Frei⸗ heit gelitten und gekämpft haben. Sparr erntete für seine vortrefflichen Ausführungen lebhasten Beifall. Auch der gemischte Chor und der GesangvereinVorwärts ernteten für ihre vortrefflichen gesanglichen Leistungen wohlverdiente Anerkennung. In dankenswerter Weise hatte sich dieTurngesellschaft Erbach bereit erklärt, durch Stellen von Pyramiden zur Verschönerung der Feier beizutragen und wurde denselben wohlverdientes Lob gezollt. Das Andenken an die Toten von 1848 und vom 22. Januar 1905 wurde durch Erheben von den Sitzen geehrt, womit die Feier einen würdigen Ab⸗ schluß fand.

Aus dem Nreise Wetzlar.

h. Die Märzfeter begingen die Partei⸗ gen ossen des Wetzlarer Kreises durch eine am

anstaltete Versammlung. Diese war aus Wetzlar sowohl, wie auch aus Gleiberg⸗Krofdorf, Launs⸗ bach, Kinzenbach und anderen Orten der Um⸗ gebung gut besucht. Genosse Dittmann⸗ Frankfurt hielt einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag überRevolutionen einst und jetzt. Die Versammlung nahm einstimmig eine Reso⸗ lution an, die der Märzkämpfer von 1848 und der Kommunekämpfer von 1871 dankbar gedenkt und im Weiteren den Revolutionären in Ruß⸗ land Sympathien ausspricht. Zur Unterstützung der Opfer des Zarismus wurde am Schlusse der Versammlung eine Tellersammlung veran⸗ staltet. Die Versammlung beschloß ferner die Gründung eines Parteivereins für den Reichs⸗ tagswahlkreis Wetzlar⸗Altenkirchen. Vom Kreis⸗ vertrauensmann Fauth wurden die Statuten vorgelegt und erläutert, die von der Ver⸗ sammlung unverändert angenommen wurden. Der Verein hat seinen Sitz in Wetzlar, Genosse Fauth wurde zum Vorsitzenden gewählt, der auch Anmeldungen entgegen nimmt. Der Monatsbeitrag beträgt 20 Pfennig. Hoffent⸗ lich schließen sich die Arbeiter und Partei⸗ genossen im Kreise der nun endlich zu Stande gekommenen Orgauisation in großer Zahl an. Vorwärts! laute die Parole!

n. Drückeberger. In der letzten Orts⸗ krankenkassen⸗Versammlung stellte sich heraus, daß ein Arbeitgeber(Druckereibesitzer) schon seit Neujahr Leute beschäftigt, ohne sie in die Kasse angemeldet zu haben. Es kann ja vorkommen, daß ein Arbeitgeber aus Vergeßlichkeit die An⸗ meldung unterläßt, dann wird man ihm dies nicht gleich als Verbrechen anrechnen. Das

ist schon deswegen bestraft und außer dem ist er Vorstandsmitglied der Kasse. Als solches müßte er seine Verpflichtungen doch wohl kennen und es damit etwas genauer nehmen. Ueberhaupt geht schon aus dem starten Wechsel seines Arbeitspersonals hervor, daß die Arbeitsver⸗ hältnisse in seinem Betriebe sehr zu wünschen übrig lassen. Sein Blättchen schimpft stets über die Sozialdemokratie, der Herr sollte erst in seinem Betriebe Ordnung schaffen!

h. Gut Essen und Trinken scheint der Haupt⸗ grundsatz desWetzlarer Flottenvereins zu sein, er

* Mk. 14.20 wurden bei uns eingeliefert und weiter

befördert. D. R.

hält alle Nase lang ein gemeinschaftliches Abendessen, das Gedeck zu 2 Mk., ab. Damit könnens die Herren wohl aushalten. Ordentlich gegessen ist immer noch gescheiter als die sonstigen Flottentollheiten.

h. Die Grundstücke des Handschuhfabrikanten und früheren Stadtverordneten Oskar Dietrich sind bei der Zwangsversteigerung für 14830 Mk. vom Vor⸗ schußverein erworben worden. Wenn wir nicht irren, hatte der Verein 60000 Mk. Hypotheken⸗Forderung darauf.

