g.
— Achs i den. unkten wü ional⸗ demo; eiter. hieden sonal⸗
Dee inter. t bon gans e Ver⸗
hegen Re⸗ kung, öffen⸗ mals
Der icht chsten
afts⸗ nach ützen⸗ tet: eder elle. rank⸗ ochum iter u er⸗ dessen ungen sumt amm⸗ den. itet letzten ehrere en, in e der unter⸗ haben „ wo⸗ beiter dem und ltnise öächen, aunter Vetz. teblat
— —
Nr. 33.
Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 5.
wollten. Hoffentlich kommt er am Sonntag in den Schützengarten und wiederholt seine gemeine Verlcumdung. Die Groschen der Berg⸗ leute nehmen andere Leute, die dann große Feste feiern!— Die Bergarbeiter⸗Versamm⸗ lungen waren überall gut besucht und es sind für den Verband zahlresche Mitglieder gewonnen worden. In Burgsolms trat dem Referenten Wißmann der konservative Ortsvorsteher Diehl entgegen, der ausführte, daß die Bergarbeiter all' das, was der Referat ausgeführt habe, wie Waschgelegenheit, höhere Löhne usw., nicht brauchten, da ja hier so gesunde Luft und jeder Bergmann auch Bauer sei, also nicht so viel zu verdienen brauche, wie der Bergmann im Ruhr- gebier. Wißmann erwiderte ihm, daß von ge- sunder Luft allein niemand leben kann und daß Herr Diehl ein Beefsteak und eine Flasche Wein seinem Körperumfang nach jedenfalls auch einem Kubikmeter reiner Luft vorziehe. Um sich für seine Abfuhr zu rächen, trieb Diehl am andren Tage in Oberndorf das Versammlungslokal ab! Herr Diehl ist zufrieden, er bekommt für jede Stierbestchtigung 10,50 Mk., die in ein paar Stunden verdient sind.— Aus alle dem ersteht man, wie notwendig es für die Berg⸗ leute ist, sich zusammenzuschließen!
h. Der Typhus ist nun auch in Wetzlar auf⸗ getreten. Es sind etwa 10 Personen, meistens jugend⸗ liche, erkrankt. Man nimmt an, daß die Krankheit aus Erda eingeschleppt wurde. Es wurde eine polizeiliche Kontrolle der Metzgerläden vorgenommen, die eine Reihe Unsauberkeiten zu tage förderte. Bei den Herren Wein⸗ rich, Jöckel und Moser wurden beträchtliche Mengen Fleischwaren beschlagnahmt, die wohl sonst ver⸗ wurstelt worden wären. Kein Wunder, wenn die Leute erkranken! Wenn Metzgern und Bäckern schärfer auf die Finger gesehen wird, so ist das im Interesse der Volksgesundheit notwendig.
— Ein begehrenswerter Posten scheint der elnes Bürgerweisters zu sein. Für die in Weilburg kürzlich freigewordene Stelle eines solchen meldeten sich nicht weniger als 130 Bewerber. Darunter befanden sich 46 Bürgermeister, 10 Offiziere und ein Geistlicher, dem jedenfalls die Arbeit im Weinberge des Herrn zu sauer geworden ist.
Aus dem Nreise Marburg⸗Rirchhain.
* Seht die Wählerlisten nach! Der Magi⸗ strat macht bekannt, daß die Liste der Stimmberechtigten für die Stadtverordnetenwahlen im Sekretariats⸗ zimmer des Rathauses vom 15.— 30. August während der Dienststunden zu jedermanns Einsicht offen liegt, und daß gemäß 8 22 der Städteordnung jeder Stimm⸗ berechtigte innerhalb der Offenlegungsfrist gegen die Richligkeit der Liste Einspruch bei dem Magistrat erheben kann.— Wir ersuchen unsere Genossen, sich unverzüglich zu überzeugen, ob ihr Name in der Liste eingetragen ist. Wer verhindert ist, dies selbst zu tun, soll sich baldiyst an die bekannten Genossen wenden, die das Weitere besorgen werden.
