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Nr. 39.
Mittel deutsche Sonutags⸗Zeitnng.
Seite 5.
Frau es begriffen haben muß. Ihre Aus⸗ führungen wurden lautlos, mit größter Auf⸗ merksamkeit verfolgt und werden gewiß nicht ohne Eindruck bleiben. Durch stürmischen Bei⸗ fall bekundete die Versammlung ihr Einver⸗ ständnis. Das Organ für Kriegervereinsfest⸗ reden, der Wetzlarer Anzeiger nämlich, suchte durch törichte Bemerkungen das, was die Red⸗ nerin vorgebracht, als falsch hinzustellen. Es wird aber trotzdem mit der Tatsache sich ab⸗ finden müssen, daß auch die Frauenwelt mehr und mehr die Bestrebungen und Grundsätze des Sozialismus begreift und sich zu ihnen bekennt. Es geht eben überall bei uns vorwärts, da nützt kein Totschweigen und kein Fälschen der Amtsblätter und ihrer Soldschreiber.
* Vollmachten bei Gemeindewahlen. Das Verfahren, welches hinsichtlich des Erforderns schrift⸗ licher Vollmachten für Personen geübt wird, die Frauen in der Ausübung des Stimmrechts bei Gemeindewahlen usw. vertreten, ist ein verschtedenartiges, indem in einer Anzahl von Kreisen regelmäßig, in anderen Kreisen nur in besonderen Fällen, in noch anderen niemals die Bei⸗ bringung einer förmlichen schriftlichen Vollmacht für den Vertreter verlangt wird. Da ferner bei der Ausstellung förmlicher Vollmachten Stempelkosten entstehen und die stimmberechtigten Frauen sich in Folge dessen vielfach der Ausübung ihres Rechts enthalten, haben die Minister der Finanzen und des Innern die beteiligten Behörden veranlaßt, daß diese im Allgemeinen und vorbehaltlich besonderer Einzelfälle, die etwa ein entgegengesetztes Verfahren nach besonderen Vorschriften oder aus tat⸗ sächlichen Gründen erheischen, von der Forde rung der Beibringung förmlicher schriftlicher Vollmachten, die stempelpflichtig sein würden, a b⸗ sehen und sich damit begnügen, daß ihnen die Stell⸗ vertreter von den Vertretern in anderer Form schriftlich oder mündlich anf zweifelsfreie Weise bezeichnet werden. Unseres Erachtens wird damit dem Unfug, der heute schon mit den Frauenvollmachten getrieben wird, noch mehr Tür und Tor geöffnet.
Aus dem Rreise Marburg⸗Nirchhain.
Der Arbeiter⸗Gesangverein„Eintracht“ begeht diesen Sonntag Abends 7 Uhr im Casé Quentin sein 5. Stiftungsfest. Da das Programm, welches aus dem Inserat ersichtlich, ein sehr gutes und vollkommenes ist, so ist zu erwarten, daß sich die Arbeiterschaft recht zahlreich an diesem Fest beteiligen wird. Ist es doch der Gesangverein, welcher bei jeder Gelegenheit ein⸗ springen muß und es auch gerne tut, wenn es gilt, Arbeiterfeste zu feiern. Umsomehr werden die Arbeiter ihn auch diesesmal unterstützen, um dem Feste durch ihren Besuch das Gelingen zu sichern.
Gestorben ist in Wehrda der Genosse Heinrich Ritterbusch an Kehlkopfschwindsucht. 18 Jahre war er als Schreiner bei der Firma Wilhelm Weishaupt beschäftigt. Er hinterläßt eine Frau und kleine Kinder. Ehre seinem Andenken!
O Wegen Beleidigung einer Reserve⸗Offiziers⸗ gattin wurden vorige Woche zwei Halbweltdamen vom Schöffengericht zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Die beiden Mädchen glaubten in der von auswärts gekommenen, hier ihren zu einer Uebung einberufenen Mann besuchenden Frau einr Konkurrentin vor sich zu haben und belegten dieselbe mit Schimpfworten, welche ihnen die hohe Strafe einbrachten.
O Die Kreisbahn ist jetzt auch auf der Reststrecke bis Dreihausen in Betrieb gesetzt worden. Die Bahn⸗ verwaltung scheint die Bahnstrecke mehr als Ausflugs⸗ Bummelbahn denn als ein dem Verkehr dienendes Ob⸗ jekt anzusehen. Der Fahrplan ist wenigstens daraufhin eingerichtet und findet in Interessentenkreisen wenig Zu⸗ stimmung.
Zur Ermordung des Genossen Kasprzak,
welche die russischen Bluthunde in Warschau verübten, sei noch mitgeteilt, daß unser Partei⸗ vorstand den Reichskanzler telegraphisch er⸗ suchte, bei der russischen Regierung unver⸗ züglich das Verlangen zu stellen, die Voll⸗ streckung des Urteils aus zusetzen und dem Verurteilten die ihm zustehenden Rechtsmittel zugängig zu machen. 5
Der Warschauer Gouverneur hatte nämlich, gestützt auf den in Warschau Daa Kriegs⸗ zustand, die Absendung der Kassationsklage an die oberste Gerichtsinstanz gegen das Urteil in Sachen Kasprzak nicht zugelassen und das Todesurteil bestätigt.