* Eine Schreinerversammlung findet Sonntag, den 26. März, nachmittags 2 Uhr, im Klostergarten statt.

Westerwald und Antersahn.

* NationalliberaleWiedergeburt. Im Kreise Dillenburg⸗ Herborn haben bekanntlich die Nationalliberalen bei der letzten Wahl eine empfindliche Schlappe erlitten. Diese Tatsache mit Schadenfreude zu verzeichnen, haben wir allerdings keine Veranlassung, denn was nach kam, war wirklich nichts Besseres. Wir erwähnen diesen Umstand nur, weil er die Leute von der Partei Drehscheibe veranlaßte, Maßnahmen zur Wiedergeburt des Kreises zu ergreifen und ihr Partei⸗ schild blank zu putzen. Mit dieser schwer zu lösenden Aufgabe betrauten sie einen hoffnungsvollen jungen Maun, den sie als wohldotierten Parteisekretarius nach Herborn setzten. Von hier aus unternimmt Ellegard Leis ner so heißt der Prophet nun seine Kreuzzüge und wird nicht eher ruhen, bis er den letzten Wähler des Kreises zum Nattonalliberalismus bekehrt haben wird. Gelingt's nicht bis zur nächsten Wahl, dann vielleicht

später. Am Sonntag machte er den Versuch, die

Wähler von Allendorf und Langenaubach in die Geheimnisse des natlonalliberalen Programms ein⸗ zuweihen. Daß der Versuch völlig mißglückte, dafür

konnte Ellegard Leisner jedenfalls nichts, er gab sich

redliche Mühe, die Zuhörer in einenpatriotischen Taumel zu versetzen und ihnen seine politischen Waren mit der Beredsamkeit eines Berliner Handlungsreisenden anzupreisen. Trotzdem fand er keine Abnehmer; das Publikum kennt sie eben als alte Ladenhüter. Uebrigens war es dem anwesenden Genossen Vetters ⸗Gießen ein Leichtes, ihre Minderwertigkeit schlagend nachzuweisen.

Vetters beleuchtete denPatriotismus der Besigenden, Ludwigshafen wurde am Samstag der ledige 24

die wohl bei jeder Gelegenheit Hurra schreien, aber für

das Vaterland keine Opfer bringen wollen, zeigte, wie durch die Zollpolitik demjenigen, der wenig hat, noch

das Wenige genommen und in die Taschen der Reichen

geführt wird, legte die Verderblichkeit des Militarismus, die Unsinnigkeit der Flotten⸗ und Kolonialpolitik dar, wies nach, daß die Nationalliberalen stets die Interessen der Kapitalisten zu vertreten, aber die Rechte des Volkes zu verkümmern bestrebt waren. Die Ausführungen

des Redners wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen.

In seiner Erwiderung mußte Leisner selbst zugeben, Gießen. Sozialdem. Wahlvcrein.

daß vieles richtig sei, was V. gesagt hatte. Dann

gerlet er aber in patriotische Extase und intonierte mit Gießen. Holzarbeiter

seinen drei oder vier Begleitern das schöne Lied: Deutschland, Deutschland über alles, saunen der Kinder Israel fielen zwar die Mauern

Von den Po⸗

Jericho's, aber der fünfstimmige Gesang der Nattonal⸗

liberalen war auf die Versammlung gänzlich wirkungs⸗ los. Umsomehr, als die Sänger im zweiten Vers bei⸗

So ging das Konzert unter Gelächter zu Ende. Lelsner sollte sich einen Leierkasten mit auf die Agitation nehmen! In Langen aubach erlebte Herr L. einen gleichen Reinfall. Hier wies ihm noch Genosse

Trott⸗Haiger verschiedene Unrichtigkeiten nach. Das

Resultat der natlonalli beralen Agitationsreise war, daß eine Anzahl Mitglieder für den tischen Qahlverein gewonnen wurden. ImHer⸗ borner Tageblatt brachte Leisner einen Bericht über die Versammlungen. Wenn er selber glaubt, was er da geschrieben hat, beneiden wir ihn um seinen starken Glauben.

Hundetollwut ist im Westerwald und Lahnbezirke in der letzten Zeit mehrfach vorgekommen. Vor kurzem wurde ein junger

soztaldemokra-

nahe stecken blieben, weil sie den Text nicht kannten. N Gießen.

