Ausgabe 
20.8.1905
 
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Nr. 34.

Mitteldeulsche Sountags⸗Zeitung.

Seite 5.

den Pollzisten auf den Hals hetzen, ihr Treiben fortsetzen, so könnten vielleicht die Arbeiter auch ein gewichtiges Wort reden und das lautet: Heraus mit den Schafherden aus der Ge markung!

Aus dem Nreise Alssesd-Cauterbach.

b. Alsfeld. Die Mitglieder versammlung des Wahlvereins am Sonntag beschäftigte sich mit der bevorstehenden Landeskonferenz. Als Delegierter wurde der Kreisvertrauens mann Eder gewählt. Letzterer berichtete daun noch über die Entwickelung unserer Organisation und meinte, daß wir mit den Fortschritten im Kreise, mit Ausnahme vielleicht von Lauterbach, sehr wohl zufrieden sein könnten. Man debattierte dann über die Aufnahme von Kriegervereinlern in den Waͤhlverein. Wiegand war der Ansicht, daß solche nicht aufzunehmen seien, wogegen Eder sich wendete. Man solle die Leute aufnehmen und sie aufklären, damit sie zur Erkenntnis ihrer Lage kämen. Jakob bemerkte, daß Kriegerverein und sozialdemo⸗ kratischer Wahlverein Gegensätze seien. Ein überzeugter Sozialdemokrat werde von selbst aus dem 5 0 hinausgeworfen und wir sollten es mit Hurrabrüdern auch so machen. In nächster Versammlung soll die Debatte darüber fortgesetzt werden. Im weiteren wurde verlangt, daß mehr Volksversammlungen abgehalten würden. Der Delegierte zur Landeskonferenz wurde beauftragt, dafür zu stimmen, daß die nächste Landeskonferenz in Gießen stattfinden soll.(Die Gleßeuer sind leider wegen mißlicher Lokalverhältnisse nicht

in der Lage, die Konferenz einzuladen. D. Red.)

Aus dem RNreise Wetzlar.

h. Die Gewerkschaftsversammlung am Sonntag im Schützengarten war trotz des herrlichen zum Spazierengehen verlockenden Wetters sehr stark besucht. Der geräumige Saal desSchützengarten war voll besetzt. Es hatte übrigens Mühe gekostet und es ist unseres Wissens das erste Mal, daß eine Arbeiterver⸗ sammlung in diesem Lokale stattfand. Mit proßer Auf⸗ merksamkeit verfolgten die Anwesenden die Ausführungen der Redner, Wie angekündigt, sprach zuerst Hüttmann⸗ Frankfurt über die gewerkschaftlichen Kämpfe der Gegen⸗ wart, dann der Bergarbeiter Wißmann ⸗Bochum über die Berggesetznovelle. Ersterer wies auf die zahlreichen und hartnäckigen Kämpfe hin, welche die deutsche Arbeiter⸗ schaft in den letzten Jahren zu führen hat. Sie be⸗ weisen, daß die Gegensätze sich immer verschärfen. Das Unternehmertum wolle nicht bloß den höchst möglichen Profit aus den Knochen der Arbeiter herausschinden, sondern auch absolut über sie herrschen, betrachte sie als Leibeigene. Erschwert wird der Kampf durch den in Deutschland herrschenden Polizeigeist. Bei jedem wirt⸗ schaftlichen Kampfe zwischen Arbeiterschaft und Unter⸗ nehmertum greifen die Behörden zu gunsten der letzteren mit Militär und Polizei ein. Da rede man immer von nationaler Politik. Unter den heutigen Verhältnissen werde Deutschland konkurrenzunfähig, weil die Ausbeutung geradezu unerhört betrieben werde. Nachdem Hüttmann unter Belfall geschlossen, ergriff der Bergmann Wiß⸗ mann ⸗Bochum das Wort. Er befaßte sich besonders mit dem im Wetzl. Anz. erschienenen Artikel und schil⸗ derte die Lage der Lahntal⸗Bergleute aus eigener An⸗ schauung. Wenn die Herren in ihrer Amtspresse davon redeten, daß hier andere Verhältnisse seien als im Ruhr⸗ gebiete, weil hier der Bergmann noch Land wirtschaft be⸗ treibe, so sei es eine Schande, wenn das Unternehmer⸗ tum noch auf das spetuliere, was der Bergmann seiner Scholle nach seiner Arbeitszeit abringe. Redner ging auch auf den Ruhrkohlenstreik ein und wies auf die ungeheueren Gewinne hin, welche die Bergwerksgesell⸗ schaften machten. Verschiedene Gruben seien ganz in Besitz ausländischer Kapitalisten, die hohe Gewinne ein⸗ sackten.Wäre es nicht besser, rief Redner hierbei aus,man würde diese Kapitalisten ausweisen und lieber fremde Schweine hereinlassen?? Bergverwalter Stähler, welcher bei einem Festgelage in Dillenburg die schofle Verdächtigung ausgesprochen hatte,die Ur⸗ heber der Versammlungen wollten nur den Bergarbeitern ihre Groschen abnehmen, war extra zur Versammlung eingeladen worden, um seine bei gefülltem Weinglase vorgebrachte verleumderische Behauptung zu beweisen. Der Herr hatte aber den besseren Teil der Tapferkeit erwählt und sich gedrückt. Redner kennzeichnete das Verhalten dieses Herrn gebührend und in einer Resolution geschieht dasselbe. Dasselbe tat, nachdem Wißmann unter stürmischem Beifall geendet, Gen. Vetters. Dieser wies namentlich auf die Arbeiterfeindlichkeit des hiesigen Amtsblattes, wie auch des sogenanntenUnpartelischen hin, die in Beschimpfung der Sozialdemokratie das