Zu diesem Vorgehen wurden die genannten Parteigenossen geführt durch folgende Er⸗ wägungen: Kasprzak ist deutscher Reichs⸗ bürger, und das Deutsche Reich ist ver.
pflichtet, darüber zu wachen, daß Deutsche im
Auslande nach den Gesetzen des Landes ab⸗ geurteilt werden, in das ste sich begeben haben. Ein Deutscher darf im Ausland nicht ge⸗ setzwidrig behandelt werden. Das Deutsche Reich übernimmt für seine Angehörigen im Auslande insoweit Schutz, als es die An⸗ wendung der Gesetze verlangen muß, in deren Voraussetzung sich die Personen in das Aus⸗ land begeben haben. Für einen deutschen Millionär z. B., der in Rußland gesetzwidrig zum Verluste seines Vermögens verurteilt würde, müßte und würde Deutschland eintreten. Genau so muß die deutsche Regierung dafür sorgen, daß gegenüber Deutschen in Rußland das russische Recht zur Geltung kommt.
Noch ehe aber der Reichskanzler Antwort auf das Telegramm geben oder das Er⸗ suchen der fünf Abgeordneten erfüllen konnte, traf die Nachricht ein, daß Kasprzak bereits hingerichtet worden sei. Die Bestien des Zaren werden der Meinung sein, daß damit der„Fall erledigt“ sei; vielleicht denkt auch Fürst Bülow so. Sie werden sich aber täuschen. Unsere Genossen werden den Fall im Reichs⸗ tag zur Sprache bringen.
Unser Genosse Kasprzak starb wie ein Held. Er lehnte den geistlichen Zuspruch ab. Die 1½ jährige Kerkerhaft, die er durchgemacht hat, hatte ihn körperlich gebrochen. Er sah aus wie ein Mann von mehr als 60 Jahren, obwohl er erst 46 zählte. Als er seinen letzten Gang antreten sollte, richtete er sich hoch auf und schritt klaren Auges in ruhiger und kühner Haltung zum Hinrichtungsplatz, der von Militär und Gendarmen umgeben war; beim Besteigen des Galgens stolperte der Verurteilte. Als ihm der Henker den Sack über den Kopf stülpte, rief Kasprzak mit vernehmlicher Stimme:„Es lebe die Revolution!“ Dann ergab er sich ruhig in sein Schicksal. Der General⸗ gouverneur, Generalleutnant Skalon, hatte nicht nur dem Verteidiger Kasprzaks, sondern auch dessen Frau und Sohn den Zutritt zu ihm verwehrt; es wurde ihm nicht gestattet, von seinen Angehörigen Abschied zu nehmen. Möge sein Blut und das aller Opfer des russischen Freiheitskampfes auf die Häupter der Verbrechersippe kommen, die jetzt das russische Volk knechtet und meuchelt.
Kleine Mitteilungen.
* Der„Reichsanzeiger“ meldet: Vom 20.9. bis 21.9. mittags wurden in Preußen vierzehn cholera⸗ verdächtige Erkrankungen, darunter drei Todesfälle an Cholera amtlich neugemeldet. Von den Neuerkrankungen kommen auf die Kreise Dirschau eine, Marienburg drei, Graudenz drei(ein Arbeiter, zwei Kinder), Marienwerder zwei(ein Fischer, ein Mädchen), Niederbarnim eine(der Sohn eines Schiffsmaschinisten an der Woltersdorfer Schleuse), Züllichau⸗Schwiebus zwei(Bergmannskinder), Filehne eine(ein Arbeiter) und Gnesen eine. Die Gesamtzahl der Cholerafälle beträgt bis jetzt 227 Erkrankungen, wovon 78 tödlich endigten.
— Eine Statistik des Gesamtschadens, der durch das Erdbeben in Süditalien verursacht wurde, weist folgendes aus: Von den 413 Gemeinden, welche die drei Provinzen Catanzaro, Cosenza und Reggio zu⸗ sammen zählen, wurden 212 betroffen. Als Gesamt⸗ zahl der Toten wurde bisher konstatiert 592, als Zahl der Verwundeten 2255. Was die einzelnen Provinzen betrifft, so ist am meisten Catanzaro geschädigt. Von 152 Gesamt gemeinden sind 88 beschädigt, 20 vollstän⸗ dig zerstört; Tote 546, Verwundete 2055. In der Provinz Cosenza find 71 von 155 Gemeinden beschädigt und 10 völlig zerstört; Tote 46, Verwundete 200. In der Provinz Reggio sind von 106 Gemeinden 52 leicht beschädigt; keine Menschenopfer.