O Unsere Stadtverordneten beschäftigten sich in ihrer letzten Sitzung vom vergangenen Freitag zunächst mit der Anlage eines Spielplatzes in dem früher Heppe'schen Garten am Götzenhain— aber nicht etwa mit der Anlage eines Volksspielplatzes, wie ein Stadt⸗ vererdneter es wünschte, nein, die Kinder des Volkes mögen auf den staubigen oder gepflasterten Straßen spielen, sondern mit der Anlage eines mustergiltigen S, lelplatzes, der den verwöhntesten Ansprüchen der von auswärts kommenden jungen Leute genügen soll. Ein Unternehmer soll die Sache arrangieren.— Die An⸗ stellung eines Schularztes wurde ebenfalls in dieser Sitzung beschlossen. Damit ist endlich eine Forderung für unsere Stadt erfüllt, die von der sozialdemokratischen Arbeiterschaft und von hervorragenden Hygienikern und Pädagogen(auch hier in Marburg) schon längst auf⸗ gestellt worden ist. Kein Stadtvater hat aber diese Forderung erhoben, erst der Regierungspräsident mußte die Gemeindevertretung darauf hinweisen, daß ein Schul⸗ arzt notwendig ist.
Eine besondere Steuer wurde in der letzten Woche von einer großen Anzahl Marburger Einwohner eingezogen. Das sogenannte„Bürgergeld“ im Be⸗ trage von 5 Mk. soll innerhalb 14 Tagen bezahlt werden. Man kann sich leicht denken, daß es da viele mürrische Gesichter gibt, namentlich bei den jetzigen teuren Zeiten. Immerhin können wir uns in Marburg wenigstens in dieser Beziehung nicht beklagen gegenüber andern Städten, wo oft das 6— 10 fache bezahlt werden muß. Unsere Freunde und Genossen wollen sich nicht gegen die Be⸗ zahlung sträuben, angesichts der Stadtverordnerenwahlen, die im November stattfinden. Bekanntlich darf derjenige
nicht wählen, der kein Bürgergeld bezahlt hat. Man
kann es ja auch in Raten abzahlen, wenn man beim Magistrat darum nachgesucht hat.
O Wahre Hungersnotpreise scheinen sich in diesem Jahre zu entwickeln. Die Fleischpreise haben schon seit einiger Zelt eine noch nicht dagewesene Höhe, eine weitere Steigerung steht für die nächste Zeit bevor, sowohl die ländlichen Produkte wie Kolonialwaren steigen ständig im Preise, die Kohlenpreise werden in diesem LZinter ihren bisherigen höchsten Stand übertreffen, der Unterschied zwischen einer wirklichen Hungersnot ist nur noch der, daß alles in Hülle und Fülle vorhanden ist, denn die Ernte ist in allen Teilen gut ausgefallen, nur die Preise sind für den Proletarler unerschwinglich. Trotz der enormen Teuerung haben wir aber bisher noch nicht gehört, daß Unternehmer ihren Arbeiter frei⸗ willig Zulagen gewährt hätten; auch unsere hochkonser⸗ vativen Arbeitgeber, die sich für die Zollerhöhungen so lebhaft interessterten, haben in dieser Hinsicht noch nichts verlauten lassen. Die Arbeiter werden also den Schmacht⸗ riemen immer enger schnallen müssen. Und dabei sind die neuen Zölle noch nicht in Kraft getreten!
X Konsumverein. In der letzten Generalver⸗ sammlung erstattete Geschäftsführer Fischer den Ge⸗ schäftsbericht, aus dem hervorgeht, daß der Verein sich welter in erfreulicher Weise entwickelt hat. Der Umsatz hat sich gehoben, auch die Bäckerei entwlckelt sich gut. Leider geht nur die Zahlung der Geschäftsanteile lang⸗ sam. Ueber die Ausgabe von Hausanteilscheinen ent⸗ spann sich eine längere Debatte. Der Antrag des Vor⸗ standes, solche in der Höhe von je 10 Mk. auszugeben, fand einstimmige Annahme. Man war allgemein der Ansicht, daß die Erwerbung eines eigenen Grundstücks nur von Nutzen für den Verein sei, da sich alle bis jetzt innegehabten Räume als nicht ausreichend erwiesen. Es können bis zu 10 Anteilscheine entnommen werden und die Mitglieder werden ersucht, sich hierbei recht rege zu betelligen. Hierauf wurden die Wahlen vorgenommen. Danach gehören zum Vorstand: Fr. Fischer, G. Rohs und R. Rösler. Zum Aufsichtsrat: J. Scheld. A. Knopf, P. Pirnert, H. Schäfer, Frau Michels, J. Madersbach und R. Schmidt. Geschäftsführer blieb Fr. Fischer.— Frau Michels hielt hierauf einen Vortrag über die holländischen Konsumgenossenschaften, über den unten weiter berichtet wird.