Möglichste leisteten und ihren Inhalt von Schweinburg und Max Lorenz bezögen. Ein anwesender Redakteur vomunpartetischen Blatte erklärte daraufhin, daß die Redakteure nicht für Alles, was in den Blättern stehe, verantwortlich gemacht werden könnten, sie müßten oft höheren Einflüssen nachgeben. Mit Recht meinte Hüttmann darauf, das sei es ja eben, daß die bürger⸗ lichen Redakteure eben keine eigene Meinung haben und die Geschäft sinteressen dee Verleger nicht verletzen dürften. Ein begeistertesHoch auf die Arbeiterbe⸗ wegung schloß die Versammlung. Zahlreiche Anwesende ließen sich nach Schluß in ihre Gewerkschaften aufnehmen.

h. Unternehmerpresse. Von der großen Gewerkschaftsversammlung brachte weder das Amtsblatt noch dieunparteiischen Nachrichten eine Silbe. Von jedem Krieger- oder Klimbim⸗ Vereinsfeste bringen sie spaltenlange Berichte. Sie charakteristeren sich damit selbst als ar⸗ beiterfeindlich. Jeder Arbeiter muß ste deshalb aus dem Hause lassen!

h. Dienstboten-Freuden. Vor dem Schöffen⸗ gericht hatten sich am Freitag der Hotelbesitzer Ekey nebst Frau(Hotel Kaltwasser) wegen körperlicher Miß⸗ handlung ihres Dienstmädchens zu verantworten. Der menschenfreundliche Die istherr bekam 60 Mk. Geld⸗ strafe, seine Ehefrau wurde freigesprochen. Im Bericht desWetzl. Anz. wird die Tat des Angeklagten damit zu entschuldigen gesucht, daßdie Angeklagten durch große Ungezogenheiten des Mädchens sehr gereizt worden seien. Der Mann scheint sich aber immer in sehrge⸗ reizter Stimmung zu befinden. Er war früher Ober⸗ kellner im Hotel Kaltwasser und schon damals sparte er gegenüber dem übrigen Personal nicht mit allerhand unfeinen Titulaturen, zeigte sich sogar sehrschlagfertig. Einmal war er aber damit an den Unrechten gekommen und er trug eine nicht unbedeutende Verletzung am Kopfe aus dem Kampfe davon. Wir finden es ganz am Platze, wenn Dienstboten solchergereizter Herr⸗ schaft gegenüber von dem Rechte der Notwehr ausgiebigen Gebrauch machen.

