Ausgabe 
12.11.1905
 
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Nr. 46.

Mitteldeutsche Sonntagszeitung.

Seite 5.

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Köhler wegen des Vorgehens der Staate- und Medi⸗ zinolbehörden in Sachen des Cberstädter Kindesmords an den Landtag gerichtet hatte. Den Wortlaut dieser Anfrage ließ er in derHungener Landpost veröffent⸗ lichen, ehe sie noch in Bureau des Landtags eingelaufen war. Die Vorgeschichte des Prozesses ist bekannt. Auf dem Friedhofe in Eberstadt bei Butzbach war im April vorigen Jahres die Leiche eines neugeborenen Kindes mit Verletzungen am Kopfe gefunden worden, die auf gewaltsamen Tod hinwiesen. An die Staatsanwalt⸗ schaft gelangte bald darauf eine anonyme Anzeige, worin als mutmaßliche Mutter des Kindes die ledige Mina Görlach in Eberstadt sowie eine Ehefrau Marie Görlach in Betracht kommen könnten. Daraufhin begaben sich Staatsanwalt Reuß und Medizinalrat Haber⸗ korn nach Eberstabt, um Ermittelungen anzustellen. Die beiden Frauen wurden von Dr. Haberkorn unter⸗ sucht, der fand, daß die Mina Görlach vor kurzer Zeit geboren haben müsse. Doch wurde die Görlach erst später nach einem erneuten Gutachten des Direktors der Frauenklinik Prof. Dr. Pfannenstiel, verhaftet, Sle gestand im weiteren Verlaufe der Untersuchung ein, ge⸗ boren und ihr Kind getötet zu haben und wurde vom Schwurgericht zu Jahren Gefängnis verurteilt. Infolge der Untersuchung gab es in Eberstadt eine ge⸗ waltige Aufregung, zumal die Görlach allgemein für unschuldig gehalten wurde, auch kein Mensch etwas von ihrer Schwangerschaft bemerkt hatte. Abg. Köhler hörte davon und nach dem, was ihm erzählt wurde, glaubte er, daß sich die bei der Untersuchung beteiligten Beamten grobe Verstöße hätten zu schulden kommen lassen, gegen die er als Landtagsabgeordneter protestieren müsse. Er tat dies in Form der erwähnten Inter⸗ pellation, in welcher er die Maßnahmen der Behörden als Beschimpfung der weiblichen Ehre der Ehefrau Gör⸗ lach bezeichnet, die den Glauben an Recht und Ge⸗ rechtigkeit zerstöre. Köhler fragte weiter die Regierung, was sie gegen die Beamten zu tun gedenke; die diese empörenden ärztlichen Eingriffe angeordnet und aus⸗ geführt haben, die sich als Verbrecher gegen die persönliche Freiheit und die allgemeine Sittlichkeit charakteristerten.

Verteidiger Rechtsanwalt v. Brentano⸗Offenbach gibt zu, daß die Beamten schwer beleldigt sind. Aber ein Eingriff in die Justiz liegt nicht vor. Köhler glaubte, was er behauptete. Jeder in Eberstadt sei von der Unschuld des Mädchens überzeugt gewesen. Bös⸗ willig sei Köhler nicht gewesen, wenn er auch in der Form gröbste, törichtste Böcke geschossen habe. Eine Geldstrafe sei zur Sühne ausreichend. Das Gericht verurteilt den Angeklagten nach dem Antrage des Staats⸗ anwalts zu drei Monaten Gefängnis und Publikation des Urteils in der Darmstädter Zeitung und dem Gießener Anzeiger.

Herrn Köhler ist also eine ziemlich schwere Strafe zudiktiert worden, wie sie wohl niemand erwartete. Das Friedberger antisemitische Blatt wird darüber nicht wenig zetern; doch mögen sich der Langsdorfer Bürgermeister und seine Leute mit den zahllosen Sozialdemokraten trösten, die wegen zehnfach geringerer Sünden härtere Strafen erhielten, was von der anttsemitischen Presse vielfach beifällig begrüßt wurde.

o- Die Freie Turnerschaft Gießen veranstaltet am nächsten Samstag den 11. ds. Mts. abends 8 Uhr aus Anlaß ihres Stif⸗ tungsfestes auf dem Lenz'schen Felsenkeller einen Familienabend mit anschließendem Ball. Nach den getroffenen Vorbereitungen steht ein in jeder Beziehung genußreicher Abend in Aus⸗ sicht und verfehlen wir deshalb nicht, auch an dieser Stelle auf denselben hinzuweisen. Wegen der beschränkten Raumverhältussse haben nur Mitglieder und deren Angehörige Zutritt. (Näheres s. Inserat.) Nachdem eine größere Anzahl von Damen ihren Beitritt zur Freien Turnerschaft erklärt, wurde in der letzten Vor⸗ standssitzung beschlossen, eine Damen⸗Riege ins Leben zu rufen, deren Turnabende in aller⸗ nächster Zeit beginnen sollen. Damen, welche gesonnen sind, dieser Riege beizutreten, wollen sich bei dem Vors. Herrn Gg. Baum, melden.