f. a. Im Konsumverein hielt Genossin Gisela Michels am Montag vor acht Tagen einen Vortrag über die holländische konsumgenossenschaftliche Be⸗ wegung. Sie teilte mit, daß der„Niederländische Cooperative Bund“, der den Lesern der„Konsumgenossen⸗ schaftlichen Rundschau“ als die einzige cooperative Be⸗ wegung Hollands erscheinen muß, fast nur aus Produktiv⸗ Genossenschaften und aus Beamten⸗, Offizieren⸗ usw. Vereinen zusammengesetzt ist und sich hauptsächlich auf den Kolonialwarenverkauf beschränkt. Wie sehr das bürgerliche Element in ihm weitaus überwiegt, zeigt z. B. der Umstand, daß der Haager Verein„Eigen Hulp“ nicht weniger als 130 verschiedene Wein⸗ und Likör⸗Sorten vertreibt. Daneben stehen die Arbeiter⸗ konsumvereine, welche von der alten sozialistischen Ar⸗ beiterbewegung in den achtziger Jahren gegründet sind, welche dann aber, als im Jahre 1888 der„Sozialisten⸗ bund“ auf Grund persönlicher Zerwürfnisse, die Konsum⸗ vereinsbewegung in Acht und Bann tat, sich als neutrale, jedoch fast nur aus Arbeitern bestehende Vereine ge⸗ stalteten. Deren größte ist die Haager„Volherding“ (d. h.„Ausdauer“), die jetzt eine Bäckerei, ein Kolonial- warengeschäft, eine Metzgerei, ein Schuhladen und eine Krankenkasse nebst Apotheken betreibt. Sie ist speziell in der Fürsorge für ihre Angestellten mustergiltig und ihre Bäckerei ist wohl das schönste und hygienischste dieser Art, was Referentin in unterschiedenen Ländern gesehen hat. Leider aber gibt dieser große Verein mit seinen gut 7000 Mitgliedern und seinem Reingewinn von über 150000 Gulden nur den winzigen Betrag von 1000 Gulden für gemeinnützige Zwecke und läßt sie sich auch der Brotverbilligung und anderen ökonomischen Zwecken fast nicht gelegen liegen.— Die junge sozialdemokratische Arbeiterpartei betreibt demgegenüber seit 1898 eine rege Agitation für die Gründung von Arbeiterkonsumgenossen⸗ schaften auf Grundlage der modernen Arbeiterbewegung und hat auch tatsächlich schon in vielen Städten der⸗ artige Vereine gegründet. Sie hat eine Kommission eingestellt, welche junge Genossenschaften mit rätlicher und finanzieller Hülfe unterstützt, vorausgesetzt, daß diese Vereine in ihrem Statut ein Minimum⸗Anteill ihres Reingewinns(15, 20, 25 Prozent) für die genossen⸗ schaftliche und politische Arbeiterbewegung absondert. So gibt der Amsterdamer Konsumverein„De Dageraad“ (d. h.„Das Morgenrot“) 15 Prozent ihres Gewinns für diesen Zweck, und davon wieder drei Viertel für die Genossenschaftsbewegung, ein Viertel für die sozial⸗ demokratische Partei. Diese sozialdemokratischen Genossen⸗ schaften sind in stetigem Wachsen begriffen und werden immer mehr eine solide Stütze der holländischen Arbeiter⸗ bewegung.— An den beifällig aufgenommenen Vortrag knüpfte sich eine Diskussion über die Vor⸗ und Nachteile der konsumgenossenschaftlichen„Neutralität“.
* Genosse Ankersmit in Amsterdam sendet uns
zu dem in voriger Nummer gebrachten Bericht über seinen Marburger Vortrag„Sozialismus in Holland“ fol gende Richtigstellung:„Die Gewerkschaften sind nicht der soziallstischen Partei angeschlossen. Ihre formale Stellung zur Partei ist so wie die der deutschen Gewerkschaften. 2. Die evangelischen Pfarrer sind in Holland nicht zum eist Sozialdemokraten. Ich denke, wir zählen un⸗ gefähr 20 bis 25 sozialdemokratische Pfarrer.“ Das läßt sich immerhin hören. Und wir halten dafür, daß die se Pfarrer weit mehr im Sinne des wahren Christen⸗ tums wirken, als viele ihzer deutschen Kollegen, die es für ihre Aufgabe halten, als Schützer der heutigen „Ordnung“ und der Ausbeuterinteressen und patentierte Sozialistenvernichter aufzutreten.