h. Lassallefeier in Gleiberg. Wie alls ähr⸗ lich, veranstalten unsere Parteigenossen im Wetzlarer Kreise auch dieses Jahr eine Feler zum Gedächtnis unseres großen Vorkämpfers Ferdinand Lassalle. Die Feier findet im Saale zumSchwarzen Walfisch in Gleiberg statt und als Redner wird, wie aus dem Inserat ersichtlich ist, der Parteisekretär Rudolph⸗ Frankfurt erscheinen. Es darf wohl erwartet werden, daß di: Parteigenossen recht zahlreich erscheinen, auch aus Gießen und den nahen hessischen Orten.

Westerwald und Anterlahn.

t. Patriotismus auf Gemeindekosten. In Rehe(Westerwald) wurden bei der letzten Reichstags⸗ wahl zum Schrecken aller Ordnungsstützen 41 sozial⸗ demokratische Stimmen abgegeben. In Folge dessen war dasrote Rehe bei maßgebenden Personen etwas un⸗ beliebt und im Mißkredit. Um nun derroten Gefahr vorzubeugen, wurde im vorigen Jahre ein Krieger- verein gegründet. Auf Anregung des Herrn Landrats hat jetzt jeder dieser Kriegervereinspatrioten zwecks Anschaffung einerKriegermütze aus der Gemeindekasse eine Beihilfe von 2 Mark erhalten. Natürlich haben die Gemeindevertreter(mit Ausnahme unserer drei Ge⸗ nossen) der landrätlichen Anregung zugestimmt. Was würde wohl die Regierung sagen, wenn eine sozlaldemo⸗ kratische Gemeindevertretung Gemeindegelder für sozial⸗ demokratische Zwecke, etwa Parteifeste ꝛc. aufwenden würde? Hier kennen aber viele Gemeinden ihre Auf⸗ gaben nicht. Vor längerer Zeit bewilligte einmal der Gemeinderat in Hermannstein verschiedenenVeteranen je 5 Mk. zum Besuche eines Kriegerfestes! Gegen solchen Unfug und Verzettelung der Gemeindegelder müssen unsere Parteigenossen energisch protestteren.

Aus dem Nreise Marburg-Rirchhain.

h. Parteiversammlung! Den Mitgliedern des Wahlvereins zur Nachricht, daß die nächste Monatsver⸗ sammlung umständehalber ausfällt, und dafür am Mitt⸗ woch, den 23. August, abends 9 Uhr eine öffentliche Parteiversammlung im Jesberg'schen Lokale stattfludet. Der Parteisekretär für Hessen Nassau, Gen. Albert Rudolph, wird einen Vortrag über das neue Organi⸗ sationsstatut alten. Näheres siehe Inserat! In An⸗ betracht der wichtigen Versammlung ist es Pflicht eines jeden Genossen, pünktlich zu erscheinen.

h. Stiftungsfest. Die Filiale Marburg des Deutschen Holzarbeiter Verbandes feiert am Sonntag, den 20. August, von nachmittags 4 Uhr ab ihr 14. Stiftungsfest in den Hildmannschen Lokalitäten. Nachmittags findet Preisschießen und abends im Saal Verlosung und Tanz statt. Das E. itriltsgeld beträgt 50 Pfg. Die Arbeiterschaft Marbargs und Umgegend wird zu zahlreichem Besuche freundlichst ei gel

Der Herr Lehrer will! ozk fresser sein. Vor Pfingsten hatten unsere

Parteigenossen eine Flugble tverteilung.