Aus dem Nreise Wetzlar.

Kontrollversammlungen im Kreise Wetzlar werden abgehalten in:

Wißmar, Bahnhof, Wir tschaft Brück 15. No⸗ vember 11 Uhr 30 vormittags, für Gleiberg, Krof⸗ dorf, Launsbach, Odenhausen, Salzböden, Vetzberg, Wißmar.

Dutenhofen, Bahnhof, 15. November 3 Uhr 40 nachmittags für Atzbach, Dorlar, Dutenhosen, Kinzen⸗ bach, Münch holz hausen.

Braunfels, Bahnhof, 15. November 1 Uhr nach⸗ mittags für Allendorf, Biskirchen, Bissenberg, Leun, Niederblel, Stockhausen, Tiefenbach.

Wetzlar, Sophienhütte, 16. November 6 Uhr nach⸗ mittags, nur für die auf dem Buderus'schen Eisen⸗ werk, dem Portland⸗Zement⸗Werk und der Karol inen⸗ hütte beschͤftigten Koutrollpflichtigen.

h. Unternehmer ⸗Interesse bei der Kontrollversammlung. Bei den diesjährigen Herbst⸗Rontrollversammlungen ist insofern eine Neuerung getroffen, als die auf den Buderus'schen Elsenwerken und Röhrengießerel, auf dem Walzwerk und der Zement⸗ fabrik beschäftigten Kontrollpflich tigen am 16. November, abends 6 Uhr nach der Sophienhütte hingehen müssen, um ihren Kontrollpflichten nachzukommen. Diese neue Einrichtung sieht auf den ersten Blick so aus, als ob sie im Interesse der Arbeiter getroffen set und eine Er⸗ leichterung für diese bedeute. Allerdings brauchen jetzt die auswärts Wohnenden nicht mehr ganze oder halbe Tage zu versäumen; dagegen müssen die Leute abends noch eine oder zwei Stunden liegen. Und das ist nach schwerer Tagesarbeit wirklich kein Vergnügen. So wird aber dafür gesorgt, daß dem Kapjitalisten keine Stunde Arbeitszeit verloren geht und ihm den Profit schmälert. Daß Gesetz schreibt bekanntlich aus drücklich vor, daß für solche Zeitversäumnis die im Taglohn beschäftigten Ar⸗ beiter den Lohn voll ausbezahlt erhalten müssen. Daß dies aber je auf den Buderus⸗Werken geschehen sei, davon hat noch kein Mensch etwas gehört.

Aus dem Rreise Marburg-Rirchhain.

Zur Stadtverordnetenwahl!

Arbeiter! Die Stadtverordneten⸗Ergänzungs⸗ wahl für die 3. Wählerklasse findet am Dlenstag, den 14. November von morgens 10 bis mittags 1 Uhr in der Aula der höheren Mädchenschule statt. Au diesem Tage habt Ihr zu entscheiden darüber, ob Ihr Leute in die Stadtvertretung wählen wollt, die es ernst mit der Wahrnehmung ber Arbeiterinteressen meinen oder ob Ihr die Vetternwirtschaft auf dem Rathause noch ver mehren wollt. Von gegnerischer Seite sind Euch Kan⸗ didaten empfohlen worden, die Ihr absolut nicht wählen könnt. Ihr könnt diese Leute schon aus dem Grunde nicht wählen, weil sie ohne jegliches Programm aufge⸗ stellt worden. Hier spielt nur die Pee son die Rolle. Ganz anders dagegen bei den Kandidaten, die Euch vom sozialdem. Wahlverein vorgeschlagen sind. Wofür dieselben eintreten, ist Euch in dem ausführlichen Flug⸗ blatt, das Ihr diese Woche erhieltet, mitgeteilt worden. Lest am Tage der Wahl dies Flugblatt noch einmal durch, dann werdet Ihr zu dem Entschlusse kommen, nur die Arbeiter⸗Kandidaten zu wählen. Man wird na⸗ türlich von gegnerischer Seite kurz vor der Wahl ver⸗ suchen, Euch von den Arbeiter kandidaten abzulenken. Laßt Euch jedoch nicht irre machen! Besonders wollen die Arbeiter im Nordvlertel und in den Fabriken ihre Pflicht besser als bei der letzten Wahl tun!

Darum auf zur Wahl! Wählt die Kandip aten des sozialdem. Wahlvereins:

Hermann Posern, Schuhmachermeister,

Dr. Nobert Michels,

Franz Fischer, Schriftsetzer.

Als Ersatzmann: Valentin Steetz, Hilfsarbeiter.