O In Amöneburg(kreis Kirchhain) sollte der seit einiger Zeit vom Amte suspendierte Bürgermeister Weber wegen Unterschlagungen bei der städtischen Spar⸗ kasse zur Verantwortung gezogen werden. Der früher hochpatriotische Mann zog es jedoch vor, seinem lieben Vaterlande den Rücken zu drehen. Die Sparkasse zu Amöneburg ist nun um einige Tausende Mark und wir um eine Ordnungsstütze ärmer.
W. Die Bauhilfs arbeiter Marburgs fanden sich am 2. August im Lokale Hildewann zu einer sehr gut besuchten Versammlung zusammen, in welcher der Gauleiter Fischer⸗Mannheim uber:„Die wirt⸗ schaftlichen Kämpfe im Baugewerbe“ sprach. Trotz vieler Schwierigkeiten, trotz Unternehmerterrortsmus und Polizei⸗ willkür, habe sich der Bauhilfsarbeiterverband empor⸗ geschwungen. 1895 hatte er 13 000 Mitglieder, die bis heute fast auf das Fünffache angewachsen sind. Den Unternehmerterrorismus sehen wir jetzt auf die Spitze getrieben bei den Bauarbeiter⸗Aussperrungen in Rheinland⸗Westfalen sowie in München, wo auch die Polizei auf die Seite des Kapitals stand. Von jeher habe es das Unternehmertum verstanden, sich von dem aus den Arbeiterknochen herausgeschundenen Ueberschuß ein behagliches Leben zu schaffen, während der Ar⸗ beiter bei schwerer Arbeit hungern und darben müsse. Aber der Kollege sei meist selbst schuld, wenn er sich
Fortsetzung siehe Seite 6.
* Massenvergiftungen durch Vanille⸗ Creme werden aus König im Odenwald berichtet. Es sind im ganzen etwa 20 Per⸗ sonen erkrankt, wovon eine, die Witwe Büttner, gestorben ist.
* Zwei schwere Eisenbahnun⸗ fälle ereigneten sich in der letzten Woche. Bei Spremberg stießen am Montag zwei Schnellzüge zusammen, wobei es 20 Tote und viele Verwundete gab. Ferner entgleiste am Samstag in Ingolstadt der Münchener Schnell. zug, wobei der Führer und der Heizer getötet und 16 weitere Personen verletzt wurden.
Wahlkreis Friedberg⸗Büdingen.
Den Vertrauensleuten und Parteigenossen zur Kenntnisnahme, daß laut Beschluß der General⸗ versammlung des Kreiswahlvereins der Sitz des Vor⸗ standes sich nunmehr in Vilbel befindet. Alle Zu⸗ schriften, die Kreisorganisation betreffend, Parteiange⸗ legenheiten, find von jetzt ab an die Unterzeichneten zu richten. Karl Armbrust, Vorsitzender, Feststraße. Heinrich Armbrust, Kassierer, Frankfurterstr. 86.
Versammlungskalender. Samstag, den 12. August.
Gießen. Sozialdem. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.
Daubringen. Arbeiterverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei E. Schäfer. T.⸗O.: 1. Bei⸗ trags⸗Regelung. 2. Kreiskonferenz. 3. Landtags⸗ wahl.
Wetzlar. Wahlverein. Abends 9 Uhr Ver⸗ sammlung im Gasthaus„Zur Glocke“.
Sonntag. den 13. August.
Heuchelheim. Turnabteilung des Arb. ⸗Bild.⸗ Ver. Nachmittags 3 Uhr Schauturnen im Garten bei Wirt H. Volkmann.
Dienstag, den 15. August.
Gießen. Oeffentliche Metallarbeiter⸗Versa m m⸗ lung in Lony's Bierkeller abends 7 Uhr. Mittwoch, den 16. August.
Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr
Sitzung bei Orbig.
Briefkasten.
K. H.⸗Rodhm. b. Hgn. Wir müssen es ab⸗ lehnen, nochmals auf die Sache zurückzukommen, weil sie nicht von allgemeinem Interesse ist. Bei ruhiger und objektiver Betrachtung müssen Sie sich übrigens selbst sagen, daß Sie auch nicht ganz richtig verfahren sind. Sie konnten die Forderung anerkennen und sich zur Zahlung bereit erklären, dann war der Konflikt ver⸗ mieden. Mit der Buchführung nehmen es viele Aerzte nicht genau und es ist daraus dem Manne weiter kein Vorwurf zu machen.