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Verlauf wurde damals in unserm Blatte(Nr. 23) be⸗ richtet, daß der Lehrer in Reddehausen unsere Ver⸗ teiler sehr unfreundlich empfangen und sie angefahren habe: wie sie es wagen könnten, in ein solches Haus zu kommen, sie sollten machen, daß sie fort kämen. Erst jetzt wird uns nun mitgeteilt, daß der Lehrer gegen diese Mitteilung bei einigen unserer Genossen Einspruch erhoben und erklärt hat: daß er an dem fraglichen Tage gar nicht zu Hause gewesen sei und übrigens sei er kein Sozlialistenfresser, wolle sich auch kein rotes Röckchen verdienen. Wir würden gewiß gerne von einer Richtigstellung in diesem Sinne Akt nehmen, allein die beteiligten Genossen bekunden mit voller Bestimmtheit, daß der Lehrer sich so, wie damals mitgeteilt, verhalten hat. Wir können also leider nichts zurücknehmen. Umsoweniger, als seine Worte bei den Reddehausenern nicht für absolut zuverlässig gelten.

Förster und Wilddieb.

In Hanau wurde am Dienstag die Frau des Försters Döhn aus Mittelbuchen beim Einschmuggeln eines frisch erlegten Wildes be troffen. Daraufhin wurde der Förster wegen

Fortsetzung siehe Seite 6. Partei-Uachrichten.

Genosse Friedrich Werstein in Isenburg ist am Mittwoch früh plötzlich im Alter von 53 Jahren gestorben, nachdem er nur einige Tage krank gewesen war. In ihm verliert die Partei und die Holzarbeiter⸗ Gewerkschaft einen tüchtigen Genossen. Von Beruf Schreiner trat er schon in jungen Jahren der Gewerk⸗ schaft bei und leitete im Jahre 1882 den Isenburger Schreinerstreik. Vor einigen Jahren war er Mitglied der Gemeindevertretung, unterlag jedoch bei der letzten Wahl. Die Parteigenossen werden ihm ein gutes An⸗ denken bewahren.

Wahlkreis Gießen⸗Grünberg⸗Nidda.

Sonntag, den 27. Angust, vormittags 10 Uhr,

Kreiskonferenz im Lokale des Genossen Orbig in Gießen. Tagesordnung:

Vorstands- und Kassenbericht. Neuwahl des Vorstandes. Die Landtagswahlen.

. Parteitag in Jena.

. Verschiedenes.

Die Parteivereine im Kreise werden ersucht, die Wahlen von Delegierten nach Maßgabe des Kreisstatuts alsbald vorzunehmen. Danach können bekanntlich Ver⸗ eine bis zu 25 Mitgliedern zwei Delegierte, stärkere Vereine für jedes weitere volle Viertelhundert Mitglieder einen Delegierten mehr entsenden. Orte, in denen keine Organisation besteht, können ebenfalls einen Delegierten wählen. Mandatsformulare sind vom Vertrauensmann August Bock, Gießen, Dammstraße 22, zu beziehen. Anträge zur Tagesordnung, sowie Wünsche in Bezug auf den Ort des nächstjährigen Kreisfestes wolle man rechtzeitig an den Vorsitzenden Gg. Beckmann, Gießen, Grünbergerstraße 44, gelangen lassen.

Der Vorstand des Kreiswahlvereius.

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Versammlungskalender. Samstag, den 19. August.

Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Ver⸗ sammlung bei Löb(Wiener Hof). Metall⸗ arbeiter. Abends Uhr Versammlung bei Orbig.

Garbenteich. Arbeiter⸗Bildungs⸗Verein. Abends punkt 9 Uhr Versammlung bei Peter

Becker. Besprechung über Kreis- und Landes⸗ konferenz. Zahlreich erschei nen! Staufenberg. Volks verein. Abends 8 ¼½ Uhr

Versammlung bei Wirt Vogel. Sonntag, den 20. August.

Gießen. Ta bakarbeiter. Nachmittags 3 Uhr Versammlung bei Löb(Wiener Hof).

Wetzlar. Wahlverein. Jeden zweiten und vierten Samstag im Monat, abends 9 Uhr, Versammlung im GasthausZur Glocke. Kartellsitzung jeden zweiten Mittwoch im gleichen Lokal.

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