— Unter dem Verdachte, den seit dem 30. Juli vermißten und kürzlich mit einer Schußwunde im Kopfe verscharrt aufgefundenen Engländer ermordet zu haben, wurden in Heidelberg ein Hausknecht und ein Wirt ver⸗ haftet.
— Eugen Richter, der nun schon alt gewordene Führer der Freisinnigen, soll nach Zeitungsnachrichten demnächst sein Reichstagsmandat für Hagen⸗Schwelm niederlegen wollen. Ein Augenübel, das nicht behoben werden kann, soll ihn zu diesem Entschluß veranlaßt haben. Im Reichstag war er schon sein mehr als Jahresfrist nicht mehr erschienen,
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Arbeiterbewegung.
Die Brauer in Hanau haben nunmehr ihre Tarifbewegung zum Abschluß gebracht. Der Tarif wurde von den Brauereien ange⸗ nommen und erhält rückwirkende Kraft bis 1. Juli ds. Jahres.
Die Firmen Siemens u. Halske, Siemens⸗ Schuckert und die Allgemeine Elektrizitätsge⸗ sellschaft in Berlin teilten am Mittwoch ihren Arbeitern mit, sie würden, wenn die Streikenden nicht bis Donnerstag Mittag erklärten, daß sie die Arbeit Freitag früh sämtlich wieder auf⸗ nehmen, die betreffenden Werke Donnerstag Abend schließen. Die streikenden Arbeiter des Wernerwerkes und Oberspree verweigerten die verlangte Erklärung, sodaß Donnerstag Abend die Schließung der betreffenden Werke zu er⸗ warten ist, bei welcher 8000 Arbeiter in Frage kommen würden.
Letzte Nachrichten. Zarenknechte.
Ein neues Königsberg scheint bevorzustehen: Unter der Ueberschrift, die dieser Meldung vor⸗ steht, hat die Breslauer„Volkswacht“ in ihrer Dienstag⸗Nummer die Haltung der deutschen Regierung zum Falle des Genossen Kasprzak einer scharfen Kritik unterzogen. Darauf wurde in den Geschäftsräumen des Blattes sowie in der Wohnung des verantwortlichen Redakteurs, des Genossen Robert Albert, Haussuchung ge⸗ halten und die Nummer beschlagnahmt. Es soll in dem Artikel eine Majestätsbeleidigung des Fürsten Bülow enthalten sein. Vom Kaiser ist in dem Artikel mit keinem Wort die Rede, wohl aber von Friedrich II. und Friedrich Wilhelm IV.
Kommt es zu einer Verhandlung vor Ge⸗ richt, so wäre hier abermals Gelegenheit, rus⸗ sische Rechtszustände in ordentlicher Gerichts⸗ verhandlung vor aller Welt zu beleuchten.
Eine Niederlage in Südwest⸗Afrika:
Kapstabt, 20. September.(Meldung des„Reuterschen Bureaus“.) Amtlich wird bekannt gemacht: Während der Verfolgung Witbois durch General von Trotha entkam Witboi den vereinigten Abteilungen und griff einen langen deutschen Konvot in der Nachhut bei Keetmanshoop an. Die Begleitmannschaft wurde überrascht und fast völlig niedergemacht. In die Hände des Feindes fielen tausend Stück Vieh, 122 Wagen, darunter einige mit Munition beladen, und eine Anzahl Gewehre.
An hiesiger maßgebender Stelle liegt, wie „W. T. B.“ das diese Meldung verbreitet, dazu bemerkt, eine Bestätigung dieser Meldung nicht vor.
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Partei-Uachrichten.
Die Frankfurter Parteidruckerei erzielte im vergangenen Jahre 18000 Mk. Reingewinn nach reich⸗ lichen Abschreibungen. Von dem Reingewinn wurden 2000 M. dem Provinzial⸗Agitationskomitee und 1000 M. dem Arbeitersekretariat überwiesen.
An die Parteigenossen von Garbenteich und Hausen.
Die auf Sonntag, den 3. September an beraumte Versammlung konnte aus verschiedenen Umstän den nicht stattfinden. Deshalb berufen unterzeichnete Vorstände eine Versammlung auf
Sonntag, den 24. September nachm ittags halb 4 Uhr in das Lokal des Peter Becker „Zum kühlen Grund“ in Garbenteich ein mit der Tagesordnung: Berichterstattung von der Landeskon⸗ ferenz in Alzey. Referent: K. Häuser⸗Steinberg. a
Parteigenossen! In der Erwartung, daß Ihr für guten Besuch dieser Versammlung Sorge tragt, zeichnet mit Parteigruß
der Vorstand des Arbetterbildung svereins Garbenteich und des Wahlvereins Hausen.
Versammlungskalender.
Samstag, den 23. September. Gießen. Sozialdem, Wahlverein. Abends Versammlung bei Orbig.
9 Uhr