Herr

Mann in Villmar von einem tollwutverdach⸗ tigen Hunde gebissen. Trotzdem er sich sofort nach Berlin begab, starb en dort an der Toll⸗ wut. Bei Verletzungen durch Hunde muß stets für sofortige ärztliche Hilfe gesorgt werden.

Aus dem Rreise Marhurg⸗Nirchhain.

r. Die Stadtverordneten beschäftigten sich in ihrer letzten Sitzung u. a. mit der Anstellung eines dritten Vollziehungsbeamten, welche Frage eine längere Diskusstion hervorrief. Stadtverordneter Engel stellte bei dieser Gelegenheit den Antrag, die untersten Steuer⸗ stufen von 660 900 Mk. nicht zu erheben und so den dritten Vollziehungsbeamten zu sparen. Der Oberbürger⸗ meister wollte allerdings von dem Antrage nichts wissen, sondern meinte, wenn die hier in Betracht kommenden Steuerpflichtigen abends ihre Schoppen trinken, müßten sie auch ihre Steuern bezahlen können. Doch wurde der Engel'sche Antrag angenommen und einer Kommission überwiesen. Ebenso ward die Austellung eines dritten Vollziehungsbeamten beschlossen. Es ist wohl anzunehmen, daß das Interesse, welches die Arbeiterschaft in letzter Zeit den städtischen Angelegenheiten zuwendet, auch mit⸗ gewirkt hat, daß dieser Beschluß zustande gekommen ist.

r. In der Parteiversammlung am Samstag, die einen recht guten Besuch aufwies, hielt Genosse Ed. Krumm ⸗Gießen einen sehr lehrreichen und inter⸗ essanten Vortrag über die März⸗Revolution. Die Aus⸗ führungen wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Im Weiteren war die diesjährige Maifeier Gegen⸗ stand der Beratung. Die Meinungen hierüber gingen etwas auseinander. Während von einer Seite gewünscht

wurde, die Maifeier mit der Schillerfeier zu verbinden,

Fortsetzung siehe Seite 6.

Kleine Mitteilungen.

k Vom braven Mann. Der zwischen Aschaffen⸗ burg und Miltenberg stationierte Bahnwärter Burk wollte ein Kind vom Bahngeleise retten. Dabei wurde er vom Zuge überfahren und getötet, das Kind jedoch gerettet.

*. Tod durch Alkohol vergiftung.

In

Jahre alte Fabrikarbeiter Oechsner in seiner Wohnung tot aufgefunden. Der ärztliche Befund ergab: Alkohol; vergiftung. Oechsner hatte sich abends vorher unmäßig betrunken.

In Löhnberg stürzte der 13 jährige Sohn des Bürgermeisters Schmidt in der Scheune von der

Leiter und verletzte sich lebensgefährlich.

Versammlungs kalender, Samstag, den 25. März.

Abends 9 Uhr

Versammlung bei Orbig.

Nachmittags 6/ Uhr öffentliche Versammlung bei Löb(Wiener Hof).

Heuchelheim. Arbetterbildungsverein. Abends ½9 Uhr Versammlung im Lokale August Rinn. Turnabteilung vollzählig erscheigen.

Sonntag. den 26. März.

Freie Turnerschaft. Abends 8 Uhr gesellige Zusammenkunft bei Wirt Miß ler, Brand⸗ gasse. 0

Gießen. Verband der Fabrik-, Land⸗ und Hilfsarbeiter. Morgens 10 Uhr Versamm⸗ lung bei Orbig. T.⸗O.: 1. Delegiertenwahl zum Gewerkschaftskongreß. 2. Verschiedenes. Mitglieds⸗ buch mitbringen.

Steinberg. Sängerabteilung des Wahlvereins. Nachmittags 3 Uhr Singstunde imGrünen Baum.

Samstag, den 1. April.

Lauterbach. Sozialdemokrat. Wahlverein.

Abends 8 Uhr Versammlung bei Gasttirt Kutz er.

Briefkasten. Einsendungen aus Gießen, Marburg, Oden⸗ hausen, Wetzlar ꝛc. zurückgestellt.

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