Ortskrankenkasse. Am Mittwoch, den 15. November hält die Ortskrankenkasse für Marburg ihre Generalversammlung in der Aula der alten Realschule ab. Auf der Tagesordnung steht zunächst ein Vortrag des Professors Hlllebrandt über ansteckende Krankheiten. Welter finden die Wahlen der Vertreter zur Generalversammlung und die Ergänzungswahlen

zum Vorstand statt. Ueber die Aufgaben der Ver⸗ treter zur Generalversammlung sind die Mitglieder vor kurzem in der M. S.⸗Itg. unterrichtet worden. Die Mitglieder werden daher ersucht, nur für die von den Gewerkschaften vorgeschlagenen Vertreter zu stimmen. Die neugewählten Vertreter haben sofort ihres Amtes zu walten, indem sie die Ergänzungswahl zum Vorstande

vornehmen. Es scheiden aus 2 Arbeitnehmer und 1 Arbeitgeber. Von seiten der Gewerkschaftskommission sind die Genossen Johannes Strube, Schreiner und

Hubert Weber, Schriftsetzer vorgeschlagen. diese wollen die Vertreter stimmen.

Mit dem Ankauf des Museums⸗ gebäudes durch die Stadt beschäftigte sich kürzlich eine Bürgerversammlung. Stadtverordneter Engel referierte darüber und legte eingehend dar, warum die Gesellschaft das Gebäude verkaufen will und ferner welche ungeheure Kosten aufgewendet werden müßten, wenn es zu einem modernen Theaterbau um- gewandelt werden soll. Daß das Gebäude nicht so bleiben kann, wie es zur Zeit ist, das hat ja auch die Gesellschaft eingesehen, und deshalb will sie es verkaufen. Da jedoch mindestens; Million Mark zum Ankauf und Umbau gehört, so können wir es nicht empfehlen, daß die Stadt das Gebäude kauft. Dem Referate folgte eine lange Debatte, in der sich besonders Herr He pepe gegen die Stadtverwaltung wendete. Nur Herr Stadt⸗ verordnete Siebert erklärte sich für den Museums⸗ ankauf. Schließlich gelangte eine Resolution zur An- nahme, in der die Stadtväter ersucht werden, gegen den Ankauf zu stimmen. Herr Heppe beantragte außer- dem noch, daß man Listen zum Sammeln von Unter schriften herausgeben solle, um so allen Bürgern Gelegen heit zu geben sich gegen den Ankauf zu erklären. Dieser Antrag wurde ebenfalls angenommen. Da auch die Arbeiterschaft im allgemeinen Interesse gegen den An⸗ kauf Stellung nimmt, kann nur empfohlen werden, die Listen zu unterschreiben.

Auch für

* Teueres Brot. Auch in Hanau und anderen Orten haben die Bäcker einen Preisaufschlag auf Brot eintreten lassen, den sie mit Erhöhung der Mehlpreise begründen.

BB

Partei-Hachrichten.

Die Vertrauensleute

in den zum Wahlkreis Gießen-Land gehörigen Orten werden ersucht, das Wahlresultat am Mittwoch auf schnellstem Wege uns an die Adresse Wirtschaft O rbig⸗ Gießen mitzuteilen.

Der Vorstand.

Versammlungskalender.

Samstag, den 11. November. Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Ver⸗ sammlung bei b. Metallarbekter. Abends 9 Uhr bei Orbig.

Hausen. Arbeiter⸗Verein. Abends 8 ½ Uhr Mitgl. Versammlung bei Wirt Wallbott. Sonntag, den 12. November Alsfeld. Wahlverein. Nachmittags 4 Uhr Mit⸗

gliederversammlung. Zahlreiches erscheinen! Heuchelheim. Arbeiterbildungsverein. Abends 8 Uhr Versammlung bei Wirt Aug. Rinn. Garbenteich. Arbeiter⸗Bildungs⸗Verein. Aben ds 8/ Uhr Versammlung bei Peter Becker. Zahlreich erscheinen!

Wählerversamm lungen finden statt: Samstag in Staufenberg(Dr. Michels), Wieseck(Ulrich). Sountag Machmittags) Steinberg(Ulrich), Daubringen(Dr. Quarck), Alten⸗Buseck( Krumm u. Vetters); Abends: Watzenborn(Quarck).

Briefkasten. An unse.e Korrespendenten und Leser! In heutiger Nummer mußten leider eine Anzahl Korre spondenzen besonders aus den Wetzlarer Kreise

zurückbleiben. Wir bitten deshalb um Nachsicht.

Für Arbeiter und Landleute 8

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Glessen Samstag, den 11. November, abends 81% Uhr im Lenz'schen Fel senkeller

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sowie sämtlichen WI nter schuhen. Familien⸗Abend Sprechstunden: Vorm. 89, Nachm. 23 Uhr.

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F. lens, Nelelus

Lahnstrase 15.

bestehend in Konzert, humo⸗ ristischen Vorträgen und 0 TANZ 5 Zu diesem Abend ladet die mugler freundlichst ein Der Vorstand.

Sonn- u. Feiertags: Vorm. 810 Uhr.

H. Arndt, pract. Arzt

(früher: Bleichstr. 23 pt., Ecke Ludwigstr.)